Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Lange, Max: Lehrbuch des Schachspiels. Halle (Saale), 1856.

Bild:
<< vorherige Seite

wenn schon jener Zweig der Schachtheorie bisher bei den
Autoren über das Zweischach wenig Berücksichtigung fand,
so trifft solcher Mangel in noch höherem Grade die speciellen
Abhandlungen über jene abweichenden Schacharten. Auch
erscheint wirklich fraglich, ob sich hier mit Vortheil theo-
retische Grundsätze leicht und sicher begründen lassen, und
wir wollen uns deshalb hier darauf beschränken, zu der von
uns am meisten empfohlenen Abart des Spieles (vgl. §. 331)
eine Beispielspartie mitzutheilen, aus welcher der besondere
Liebhaber, wenigstens für einzelne Fälle, gewisse Winke
und Rathschläge zu Gunsten der Praxis entnehmen möge.

Anmerkung. Den ersten Versuch einer gediegenen Anweisung
über taktische Regeln hat für das Vierschach Herr von
Petroff mitgetheilt, indem er freilich hierbei eine eigen-
thümlich modificirte Art dieses Spieles zu Grunde legt.
Er fügt nämlich einem gewöhnlichen vierseitigen Schach-
brett an den Ecken jedes Spielers 16 Felder (mit einigen
Reservefiguren versehen) hinzu und im Vergleich dieser
Plätze mit Festungen giebt er der neuen Spielart den
Namen "Vierschach mit Festungen". Näheren Aufschluss
hierüber findet der Leser in der Berliner Schachzeitung
vom Jahre 1850, S. 377.

§. 354. Für die Mittheilung einer Partie zu der in
§. 331 von uns empfohlenen besseren Art des Vierschach
bemerke man zunächst, dass das Schachbrett zur linken Hand,
an welchem A und C einander gegenübersitzen, die ge-
wöhnliche Notation bekommt, während das andere angefügte
Brett, an welchem B und D Platz nehmen, statt der Buch-
staben a bis h mit den nächstfolgenden acht Lettern i bis q
versehen wird. Danach ziehe man nun unter Berücksich-
tigung der in §. 331 angegebenen Reihenfolge der Spieler:

[Tabelle]

wenn schon jener Zweig der Schachtheorie bisher bei den
Autoren über das Zweischach wenig Berücksichtigung fand,
so trifft solcher Mangel in noch höherem Grade die speciellen
Abhandlungen über jene abweichenden Schacharten. Auch
erscheint wirklich fraglich, ob sich hier mit Vortheil theo-
retische Grundsätze leicht und sicher begründen lassen, und
wir wollen uns deshalb hier darauf beschränken, zu der von
uns am meisten empfohlenen Abart des Spieles (vgl. §. 331)
eine Beispielspartie mitzutheilen, aus welcher der besondere
Liebhaber, wenigstens für einzelne Fälle, gewisse Winke
und Rathschläge zu Gunsten der Praxis entnehmen möge.

Anmerkung. Den ersten Versuch einer gediegenen Anweisung
über taktische Regeln hat für das Vierschach Herr von
Petroff mitgetheilt, indem er freilich hierbei eine eigen-
thümlich modificirte Art dieses Spieles zu Grunde legt.
Er fügt nämlich einem gewöhnlichen vierseitigen Schach-
brett an den Ecken jedes Spielers 16 Felder (mit einigen
Reservefiguren versehen) hinzu und im Vergleich dieser
Plätze mit Festungen giebt er der neuen Spielart den
Namen „Vierschach mit Festungen“. Näheren Aufschluss
hierüber findet der Leser in der Berliner Schachzeitung
vom Jahre 1850, S. 377.

§. 354. Für die Mittheilung einer Partie zu der in
§. 331 von uns empfohlenen besseren Art des Vierschach
bemerke man zunächst, dass das Schachbrett zur linken Hand,
an welchem A und C einander gegenübersitzen, die ge-
wöhnliche Notation bekommt, während das andere angefügte
Brett, an welchem B und D Platz nehmen, statt der Buch-
staben a bis h mit den nächstfolgenden acht Lettern i bis q
versehen wird. Danach ziehe man nun unter Berücksich-
tigung der in §. 331 angegebenen Reihenfolge der Spieler:

[Tabelle]

