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Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880.

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[Spaltenumbruch] tief in die Tasche greifen muss. - Republikanische Flagge, Philadelphia vom 6. März 1862.

Um zu sagen, dass man, ist einmal eine schlimme Sache eingerührt, auch die Folgen (Kosten u. s. w.) tragen muss. In Bezug auf den Krieg der Union mit den südlichen Sklavenstaaten.

28 Weinen im Unglück ist Narrenwerk.

Bei Tunnicius (1036): Schryen im ungelucke is geckes dedinge. (Rebus in adversis lacrymari frivola res est.)

29 Weinen in Trübsal erleichtert die Brust.

Aber, sagen die Finnen: Weine und klage nicht ohne Ursach, beides kannst du noch mit allem Rechte thun. (Bertram, 51.)

Schwed.: Det är hugswalelse at gräta. (Grubb, 88.)

30 Weinen ist leichter als weinen sehen.

31 Weinen stillt (mässigt) den Schmerz.

Lat.: Expletur lacrymis egeriturque dolor. (Ovid.) (Binder I, 477; II, 1042.)

32 Weinen tuot von Sunden reinen. - Misnere.

33 Weinen ün geben. (Warschau.)

Sich in die Nothwendigkeit fügen. Von einer liebgewordenen Sache mit Thränen in den Augen sich trennen müssen.

34 Weinen ün Lachen is bei Weiber leichte Sachen. (Warschau.)

35 Weinen zur Andacht ist grosse Kunst. - Gruter, III, 102; Lehmann, II, 868, 113.

36 Wenn weint an urm Mann? Wenn er hat zwei Chassenes (Hochzeiten) oder Brissen (Beschneidungen) in ein Tug. (Warschau.)

Weil er nicht an beiden Feierlichkeiten theilnehmen kann.

37 Wer heute weint, weil er kein Brot hat, weint morgen, weil ihm der Appetit fehlt.

Dän.: Den i dag graeder at have alt for meget, graeder i morgen for at faae meere. (Prov. dan., 251.)

38 Wer oft weint, braucht weniger zu pissen. (S. Greinen 2.) - Frischbier2, 4112.

39 Wer über alles weint, wird bald sein Angesicht verlieren.

40 Wer viel want, därf wenig wischerln. (Niederösterreich.)

41 Wer weinen will, braucht keine Zuschauer.

42 Wer weinen will, dem fehlt's an Tropfen nicht.

43 Wer weinen will, muss zuvor nasse Augen haben.

44 Wer weint um alle Welt, kommt um seine Augen und um sein Geld.

Dies bestätigen auch die Türken. (Cahier, 2727.)

45 Wie sollt' ich nicht weinen, sagte das Mädchen, als sie aus der Beichte kam und die Mutter sie fragte, warum sie weine, ich soll fünf Vaterunser beten und kann nur eins.

*46 Das Weinen ist ihm näher als das Lachen. - Frischbier, III, 2875.

*47 Du weinest wie die Crocodile. - Ayrer, II, 860, 19.

*48 Er weint auf seiner Stiefmutter Grab.

Von erheuchelten Thränen.

*49 Er weint, das ein träher den andern schläht. - Pauli, Schimpff, VIIIb.

*50 Er weint, dass ihn der Bock stösst. - Klix, 122.

Schluchzt heftig.

*51 Er weint den Mäusen Knetewasser. (Oderbruch.) - Engelien, 222, 137.

*52 Er weint wie ein Kind.

*53 Ich kann ihm nur weinen helfen.

Klage darüber, dass man nicht im Stande ist, jemand wirkliche Hülfe zu gewähren. Jüdisch- deutsch in Warschau: Ich känn dir nor helfen krächzen (stöhnen, weinen).

*54 Se went dröge (trocken) as de Sweine. - Goldschmidt, 98.

*55 Sie weint (guckt) sich schier die Augen aus dem Kopfe. (Nürtingen.)

*56 Weinen, das ein Tropff den andern schlägt. - Herberger, Hertzpostille, II, 342.

