Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 6. Aufl. Göttingen, 1799.

Bild:
<< vorherige Seite
§. 207.

Für gewisse Weltgegenden, besonders für
niedre Inseln der heißen Zonen, wird die Vege-
tation, zumahl der Waldungen, dadurch von
wohlthätigster Wichtigkeit, daß durch dieselben
die Regenwolken angezogen und der Boden ge-
wässert wird.*)

§. 208.

Die mancherley Futterkräuter (und theils
auch Wurzeln, Früchte etc.) dienen zur Nahrung
der dem Menschen wichtigsten, eigentlich soge-
nannten Hausthiere; und der beiden nützlichen
Insecten-Gattungen die er sich zieht, der Bie-
nen nähmlich und der Seidenwürmer.

§. 209.

Was aber die unmittelbare Benutzung der
Gewächse für den Menschen selbst betrifft, so
giebt es erstens einige derselben, mit welchen
ganze Nationen die mannigfaltigsten Bedürf-
nisse des Lebens fast eben so zu befriedigen im
Stande sind, als andere mit gewissen Säugethie-
ren (den Seehunden, dem Renthier etc.). Von
der Art ist z. B die Cocospalme, zumahl für
die malayische Menschen-Rasse (- S. 63. -)
und gewissermaßen auch die gemeine Birke

*) J. A. Forsters Stoff zur künstigen Entwerfung
einer Theorie der Erde S. 14. - vergl. mit dem
voyage de la Perouse autour du monde. vol. II.
pag. 81.
§. 207.

Für gewisse Weltgegenden, besonders für
niedre Inseln der heißen Zonen, wird die Vege-
tation, zumahl der Waldungen, dadurch von
wohlthätigster Wichtigkeit, daß durch dieselben
die Regenwolken angezogen und der Boden ge-
wässert wird.*)

§. 208.

Die mancherley Futterkräuter (und theils
auch Wurzeln, Früchte ꝛc.) dienen zur Nahrung
der dem Menschen wichtigsten, eigentlich soge-
nannten Hausthiere; und der beiden nützlichen
Insecten-Gattungen die er sich zieht, der Bie-
nen nähmlich und der Seidenwürmer.

§. 209.

Was aber die unmittelbare Benutzung der
Gewächse für den Menschen selbst betrifft, so
giebt es erstens einige derselben, mit welchen
ganze Nationen die mannigfaltigsten Bedürf-
nisse des Lebens fast eben so zu befriedigen im
Stande sind, als andere mit gewissen Säugethie-
ren (den Seehunden, dem Renthier ꝛc.). Von
der Art ist z. B die Cocospalme, zumahl für
die malayische Menschen-Rasse (– S. 63. –)
und gewissermaßen auch die gemeine Birke

