Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Celadon von der Donau [i. e. Greflinger, Georg]: Der Deutschen Dreyßig-Jähriger Krjeg. [s. l.], 1657.

Bild:
<< vorherige Seite
Des
Deutschen Krieges
Neunter Theil.
BAnnier vom Glück ermahnt/ den Gegner zu ver-
derben/

Zog nach dem Danckfest' auf und legte sich vor
Werben/
Das ein par tausend Mann und anders nach der Schlacht
Vor Wittstock in der Flucht in dessen Wall gebracht/
Behauste. Kaum dafür/ da war er auch darinnen.
Was wolte solches Volck vor solcher Macht beginnen?
Er nahm den festen Ort mit samt dem Volck an sich.
Damit blieb seinem Feind ein großes in dem Stich.
Auf dieses gieng das Heer nach Egeln/ da sich Wrangel
Nach Pommern/ Leßle sich zur Weser/ dessen Mangel
Zu helffen/ neu erhob. Ein jeder that das sein'.
Jn dessen legte sich Bannier um Erfurt ein/
Ließ Feinde/ Land und Leuth in Thüringen und Meißen
Durch seine Siegende vereufert niederreißen.
Diß alles ungeacht sprach Erfurt/ als sein Feind/
Dann es war solches nun des Prager-Friedens Freind.
Als aber sich Bannier mit Macht jhm wiederlegte/
That solches nochmals so/ wie es vor diesem pflegte/
und war der Schweden Freind. Auf dieses schonte man
Die Stadt und neben ihr des Weymars Unterthan.
Cur-Sachsen aber must hergegen mächtig leyden/
Biß man den Siegenden die Flügel zu beschneiden
Noch größre Macht aufbracht'. Es eylte Hatzfelds Schar/
Die durch den letzten Schlag sehr schlecht zu sehen war/
Nach Götzens großem Volck in Hessen und Westfalen
Sich zu vereinigen/ und die Bannirsche Pfalen/
So ferne fort gesetzt/ zu brächen. Diesen Sinn
Zu stützen/ sandte man den tapfren Leßle hinn.
Er
Des
Deutſchen Krieges
Neunter Theil.
BAnnier vom Gluͤck ermahnt/ den Gegner zu ver-
derben/

