Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kirchner, Timotheus: Dass die zwey vnd vierzig anhaltische Argument/ wider der Vbiquisten Trewme noch fest stehen. Heidelberg, 1584.

Bild:
<< vorherige Seite

wird zu grund vmbgestossen / vnd dagegen der Eutychianer / vnd dergleichen Ketzer lesterung befestigt. Welche nach ausweisung des gantzen consens aller rechtgleubigen / dahin wir vns / geliebter kürtz halben / referirt haben wollen / vnter andern Heuptgründen / auch sönderlich aus der Lehr vom heiligen Abentmal (wie die Dialogi Theodoreti wider die Eutychianer / vnd dergleichen Schrifft / daraus wir in vnser Apologia bey diesem argument viel herrliche Sprüch angezogen / augenscheinlich beweisen) refutirt / vnd widerlegt worden sind.

Endlich / machen sie ein erdichte distinction / das ob gleich Christi Leib nicht also allenthalben sey / wie das Wort / nemlich / ratione immensae, & infinitae essentiae; so sey ers doch wegen der persönlichen vereinigung / vnd erhöhung zur Rechten Gottes.

Aber hierauff ist nu offt geantwortet: Erstlich / das eins durchs ander vmbgestossen werde. Denn dieweil die erhöhung 34. jar nach der persönlichen vereinigung geschehen / sind diese gründe wider einander.

Zum andern / ist kein allenthalbenheit ausser der vnendligkeit des göttlichen Wesens. So nu der Leib Christi vmb der persönlichen vereinigung willen mit der vnendlichen Gottheit des ewigen Worts / solt allenthalben sein / so müst er auch ein mitgeteilte vnendligkeit empfangen haben. Denn allenthalben sein / heisst eigentlich / mit keinem Ort vmbfangen / sondern vnendlich sein.

Nu ist aber / vnd bleibt die angenomene Menscheit in Christo ein endliche / erschaffene / vmbschriebene Natur. Derwegen vermag sie / ohne jrer selbst zerstörung / vnd verwandlung in die vnendliche Gottheit / nimermehr allenthalben zu sein / oder zu werden.

wird zu grund vmbgestossen / vnd dagegen der Eutychianer / vnd dergleichen Ketzer lesterung befestigt. Welche nach ausweisung des gantzen consens aller rechtgleubigen / dahin wir vns / geliebter kürtz halben / referirt haben wollen / vnter andern Heuptgründen / auch sönderlich aus der Lehr vom heiligen Abentmal (wie die Dialogi Theodoreti wider die Eutychianer / vnd dergleichen Schrifft / daraus wir in vnser Apologia bey diesem argument viel herrliche Sprüch angezogen / augenscheinlich beweisen) refutirt / vnd widerlegt worden sind.

Endlich / machen sie ein erdichte distinction / das ob gleich Christi Leib nicht also allenthalben sey / wie das Wort / nemlich / ratione immensae, & infinitae essentiae; so sey ers doch wegen der persönlichen vereinigung / vnd erhöhung zur Rechten Gottes.

Aber hierauff ist nu offt geantwortet: Erstlich / das eins durchs ander vmbgestossen werde. Denn dieweil die erhöhung 34. jar nach der persönlichen vereinigung geschehen / sind diese gründe wider einander.

Zum andern / ist kein allenthalbenheit ausser der vnendligkeit des göttlichen Wesens. So nu der Leib Christi vmb der persönlichen vereinigung willen mit der vnendlichen Gottheit des ewigen Worts / solt allenthalben sein / so müst er auch ein mitgeteilte vnendligkeit empfangen haben. Denn allenthalben sein / heisst eigentlich / mit keinem Ort vmbfangen / sondern vnendlich sein.

