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Goethe, Johann Wolfgang von: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. [s. l.], 1773.

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Reuter. Der wird nicht sein Vater, sonst gieng
er mit in Stall.

Götz. Weislingen.
Reutersknechte.
Götz. (Helm und Schwerdt auf den Tisch legend)
Schnallt mir den Harnisch auf, und gebt mir mei-
nen Wamms. Die Bequemlichkeit wird mir wohl
thun, Bruder Martin du sagtest recht. Jhr habt
uns im Athem erhalten Weislingen.
Weislingen. (antwortet nichts, auf und abge-
hend.)
Götz. Seyd guten Muths. Kommt entwaffnet
euch. Wo sind eure Kleider, ich hoffe, es soll nichts
verlohren gangen seyn.
(zum Knecht)
Fragt seine Knechte und öfnet das Gepäcke, und
seht zu, daß nichts abhanden komme. Jch könnt
euch auch von den meinigen borgen.
Weislingen. Laßt mich so, es ist all eins.
Götz. Könnt euch ein hübsches saubres Kleid
geben, ist zwar nur leinen. Mir ist's zu eng wor-
den. Jch hats auf der Hochzeit meines gnädigen
Herrn des Pfalzgrafen an, eben damals als euer
Bischoff


Reuter. Der wird nicht ſein Vater, ſonſt gieng
er mit in Stall.

Goͤtz. Weislingen.
Reutersknechte.
Goͤtz. (Helm und Schwerdt auf den Tiſch legend)
Schnallt mir den Harniſch auf, und gebt mir mei-
nen Wamms. Die Bequemlichkeit wird mir wohl
thun, Bruder Martin du ſagteſt recht. Jhr habt
uns im Athem erhalten Weislingen.
Weislingen. (antwortet nichts, auf und abge-
hend.)
Goͤtz. Seyd guten Muths. Kommt entwaffnet
euch. Wo ſind eure Kleider, ich hoffe, es ſoll nichts
verlohren gangen ſeyn.
(zum Knecht)
Fragt ſeine Knechte und oͤfnet das Gepaͤcke, und
ſeht zu, daß nichts abhanden komme. Jch koͤnnt
euch auch von den meinigen borgen.
Weislingen. Laßt mich ſo, es iſt all eins.
Goͤtz. Koͤnnt euch ein huͤbſches ſaubres Kleid
geben, iſt zwar nur leinen. Mir iſt’s zu eng wor-
den. Jch hats auf der Hochzeit meines gnaͤdigen
Herrn des Pfalzgrafen an, eben damals als euer
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[27/0031] Reuter. Der wird nicht ſein Vater, ſonſt gieng er mit in Stall. Goͤtz. Weislingen. Reutersknechte. Goͤtz. (Helm und Schwerdt auf den Tiſch legend) Schnallt mir den Harniſch auf, und gebt mir mei- nen Wamms. Die Bequemlichkeit wird mir wohl thun, Bruder Martin du ſagteſt recht. Jhr habt uns im Athem erhalten Weislingen. Weislingen. (antwortet nichts, auf und abge- hend.) Goͤtz. Seyd guten Muths. Kommt entwaffnet euch. Wo ſind eure Kleider, ich hoffe, es ſoll nichts verlohren gangen ſeyn. (zum Knecht) Fragt ſeine Knechte und oͤfnet das Gepaͤcke, und ſeht zu, daß nichts abhanden komme. Jch koͤnnt euch auch von den meinigen borgen. Weislingen. Laßt mich ſo, es iſt all eins. Goͤtz. Koͤnnt euch ein huͤbſches ſaubres Kleid geben, iſt zwar nur leinen. Mir iſt’s zu eng wor- den. Jch hats auf der Hochzeit meines gnaͤdigen Herrn des Pfalzgrafen an, eben damals als euer Biſchoff

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Zitationshilfe: Goethe, Johann Wolfgang von: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. [s. l.], 1773, S. 27. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_goetz_1773/31>, abgerufen am 13.04.2024.