*57 Weinen wie ein alt Weib. - Keuscher Joseph, 750.

[Spaltenumbruch]


Weinessig.

1 Auch Weinessig ist Essig.

2 Geschenkter Weinessig ist besser als gekaufter Honig.


Weinfass.

1 Das beste Weinfass ist nicht ohne trübes Lager.

2 Dem Weinfass gehet der Boden auss, die Fuchs jagen einen zum Thor hinauss. - Henisch, 1274, 23.

3 Im Weinfass steckt viel Freundtschafft vnd (noch viel mehr) Ehr. - Lehmann, 879, 42; Simrock, 11484; Körte, 6658.

Schwed.: Mycken wanskap i wijnfatet. (Grubb, 540.)

4 In einem Weinfass steckt mehr Freude als in einem Gaukelsack.

Lat.: Vinum hilaritatis seminarium est.

5 In einem Weinfass steckt viel Lärm (Unruhe).

Schwed.: Mycket buller i ett wijnfat. (Grubb, 542.)

6 In Weinfässern und Gaukelsäcken (sollen) grosse Freude stecken. - Fischart.

7 Kein Weinfass ohne Lager. - Parömiakon, 294.

8 Wem nützt ein Weinfass unangefochten. - Petri, II, 625.

9 Zu vnderst dess Weinfasses fühlet man, was es für ein Ton hat. - Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 496.

*10 Ein Weinfass anbohren.

Frz.: Nous caressames la bouteille.


Weinfeucht.

* Er ist weinfeucht. (S. Weinblind.) - Gotthelf, Jakob, 87.

Etwas berauscht.


Weinfeuchte.

* Die Weinfeuchte hats thon. - Franck, I, 163b.


Weinflasche.

Lieber bei der Weinflasche als bei der Braut sitzen; lieber gut essen als küssen.

Holl.: Liever bij de wijnkan, dan bij de bruid gezeten: u wel te kussen, en mij wel te eten. (Harrebomee, II, 462b.)


Weingarten.

Weingärten und Teich' machen selten reich. - Oec. rur., 120.


Weingärtner.

Wenn der Weingärtner bisweilen beschneidet, so bringen ihm die Reben mehr Frucht.


Weingeist.

Weingeist auf Quecksilber gefüllt, gibt die empfindlichsten Barometer. - Eiselein, 55.


Weingeschmack.

O ta karzer Weinjgeschmack, deinhet wiejen gon ich natt. (Siebenbürg.-sächs.) - Schuster, 270.


Weinglas.

Im Weinglas ertrinken mehr als im Meer. - Grubb, 209.

"Im Weinglas sind schon mehr ertrunken, als im offenen Meer versunken."


Weinhändler.

Weinhändler auf Matthäus achten und den Sanct-Michael auch betrachten.


Weinhaus.

1 Im Weinhauss manchem mehr zerrinnt, denn er die Woch mit arbeit gewinnt. - Henisch, 1602, 2; Petri, II, 401.

2 Nach Weinhaus reisen geht noch hin, aber nach Speier, das ist zu grob. - Germania, V, 813.


Weinholz.

Wenn das Weinholz wohl reift, so hofft man für das nächste Jahr viel Wein. - Medau 1845.


Weinjahr.

1 Ein Weinjahr ist kein Haferjahr.

2 Gutes Weinjahr ist gut Tabackjahr. (Sachsen.) - Boebel, 133.

3 Ist das Weinjahr gut, so ist des Todtengräbers Ernte gut.

So sagt man in der slowenischen Gespanschaft Syrmien, um auszudrücken, dass in den Jahren, in denen der Wein gut geräth, mehr als in andern getrunken wird, und daher mehr Menschen als gewöhnlich sterben.


Weinkalteschale.

* Giv mi Weinkollschal, wenn ick dot bünn. (S. Weinsuppe.) (Mecklenburg-Schwerin.) - Firmenich, I, 70, 6.

