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Agricola, Johann Jacob: Schau-Platz deß Allgemeinen Hauß-Haltern. Bd. 3. Nördlingen, 1677.

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Das VIII. Capitel.

Vom guten Essig.

ESsig wird auf zweyerley weis gemacht/ Erstlich wird er von sich selbsten/ zum andern durch Kunst gemacht. Bier-Essig ist auch ein guter Essig/ und hat man in den Bier Landen mehrentheils Bier-Essig/ als in den See-Stätten/ Bayerland / Schwabenland/ und dergleichen mehr.

Es soll ein Haußhalter sich auf gute Essig befleissen/ nicht allein in seiner Haußhaltung/ sondern auch/ daß Er solchen zu verkauffen habe/ dann es ist auch ein zimlicher Gewinn darbey.

Man macht ihn aber also/ wann es gekochter Essig werden soll. Man nimbt Bier / und seuds/ lässts darnach kalt werden/ und wirfft Sauerteig hinein/ und geröste Erbsen/ die etwas verbrand seyn/ so hat man in kurtzer Zeit guten Essig.

Nimb Gersten oder Erbsen in einer Pfannen geröst/ biß sie schier braun oder schwartz wollen werden/ thue sie in Wein oder Bier/ so hast du in etlichen Tagen ein guten Essig; etliche nemmen von einer Mutter vom andern Essig / und thun ihn in ein Geschirr mit Wein/ so gibts auch ein Essig.

Item/ nimb Wein/ thue den in ein Krug oder Fäßlein/ und dann nimb Erbes und Bonen/ und röste sie in einer Pfannen/ daß sie doch hart bleiben/ thue sie alsdann in den Krug oder Fäßlein/ darinnen der Wein ist/ es muß aber das Faß oder der Krug nicht voll seyn/ vermache das Loch wohl daß kein Dunst herauß komme/ und laß ein Tag oder 10. stehen/ so hastu alsdann ein guten Essig.

Nimb Eysen oder Stahl/ mach ihn glüend/ und lösche ihn einmahl 6. oder 7. im Wein ab/ so wirds ein guter Essig.

Rimb Wein/ sied ihn in einem kupffern oder messinnen Geschirr/ schäume ihn wohl ab/ ehe er sich setzet/ so bekommest du auch ein guten Essig.

Das VIII. Capitel.

Vom guten Essig.

ESsig wird auf zweyerley weis gemacht/ Erstlich wird er von sich selbsten/ zum andern durch Kunst gemacht. Bier-Essig ist auch ein guter Essig/ und hat man in den Bier Landen mehrentheils Bier-Essig/ als in den See-Stätten/ Bayerland / Schwabenland/ und dergleichen mehr.

Es soll ein Haußhalter sich auf gute Essig befleissen/ nicht allein in seiner Haußhaltung/ sondern auch/ daß Er solchen zu verkauffen habe/ dann es ist auch ein zimlicher Gewinn darbey.

Man macht ihn aber also/ wann es gekochter Essig werden soll. Man nimbt Bier / und seuds/ lässts darnach kalt werden/ und wirfft Sauerteig hinein/ und geröste Erbsen/ die etwas verbrand seyn/ so hat man in kurtzer Zeit guten Essig.

Nimb Gersten oder Erbsen in einer Pfannen geröst/ biß sie schier braun oder schwartz wollen werden/ thue sie in Wein oder Bier/ so hast du in etlichen Tagen ein guten Essig; etliche nem̃en von einer Mutter vom andern Essig / und thun ihn in ein Geschirr mit Wein/ so gibts auch ein Essig.

Item/ nimb Wein/ thue den in ein Krug oder Fäßlein/ und dann nimb Erbes und Bonen/ und röste sie in einer Pfannen/ daß sie doch hart bleiben/ thue sie alsdann in den Krug oder Fäßlein/ darinnen der Wein ist/ es muß aber das Faß oder der Krug nicht voll seyn/ vermache das Loch wohl daß kein Dunst herauß komme/ und laß ein Tag oder 10. stehen/ so hastu alsdann ein guten Essig.

Nimb Eysen oder Stahl/ mach ihn glüend/ und lösche ihn einmahl 6. oder 7. im Wein ab/ so wirds ein guter Essig.

Rimb Wein/ sied ihn in einem kupffern oder messinnen Geschirr/ schäume ihn wohl ab/ ehe er sich setzet/ so bekommest du auch ein guten Essig.

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        <p>Vom guten Essig.</p>
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[23/0027] Das VIII. Capitel. Vom guten Essig. ESsig wird auf zweyerley weis gemacht/ Erstlich wird er von sich selbsten/ zum andern durch Kunst gemacht. Bier-Essig ist auch ein guter Essig/ und hat man in den Bier Landen mehrentheils Bier-Essig/ als in den See-Stätten/ Bayerland / Schwabenland/ und dergleichen mehr. Es soll ein Haußhalter sich auf gute Essig befleissen/ nicht allein in seiner Haußhaltung/ sondern auch/ daß Er solchen zu verkauffen habe/ dann es ist auch ein zimlicher Gewinn darbey. Man macht ihn aber also/ wann es gekochter Essig werden soll. Man nimbt Bier / und seuds/ lässts darnach kalt werden/ und wirfft Sauerteig hinein/ und geröste Erbsen/ die etwas verbrand seyn/ so hat man in kurtzer Zeit guten Essig. Nimb Gersten oder Erbsen in einer Pfannen geröst/ biß sie schier braun oder schwartz wollen werden/ thue sie in Wein oder Bier/ so hast du in etlichen Tagen ein guten Essig; etliche nem̃en von einer Mutter vom andern Essig / und thun ihn in ein Geschirr mit Wein/ so gibts auch ein Essig. Item/ nimb Wein/ thue den in ein Krug oder Fäßlein/ und dann nimb Erbes und Bonen/ und röste sie in einer Pfannen/ daß sie doch hart bleiben/ thue sie alsdann in den Krug oder Fäßlein/ darinnen der Wein ist/ es muß aber das Faß oder der Krug nicht voll seyn/ vermache das Loch wohl daß kein Dunst herauß komme/ und laß ein Tag oder 10. stehen/ so hastu alsdann ein guten Essig. Nimb Eysen oder Stahl/ mach ihn glüend/ und lösche ihn einmahl 6. oder 7. im Wein ab/ so wirds ein guter Essig. Rimb Wein/ sied ihn in einem kupffern oder messinnen Geschirr/ schäume ihn wohl ab/ ehe er sich setzet/ so bekommest du auch ein guten Essig.

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Zitationshilfe: Agricola, Johann Jacob: Schau-Platz deß Allgemeinen Hauß-Haltern. Bd. 3. Nördlingen, 1677, S. 23. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/agricola_schauplatz03_1677/27>, abgerufen am 13.08.2022.