Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683.

Bild:
<< vorherige Seite
Heyrath.
Put. Und wir werden auch wol wissen/ was wir
mit einem Hochzeit-Bitter machen sollen.
Anderer Handlung
Sechzehndter Aufftrit.
Die vorigen Moph und Haso in rothen
Mänteln wie Hochzeit-Bitter geputzt.
Gar. Seyd willkommen ihr lieben Herren/ komt
ein bißgen näher/ wir sehen schon/ was jhr wolt.

Has. Erbare/ Viel- Ehr- und Tugend begabte/
Kunstreiche und Arbeitsame Einwohner/ Häußler
und Gärtner/ sonsten auch liebe und gute Freunde/
nechst allen zuvor. Wir sind abgeschickte Boten und
fragen/ ob es uns vergönnet ist ein Wort zu re-
den?

Esb. Ich werde wol Antworten müssen.
Put. Nachbar/ wo jhr wolt/ so nehmt immer
die Mühe auf euch/ wir wollen euch auf der Hoch-
zeit ein paar Gläser lassen zu gute gehen.

Gar. Nachbar führt ihr immer das Wort/ ihr
seyd auch der älteste.

Has. Und also frage ich zum andern mahl/ ist
uns vergönt ein Wort zu reden?

Esb. Ich werde jhn wol müssen zum dritten-
mah! fragen lassen.

Gar. Nachbar wie jhr meint. Ihr sehet wol
man kan leichte verstossen.
Put.
F 4
Heyrath.
Put. Und wir werden auch wol wiſſen/ was wir
mit einem Hochzeit-Bitter machen ſollen.
Anderer Handlung
Sechzehndter Aufftrit.
Die vorigen Moph und Haſo in rothen
Maͤnteln wie Hochzeit-Bitter geputzt.
Gar. Seyd willkommen ihr lieben Herren/ komt
ein bißgen naͤher/ wir ſehen ſchon/ was jhr wolt.

Haſ. Erbare/ Viel- Ehr- und Tugend begabte/
Kunſtreiche und Arbeitſame Einwohner/ Haͤußler
und Gaͤrtner/ ſonſten auch liebe und gute Freunde/
nechſt allen zuvor. Wir ſind abgeſchickte Boten und
fragen/ ob es uns vergoͤnnet iſt ein Wort zu re-
den?

Esb. Ich werde wol Antworten muͤſſen.
Put. Nachbar/ wo jhr wolt/ ſo nehmt immer
die Muͤhe auf euch/ wir wollen euch auf der Hoch-
zeit ein paar Glaͤſer laſſen zu gute gehen.

Gar. Nachbar fuͤhrt ihr immer das Wort/ ihr
ſeyd auch der aͤlteſte.

Haſ. Und alſo frage ich zum andern mahl/ iſt
uns vergoͤnt ein Wort zu reden?

Esb. Ich werde jhn wol muͤſſen zum dritten-
mah! fragen laſſen.

