Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Hunold, Christian Friedrich: Die Edle Bemühung müssiger Stunden. Hamburg, 1702.

Bild:
<< vorherige Seite
Sinn-Gedichte.
Drum bildet mancher sich auch was fürtrefflichs ein/
Nimmt man die Masqve weg so wirds ein Esel seyn.
Der Herrn - - - Symbolum
wegen ihrer Weiber.
SO kan die Gedult bekrönen
Und so wird ein Argus blind/
Drum so dencken die mich höhnen
Daß wir wohl geschwägert sind.
Denn die neuste Mod' auf Erden
Ist allhier: ein Hahnrey werden.
Grabschrifft einer noch leben-
den Jungfer.
HIer hat der Todt kein Fleisch und wenig Blut verdorben/
Die Hure lebet noch/ die Jungfer ist gestorben.
Des tapffern Scanderbergs.
FRolockst du/ Saracen/ daß dieser Held erblasset/
Und sein Gebeine dir zu Theile werden muß?
Du Narr/ du hast allhier die Schaalen nur umfasset/
Den Kern hat Ludewig + und auch Eugenius.
+ von Baden
Des Käysers Friderici II.
SO GOttes-Furcht/ Verstand/ Großmuht und alles Geld/
Durchlauchtige Geburth dem Tode wieder stünden/
So lebte hier auch noch ein ungemeinener Held/
Den man wie seinen Ruhm unsterblich würde finden.

Uber
Sinn-Gedichte.
Drum bildet mancher ſich auch was fuͤrtrefflichs ein/
Nimmt man die Maſqve weg ſo wirds ein Eſel ſeyn.
Der Herrn - - - Symbolum
wegen ihrer Weiber.
SO kan die Gedult bekroͤnen
Und ſo wird ein Argus blind/
Drum ſo dencken die mich hoͤhnen
Daß wir wohl geſchwaͤgert ſind.
Denn die neuſte Mod' auf Erden
Iſt allhier: ein Hahnrey werden.
Grabſchrifft einer noch leben-
den Jungfer.
HIer hat der Todt kein Fleiſch und wenig Blut verdorben/
Die Hure lebet noch/ die Jungfer iſt geſtorben.
Des tapffern Scanderbergs.
FRolockſt du/ Saracen/ daß dieſer Held erblaſſet/
Und ſein Gebeine dir zu Theile werden muß?
Du Narr/ du haſt allhier die Schaalen nur umfaſſet/
Den Kern hat Ludewig † und auch Eugenius.
† von Baden
Des Kaͤyſers Friderici II.
SO GOttes-Furcht/ Verſtand/ Großmuht und alles Geld/
Durchlauchtige Geburth dem Tode wieder ſtuͤnden/
So lebte hier auch noch ein ungemeinener Held/
Den man wie ſeinen Ruhm unſterblich wuͤrde finden.