Zog nach dem Danckfeſt’ auf und legte ſich vor
Werben/
Das ein par tauſend Mann und anders nach der Schlacht
Vor Wittſtock in der Flucht in deſſen Wall gebracht/
Behauſte. Kaum dafuͤr/ da war er auch darinnen.
Was wolte ſolches Volck vor ſolcher Macht beginnen?
Er nahm den feſten Ort mit ſamt dem Volck an ſich.
Damit blieb ſeinem Feind ein großes in dem Stich.
Auf dieſes gieng das Heer nach Egeln/ da ſich Wrangel
Nach Pommern/ Leßle ſich zur Weſer/ deſſen Mangel
Zu helffen/ neu erhob. Ein jeder that das ſein’.
Jn deſſen legte ſich Bannier um Erfurt ein/
Ließ Feinde/ Land und Leuth in Thuͤringen und Meißen
Durch ſeine Siegende vereufert niederreißen.
Diß alles ungeacht ſprach Erfurt/ als ſein Feind/
Dann es war ſolches nun des Prager-Friedens Freind.
Als aber ſich Bannier mit Macht jhm wiederlegte/
That ſolches nochmals ſo/ wie es vor dieſem pflegte/
und war der Schweden Freind. Auf dieſes ſchonte man
Die Stadt und neben ihr des Weymars Unterthan.
Cur-Sachſen aber muſt hergegen maͤchtig leyden/
Biß man den Siegenden die Fluͤgel zu beſchneiden
Noch groͤßre Macht aufbracht’. Es eylte Hatzfelds Schar/
Die durch den letzten Schlag ſehr ſchlecht zu ſehen war/
Nach Goͤtzens großem Volck in Heſſen und Weſtfalen
Sich zu vereinigen/ und die Bannirſche Pfalen/
So ferne fort geſetzt/ zu braͤchen. Dieſen Sinn
Zu ſtuͤtzen/ ſandte man den tapfren Leßle hinn.
Er
<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0108"/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Des<lb/>
Deut&#x017F;chen Krieges<lb/>
Neunter Theil.</hi> </head><lb/>
        <lg type="poem">
          <l><hi rendition="#in">B</hi>Annier vom Glu&#x0364;ck ermahnt/ den Gegner zu ver-<lb/><hi rendition="#et">derben/</hi></l><lb/>
          <l>Zog nach dem Danckfe&#x017F;t&#x2019; auf und legte &#x017F;ich vor</l><lb/>
          <l> <hi rendition="#et">Werben/</hi> </l><lb/>
          <l>Das ein par tau&#x017F;end Mann und anders nach der Schlacht</l><lb/>
          <l>Vor Witt&#x017F;tock in der Flucht in de&#x017F;&#x017F;en Wall gebracht/</l><lb/>
          <l>Behau&#x017F;te. Kaum dafu&#x0364;r/ da war er auch darinnen.</l><lb/>
          <l>Was wolte &#x017F;olches Volck vor &#x017F;olcher Macht beginnen?</l><lb/>
          <l>Er nahm den fe&#x017F;ten Ort mit &#x017F;amt dem Volck an &#x017F;ich.</l><lb/>
          <l>Damit blieb &#x017F;einem Feind ein großes in dem Stich.</l><lb/>
          <l>Auf die&#x017F;es gieng das Heer nach Egeln/ da &#x017F;ich Wrangel</l><lb/>
          <l>Nach Pommern/ Leßle &#x017F;ich zur We&#x017F;er/ de&#x017F;&#x017F;en Mangel</l><lb/>
          <l>Zu helffen/ neu erhob. Ein jeder that das &#x017F;ein&#x2019;.</l><lb/>
          <l>Jn de&#x017F;&#x017F;en legte &#x017F;ich Bannier um Erfurt ein/</l><lb/>
          <l>Ließ Feinde/ Land und Leuth in Thu&#x0364;ringen und Meißen</l><lb/>
          <l>Durch &#x017F;eine Siegende vereufert niederreißen.</l><lb/>
          <l>Diß alles ungeacht &#x017F;prach Erfurt/ als &#x017F;ein Feind/</l><lb/>
          <l>Dann es war &#x017F;olches nun des Prager-Friedens Freind.</l><lb/>
          <l>Als aber &#x017F;ich Bannier mit Macht jhm wiederlegte/</l><lb/>
          <l>That &#x017F;olches nochmals &#x017F;o/ wie es vor die&#x017F;em pflegte/</l><lb/>
          <l>und war der Schweden Freind. Auf die&#x017F;es &#x017F;chonte man</l><lb/>
          <l>Die Stadt und neben ihr des Weymars <hi rendition="#aq">U</hi>nterthan.</l><lb/>
          <l>Cur-Sach&#x017F;en aber mu&#x017F;t hergegen ma&#x0364;chtig leyden/</l><lb/>
          <l>Biß man den Siegenden die Flu&#x0364;gel zu be&#x017F;chneiden</l><lb/>
          <l>Noch gro&#x0364;ßre Macht aufbracht&#x2019;. Es eylte Hatzfelds Schar/</l><lb/>
          <l>Die durch den letzten Schlag &#x017F;ehr &#x017F;chlecht zu &#x017F;ehen war/</l><lb/>
          <l>Nach Go&#x0364;tzens großem Volck in He&#x017F;&#x017F;en und We&#x017F;tfalen</l><lb/>
          <l>Sich zu vereinigen/ und die Bannir&#x017F;che Pfalen/</l><lb/>
          <l>So ferne fort ge&#x017F;etzt/ zu bra&#x0364;chen. Die&#x017F;en Sinn</l><lb/>
          <l>Zu &#x017F;tu&#x0364;tzen/ &#x017F;andte man den tapfren Leßle hinn.</l><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch">Er</fw><lb/>
        </lg>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0108] Des Deutſchen Krieges Neunter Theil. BAnnier vom Gluͤck ermahnt/ den Gegner zu ver- derben/ Zog nach dem Danckfeſt’ auf und legte ſich vor Werben/ Das ein par tauſend Mann und anders nach der Schlacht Vor Wittſtock in der Flucht in deſſen Wall gebracht/ Behauſte. Kaum dafuͤr/ da war er auch darinnen. Was wolte ſolches Volck vor ſolcher Macht beginnen? Er nahm den feſten Ort mit ſamt dem Volck an ſich. Damit blieb ſeinem Feind ein großes in dem Stich. Auf dieſes gieng das Heer nach Egeln/ da ſich Wrangel Nach Pommern/ Leßle ſich zur Weſer/ deſſen Mangel Zu helffen/ neu erhob. Ein jeder that das ſein’. Jn deſſen legte ſich Bannier um Erfurt ein/ Ließ Feinde/ Land und Leuth in Thuͤringen und Meißen Durch ſeine Siegende vereufert niederreißen. Diß alles ungeacht ſprach Erfurt/ als ſein Feind/ Dann es war ſolches nun des Prager-Friedens Freind. Als aber ſich Bannier mit Macht jhm wiederlegte/ That ſolches nochmals ſo/ wie es vor dieſem pflegte/ und war der Schweden Freind. Auf dieſes ſchonte man Die Stadt und neben ihr des Weymars Unterthan. Cur-Sachſen aber muſt hergegen maͤchtig leyden/ Biß man den Siegenden die Fluͤgel zu beſchneiden Noch groͤßre Macht aufbracht’. Es eylte Hatzfelds Schar/ Die durch den letzten Schlag ſehr ſchlecht zu ſehen war/ Nach Goͤtzens großem Volck in Heſſen und Weſtfalen Sich zu vereinigen/ und die Bannirſche Pfalen/ So ferne fort geſetzt/ zu braͤchen. Dieſen Sinn Zu ſtuͤtzen/ ſandte man den tapfren Leßle hinn. Er

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/greflinger_krieg_1657
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/greflinger_krieg_1657/108
Zitationshilfe: Celadon von der Donau [i. e. Greflinger, Georg]: Der Deutschen Dreyßig-Jähriger Krjeg. [s. l.], 1657, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/greflinger_krieg_1657/108>, abgerufen am 24.07.2024.