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Arndt, Johann: Vom wahren Christenthumb. Bd. 3. Magdeburg, 1610.

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in vnser Seelen Wircke.
acht nehmen. 1. Mustu dein Hertz von
der Welt/ vnd den Creaturen/ vnd von
dir selbst vnd von allem deinen willen
vnd affecten abwenden/ vnd abziehen/
so bleibet des H. Geistes Werck vnge-
hindert in dir. 2. Daß du alle Zufälle
des Creutzes vnd Trübsals wo sie auch
herkommen/ vnd was es sey inwendig
oder außwendig/ als von GOtt dir
zugeschicket ohne alle Mittel anneh-
mest/ vnd nicht anders annehmest/ als
daß dich GOTT dardurch bereiten
will/ zu jhm selber vnnd zu seinen gros-
sen Gaben. Wenn du nun in einem
Göttlichen Werck bist/ vnnd es keme
dir dein liebster Freundt/ vnnd betrü-
bete dich mit harten Scheltworten/
vnnd du nemest das alles mit gedult
an/ in schweigen vnnd leyden/ so
wisse daß es des heiligen Geistes
Werck ist in dir/ dardurch er dich zu sei-
nem Gaben wol bereiten will. SoBöse Ge-
dancken
schaden
nicht.

aber der böse Geist/ dir böse Gedan-
cken eingibt/ so wisse daß sie dir nicht

mögen

in vnſer Seelen Wircke.
acht nehmen. 1. Muſtu dein Hertz von
der Welt/ vnd den Creaturen/ vnd von
dir ſelbſt vnd von allem deinen willen
vnd affecten abwenden/ vnd abziehen/
ſo bleibet des H. Geiſtes Werck vnge-
hindert in dir. 2. Daß du alle Zufaͤlle
des Creutzes vnd Truͤbſals wo ſie auch
herkommen/ vnd was es ſey inwendig
oder außwendig/ als von GOtt dir
zugeſchicket ohne alle Mittel anneh-
meſt/ vnd nicht anders annehmeſt/ als
daß dich GOTT dardurch bereiten
will/ zu jhm ſelber vnnd zu ſeinen groſ-
ſen Gaben. Wenn du nun in einem
Goͤttlichen Werck biſt/ vnnd es keme
dir dein liebſter Freundt/ vnnd betruͤ-
bete dich mit harten Scheltworten/
vnnd du nemeſt das alles mit gedult
an/ in ſchweigen vnnd leyden/ ſo
wiſſe daß es des heiligen Geiſtes
Werck iſt in dir/ dardurch er dich zu ſei-
nem Gaben wol bereiten will. SoBoͤſe Ge-
dancken
ſchaden
nicht.

aber der boͤſe Geiſt/ dir boͤſe Gedan-
cken eingibt/ ſo wiſſe daß ſie dir nicht

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[117/0141] in vnſer Seelen Wircke. acht nehmen. 1. Muſtu dein Hertz von der Welt/ vnd den Creaturen/ vnd von dir ſelbſt vnd von allem deinen willen vnd affecten abwenden/ vnd abziehen/ ſo bleibet des H. Geiſtes Werck vnge- hindert in dir. 2. Daß du alle Zufaͤlle des Creutzes vnd Truͤbſals wo ſie auch herkommen/ vnd was es ſey inwendig oder außwendig/ als von GOtt dir zugeſchicket ohne alle Mittel anneh- meſt/ vnd nicht anders annehmeſt/ als daß dich GOTT dardurch bereiten will/ zu jhm ſelber vnnd zu ſeinen groſ- ſen Gaben. Wenn du nun in einem Goͤttlichen Werck biſt/ vnnd es keme dir dein liebſter Freundt/ vnnd betruͤ- bete dich mit harten Scheltworten/ vnnd du nemeſt das alles mit gedult an/ in ſchweigen vnnd leyden/ ſo wiſſe daß es des heiligen Geiſtes Werck iſt in dir/ dardurch er dich zu ſei- nem Gaben wol bereiten will. So aber der boͤſe Geiſt/ dir boͤſe Gedan- cken eingibt/ ſo wiſſe daß ſie dir nicht moͤgen Boͤſe Ge- dancken ſchaden nicht.

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Zitationshilfe: Arndt, Johann: Vom wahren Christenthumb. Bd. 3. Magdeburg, 1610, S. 117. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/arndt_christentum03_1610/141>, abgerufen am 29.05.2023.