Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683.

Bild:
<< vorherige Seite
Absurda
Spiel darneben machen/ daß die Leute zusammen
kommen.

Rob. Ich sehe wol/ ihr habt eure Person am be-
sten legitimiret. Aber was habt ihr vor eine Histo-
rie zu eurer Comoedie außgesehen?

Alex. Von Ritter S. Georgen mit dem Lind-
Wurme. Denn ich müste doch der Ritter George
seyn/ so wüste ich am besten wo ich den Wurm hin
stechen solte.

Rob. Ich weiß die Sache nicht zu tadeln/ setzt
euch zu den andern.
Erster Handlung
Zwölffter Aufftrit.
Die vorigen und Merten.
Curs. Merten Fuchs/ wolbestellter Sterngucker/
Calendermacher/ und Wein-Visirer zu Ochsenfurt.

Mert. Herr/ das bin ich.
Sigh. Ich habe lange auff einen Calendermacher
gewartet. Denn mich dünckt/ heutiges Tages ma-
chen die Leute die besten Possen.

Mert. Ja/ es wäre wol etwas/ wenn auch die
Possen bezahlt würden. Ich setze in meine Calen-
der so schöne Sachen/ daß ich mich möchte pucklicht
darüber lachen/ aber wo wirds belohnt?

Rob. Wo habt ihrs gelernt. Denn es ist viel/
daß man nach den Sternen guckt/ und den Wein
zugleich
Absurda
Spiel darneben machen/ daß die Leute zuſammen
kommen.

Rob. Ich ſehe wol/ ihr habt eure Perſon am be-
ſten legitimiret. Aber was habt ihr vor eine Hiſto-
rie zu eurer Comœdie außgeſehen?

Alex. Von Ritter S. Georgen mit dem Lind-
Wurme. Denn ich muͤſte doch der Ritter George
ſeyn/ ſo wuͤſte ich am beſten wo ich den Wurm hin
ſtechen ſolte.

Rob. Ich weiß die Sache nicht zu tadeln/ ſetzt
euch zu den andern.
Erſter Handlung
Zwoͤlffter Aufftrit.
Die vorigen und Merten.
Curſ. Merten Fuchs/ wolbeſtellter Sterngucker/
Calendermacher/ und Wein-Viſirer zu Ochſenfurt.

Mert. Herr/ das bin ich.
Sigh. Ich habe lange auff einen Calendermacher
gewartet. Denn mich duͤnckt/ heutiges Tages ma-
chen die Leute die beſten Poſſen.

Mert. Ja/ es waͤre wol etwas/ wenn auch die
Poſſen bezahlt wuͤrden. Ich ſetze in meine Calen-
der ſo ſchoͤne Sachen/ daß ich mich moͤchte pucklicht
daruͤber lachen/ aber wo wirds belohnt?

Rob. Wo habt ihrs gelernt. Denn es iſt viel/
daß man nach den Sternen guckt/ und den Wein
zugleich
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <sp>
              <p><pb facs="#f0607" n="268[266]"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#g"><hi rendition="#k">Absurda</hi></hi></hi></fw><lb/>
Spiel darneben machen/ daß die Leute zu&#x017F;ammen<lb/>
kommen.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Rob.</hi> </speaker>
              <p>Ich &#x017F;ehe wol/ ihr habt eure Per&#x017F;on am be-<lb/>
&#x017F;ten <hi rendition="#aq">legitimi</hi>ret. Aber was habt ihr vor eine Hi&#x017F;to-<lb/>
rie zu eurer <hi rendition="#aq">Com&#x0153;di</hi>e außge&#x017F;ehen?</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Alex.</hi> </speaker>
              <p>Von Ritter S. Georgen mit dem Lind-<lb/>
Wurme. Denn ich mu&#x0364;&#x017F;te doch der Ritter George<lb/>
&#x017F;eyn/ &#x017F;o wu&#x0364;&#x017F;te ich am be&#x017F;ten wo ich den Wurm hin<lb/>
&#x017F;techen &#x017F;olte.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Rob.</hi> </speaker>
              <p>Ich weiß die Sache nicht zu tadeln/ &#x017F;etzt<lb/>
euch zu den andern.</p>
            </sp>
          </div>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#in">E</hi>r&#x017F;ter <hi rendition="#in">H</hi>andlung</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">Zwo&#x0364;lffter Aufftrit.</hi> </head><lb/>
            <stage> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#fr">Die vorigen und</hi> <hi rendition="#aq">Merten.</hi> </hi> </stage><lb/>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Cur&#x017F;.</hi> </speaker>
              <p><hi rendition="#aq">Merten</hi> Fuchs/ wolbe&#x017F;tellter Sterngucker/<lb/>
Calendermacher/ und Wein-<hi rendition="#aq">Vi&#x017F;irer</hi> zu Och&#x017F;enfurt.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Mert.</hi> </speaker>
              <p>Herr/ das bin ich.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Sigh.</hi> </speaker>
              <p>Ich habe lange auff einen Calendermacher<lb/>
gewartet. Denn mich du&#x0364;nckt/ heutiges Tages ma-<lb/>
chen die Leute die be&#x017F;ten Po&#x017F;&#x017F;en.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Mert.</hi> </speaker>
              <p>Ja/ es wa&#x0364;re wol etwas/ wenn auch die<lb/>
Po&#x017F;&#x017F;en bezahlt wu&#x0364;rden. Ich &#x017F;etze in meine Calen-<lb/>
der &#x017F;o &#x017F;cho&#x0364;ne Sachen/ daß ich mich mo&#x0364;chte pucklicht<lb/>
daru&#x0364;ber lachen/ aber wo wirds belohnt?</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Rob.</hi> </speaker>
              <p>Wo habt ihrs gelernt. Denn es i&#x017F;t viel/<lb/>
daß man nach den Sternen guckt/ und den Wein<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">zugleich</fw><lb/></p>
            </sp>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[268[266]/0607] Absurda Spiel darneben machen/ daß die Leute zuſammen kommen. Rob. Ich ſehe wol/ ihr habt eure Perſon am be- ſten legitimiret. Aber was habt ihr vor eine Hiſto- rie zu eurer Comœdie außgeſehen? Alex. Von Ritter S. Georgen mit dem Lind- Wurme. Denn ich muͤſte doch der Ritter George ſeyn/ ſo wuͤſte ich am beſten wo ich den Wurm hin ſtechen ſolte. Rob. Ich weiß die Sache nicht zu tadeln/ ſetzt euch zu den andern. Erſter Handlung Zwoͤlffter Aufftrit. Die vorigen und Merten. Curſ. Merten Fuchs/ wolbeſtellter Sterngucker/ Calendermacher/ und Wein-Viſirer zu Ochſenfurt. Mert. Herr/ das bin ich. Sigh. Ich habe lange auff einen Calendermacher gewartet. Denn mich duͤnckt/ heutiges Tages ma- chen die Leute die beſten Poſſen. Mert. Ja/ es waͤre wol etwas/ wenn auch die Poſſen bezahlt wuͤrden. Ich ſetze in meine Calen- der ſo ſchoͤne Sachen/ daß ich mich moͤchte pucklicht daruͤber lachen/ aber wo wirds belohnt? Rob. Wo habt ihrs gelernt. Denn es iſt viel/ daß man nach den Sternen guckt/ und den Wein zugleich

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/607
Zitationshilfe: Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683, S. 268[266]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/607>, abgerufen am 20.10.2019.