Willst du mir eine Wohlthat erweisen, so thue es, wenn es, sie zu geniessen, nicht zu spät ist.


[Spaltenumbruch] tief in die Tasche greifen muss.Republikanische Flagge, Philadelphia vom 6. März 1862.

Um zu sagen, dass man, ist einmal eine schlimme Sache eingerührt, auch die Folgen (Kosten u. s. w.) tragen muss. In Bezug auf den Krieg der Union mit den südlichen Sklavenstaaten.

28 Weinen im Unglück ist Narrenwerk.

Bei Tunnicius (1036): Schryen im ungelucke is geckes dedinge. (Rebus in adversis lacrymari frivola res est.)

29 Weinen in Trübsal erleichtert die Brust.

Aber, sagen die Finnen: Weine und klage nicht ohne Ursach, beides kannst du noch mit allem Rechte thun. (Bertram, 51.)

Schwed.: Det är hugswalelse at gräta. (Grubb, 88.)

30 Weinen ist leichter als weinen sehen.

31 Weinen stillt (mässigt) den Schmerz.

Lat.: Expletur lacrymis egeriturque dolor. (Ovid.) (Binder I, 477; II, 1042.)

32 Weinen tuot von Sunden reinen.Misnere.

33 Weinen ün geben. (Warschau.)

Sich in die Nothwendigkeit fügen. Von einer liebgewordenen Sache mit Thränen in den Augen sich trennen müssen.

34 Weinen ün Lachen is bei Weiber leichte Sachen. (Warschau.)

35 Weinen zur Andacht ist grosse Kunst.Gruter, III, 102; Lehmann, II, 868, 113.

36 Wenn weint an urm Mann? Wenn er hat zwei Chassenes (Hochzeiten) oder Brissen (Beschneidungen) in ein Tug. (Warschau.)

Weil er nicht an beiden Feierlichkeiten theilnehmen kann.

37 Wer heute weint, weil er kein Brot hat, weint morgen, weil ihm der Appetit fehlt.

Dän.: Den i dag græder at have alt for meget, græder i morgen for at faae meere. (Prov. dan., 251.)

38 Wer oft weint, braucht weniger zu pissen. (S. Greinen 2.) – Frischbier2, 4112.

39 Wer über alles weint, wird bald sein Angesicht verlieren.

40 Wer viel want, därf wenig wischerln. (Niederösterreich.)

41 Wer weinen will, braucht keine Zuschauer.

42 Wer weinen will, dem fehlt's an Tropfen nicht.

43 Wer weinen will, muss zuvor nasse Augen haben.

44 Wer weint um alle Welt, kommt um seine Augen und um sein Geld.

Dies bestätigen auch die Türken. (Cahier, 2727.)

45 Wie sollt' ich nicht weinen, sagte das Mädchen, als sie aus der Beichte kam und die Mutter sie fragte, warum sie weine, ich soll fünf Vaterunser beten und kann nur eins.

*46 Das Weinen ist ihm näher als das Lachen.Frischbier, III, 2875.

*47 Du weinest wie die Crocodile.Ayrer, II, 860, 19.

*48 Er weint auf seiner Stiefmutter Grab.

Von erheuchelten Thränen.

*49 Er weint, das ein träher den andern schläht.Pauli, Schimpff, VIIIb.

*50 Er weint, dass ihn der Bock stösst.Klix, 122.

Schluchzt heftig.

*51 Er weint den Mäusen Knetewasser. (Oderbruch.) – Engelien, 222, 137.

*52 Er weint wie ein Kind.

*53 Ich kann ihm nur weinen helfen.

Klage darüber, dass man nicht im Stande ist, jemand wirkliche Hülfe zu gewähren. Jüdisch- deutsch in Warschau: Ich känn dir nor helfen krächzen (stöhnen, weinen).

*54 Se wênt dröge (trocken) as de Swîne.Goldschmidt, 98.

*55 Sie weint (guckt) sich schier die Augen aus dem Kopfe. (Nürtingen.)

