Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807.

Bild:
<< vorherige Seite

resorbirt werden kann, da er dann gleichsam
eine hohle Spalte in seiner Mitte zu haben
scheintq). - Am weiblichen frischen Becken
ist diese Knorpelscheibe etwas niedriger als am
männlichen, aber desto breiter; auch der Wulst
den das sehnichte Band um selbige nach vorn
und hinten macht stärker gewölbt.

§. 269.

Das noch übrige letzte Drittel des ganzen
ungenannten Beins das in der Größe ohnge-
fähr das Mittel zwischen den beyden vorigen
hält, macht endlich das Sitzbein aus (os
ischii
) an welchem selbst wieder der vordere,
untere, und hintere Theil unterschieden wer-
den kann.

q) Es ist doch überaus merkwürdig, daß alle Ver-
knöcherung der Schambeinknorpel so außerst sel-
ten, und eine vollkommne Ankylose derselben
fast unerhört ist; daher sie auch schon von Pineau
so wie nachher von Düverney a. a. O. neuer-
lich von Hrn. Louis de partium generationi infer-
vientium in mulieribus dispositione
u. a.m. gänz-
lich bezweifelt worden.Unvollkommene Ankylosen der Schambeinknor-
pel sind von Sandifort im II. Bande seiner
observat. anat. patholog. von van de wyn-
persse
diss. de Ancylosi, und von Michell
im angeführten Werke beschrieben werden.Bey Pferden ist hingegen der Fall nicht selten.Und bey manchen Säugethieren, wie beym
Biber und Känguruh (Didelphis gigantea)
ist schon im natürlichen Bau die Symphyse
knöchern.

resorbirt werden kann, da er dann gleichsam
eine hohle Spalte in seiner Mitte zu haben
scheintq). – Am weiblichen frischen Becken
ist diese Knorpelscheibe etwas niedriger als am
männlichen, aber desto breiter; auch der Wulst
den das sehnichte Band um selbige nach vorn
und hinten macht stärker gewölbt.

§. 269.

Das noch übrige letzte Drittel des ganzen
ungenannten Beins das in der Größe ohnge-
fähr das Mittel zwischen den beyden vorigen
hält, macht endlich das Sitzbein aus (os
ischii
) an welchem selbst wieder der vordere,
untere, und hintere Theil unterschieden wer-
den kann.

