Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Weismann, August: Das Keimplasma. Eine Theorie der Vererbung. Jena, 1892.

Bild:
<< vorherige Seite
Zweites Buch.

Die Vererbung bei einelterlicher
Fortpflanzung.

In den folgenden Abschnitten sollen solche Vererbungs-
Erscheinungen untersucht werden, welche sich nicht unmittelbar
schon aus der bis jetzt dargelegten Zusammensetzung des Keim-
plasma's ergeben, welche aber andrerseits denkbar wären auch
ohne dass eine geschlechtliche Fortpflanzung schon bestünde.
Es wird die Erreichung klarer Ergebnisse wesentlich erleichtern,
wenn bei diesen Erscheinungen der Regeneration verloren
gegangener Theile, der Vermehrung durch Theilung und
durch Knospung, der Hervorbringung einzelliger Keime
und der Continuität des Keimplasma's die Untersuchung so
geführt wird, als ob diese Erscheinungen an Organismen ihren
Ablauf nähmen, die sich rein ungeschlechtlich fortpflanzten
und von jeher fortgepflanzt hätten. Wenn dann später die
Complicationen festgestellt worden sind, welche durch das Ein-
greifen geschlechtlicher Fortpflanzung an dem Vererbungs-Apparat
gesetzt werden, so wird es leicht sein, dieselben auch auf alle
diese Vererbungs-Erscheinungen zu übertragen.


Zweites Buch.

Die Vererbung bei einelterlicher
Fortpflanzung.

In den folgenden Abschnitten sollen solche Vererbungs-
Erscheinungen untersucht werden, welche sich nicht unmittelbar
schon aus der bis jetzt dargelegten Zusammensetzung des Keim-
plasma’s ergeben, welche aber andrerseits denkbar wären auch
ohne dass eine geschlechtliche Fortpflanzung schon bestünde.
Es wird die Erreichung klarer Ergebnisse wesentlich erleichtern,
wenn bei diesen Erscheinungen der Regeneration verloren
gegangener Theile, der Vermehrung durch Theilung und
durch Knospung, der Hervorbringung einzelliger Keime
und der Continuität des Keimplasma’s die Untersuchung so
geführt wird, als ob diese Erscheinungen an Organismen ihren
Ablauf nähmen, die sich rein ungeschlechtlich fortpflanzten
und von jeher fortgepflanzt hätten. Wenn dann später die
Complicationen festgestellt worden sind, welche durch das Ein-
greifen geschlechtlicher Fortpflanzung an dem Vererbungs-Apparat
gesetzt werden, so wird es leicht sein, dieselben auch auf alle
diese Vererbungs-Erscheinungen zu übertragen.


<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0147" n="[123]"/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Zweites Buch.<lb/><milestone rendition="#hr" unit="section"/> Die Vererbung bei einelterlicher<lb/>
Fortpflanzung.</hi> </head><lb/>
        <p>In den folgenden Abschnitten sollen solche Vererbungs-<lb/>
Erscheinungen untersucht werden, welche sich nicht unmittelbar<lb/>
schon aus der bis jetzt dargelegten Zusammensetzung des Keim-<lb/>
plasma&#x2019;s ergeben, welche aber andrerseits denkbar wären auch<lb/>
ohne dass eine geschlechtliche Fortpflanzung schon bestünde.<lb/>
Es wird die Erreichung klarer Ergebnisse wesentlich erleichtern,<lb/>
wenn bei diesen Erscheinungen der <hi rendition="#g">Regeneration</hi> verloren<lb/>
gegangener Theile, der <hi rendition="#g">Vermehrung durch Theilung</hi> und<lb/>
durch <hi rendition="#g">Knospung</hi>, der <hi rendition="#g">Hervorbringung einzelliger Keime</hi><lb/>
und der <hi rendition="#g">Continuität des Keimplasma</hi>&#x2019;s die Untersuchung so<lb/>
geführt wird, als ob diese Erscheinungen an Organismen ihren<lb/>
Ablauf nähmen, die sich rein ungeschlechtlich fortpflanzten<lb/>
und von jeher fortgepflanzt hätten. Wenn dann später die<lb/>
Complicationen festgestellt worden sind, welche durch das Ein-<lb/>
greifen geschlechtlicher Fortpflanzung an dem Vererbungs-Apparat<lb/>
gesetzt werden, so wird es leicht sein, dieselben auch auf alle<lb/>
diese Vererbungs-Erscheinungen zu übertragen.</p><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[123]/0147] Zweites Buch. Die Vererbung bei einelterlicher Fortpflanzung. In den folgenden Abschnitten sollen solche Vererbungs- Erscheinungen untersucht werden, welche sich nicht unmittelbar schon aus der bis jetzt dargelegten Zusammensetzung des Keim- plasma’s ergeben, welche aber andrerseits denkbar wären auch ohne dass eine geschlechtliche Fortpflanzung schon bestünde. Es wird die Erreichung klarer Ergebnisse wesentlich erleichtern, wenn bei diesen Erscheinungen der Regeneration verloren gegangener Theile, der Vermehrung durch Theilung und durch Knospung, der Hervorbringung einzelliger Keime und der Continuität des Keimplasma’s die Untersuchung so geführt wird, als ob diese Erscheinungen an Organismen ihren Ablauf nähmen, die sich rein ungeschlechtlich fortpflanzten und von jeher fortgepflanzt hätten. Wenn dann später die Complicationen festgestellt worden sind, welche durch das Ein- greifen geschlechtlicher Fortpflanzung an dem Vererbungs-Apparat gesetzt werden, so wird es leicht sein, dieselben auch auf alle diese Vererbungs-Erscheinungen zu übertragen.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/weismann_keimplasma_1892
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/weismann_keimplasma_1892/147
Zitationshilfe: Weismann, August: Das Keimplasma. Eine Theorie der Vererbung. Jena, 1892, S. [123]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weismann_keimplasma_1892/147>, abgerufen am 13.11.2018.