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[Herwegh, Georg]: Gedichte eines Lebendigen. Bd. 1. Zürich u. a., 1841.

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Der sterbende Trompeter.

Der Teufel, daß ich daniedersank!
Wie werden die polnischen Lanzen,
Wie werden die Schwerter bei anderem Klang
Den Schlachtenreigen nun tanzen!
Wohl stand ich so oft, wohl stand ich so oft,
Umbraust von grimmigen Wettern,
Und habe gehofft, und habe gehofft,
In befreiete Lüfte zu schmettern;
Ich habe gehofft, wenn der blutige Tod
Auf sausenden Kugeln geflogen,
Gehofft, wenn er donnernd um mich gedroht,
Gehofft, und hab' mich betrogen.
Der ſterbende Trompeter.

Der Teufel, daß ich daniederſank!
Wie werden die polniſchen Lanzen,
Wie werden die Schwerter bei anderem Klang
Den Schlachtenreigen nun tanzen!
Wohl ſtand ich ſo oft, wohl ſtand ich ſo oft,
Umbraust von grimmigen Wettern,
Und habe gehofft, und habe gehofft,
In befreiete Lüfte zu ſchmettern;
Ich habe gehofft, wenn der blutige Tod
Auf ſauſenden Kugeln geflogen,
Gehofft, wenn er donnernd um mich gedroht,
Gehofft, und hab' mich betrogen.
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[[32]/0038] Der ſterbende Trompeter. Der Teufel, daß ich daniederſank! Wie werden die polniſchen Lanzen, Wie werden die Schwerter bei anderem Klang Den Schlachtenreigen nun tanzen! Wohl ſtand ich ſo oft, wohl ſtand ich ſo oft, Umbraust von grimmigen Wettern, Und habe gehofft, und habe gehofft, In befreiete Lüfte zu ſchmettern; Ich habe gehofft, wenn der blutige Tod Auf ſauſenden Kugeln geflogen, Gehofft, wenn er donnernd um mich gedroht, Gehofft, und hab' mich betrogen.

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Zitationshilfe: [Herwegh, Georg]: Gedichte eines Lebendigen. Bd. 1. Zürich u. a., 1841, S. [32]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/herwegh_gedichte01_1841/38>, abgerufen am 12.04.2024.