Nu ist aber / vnd bleibt die angenomene Menscheit in Christo ein endliche / erschaffene / vmbschriebene Natur. Derwegen vermag sie / ohne jrer selbst zerstörung / vnd verwandlung in die vnendliche Gottheit / nimermehr allenthalben zu sein / oder zu werden.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0486" n="482"/>
wird zu grund vmbgestossen / vnd dagegen der Eutychianer / vnd dergleichen                      Ketzer lesterung befestigt. Welche nach ausweisung des gantzen consens aller                      rechtgleubigen / dahin wir vns / geliebter kürtz halben / referirt haben wollen                      / vnter andern Heuptgründen / auch sönderlich aus der Lehr vom heiligen Abentmal                      (wie die Dialogi Theodoreti wider die Eutychianer / vnd dergleichen Schrifft /                      daraus wir in vnser Apologia bey diesem argument viel herrliche Sprüch angezogen                      / augenscheinlich beweisen) refutirt / vnd widerlegt worden sind.</p>
        <p>Endlich / machen sie ein erdichte distinction / das ob gleich Christi Leib nicht                      also allenthalben sey / wie das Wort / nemlich / ratione immensae, &amp;                      infinitae essentiae; so sey ers doch wegen der persönlichen vereinigung / vnd                      erhöhung zur Rechten Gottes.</p>
        <p>Aber hierauff ist nu offt geantwortet: Erstlich / das eins durchs ander                      vmbgestossen werde. Denn dieweil die erhöhung 34. jar nach der persönlichen                      vereinigung geschehen / sind diese gründe wider einander.</p>
        <p>Zum andern / ist kein allenthalbenheit ausser der vnendligkeit des göttlichen                      Wesens. So nu der Leib Christi vmb der persönlichen vereinigung willen mit der                      vnendlichen Gottheit des ewigen Worts / solt allenthalben sein / so müst er auch                      ein mitgeteilte vnendligkeit empfangen haben. Denn allenthalben sein / heisst                      eigentlich / mit keinem Ort vmbfangen / sondern vnendlich sein.</p>
        <p>Nu ist aber / vnd bleibt die angenomene Menscheit in Christo ein endliche /                      erschaffene / vmbschriebene Natur. Derwegen vermag sie / ohne jrer selbst                      zerstörung / vnd verwandlung in die vnendliche Gottheit / nimermehr allenthalben                      zu sein / oder zu werden.</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[482/0486] wird zu grund vmbgestossen / vnd dagegen der Eutychianer / vnd dergleichen Ketzer lesterung befestigt. Welche nach ausweisung des gantzen consens aller rechtgleubigen / dahin wir vns / geliebter kürtz halben / referirt haben wollen / vnter andern Heuptgründen / auch sönderlich aus der Lehr vom heiligen Abentmal (wie die Dialogi Theodoreti wider die Eutychianer / vnd dergleichen Schrifft / daraus wir in vnser Apologia bey diesem argument viel herrliche Sprüch angezogen / augenscheinlich beweisen) refutirt / vnd widerlegt worden sind. Endlich / machen sie ein erdichte distinction / das ob gleich Christi Leib nicht also allenthalben sey / wie das Wort / nemlich / ratione immensae, & infinitae essentiae; so sey ers doch wegen der persönlichen vereinigung / vnd erhöhung zur Rechten Gottes. Aber hierauff ist nu offt geantwortet: Erstlich / das eins durchs ander vmbgestossen werde. Denn dieweil die erhöhung 34. jar nach der persönlichen vereinigung geschehen / sind diese gründe wider einander. Zum andern / ist kein allenthalbenheit ausser der vnendligkeit des göttlichen Wesens. So nu der Leib Christi vmb der persönlichen vereinigung willen mit der vnendlichen Gottheit des ewigen Worts / solt allenthalben sein / so müst er auch ein mitgeteilte vnendligkeit empfangen haben. Denn allenthalben sein / heisst eigentlich / mit keinem Ort vmbfangen / sondern vnendlich sein. Nu ist aber / vnd bleibt die angenomene Menscheit in Christo ein endliche / erschaffene / vmbschriebene Natur. Derwegen vermag sie / ohne jrer selbst zerstörung / vnd verwandlung in die vnendliche Gottheit / nimermehr allenthalben zu sein / oder zu werden.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/kirchner_argument_1584
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/kirchner_argument_1584/486
Zitationshilfe: Kirchner, Timotheus: Dass die zwey vnd vierzig anhaltische Argument/ wider der Vbiquisten Trewme noch fest stehen. Heidelberg, 1584, S. 482. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/kirchner_argument_1584/486>, abgerufen am 27.02.2024.