*) J. A. Forsters Stoff zur künstigen Entwerfung
einer Theorie der Erde S. 14. – vergl. mit dem
voyage de la Pérouse autour du monde. vol. II.
pag. 81.
<TEI>
  <text xml:id="blume000027">
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0525" xml:id="pb501_0001" n="501"/>
          <head rendition="#c">§. 207.</head><lb/>
          <p>Für gewisse Weltgegenden, besonders für<lb/>
niedre Inseln der heißen Zonen, wird die Vege-<lb/>
tation, zumahl der Waldungen, dadurch von<lb/>
wohlthätigster Wichtigkeit, daß durch dieselben<lb/>
die Regenwolken angezogen und der Boden ge-<lb/>
wässert wird.<note anchored="true" place="foot" n="*)"><p>J. A. Forsters Stoff zur künstigen Entwerfung<lb/>
einer Theorie der Erde S. 14. &#x2013; vergl. mit dem<lb/><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">voyage</hi></hi> <hi rendition="#k"><hi rendition="#aq">de la Pérouse</hi></hi> <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">autour du monde</hi></hi>. <hi rendition="#aq">vol</hi>. II.<lb/><hi rendition="#aq">pag</hi>. 81.</p></note>
  </p>
        </div>
        <div n="2">
          <head rendition="#c">§. 208.</head><lb/>
          <p>Die mancherley Futterkräuter (und theils<lb/>
auch Wurzeln, Früchte &#xA75B;c.) dienen zur Nahrung<lb/>
der dem Menschen wichtigsten, eigentlich soge-<lb/>
nannten Hausthiere; und der beiden nützlichen<lb/>
Insecten-Gattungen die er sich zieht, der Bie-<lb/>
nen nähmlich und der Seidenwürmer.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head rendition="#c">§. 209.</head><lb/>
          <p>Was aber die unmittelbare Benutzung der<lb/>
Gewächse für den Menschen selbst betrifft, so<lb/>
giebt es erstens einige derselben, mit welchen<lb/>
ganze Nationen die mannigfaltigsten Bedürf-<lb/>
nisse des Lebens fast eben so zu befriedigen im<lb/>
Stande sind, als andere mit gewissen Säugethie-<lb/>
ren (den Seehunden, dem Renthier &#xA75B;c.). Von<lb/>
der Art ist z. B die Cocospalme, zumahl für<lb/>
die malayische Menschen-Rasse (&#x2013; S. 63. &#x2013;)<lb/>
und gewissermaßen auch die gemeine Birke<lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[501/0525] §. 207. Für gewisse Weltgegenden, besonders für niedre Inseln der heißen Zonen, wird die Vege- tation, zumahl der Waldungen, dadurch von wohlthätigster Wichtigkeit, daß durch dieselben die Regenwolken angezogen und der Boden ge- wässert wird. *) §. 208. Die mancherley Futterkräuter (und theils auch Wurzeln, Früchte ꝛc.) dienen zur Nahrung der dem Menschen wichtigsten, eigentlich soge- nannten Hausthiere; und der beiden nützlichen Insecten-Gattungen die er sich zieht, der Bie- nen nähmlich und der Seidenwürmer. §. 209. Was aber die unmittelbare Benutzung der Gewächse für den Menschen selbst betrifft, so giebt es erstens einige derselben, mit welchen ganze Nationen die mannigfaltigsten Bedürf- nisse des Lebens fast eben so zu befriedigen im Stande sind, als andere mit gewissen Säugethie- ren (den Seehunden, dem Renthier ꝛc.). Von der Art ist z. B die Cocospalme, zumahl für die malayische Menschen-Rasse (– S. 63. –) und gewissermaßen auch die gemeine Birke *) J. A. Forsters Stoff zur künstigen Entwerfung einer Theorie der Erde S. 14. – vergl. mit dem voyage de la Pérouse autour du monde. vol. II. pag. 81.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Dieses Werk stammt vom Projekt „Johann Friedrich Blumenbach – online“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Herstellung der Imagedateien des Quelldokuments durch die Utrecht University Library und die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach dem von der Akademie gelieferten Dokument "Buchstabenmuster_Blumenbach.doc" modernisiert.

In Absprache mit der Akademie wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizeriung von titleParts verzeichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet. Eine Ausnahme bilden Zitate, bei denen das Anführungszeichen zu Beginn jeder Zeile wiederholt wird. Hier wurden die Wiederholungen des öffenenden Zeichens nicht übernommen, sondern jeweils nur das öffnende und das schließende Zeichen. Das umschließende Element q wurde für diese Zitate über das Attribut type mit dem Wert preline gekennzeichnet.

Weiche und harte Zeilentrennungen wurden als 002D übernommen. Weiche Zeilentrennungen wurden über die Ergänzung eines Attributwertes von den harten Trennungen unterscheiden: lb type="inWord". Erstreckt sich die Worttrennung über einen Seitenumbruch steht das Element pb direkt hinter dem schließenden lb type="inWord" bzw. lb.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1799
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1799/525
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 6. Aufl. Göttingen, 1799, S. 501. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1799/525>, abgerufen am 30.06.2022.