*56 Weinen, das ein Tropff den andern schlägt.Herberger, Hertzpostille, II, 342.

*57 Weinen wie ein alt Weib.Keuscher Joseph, 750.

[Spaltenumbruch]


Weinessig.

1 Auch Weinessig ist Essig.

2 Geschenkter Weinessig ist besser als gekaufter Honig.


Weinfass.

1 Das beste Weinfass ist nicht ohne trübes Lager.

2 Dem Weinfass gehet der Boden auss, die Fuchs jagen einen zum Thor hinauss.Henisch, 1274, 23.

3 Im Weinfass steckt viel Freundtschafft vnd (noch viel mehr) Ehr.Lehmann, 879, 42; Simrock, 11484; Körte, 6658.

Schwed.: Mycken wånskap i wijnfatet. (Grubb, 540.)

4 In einem Weinfass steckt mehr Freude als in einem Gaukelsack.

Lat.: Vinum hilaritatis seminarium est.

5 In einem Weinfass steckt viel Lärm (Unruhe).

Schwed.: Mycket buller i ett wijnfat. (Grubb, 542.)

6 In Weinfässern und Gaukelsäcken (sollen) grosse Freude stecken.Fischart.

7 Kein Weinfass ohne Lager.Parömiakon, 294.

8 Wem nützt ein Weinfass unangefochten.Petri, II, 625.

9 Zu vnderst dess Weinfasses fühlet man, was es für ein Ton hat.Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 496.

*10 Ein Weinfass anbohren.

Frz.: Nous caressâmes la bouteille.


Weinfeucht.

* Er ist weinfeucht. (S. Weinblind.) – Gotthelf, Jakob, 87.

Etwas berauscht.


Weinfeuchte.

* Die Weinfeuchte hats thon.Franck, I, 163b.


Weinflasche.

Lieber bei der Weinflasche als bei der Braut sitzen; lieber gut essen als küssen.

Holl.: Liever bij de wijnkan, dan bij de bruid gezeten: u wel te kussen, en mij wel te eten. (Harrebomée, II, 462b.)


Weingarten.

Weingärten und Teich' machen selten reich.Oec. rur., 120.


Weingärtner.

Wenn der Weingärtner bisweilen beschneidet, so bringen ihm die Reben mehr Frucht.


Weingeist.

Weingeist auf Quecksilber gefüllt, gibt die empfindlichsten Barometer.Eiselein, 55.


Weingeschmack.

O ta karzer Wéinjgeschmack, déinhet wiéjen gôn ich natt. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 270.


Weinglas.

Im Weinglas ertrinken mehr als im Meer.Grubb, 209.

„Im Weinglas sind schon mehr ertrunken, als im offenen Meer versunken.“


Weinhändler.

Weinhändler auf Matthäus achten und den Sanct-Michael auch betrachten.


Weinhaus.

1 Im Weinhauss manchem mehr zerrinnt, denn er die Woch mit arbeit gewinnt.Henisch, 1602, 2; Petri, II, 401.

2 Nach Weinhaus reisen geht noch hin, aber nach Speier, das ist zu grob.Germania, V, 813.


Weinholz.

Wenn das Weinholz wohl reift, so hofft man für das nächste Jahr viel Wein.Medau 1845.


Weinjahr.

1 Ein Weinjahr ist kein Haferjahr.

2 Gutes Weinjahr ist gut Tabackjahr. (Sachsen.) – Boebel, 133.

3 Ist das Weinjahr gut, so ist des Todtengräbers Ernte gut.

So sagt man in der slowenischen Gespanschaft Syrmien, um auszudrücken, dass in den Jahren, in denen der Wein gut geräth, mehr als in andern getrunken wird, und daher mehr Menschen als gewöhnlich sterben.


Weinkalteschale.

* Giv mi Wînkollschâl, wenn ick dôt bünn. (S. Weinsuppe.) (Mecklenburg-Schwerin.) – Firmenich, I, 70, 6.