Gar. Nachbar wie jhr meint. Ihr ſehet wol
man kan leichte verſtoſſen.
Put.
F 4
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0108" n="87"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Heyrath.</hi> </fw><lb/>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Put.</hi> </speaker>
              <p>Und wir werden auch wol wi&#x017F;&#x017F;en/ was wir<lb/>
mit einem Hochzeit-Bitter machen &#x017F;ollen.</p>
            </sp>
          </div>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#in">A</hi>nderer <hi rendition="#in">H</hi>andlung</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">Sechzehndter Aufftrit.</hi> </head><lb/>
            <stage> <hi rendition="#fr">Die vorigen</hi> <hi rendition="#aq">Moph</hi> <hi rendition="#fr">und</hi> <hi rendition="#aq">Ha&#x017F;o</hi> <hi rendition="#fr">in rothen<lb/>
Ma&#x0364;nteln wie Hochzeit-Bitter geputzt.</hi> </stage><lb/>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Gar.</hi> </speaker>
              <p>Seyd willkommen ihr lieben Herren/ komt<lb/>
ein bißgen na&#x0364;her/ wir &#x017F;ehen &#x017F;chon/ was jhr wolt.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Ha&#x017F;.</hi> </speaker>
              <p>Erbare/ Viel- Ehr- und Tugend begabte/<lb/>
Kun&#x017F;treiche und Arbeit&#x017F;ame Einwohner/ Ha&#x0364;ußler<lb/>
und Ga&#x0364;rtner/ &#x017F;on&#x017F;ten auch liebe und gute Freunde/<lb/>
nech&#x017F;t allen zuvor. Wir &#x017F;ind abge&#x017F;chickte Boten und<lb/>
fragen/ ob es uns vergo&#x0364;nnet i&#x017F;t ein Wort zu re-<lb/>
den?</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Esb.</hi> </speaker>
              <p>Ich werde wol Antworten mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Put.</hi> </speaker>
              <p>Nachbar/ wo jhr wolt/ &#x017F;o nehmt immer<lb/>
die Mu&#x0364;he auf euch/ wir wollen euch auf der Hoch-<lb/>
zeit ein paar Gla&#x0364;&#x017F;er la&#x017F;&#x017F;en zu gute gehen.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Gar.</hi> </speaker>
              <p>Nachbar fu&#x0364;hrt ihr immer das Wort/ ihr<lb/>
&#x017F;eyd auch der a&#x0364;lte&#x017F;te.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Ha&#x017F;.</hi> </speaker>
              <p>Und al&#x017F;o frage ich zum andern mahl/ i&#x017F;t<lb/>
uns vergo&#x0364;nt ein Wort zu reden?</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Esb.</hi> </speaker>
              <p>Ich werde jhn wol mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en zum dritten-<lb/>
mah! fragen la&#x017F;&#x017F;en.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Gar.</hi> </speaker>
              <p>Nachbar wie jhr meint. Ihr &#x017F;ehet wol<lb/>
man kan leichte ver&#x017F;to&#x017F;&#x017F;en.</p>
            </sp><lb/>
            <fw place="bottom" type="sig">F 4</fw>
            <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#aq">Put.</hi> </fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[87/0108] Heyrath. Put. Und wir werden auch wol wiſſen/ was wir mit einem Hochzeit-Bitter machen ſollen. Anderer Handlung Sechzehndter Aufftrit. Die vorigen Moph und Haſo in rothen Maͤnteln wie Hochzeit-Bitter geputzt. Gar. Seyd willkommen ihr lieben Herren/ komt ein bißgen naͤher/ wir ſehen ſchon/ was jhr wolt. Haſ. Erbare/ Viel- Ehr- und Tugend begabte/ Kunſtreiche und Arbeitſame Einwohner/ Haͤußler und Gaͤrtner/ ſonſten auch liebe und gute Freunde/ nechſt allen zuvor. Wir ſind abgeſchickte Boten und fragen/ ob es uns vergoͤnnet iſt ein Wort zu re- den? Esb. Ich werde wol Antworten muͤſſen. Put. Nachbar/ wo jhr wolt/ ſo nehmt immer die Muͤhe auf euch/ wir wollen euch auf der Hoch- zeit ein paar Glaͤſer laſſen zu gute gehen. Gar. Nachbar fuͤhrt ihr immer das Wort/ ihr ſeyd auch der aͤlteſte. Haſ. Und alſo frage ich zum andern mahl/ iſt uns vergoͤnt ein Wort zu reden? Esb. Ich werde jhn wol muͤſſen zum dritten- mah! fragen laſſen. Gar. Nachbar wie jhr meint. Ihr ſehet wol man kan leichte verſtoſſen. Put. F 4

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/108
Zitationshilfe: Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683, S. 87. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/108>, abgerufen am 21.01.2020.