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Hofmannswaldau, Christian Hofmann von: Herrn von Hofmannswaldau und andrer Deutschen auserlesene und bißher ungedruckte Gedichte. Bd. 6. Leipzig, 1709.

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Vermischte Getichte.
Uber die mancherley und zu einer zeit
geschehene verrichtungen Seiner
Königlichen Majestät
in Preussen.

B. N.
ROm ließ vorzeiten es in bücher einverleiben,
Daß Cäsar, wann er laß, auch hören, reden, schreiben,
Und also viererley auf einmahl konte thun.
Was ehmahls Cäsar that, thut Preussens König nun,
Wer kennt nicht seinen geist und dessen hohe gaben?
Er lieset, höret, schreibt und redet nicht allein:
Er ordnet auch zugleich, wie das und jenes seyn,
Was der zum lohne soll, und der zur strafe haben;
Fragt nicht, warum ers thut? Es mangelt ihm an zeit:
Denn was braucht Teutschlands ruh, und was Europens streit
Für grosse sorgen nicht? Drum muß er ja wohl eilen,
Und das beysammen thun, was andre können theilen.
Schau aber, Preussen! hier des weisen königs rath!
Es war ein Cäsar nur, der solche wunder that.
Dein Friedrich that sie nach, und hat ihn übertroffen;
Wie sollen wir in ihm nicht einen könig hoffen?
Der schluß bleibt unbewegt:
Wer kayser übertrifft, die Rom und auch der erden
Durch klugheit und verstand gesetze vorgelegt:
Muß, wo nicht kayser selbst, doch kaysern gleiche werden.


Der zum drittenmahl höchst-glücklich
gefeyerte erönungs-tag Seiner
Königlichen Majestät
in Preussen.

B. N.
EJn höher mag dein reich, o grosser König! singen,
Den dein befehl erwehlt, und weißheit ausersehn:
Jch
Vermiſchte Getichte.
Uber die mancherley und zu einer zeit
geſchehene verrichtungen Seiner
Koͤniglichen Majeſtaͤt
in Preuſſen.

B. N.
ROm ließ vorzeiten es in buͤcher einverleiben,
Daß Caͤſar, wann er laß, auch hoͤren, reden, ſchreiben,
Und alſo viererley auf einmahl konte thun.
Was ehmahls Caͤſar that, thut Preuſſens Koͤnig nun,
Wer kennt nicht ſeinen geiſt und deſſen hohe gaben?
Er lieſet, hoͤret, ſchreibt und redet nicht allein:
Er ordnet auch zugleich, wie das und jenes ſeyn,
Was der zum lohne ſoll, und der zur ſtrafe haben;
Fragt nicht, warum ers thut? Es mangelt ihm an zeit:
Denn was braucht Teutſchlands ruh, und was Europens ſtreit
Fuͤr groſſe ſorgen nicht? Drum muß er ja wohl eilen,
Und das beyſammen thun, was andre koͤnnen theilen.
Schau aber, Preuſſen! hier des weiſen koͤnigs rath!
Es war ein Caͤſar nur, der ſolche wunder that.
Dein Friedrich that ſie nach, und hat ihn uͤbertroffen;
Wie ſollen wir in ihm nicht einen koͤnig hoffen?
Der ſchluß bleibt unbewegt:
Wer kayſer uͤbertrifft, die Rom und auch der erden
Durch klugheit und verſtand geſetze vorgelegt:
Muß, wo nicht kayſer ſelbſt, doch kayſern gleiche werden.


Der zum drittenmahl hoͤchſt-gluͤcklich
gefeyerte eroͤnungs-tag Seiner
Koͤniglichen Majeſtaͤt
in Preuſſen.

B. N.
EJn hoͤher mag dein reich, o groſſer Koͤnig! ſingen,
Den dein befehl erwehlt, und weißheit auserſehn:
Jch
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[214/0238] Vermiſchte Getichte. Uber die mancherley und zu einer zeit geſchehene verrichtungen Seiner Koͤniglichen Majeſtaͤt in Preuſſen. B. N. ROm ließ vorzeiten es in buͤcher einverleiben, Daß Caͤſar, wann er laß, auch hoͤren, reden, ſchreiben, Und alſo viererley auf einmahl konte thun. Was ehmahls Caͤſar that, thut Preuſſens Koͤnig nun, Wer kennt nicht ſeinen geiſt und deſſen hohe gaben? Er lieſet, hoͤret, ſchreibt und redet nicht allein: Er ordnet auch zugleich, wie das und jenes ſeyn, Was der zum lohne ſoll, und der zur ſtrafe haben; Fragt nicht, warum ers thut? Es mangelt ihm an zeit: Denn was braucht Teutſchlands ruh, und was Europens ſtreit Fuͤr groſſe ſorgen nicht? Drum muß er ja wohl eilen, Und das beyſammen thun, was andre koͤnnen theilen. Schau aber, Preuſſen! hier des weiſen koͤnigs rath! Es war ein Caͤſar nur, der ſolche wunder that. Dein Friedrich that ſie nach, und hat ihn uͤbertroffen; Wie ſollen wir in ihm nicht einen koͤnig hoffen? Der ſchluß bleibt unbewegt: Wer kayſer uͤbertrifft, die Rom und auch der erden Durch klugheit und verſtand geſetze vorgelegt: Muß, wo nicht kayſer ſelbſt, doch kayſern gleiche werden. Der zum drittenmahl hoͤchſt-gluͤcklich gefeyerte eroͤnungs-tag Seiner Koͤniglichen Majeſtaͤt in Preuſſen. B. N. EJn hoͤher mag dein reich, o groſſer Koͤnig! ſingen, Den dein befehl erwehlt, und weißheit auserſehn: Jch

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Zitationshilfe: Hofmannswaldau, Christian Hofmann von: Herrn von Hofmannswaldau und andrer Deutschen auserlesene und bißher ungedruckte Gedichte. Bd. 6. Leipzig, 1709, S. 214. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hoffmannswaldau_gedichte06_1709/238>, abgerufen am 13.04.2021.