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <div n="4">
              <div n="5">
                <p><pb facs="#f0218" n="206"/>
wenn schon jener Zweig der Schachtheorie bisher bei den<lb/>
Autoren über das Zweischach wenig Berücksichtigung fand,<lb/>
so trifft solcher Mangel in noch höherem Grade die speciellen<lb/>
Abhandlungen über jene abweichenden Schacharten. Auch<lb/>
erscheint wirklich fraglich, ob sich hier mit Vortheil theo-<lb/>
retische Grundsätze leicht und sicher begründen lassen, und<lb/>
wir wollen uns deshalb hier darauf beschränken, zu der von<lb/>
uns am meisten empfohlenen Abart des Spieles (vgl. §. 331)<lb/>
eine Beispielspartie mitzutheilen, aus welcher der besondere<lb/>
Liebhaber, wenigstens für einzelne Fälle, gewisse Winke<lb/>
und Rathschläge zu Gunsten der Praxis entnehmen möge.</p><lb/>
                <list>
                  <item><hi rendition="#g">Anmerkung</hi>. Den ersten Versuch einer gediegenen Anweisung<lb/>
über taktische Regeln hat für das Vierschach Herr von<lb/>
Petroff mitgetheilt, indem er freilich hierbei eine eigen-<lb/>
thümlich modificirte Art dieses Spieles zu Grunde legt.<lb/>
Er fügt nämlich einem gewöhnlichen vierseitigen Schach-<lb/>
brett an den Ecken jedes Spielers 16 Felder (mit einigen<lb/>
Reservefiguren versehen) hinzu und im Vergleich dieser<lb/>
Plätze mit Festungen giebt er der neuen Spielart den<lb/>
Namen &#x201E;Vierschach mit Festungen&#x201C;. Näheren Aufschluss<lb/>
hierüber findet der Leser in der Berliner Schachzeitung<lb/>
vom Jahre 1850, S. 377.</item>
                </list><lb/>
                <p>§. 354. Für die Mittheilung einer Partie zu der in<lb/>
§. 331 von uns empfohlenen besseren Art des Vierschach<lb/>
bemerke man zunächst, dass das Schachbrett zur linken Hand,<lb/>
an welchem A und C einander gegenübersitzen, die ge-<lb/>
wöhnliche Notation bekommt, während das andere angefügte<lb/>
Brett, an welchem B und D Platz nehmen, statt der Buch-<lb/>
staben <hi rendition="#i">a</hi> bis <hi rendition="#i">h</hi> mit den nächstfolgenden acht Lettern <hi rendition="#i">i</hi> bis <hi rendition="#i">q</hi><lb/>
versehen wird. Danach ziehe man nun unter Berücksich-<lb/>
tigung der in §. 331 angegebenen Reihenfolge der Spieler:<lb/><table><row><cell/></row></table>
</p>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[206/0218] wenn schon jener Zweig der Schachtheorie bisher bei den Autoren über das Zweischach wenig Berücksichtigung fand, so trifft solcher Mangel in noch höherem Grade die speciellen Abhandlungen über jene abweichenden Schacharten. Auch erscheint wirklich fraglich, ob sich hier mit Vortheil theo- retische Grundsätze leicht und sicher begründen lassen, und wir wollen uns deshalb hier darauf beschränken, zu der von uns am meisten empfohlenen Abart des Spieles (vgl. §. 331) eine Beispielspartie mitzutheilen, aus welcher der besondere Liebhaber, wenigstens für einzelne Fälle, gewisse Winke und Rathschläge zu Gunsten der Praxis entnehmen möge. Anmerkung. Den ersten Versuch einer gediegenen Anweisung über taktische Regeln hat für das Vierschach Herr von Petroff mitgetheilt, indem er freilich hierbei eine eigen- thümlich modificirte Art dieses Spieles zu Grunde legt. Er fügt nämlich einem gewöhnlichen vierseitigen Schach- brett an den Ecken jedes Spielers 16 Felder (mit einigen Reservefiguren versehen) hinzu und im Vergleich dieser Plätze mit Festungen giebt er der neuen Spielart den Namen „Vierschach mit Festungen“. Näheren Aufschluss hierüber findet der Leser in der Berliner Schachzeitung vom Jahre 1850, S. 377. §. 354. Für die Mittheilung einer Partie zu der in §. 331 von uns empfohlenen besseren Art des Vierschach bemerke man zunächst, dass das Schachbrett zur linken Hand, an welchem A und C einander gegenübersitzen, die ge- wöhnliche Notation bekommt, während das andere angefügte Brett, an welchem B und D Platz nehmen, statt der Buch- staben a bis h mit den nächstfolgenden acht Lettern i bis q versehen wird. Danach ziehe man nun unter Berücksich- tigung der in §. 331 angegebenen Reihenfolge der Spieler:

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/lange_schachspiel_1856
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/lange_schachspiel_1856/218
Zitationshilfe: Lange, Max: Lehrbuch des Schachspiels. Halle (Saale), 1856, S. 206. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lange_schachspiel_1856/218>, abgerufen am 28.02.2024.