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Friese, Paul: Mnema [gr.] sive statua. Görlitz, 1627.

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Seinen geführten wandel betreffende/ hat er sich zum
Sein Christ-
licher wan-
del.
höchsten bemühet/ das er seinen zuhörern nicht allein mit heylsamer
lehre/ sondern auch mit einem guten Exempel vorgehen möchte/
vnd das beydes was Gott vnd seinen nechsten betreffen thut.

Gegen Gott hat er sich also verhalten/ das er

1. Hertzlich vnd ohne vnterlaß zu jhme geseufzet/ Er war ein
recht eifriger beter/ wie jhm alle so jhn recht gekennet zeugnüß wer-
den geben müssen.

2. Mit gedult hat er sich auch in Gottes willen geschickt/ vnd
sich demselben gantz ergeben. Denn Gott der HErr der 1. Sam. 2.
saget . 30: Wer mich ehret/ den wil ich auch ehren: Hat
jhn zwar reichlich mit zeitlichen güttern gesegnet/ welches er denn
auch vor Gottes segen erkennet vnd gerühmet/ aber gleichwol hat
er jhn auch als sein liebes Kind gar sehr vnter das kreutz genommen.
Denn was seine leibes beschwerungen vnd kranckheiten/ vnd ander
vnglück betreffen thut/ sind derselben so viel/ das es einem menschen
fast vnmöglich zu ertragen/ wenn er von Gott nicht sonderlich er-
halten würde. Wir wollen aber derselben nur etliche gedencken.

Denn zu geschweigen/ das er in seiner blüenden jugend zu vn-
terschiedenen mahlen in seinem Vaterlande in augenscheinlicher
leibes vnd lebens gefahr gewesen/ in deme er etliche mahl von ho-
hen orten tieff herunter gefallen. So hat er auch Anno 1581.
zu Obisfeld das rechte bein oben am knie gebrochen/ welchen bein-
bruch er die zeit seines lebens gefület.

Wir wollen nur berüren was jhme in seinen werenden Ampt
vor vnglück ein vnd das ander mahl betroffen. Anno 1600. den
2. Martii ist er zu Geibisdorff ins wasser vnter das eiß gefallen/
da er bey nahe ertruncken were/ wenn jhme Gott nicht sonderlich
geholffen.

Anno 1601. abermals den 2. Martii/ hat er einen gefehrli-
chen fall gethan in der Scheuren/ da er von oben herab auffs tenne
gefallen/ den lincken arm vnd schenckel gebrochen/ vnd die hüfften
vnd rieben sehr zerschmettert/ daran er lange danider gelegen.

Anno

Seinen gefuͤhrten wandel betreffende/ hat er ſich zum
Sein Chriſt-
licher wan-
del.
hoͤchſten bemuͤhet/ das er ſeinẽ zuhoͤrern nicht allein mit heylſamer
lehre/ ſondern auch mit einem guten Exempel vorgehen moͤchte/
vnd das beydes was Gott vnd ſeinen nechſten betreffen thut.

Gegen Gott hat er ſich alſo verhalten/ das er

1. Hertzlich vnd ohne vnterlaß zu jhme geſeufzet/ Er war ein
recht eifriger beter/ wie jhm alle ſo jhn recht gekennet zeugnuͤß wer-
den geben muͤſſen.

2. Mit gedult hat er ſich auch in Gottes willen geſchickt/ vnd
ſich demſelben gantz ergeben. Denn Gott der HErr der 1. Sam. 2.
ſaget ꝟ. 30: Wer mich ehret/ den wil ich auch ehren: Hat
jhn zwar reichlich mit zeitlichen guͤttern geſegnet/ welches er denn
auch vor Gottes ſegen erkennet vnd geruͤhmet/ aber gleichwol hat
er jhn auch als ſein liebes Kind gar ſehr vnter das kreutz genom̃en.
Denn was ſeine leibes beſchwerungen vnd kranckheiten/ vnd ander
vngluͤck betreffen thut/ ſind derſelben ſo viel/ das es einem menſchen
faſt vnmoͤglich zu ertragen/ wenn er von Gott nicht ſonderlich er-
halten wuͤrde. Wir wollen aber derſelben nur etliche gedencken.

Denn zu geſchweigen/ das er in ſeiner bluͤenden jugend zu vn-
terſchiedenen mahlen in ſeinem Vaterlande in augenſcheinlicher
leibes vnd lebens gefahr geweſen/ in deme er etliche mahl von ho-
hen orten tieff herunter gefallen. So hat er auch Anno 1581.
zu Obisfeld das rechte bein oben am knie gebrochen/ welchen bein-
bruch er die zeit ſeines lebens gefuͤlet.

Wir wollen nur beruͤren was jhme in ſeinen werenden Ampt
vor vngluͤck ein vnd das ander mahl betroffen. Anno 1600. den
2. Martii iſt er zu Geibisdorff ins waſſer vnter das eiß gefallen/
da er bey nahe ertruncken were/ wenn jhme Gott nicht ſonderlich
geholffen.

Anno 1601. abermals den 2. Martii/ hat er einen gefehrli-
chen fall gethan in der Scheuren/ da er von oben herab auffs tenne
gefallen/ den lincken arm vnd ſchenckel gebrochen/ vnd die huͤfften
vnd rieben ſehr zerſchmettert/ daran er lange danider gelegen.

Anno
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Zitationshilfe: Friese, Paul: Mnema [gr.] sive statua. Görlitz, 1627, S. [42]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/527001/42>, abgerufen am 06.03.2021.