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Laukhard, Friedrich Christian: F. C. Laukhards Leben und Schicksale. Bd. 2. Halle, 1792.

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sie auszulösen. Diese Begebenheit wurde gleich in
der ganzen Stadt bekannt, und das berühmte Bor-
dell verlohr durch diese skandalöse Geschichte alles
Ansehn, und soll seit dem wenig oder gar nicht mehr
besucht werden. So viel vermag ein politisches
Minimum auch gar über Triebe der stürmischen
Natur.

Fünf und dreißigstes Kapitel.

Fortsetzung. Rettung einer Unglücklichen. Huren-Comment.
Königliche Bibliothek.



Die Bordelle waren von der Einquartirung nicht
frei, nämlich die vom geringern Kaliber, und ich ha-
be selbst, nachdem ich mich mit meinem ersten Wirth
überworfen hatte, einige Tage in einem solchen Loche
gewohnt. Ich hatte schon von langen Zeiten her so-
viel von Berlinischen Bordellen gehört: hatte ge-
hört, daß sie alle andre, selbst die zu Strasburg
und zu Frankfurt am Main übertreffen sollten: man
hatte mir viel von ihrer guten Policei gesagt, und
von der Fürsorge für die Reinlichkeit der Mäd-
chen u. s. w. daß ich recht im Ernst begierig war,
diese Dinge in Natura zu besehen. Was ich fand,
will ich kürzlich mittheilen.


ſie auszuloͤſen. Dieſe Begebenheit wurde gleich in
der ganzen Stadt bekannt, und das beruͤhmte Bor-
dell verlohr durch dieſe ſkandaloͤſe Geſchichte alles
Anſehn, und ſoll ſeit dem wenig oder gar nicht mehr
beſucht werden. So viel vermag ein politiſches
Minimum auch gar uͤber Triebe der ſtuͤrmiſchen
Natur.

Fuͤnf und dreißigſtes Kapitel.

Fortſetzung. Rettung einer Ungluͤcklichen. Huren-Comment.
Koͤnigliche Bibliothek.



Die Bordelle waren von der Einquartirung nicht
frei, naͤmlich die vom geringern Kaliber, und ich ha-
be ſelbſt, nachdem ich mich mit meinem erſten Wirth
uͤberworfen hatte, einige Tage in einem ſolchen Loche
gewohnt. Ich hatte ſchon von langen Zeiten her ſo-
viel von Berliniſchen Bordellen gehoͤrt: hatte ge-
hoͤrt, daß ſie alle andre, ſelbſt die zu Strasburg
und zu Frankfurt am Main uͤbertreffen ſollten: man
hatte mir viel von ihrer guten Policei geſagt, und
von der Fuͤrſorge fuͤr die Reinlichkeit der Maͤd-
chen u. ſ. w. daß ich recht im Ernſt begierig war,
dieſe Dinge in Natura zu beſehen. Was ich fand,
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[417[419]/0421] ſie auszuloͤſen. Dieſe Begebenheit wurde gleich in der ganzen Stadt bekannt, und das beruͤhmte Bor- dell verlohr durch dieſe ſkandaloͤſe Geſchichte alles Anſehn, und ſoll ſeit dem wenig oder gar nicht mehr beſucht werden. So viel vermag ein politiſches Minimum auch gar uͤber Triebe der ſtuͤrmiſchen Natur. Fuͤnf und dreißigſtes Kapitel. Fortſetzung. Rettung einer Ungluͤcklichen. Huren-Comment. Koͤnigliche Bibliothek. Die Bordelle waren von der Einquartirung nicht frei, naͤmlich die vom geringern Kaliber, und ich ha- be ſelbſt, nachdem ich mich mit meinem erſten Wirth uͤberworfen hatte, einige Tage in einem ſolchen Loche gewohnt. Ich hatte ſchon von langen Zeiten her ſo- viel von Berliniſchen Bordellen gehoͤrt: hatte ge- hoͤrt, daß ſie alle andre, ſelbſt die zu Strasburg und zu Frankfurt am Main uͤbertreffen ſollten: man hatte mir viel von ihrer guten Policei geſagt, und von der Fuͤrſorge fuͤr die Reinlichkeit der Maͤd- chen u. ſ. w. daß ich recht im Ernſt begierig war, dieſe Dinge in Natura zu beſehen. Was ich fand, will ich kuͤrzlich mittheilen.

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Zitationshilfe: Laukhard, Friedrich Christian: F. C. Laukhards Leben und Schicksale. Bd. 2. Halle, 1792, S. 417[419]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/laukhard_leben02_1792/421>, abgerufen am 14.04.2021.