Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Kleist, Heinrich von: Der zerbrochne Krug. Berlin, 1811.

Bild:
<< vorherige Seite
Mehrere.
Jetzt kommt er auf die Straße. Seht! seht!
Wie die Perücke ihm den Rücken peitscht!
Walter.
Geschwind, Herr Schreiber, fort! Holt ihn zurück!
Daß er nicht Ubel rettend ärger mache.
Von seinem Amt zwar ist er suspendirt,
Und euch bestell' ich, bis auf weitere
Verfügung, hier im Ort es zu verwalten;
Doch sind die Cassen richtig, wie ich hoffe,
Zur Desertion ihn zwingen will ich nicht.
Fort! Thut mir den Gefallen, holt ihn wieder!

Letzter Auftritt.
Die Vorigen (ohne Licht).
Frau Marthe.
Sagt doch, gestrenger Herr, wo find' ich auch
Den Sitz in Utrecht der Regierung?
Walter.
Weshalb, Frau Marthe?
Frau Marthe (empfindlich).
Hm! Weshalb? Ich weiß nicht --
Soll hier dem Kruge nicht sein Recht geschehn?
Mehrere.
Jetzt kommt er auf die Straße. Seht! ſeht!
Wie die Peruͤcke ihm den Ruͤcken peitſcht!
Walter.
Geſchwind, Herr Schreiber, fort! Holt ihn zuruͤck!
Daß er nicht Ubel rettend aͤrger mache.
Von ſeinem Amt zwar iſt er ſuspendirt,
Und euch beſtell’ ich, bis auf weitere
Verfuͤgung, hier im Ort es zu verwalten;
Doch ſind die Caſſen richtig, wie ich hoffe,
Zur Deſertion ihn zwingen will ich nicht.
Fort! Thut mir den Gefallen, holt ihn wieder!

Letzter Auftritt.
Die Vorigen (ohne Licht).
Frau Marthe.
Sagt doch, geſtrenger Herr, wo find’ ich auch
Den Sitz in Utrecht der Regierung?
Walter.
Weshalb, Frau Marthe?
Frau Marthe (empfindlich).
Hm! Weshalb? Ich weiß nicht —
Soll hier dem Kruge nicht ſein Recht geſchehn?
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0149" n="143"/>
        <sp who="#MEH">
          <speaker> <hi rendition="#g">Mehrere.</hi> </speaker><lb/>
          <p>Jetzt kommt er auf die Straße. Seht! &#x017F;eht!<lb/>
Wie die Peru&#x0364;cke ihm den Ru&#x0364;cken peit&#x017F;cht!</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#WAL">
          <speaker> <hi rendition="#g">Walter.</hi> </speaker><lb/>
          <p>Ge&#x017F;chwind, Herr Schreiber, fort! Holt ihn zuru&#x0364;ck!<lb/>
Daß er nicht Ubel rettend a&#x0364;rger mache.<lb/>
Von &#x017F;einem Amt zwar i&#x017F;t er &#x017F;uspendirt,<lb/>
Und euch be&#x017F;tell&#x2019; ich, bis auf weitere<lb/>
Verfu&#x0364;gung, hier im Ort es zu verwalten;<lb/>
Doch &#x017F;ind die Ca&#x017F;&#x017F;en richtig, wie ich hoffe,<lb/>
Zur De&#x017F;ertion ihn zwingen will ich nicht.<lb/>
Fort! Thut mir den Gefallen, holt ihn wieder!</p>
        </sp>
      </div><lb/>
      <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b"> <hi rendition="#g">Letzter Auftritt.</hi> </hi> </head><lb/>
        <stage><hi rendition="#g">Die Vorigen</hi> (ohne <hi rendition="#g">Licht</hi>).</stage><lb/>
        <sp who="#MAR">
          <speaker> <hi rendition="#g">Frau Marthe.</hi> </speaker><lb/>
          <p>Sagt doch, ge&#x017F;trenger Herr, wo find&#x2019; ich auch<lb/>
Den Sitz in Utrecht der Regierung?</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#WAL">
          <speaker> <hi rendition="#g">Walter.</hi> </speaker><lb/>
          <p>Weshalb, Frau Marthe?</p>
        </sp><lb/>
        <sp who="#MAR">
          <speaker> <hi rendition="#g">Frau Marthe</hi> </speaker>
          <stage>(empfindlich).</stage><lb/>
          <p><hi rendition="#et">Hm! Weshalb? Ich weiß nicht &#x2014;</hi><lb/>
Soll hier dem Kruge nicht &#x017F;ein Recht ge&#x017F;chehn?</p>
        </sp><lb/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[143/0149] Mehrere. Jetzt kommt er auf die Straße. Seht! ſeht! Wie die Peruͤcke ihm den Ruͤcken peitſcht! Walter. Geſchwind, Herr Schreiber, fort! Holt ihn zuruͤck! Daß er nicht Ubel rettend aͤrger mache. Von ſeinem Amt zwar iſt er ſuspendirt, Und euch beſtell’ ich, bis auf weitere Verfuͤgung, hier im Ort es zu verwalten; Doch ſind die Caſſen richtig, wie ich hoffe, Zur Deſertion ihn zwingen will ich nicht. Fort! Thut mir den Gefallen, holt ihn wieder! Letzter Auftritt. Die Vorigen (ohne Licht). Frau Marthe. Sagt doch, geſtrenger Herr, wo find’ ich auch Den Sitz in Utrecht der Regierung? Walter. Weshalb, Frau Marthe? Frau Marthe (empfindlich). Hm! Weshalb? Ich weiß nicht — Soll hier dem Kruge nicht ſein Recht geſchehn?

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/kleist_krug_1811
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/kleist_krug_1811/149
Zitationshilfe: Kleist, Heinrich von: Der zerbrochne Krug. Berlin, 1811, S. 143. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/kleist_krug_1811/149>, abgerufen am 13.07.2024.