q) Es ist doch überaus merkwürdig, daß alle Ver-
knöcherung der Schambeinknorpel so außerst sel-
ten, und eine vollkommne Ankylose derselben
fast unerhört ist; daher sie auch schon von Pineau
so wie nachher von Düverney a. a. O. neuer-
lich von Hrn. Louis de partium generationi infer-
vientium in mulieribus dispositione
u. a.m. gänz-
lich bezweifelt worden.Unvollkommene Ankylosen der Schambeinknor-
pel sind von Sandifort im II. Bande seiner
observat. anat. patholog. von van de wyn-
persse
diss. de Ancylosi, und von Michell
im angeführten Werke beschrieben werden.Bey Pferden ist hingegen der Fall nicht selten.Und bey manchen Säugethieren, wie beym
Biber und Känguruh (Didelphis gigantea)
ist schon im natürlichen Bau die Symphyse
knöchern.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0360" xml:id="pb334_0001" n="334"/>
resorbirt werden kann, da er dann gleichsam<lb/>
eine hohle Spalte in seiner Mitte zu haben<lb/>
scheint<note anchored="true" place="foot" n="q)"><p>Es ist doch überaus merkwürdig, daß alle Ver-<lb/>
knöcherung der Schambeinknorpel so außerst sel-<lb/>
ten, und eine vollkommne Ankylose derselben<lb/>
fast unerhört ist; daher sie auch schon von Pineau<lb/>
so wie nachher von Düverney a. a. O. neuer-<lb/>
lich von Hrn. Louis <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">de partium generationi infer-<lb/>
vientium in mulieribus dispositione</hi></hi> u. a.m. gänz-<lb/>
lich bezweifelt worden.</p><p>Unvollkommene Ankylosen der Schambeinknor-<lb/>
pel sind von Sandifort im II. Bande seiner<lb/><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">observat. anat. patholog</hi></hi>. von <hi rendition="#aq">van de <hi rendition="#k">wyn-<lb/>
persse</hi></hi> <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">diss. de Ancylosi</hi></hi>, und von Michell<lb/>
im angeführten Werke beschrieben werden.</p><p>Bey Pferden ist hingegen der Fall nicht selten.</p><p>Und bey manchen Säugethieren, wie beym<lb/>
Biber und Känguruh (<hi rendition="#aq">Didelphis gigantea</hi>)<lb/>
ist schon im natürlichen Bau die Symphyse<lb/>
knöchern.</p></note>. &#x2013; Am weiblichen frischen Becken<lb/>
ist diese Knorpelscheibe etwas niedriger als am<lb/>
männlichen, aber desto breiter; auch der Wulst<lb/>
den das sehnichte Band um selbige nach vorn<lb/>
und hinten macht stärker gewölbt.</p>
          </div>
          <div n="3">
            <head rendition="#c">§. 269.</head><lb/>
            <p>Das noch übrige letzte Drittel des ganzen<lb/>
ungenannten Beins das in der Größe ohnge-<lb/>
fähr das Mittel zwischen den beyden vorigen<lb/>
hält, macht endlich das Sitzbein aus (<hi rendition="#aq">os<lb/>
ischii</hi>) an welchem selbst wieder der vordere,<lb/>
untere, und hintere Theil unterschieden wer-<lb/>
den kann.</p>
            <p>
</p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[334/0360] resorbirt werden kann, da er dann gleichsam eine hohle Spalte in seiner Mitte zu haben scheint q). – Am weiblichen frischen Becken ist diese Knorpelscheibe etwas niedriger als am männlichen, aber desto breiter; auch der Wulst den das sehnichte Band um selbige nach vorn und hinten macht stärker gewölbt. §. 269. Das noch übrige letzte Drittel des ganzen ungenannten Beins das in der Größe ohnge- fähr das Mittel zwischen den beyden vorigen hält, macht endlich das Sitzbein aus (os ischii) an welchem selbst wieder der vordere, untere, und hintere Theil unterschieden wer- den kann. q) Es ist doch überaus merkwürdig, daß alle Ver- knöcherung der Schambeinknorpel so außerst sel- ten, und eine vollkommne Ankylose derselben fast unerhört ist; daher sie auch schon von Pineau so wie nachher von Düverney a. a. O. neuer- lich von Hrn. Louis de partium generationi infer- vientium in mulieribus dispositione u. a.m. gänz- lich bezweifelt worden. Unvollkommene Ankylosen der Schambeinknor- pel sind von Sandifort im II. Bande seiner observat. anat. patholog. von van de wyn- persse diss. de Ancylosi, und von Michell im angeführten Werke beschrieben werden. Bey Pferden ist hingegen der Fall nicht selten. Und bey manchen Säugethieren, wie beym Biber und Känguruh (Didelphis gigantea) ist schon im natürlichen Bau die Symphyse knöchern.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Editura GmbH & Co.KG, Berlin: Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung
Johann Friedrich Blumenbach – online: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-08-26T09:00:15Z)
Frank Wiegand: Konvertierung nach DTA-Basisformat (2013-08-26T09:00:15Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Nicht erfasst: Bogensignaturen und Kustoden, Kolumnentitel.
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterschiede zugunsten der Identifizierung von <titlePart>s verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.
  • Langes ſ: als s transkribiert.
  • Hochgestellte e über Vokalen: in moderner Schreibweise erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1807
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1807/360
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807, S. 334. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1807/360>, abgerufen am 03.03.2021.