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[Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Erster Theil. Halle, 1747.

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Geschichte des dritten Bischof Alberts, zwey und zwanzigstes Jahr,
1219kam, so ferne sie Richter oder Schiedsmänner abgaben. Daß die Thronfolge dieses
Johannis streitig gewesen, zeiget des Pabsts Honorius des 4ten Befehl an die Bi-
schöfe zu Lübek, Schwerin und Ratzeburg, daß sie dem Erzbischof von Upsala
andeuten solten, wenn er Johannen zum König gesalbet, sich vor dem Römischen
Pabst zur Verantwortung zu stellen, und daß sie die widriggesinnten Fürsten zu verein-
baren trachten möchten; würde aber der Ausgang davon nicht nach Wunsche gelingen,
so solten sie über alles, öffentliche Acten verfertigen und dem Apostolischen Stul Nach-
richt ertheilen. Raynald ums Jahr 1219 n. 30. Dieser berichtet weiter ums Jahr
1220 n. 36 wie der Pabst den Johannes nach seiner Bestätigung auf dem Thron gewar-
net, er solle keine Kirchengüter anpacken, noch der Kirche unechte Bischöfe aufdringen.
e) Dieser Karl war Herzog von Ostergothland, ein jüngerer Bruder desjenigen Birgers
von dem ich bey den Geschichten Meinhards gemeldet, daß er Anno 1202 mit Tode
abgegangen, ein Sohn Benedicts, ebenfals Herzogs von Ostergothland. Dieses
Benedictus Vater, Fulco, hatte die Ehre die Prinzeßin Jngergerdis königlicher
Hoheit zu heirathen, und fing daher an das Haupt über alle vornehme Familien in
Schweden zu erheben. Unser Geschichtschreiber nennet Karln seinen Herzog, nemlich
des Königs Johannes, weil er des Königs Vormund gewesen, und vor ihm das
Reich verwaltet. Johannes Magnus histor. Svec. libr. 19 c. 13 sagt deutlich, der
König habe unter Vormündern gestanden, und setzet Karln noch den Erzbischof
von Upsala Olaus zur Seite.
f) Wegen Rotalien siehe, was wir beym Jahr 1213 not. b) gesagt.
g) Die Worte: nemlich in Leal*); scheinen nach einer Glosse zu schmecken, oder sind nicht
an gehörigem Orte angebracht.
h) Der König, der mit mehrern Bischöfen angekommen, ließ bey seinem Abzug einen noch
da, den unser Verfasser nicht nennet. Es nennen ihn aber die Schwedischen Scri-
benten des Lebens der Heiligen, Vastovius und Joh. Messenius, davon gleich
mehrers.
i) Diese Niederlage der Schweden fält in das folgende 1220te Jahr. Den Tag hat
uns die Wadstenische Chronik und eine alte Schwedischdänische Zeitrechnung
in Benzels. Monum. Sveo-Goth. part. I aufbehalten, nemlich den 8ten Au-
gusti.
Der Herzog Karl wird deswegen zwar nicht von Messenius, doch von Joh.
Vastovius
unter die Schwedischen Heiligen gerechnet. Jener der dessen Leben
vite Aquilonia p. 73 beschreiben wolte, komt vor die unrechte Thüre, und erzählet
uns die Thaten eines andern Karls Ulphons Sohn, der 1264 sich in den Ritterorden
der Rreuzfahrer begab, und in einer Schlacht mit den Litthauern geblieben, wie
Benzelius in Noten p. 58 anmerket. Benzelius hat sich um die gelehrte Welt
und Geschichte wohlverdient gemacht, daß er des Joh. Vastovius Vitem Aquiloniam,
der zu Cöln 1623 herausgekommen, aber so rar war, daß sie schon zur Zeit des Clau-
dius Arrhenius
in weniger Händen sich befunden, zu Upsala 1708 wieder auflegen
lassen, und sie mit einigen Anmerkungen versehen, die Vastovens erheblichste Fehler
entdecken. Er würde sich weit verdienter gemacht haben, wenn er nicht auf die Ge-
danken gekommen, die Briefschaften der Könige, die Bullen der Päbste und den ge-
samten Vorrath der übrigen Jnstrumente, die in ganz Schweden die ältesten seyn,
welchen Vorrath Vastov von allen Orten herbeygeschaffet, und damit die Cölnische
Auflage sich ausnimt, das ist recht die Adern und Glieder diesem Buche bey dieser
andern Auflage wegzuschneiden; weil er sich durch das Vorhaben des Claudius Ar-
rhenius
und Joh. Peringskiölds abschrecken ließ, die damals auf eine Römisch-
Schwedisch-Gothische
und ich weiß nicht, auf was sonst noch vor eine Samlung
päbstlicher Bullen bedacht waren. Wiewol diesem Uebel hat doch eben derselbe Arrhe-
nius,
oder besser zu sagen, Oernhiälm einiger massen abgeholfen, daß er ein Theil
dieser Urkunden in das 4te Buch der Schwedischen Historie eingetragen, darinne er
die Dinge des 12ten Jahrhunderts durchgehet.
