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Goethe, Johann Wolfgang von: Iphigenie auf Tauris. Leipzig, 1787.

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Iphigenie auf Tauris.
Und die Gestalt des zufällig Ermordeten
Wird auf des traurig-unwilligen Mörders
Böse Stunde lauern -- und schrecken.
Denn die Unsterblichen lieben der Menschen
Weit verbreitete gute Geschlechter,
Und sie fristen das flüchtige Leben
Gerne dem Sterblichen, wollen ihm gerne
Ihres eigenen, ewigen Himmels
Mitgenießendes fröhliches Anschau'n
Eine Weile gönnen und lassen.

Iphigenie auf Tauris.
Und die Geſtalt des zufällig Ermordeten
Wird auf des traurig-unwilligen Mörders
Böſe Stunde lauern — und ſchrecken.
Denn die Unſterblichen lieben der Menſchen
Weit verbreitete gute Geſchlechter,
Und ſie friſten das flüchtige Leben
Gerne dem Sterblichen, wollen ihm gerne
Ihres eigenen, ewigen Himmels
Mitgenießendes fröhliches Anſchau’n
Eine Weile gönnen und laſſen.

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[34/0043] Iphigenie auf Tauris. Und die Geſtalt des zufällig Ermordeten Wird auf des traurig-unwilligen Mörders Böſe Stunde lauern — und ſchrecken. Denn die Unſterblichen lieben der Menſchen Weit verbreitete gute Geſchlechter, Und ſie friſten das flüchtige Leben Gerne dem Sterblichen, wollen ihm gerne Ihres eigenen, ewigen Himmels Mitgenießendes fröhliches Anſchau’n Eine Weile gönnen und laſſen.

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Zitationshilfe: Goethe, Johann Wolfgang von: Iphigenie auf Tauris. Leipzig, 1787, S. 34. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/goethe_iphigenie_1787/43>, abgerufen am 28.05.2024.