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[[61]/0073] tief in die Tasche greifen muss. – Republikanische Flagge, Philadelphia vom 6. März 1862. Um zu sagen, dass man, ist einmal eine schlimme Sache eingerührt, auch die Folgen (Kosten u. s. w.) tragen muss. In Bezug auf den Krieg der Union mit den südlichen Sklavenstaaten. 28 Weinen im Unglück ist Narrenwerk. Bei Tunnicius (1036): Schryen im ungelucke is geckes dedinge. (Rebus in adversis lacrymari frivola res est.) 29 Weinen in Trübsal erleichtert die Brust. Aber, sagen die Finnen: Weine und klage nicht ohne Ursach, beides kannst du noch mit allem Rechte thun. (Bertram, 51.) Schwed.: Det är hugswalelse at gräta. (Grubb, 88.) 30 Weinen ist leichter als weinen sehen. 31 Weinen stillt (mässigt) den Schmerz. Lat.: Expletur lacrymis egeriturque dolor. (Ovid.) (Binder I, 477; II, 1042.) 32 Weinen tuot von Sunden reinen. – Misnere. 33 Weinen ün geben. (Warschau.) Sich in die Nothwendigkeit fügen. Von einer liebgewordenen Sache mit Thränen in den Augen sich trennen müssen. 34 Weinen ün Lachen is bei Weiber leichte Sachen. (Warschau.) 35 Weinen zur Andacht ist grosse Kunst. – Gruter, III, 102; Lehmann, II, 868, 113. 36 Wenn weint an urm Mann? Wenn er hat zwei Chassenes (Hochzeiten) oder Brissen (Beschneidungen) in ein Tug. (Warschau.) Weil er nicht an beiden Feierlichkeiten theilnehmen kann. 37 Wer heute weint, weil er kein Brot hat, weint morgen, weil ihm der Appetit fehlt. Dän.: Den i dag græder at have alt for meget, græder i morgen for at faae meere. (Prov. dan., 251.) 38 Wer oft weint, braucht weniger zu pissen. (S. Greinen 2.) – Frischbier2, 4112. 39 Wer über alles weint, wird bald sein Angesicht verlieren. 40 Wer viel want, därf wenig wischerln. (Niederösterreich.) 41 Wer weinen will, braucht keine Zuschauer. 42 Wer weinen will, dem fehlt's an Tropfen nicht. 43 Wer weinen will, muss zuvor nasse Augen haben. 44 Wer weint um alle Welt, kommt um seine Augen und um sein Geld. Dies bestätigen auch die Türken. (Cahier, 2727.) 45 Wie sollt' ich nicht weinen, sagte das Mädchen, als sie aus der Beichte kam und die Mutter sie fragte, warum sie weine, ich soll fünf Vaterunser beten und kann nur eins. *46 Das Weinen ist ihm näher als das Lachen. – Frischbier, III, 2875. *47 Du weinest wie die Crocodile. – Ayrer, II, 860, 19. *48 Er weint auf seiner Stiefmutter Grab. Von erheuchelten Thränen. *49 Er weint, das ein träher den andern schläht. – Pauli, Schimpff, VIIIb. *50 Er weint, dass ihn der Bock stösst. – Klix, 122. Schluchzt heftig. *51 Er weint den Mäusen Knetewasser. (Oderbruch.) – Engelien, 222, 137. *52 Er weint wie ein Kind. *53 Ich kann ihm nur weinen helfen. Klage darüber, dass man nicht im Stande ist, jemand wirkliche Hülfe zu gewähren. Jüdisch- deutsch in Warschau: Ich känn dir nor helfen krächzen (stöhnen, weinen). *54 Se wênt dröge (trocken) as de Swîne. – Goldschmidt, 98. *55 Sie weint (guckt) sich schier die Augen aus dem Kopfe. (Nürtingen.) *56 Weinen, das ein Tropff den andern schlägt. – Herberger, Hertzpostille, II, 342. *57 Weinen wie ein alt Weib. – Keuscher Joseph, 750. Weinessig. 