Uber
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <lg type="poem">
            <pb facs="#f0090" n="80"/>
            <fw place="top" type="header"><hi rendition="#fr">Sinn-Gedichte</hi>.</fw><lb/>
            <lg n="2">
              <l>Drum bildet mancher &#x017F;ich auch was fu&#x0364;rtrefflichs ein/</l><lb/>
              <l>Nimmt man die Ma&#x017F;qve weg &#x017F;o wirds ein E&#x017F;el &#x017F;eyn.</l>
            </lg>
          </lg><lb/>
        </div>
        <div n="2">
          <head><hi rendition="#b"><hi rendition="#in">D</hi>er <hi rendition="#in">H</hi>errn</hi> - - - <hi rendition="#aq">Symbolum</hi><lb/><hi rendition="#b">wegen ihrer Weiber.</hi></head><lb/>
          <lg type="poem">
            <lg n="1">
              <l><hi rendition="#in">S</hi>O kan die Gedult bekro&#x0364;nen</l><lb/>
              <l> <hi rendition="#et">Und &#x017F;o wird ein Argus blind/</hi> </l><lb/>
              <l>Drum &#x017F;o dencken die mich ho&#x0364;hnen</l><lb/>
              <l>Daß wir wohl ge&#x017F;chwa&#x0364;gert &#x017F;ind.</l><lb/>
              <l>Denn die neu&#x017F;te Mod' auf Erden</l><lb/>
              <l>I&#x017F;t allhier: ein Hahnrey werden.</l>
            </lg>
          </lg><lb/>
        </div>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#in">G</hi>rab&#x017F;chrifft einer noch leben-<lb/>
den Jungfer.</hi> </head><lb/>
          <lg type="poem">
            <lg n="1">
              <l><hi rendition="#in">H</hi>Ier hat der Todt kein Flei&#x017F;ch und wenig Blut verdorben/</l><lb/>
              <l>Die Hure lebet noch/ die Jungfer i&#x017F;t ge&#x017F;torben.</l>
            </lg>
          </lg><lb/>
        </div>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#in">D</hi>es tapffern <hi rendition="#in">S</hi>canderbergs.</hi> </head><lb/>
          <lg type="poem">
            <lg n="1">
              <l><hi rendition="#in">F</hi>Rolock&#x017F;t du/ Saracen/ daß die&#x017F;er Held erbla&#x017F;&#x017F;et/</l><lb/>
              <l> <hi rendition="#et">Und &#x017F;ein Gebeine dir zu Theile werden muß?</hi> </l><lb/>
              <l>Du Narr/ du ha&#x017F;t allhier die Schaalen nur umfa&#x017F;&#x017F;et/</l><lb/>
              <l>Den Kern hat Ludewig &#x2020; und auch Eugenius.</l><lb/>
              <l> <hi rendition="#et">&#x2020; von Baden</hi> </l>
            </lg>
          </lg><lb/>
        </div>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#in">D</hi>es <hi rendition="#in">K</hi>a&#x0364;y&#x017F;ers</hi> <hi rendition="#aq">Friderici II.</hi> </head><lb/>
          <lg type="poem">
            <lg n="1">
              <l><hi rendition="#in">S</hi>O GOttes-Furcht/ Ver&#x017F;tand/ Großmuht und alles Geld/</l><lb/>
              <l> <hi rendition="#et">Durchlauchtige Geburth dem Tode wieder &#x017F;tu&#x0364;nden/</hi> </l><lb/>
              <l>So lebte hier auch noch ein ungemeinener Held/</l><lb/>
              <l>Den man wie &#x017F;einen Ruhm un&#x017F;terblich wu&#x0364;rde finden.</l>
            </lg>
          </lg><lb/>
        </div>
        <fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#in">U</hi>ber</fw><lb/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[80/0090] Sinn-Gedichte. Drum bildet mancher ſich auch was fuͤrtrefflichs ein/ Nimmt man die Maſqve weg ſo wirds ein Eſel ſeyn. Der Herrn - - - Symbolum wegen ihrer Weiber. SO kan die Gedult bekroͤnen Und ſo wird ein Argus blind/ Drum ſo dencken die mich hoͤhnen Daß wir wohl geſchwaͤgert ſind. Denn die neuſte Mod' auf Erden Iſt allhier: ein Hahnrey werden. Grabſchrifft einer noch leben- den Jungfer. HIer hat der Todt kein Fleiſch und wenig Blut verdorben/ Die Hure lebet noch/ die Jungfer iſt geſtorben. Des tapffern Scanderbergs. FRolockſt du/ Saracen/ daß dieſer Held erblaſſet/ Und ſein Gebeine dir zu Theile werden muß? Du Narr/ du haſt allhier die Schaalen nur umfaſſet/ Den Kern hat Ludewig † und auch Eugenius. † von Baden Des Kaͤyſers Friderici II. SO GOttes-Furcht/ Verſtand/ Großmuht und alles Geld/ Durchlauchtige Geburth dem Tode wieder ſtuͤnden/ So lebte hier auch noch ein ungemeinener Held/ Den man wie ſeinen Ruhm unſterblich wuͤrde finden. Uber

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/hunold_gedichte_1702
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/hunold_gedichte_1702/90
Zitationshilfe: Hunold, Christian Friedrich: Die Edle Bemühung müssiger Stunden. Hamburg, 1702, S. 80. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/hunold_gedichte_1702/90>, abgerufen am 16.04.2021.