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Lange, Max: Lehrbuch des Schachspiels. Halle (Saale), 1856.

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§. 298. Aus der gegebenen Variante lässt sich kurz
folgendes specielle Princip für die Combinationen der
weissen Partei ableiten. Zunächst geht der Königsspringer
heraus, der Damenspringer entspricht sodann der Bewegung
des feindlichen Königsbauers, der Königsläufer findet am
passendsten seinen Platz auf b 5 oder, falls Schwarz durch
a 7--a 6 noch ein Tempo verliert, nach dem Mittelgambits-
zuge d 2--d 4 auf dem Felde d 3. Das Mittelgambit aber
findet ebenfalls gegen irgend ein anderes Moment des Nach-
ziehenden seine passende Ausführung. Nach diesem Ver-
fahren hat nun Weiss in den speciellen einzelnen Varianten
sich zu verhalten; später aber wird er stets geeignete An-
knüpfungspunkte für einzeln directe Angriffe in Menge
finden.


Vierzigstes Kapitel.
Nebenvarianten.

§. 299. Unter anderen Behandlungen der vorliegenden
Eröffnung sind vorzüglich zwei Angriffe bemerkenswerth, von
denen der eine dem Character der Normalpartie, der andere
aber dem Gambitverfahren in der Königsbauereröffnung ähn-
lich ist. Ersterer wird durch 2. c 2--c 3, letzterer durch
2. d 2--d 4 eingeleitet.

§. 300. Die Combination 1. e 2--e 4 c 7--c 5; 2. c 2
--c 3 wird durch e 7--e 6; 3. S g 1--f 3 S b 8--c 6; 4. d 2
--d 4 c 5--d 4: 5. c 3--d 4: d 7--d 5; 6. e 4--d 5: e 6--d 5:
in eine bekannte Position der Normalpartie hinübergeleitet.
Es kann nun 7. L f 1--d 3 L f 8--d 6; 8. Rochirt S g 8--e 7;
9. S b 1--c 3, Rochirt; 10. a 2--a 3 a 7--a 6; 11. L c 1
--e 3 L c 8--e 6; 12. D d 1--c 2 u. s. w. geschehen.

§. 301 Die Fortsetzung 2. d 2--d 4 im Anfange
1. e 2--e 4 c 7--c 5 wird zunächst mit 2. c 5--d 4 beant-
wortet, worauf Weiss den Gambitangriff mit 3. S g 1--f 3
fortsetzen könnte. Viele Partien der neueren Zeit sind
unter den Meistern des Spieles mit dieser Combination ge-

§. 298. Aus der gegebenen Variante lässt sich kurz
folgendes specielle Princip für die Combinationen der
weissen Partei ableiten. Zunächst geht der Königsspringer
heraus, der Damenspringer entspricht sodann der Bewegung
des feindlichen Königsbauers, der Königsläufer findet am
passendsten seinen Platz auf b 5 oder, falls Schwarz durch
a 7—a 6 noch ein Tempo verliert, nach dem Mittelgambits-
zuge d 2—d 4 auf dem Felde d 3. Das Mittelgambit aber
findet ebenfalls gegen irgend ein anderes Moment des Nach-
ziehenden seine passende Ausführung. Nach diesem Ver-
fahren hat nun Weiss in den speciellen einzelnen Varianten
sich zu verhalten; später aber wird er stets geeignete An-
knüpfungspunkte für einzeln directe Angriffe in Menge
finden.


Vierzigstes Kapitel.
Nebenvarianten.

§. 299. Unter anderen Behandlungen der vorliegenden
Eröffnung sind vorzüglich zwei Angriffe bemerkenswerth, von
denen der eine dem Character der Normalpartie, der andere
aber dem Gambitverfahren in der Königsbauereröffnung ähn-
lich ist. Ersterer wird durch 2. c 2—c 3, letzterer durch
2. d 2—d 4 eingeleitet.

§. 300. Die Combination 1. e 2—e 4 c 7—c 5; 2. c 2
c 3 wird durch e 7—e 6; 3. S g 1—f 3 S b 8—c 6; 4. d 2
d 4 c 5—d 4: 5. c 3—d 4: d 7—d 5; 6. e 4—d 5: e 6—d 5:
in eine bekannte Position der Normalpartie hinübergeleitet.
Es kann nun 7. L f 1—d 3 L f 8—d 6; 8. Rochirt S g 8—e 7;
9. S b 1—c 3, Rochirt; 10. a 2—a 3 a 7—a 6; 11. L c 1
e 3 L c 8—e 6; 12. D d 1—c 2 u. s. w. geschehen.

§. 301 Die Fortsetzung 2. d 2—d 4 im Anfange
1. e 2—e 4 c 7—c 5 wird zunächst mit 2. c 5—d 4 beant-
wortet, worauf Weiss den Gambitangriff mit 3. S g 1—f 3
fortsetzen könnte. Viele Partien der neueren Zeit sind
unter den Meistern des Spieles mit dieser Combination ge-

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[173/0185] §. 298. Aus der gegebenen Variante lässt sich kurz folgendes specielle Princip für die Combinationen der weissen Partei ableiten. Zunächst geht der Königsspringer heraus, der Damenspringer entspricht sodann der Bewegung des feindlichen Königsbauers, der Königsläufer findet am passendsten seinen Platz auf b 5 oder, falls Schwarz durch a 7—a 6 noch ein Tempo verliert, nach dem Mittelgambits- zuge d 2—d 4 auf dem Felde d 3. Das Mittelgambit aber findet ebenfalls gegen irgend ein anderes Moment des Nach- ziehenden seine passende Ausführung. Nach diesem Ver- fahren hat nun Weiss in den speciellen einzelnen Varianten sich zu verhalten; später aber wird er stets geeignete An- knüpfungspunkte für einzeln directe Angriffe in Menge finden. Vierzigstes Kapitel. Nebenvarianten. §. 299. Unter anderen Behandlungen der vorliegenden Eröffnung sind vorzüglich zwei Angriffe bemerkenswerth, von denen der eine dem Character der Normalpartie, der andere aber dem Gambitverfahren in der Königsbauereröffnung ähn- lich ist. Ersterer wird durch 2. c 2—c 3, letzterer durch 2. d 2—d 4 eingeleitet. §. 300. Die Combination 1. e 2—e 4 c 7—c 5; 2. c 2 —c 3 wird durch e 7—e 6; 3. S g 1—f 3 S b 8—c 6; 4. d 2 —d 4 c 5—d 4: 5. c 3—d 4: d 7—d 5; 6. e 4—d 5: e 6—d 5: in eine bekannte Position der Normalpartie hinübergeleitet. Es kann nun 7. L f 1—d 3 L f 8—d 6; 8. Rochirt S g 8—e 7; 9. S b 1—c 3, Rochirt; 10. a 2—a 3 a 7—a 6; 11. L c 1 —e 3 L c 8—e 6; 12. D d 1—c 2 u. s. w. geschehen. §. 301 Die Fortsetzung 2. d 2—d 4 im Anfange 1. e 2—e 4 c 7—c 5 wird zunächst mit 2. c 5—d 4 beant- wortet, worauf Weiss den Gambitangriff mit 3. S g 1—f 3 fortsetzen könnte. Viele Partien der neueren Zeit sind unter den Meistern des Spieles mit dieser Combination ge-

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Zitationshilfe: Lange, Max: Lehrbuch des Schachspiels. Halle (Saale), 1856, S. 173. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lange_schachspiel_1856/185>, abgerufen am 04.03.2024.