1 Auch Weinessig ist Essig. 2 Geschenkter Weinessig ist besser als gekaufter Honig. Weinfass. 1 Das beste Weinfass ist nicht ohne trübes Lager. 2 Dem Weinfass gehet der Boden auss, die Fuchs jagen einen zum Thor hinauss. – Henisch, 1274, 23. 3 Im Weinfass steckt viel Freundtschafft vnd (noch viel mehr) Ehr. – Lehmann, 879, 42; Simrock, 11484; Körte, 6658. Schwed.: Mycken wånskap i wijnfatet. (Grubb, 540.) 4 In einem Weinfass steckt mehr Freude als in einem Gaukelsack. Lat.: Vinum hilaritatis seminarium est. 5 In einem Weinfass steckt viel Lärm (Unruhe). Schwed.: Mycket buller i ett wijnfat. (Grubb, 542.) 6 In Weinfässern und Gaukelsäcken (sollen) grosse Freude stecken. – Fischart. 7 Kein Weinfass ohne Lager. – Parömiakon, 294. 8 Wem nützt ein Weinfass unangefochten. – Petri, II, 625. 9 Zu vnderst dess Weinfasses fühlet man, was es für ein Ton hat. – Fischart, Gesch., in Kloster, VIII, 496. *10 Ein Weinfass anbohren. Frz.: Nous caressâmes la bouteille. Weinfeucht. * Er ist weinfeucht. (S. Weinblind.) – Gotthelf, Jakob, 87. Etwas berauscht. Weinfeuchte. * Die Weinfeuchte hats thon. – Franck, I, 163b. Weinflasche. Lieber bei der Weinflasche als bei der Braut sitzen; lieber gut essen als küssen. Holl.: Liever bij de wijnkan, dan bij de bruid gezeten: u wel te kussen, en mij wel te eten. (Harrebomée, II, 462b.) Weingarten. Weingärten und Teich' machen selten reich. – Oec. rur., 120. Weingärtner. Wenn der Weingärtner bisweilen beschneidet, so bringen ihm die Reben mehr Frucht. Weingeist. Weingeist auf Quecksilber gefüllt, gibt die empfindlichsten Barometer. – Eiselein, 55. Weingeschmack. O ta karzer Wéinjgeschmack, déinhet wiéjen gôn ich natt. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 270. Weinglas. Im Weinglas ertrinken mehr als im Meer. – Grubb, 209. „Im Weinglas sind schon mehr ertrunken, als im offenen Meer versunken.“ Weinhändler. Weinhändler auf Matthäus achten und den Sanct-Michael auch betrachten. Weinhaus. 1 Im Weinhauss manchem mehr zerrinnt, denn er die Woch mit arbeit gewinnt. – Henisch, 1602, 2; Petri, II, 401. 2 Nach Weinhaus reisen geht noch hin, aber nach Speier, das ist zu grob. – Germania, V, 813. Weinholz. Wenn das Weinholz wohl reift, so hofft man für das nächste Jahr viel Wein. – Medau 1845. Weinjahr. 1 Ein Weinjahr ist kein Haferjahr. 2 Gutes Weinjahr ist gut Tabackjahr. (Sachsen.) – Boebel, 133. 3 Ist das Weinjahr gut, so ist des Todtengräbers Ernte gut. So sagt man in der slowenischen Gespanschaft Syrmien, um auszudrücken, dass in den Jahren, in denen der Wein gut geräth, mehr als in andern getrunken wird, und daher mehr Menschen als gewöhnlich sterben. Weinkalteschale. * Giv mi Wînkollschâl, wenn ick dôt bünn. (S. Weinsuppe.) (Mecklenburg-Schwerin.) – Firmenich, I, 70, 6. Willst du mir eine Wohlthat erweisen, so thue es, wenn es, sie zu geniessen, nicht zu spät ist.

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Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 5. Leipzig, 1880, S. [61]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon05_1880/73>, abgerufen am 27.10.2020.