k) Dis war der Bischof von Linköping Rarl; ein Bruderssohn des Herzog Rarls von
seinem Bruder Magnus. Dessen Lebenslauf liefet man gleichfals in dem Nordi-
schen Weinstock
p. 73 aber so, daß er kaum etliche Worte ausmachet. Joh. Mes-
senius
in der Chronik von den Bischöfen von Linköping hat dieses von ihm p. 56
*) Weil das Revelsche Manuscript sie auch hat, so kan es zu den überflüßigen Erklärungen unsers Chronik-
schreibers gerechnet werden.
Geſchichte des dritten Biſchof Alberts, zwey und zwanzigſtes Jahr,
1219kam, ſo ferne ſie Richter oder Schiedsmaͤnner abgaben. Daß die Thronfolge dieſes
Johannis ſtreitig geweſen, zeiget des Pabſts Honorius des 4ten Befehl an die Bi-
ſchoͤfe zu Luͤbek, Schwerin und Ratzeburg, daß ſie dem Erzbiſchof von Upſala
andeuten ſolten, wenn er Johannen zum Koͤnig geſalbet, ſich vor dem Roͤmiſchen
Pabſt zur Verantwortung zu ſtellen, und daß ſie die widriggeſinnten Fuͤrſten zu verein-
baren trachten moͤchten; wuͤrde aber der Ausgang davon nicht nach Wunſche gelingen,
ſo ſolten ſie uͤber alles, oͤffentliche Acten verfertigen und dem Apoſtoliſchen Stul Nach-
richt ertheilen. Raynald ums Jahr 1219 n. 30. Dieſer berichtet weiter ums Jahr
1220 n. 36 wie der Pabſt den Johannes nach ſeiner Beſtaͤtigung auf dem Thron gewar-
net, er ſolle keine Kirchenguͤter anpacken, noch der Kirche unechte Biſchoͤfe aufdringen.
e) Dieſer Karl war Herzog von Oſtergothland, ein juͤngerer Bruder desjenigen Birgers
von dem ich bey den Geſchichten Meinhards gemeldet, daß er Anno 1202 mit Tode
abgegangen, ein Sohn Benedicts, ebenfals Herzogs von Oſtergothland. Dieſes
Benedictus Vater, Fulco, hatte die Ehre die Prinzeßin Jngergerdis koͤniglicher
Hoheit zu heirathen, und fing daher an das Haupt uͤber alle vornehme Familien in
Schweden zu erheben. Unſer Geſchichtſchreiber nennet Karln ſeinen Herzog, nemlich
des Koͤnigs Johannes, weil er des Koͤnigs Vormund geweſen, und vor ihm das
Reich verwaltet. Johannes Magnus hiſtor. Svec. libr. 19 c. 13 ſagt deutlich, der
Koͤnig habe unter Vormuͤndern geſtanden, und ſetzet Karln noch den Erzbiſchof
von Upſala Olaus zur Seite.
f) Wegen Rotalien ſiehe, was wir beym Jahr 1213 not. b) geſagt.
g) Die Worte: nemlich in Leal*); ſcheinen nach einer Gloſſe zu ſchmecken, oder ſind nicht
an gehoͤrigem Orte angebracht.
h) Der Koͤnig, der mit mehrern Biſchoͤfen angekommen, ließ bey ſeinem Abzug einen noch
da, den unſer Verfaſſer nicht nennet. Es nennen ihn aber die Schwediſchen Scri-
benten des Lebens der Heiligen, Vaſtovius und Joh. Meſſenius, davon gleich
mehrers.
i) Dieſe Niederlage der Schweden faͤlt in das folgende 1220te Jahr. Den Tag hat
uns die Wadſteniſche Chronik und eine alte Schwediſchdaͤniſche Zeitrechnung
in Benzels. Monum. Sveo-Goth. part. I aufbehalten, nemlich den 8ten Au-
guſti.
Der Herzog Karl wird deswegen zwar nicht von Meſſenius, doch von Joh.
Vaſtovius
unter die Schwediſchen Heiligen gerechnet. Jener der deſſen Leben
vite Aquilonia p. 73 beſchreiben wolte, komt vor die unrechte Thuͤre, und erzaͤhlet
uns die Thaten eines andern Karls Ulphons Sohn, der 1264 ſich in den Ritterorden
der Rreuzfahrer begab, und in einer Schlacht mit den Litthauern geblieben, wie
Benzelius in Noten p. 58 anmerket. Benzelius hat ſich um die gelehrte Welt
und Geſchichte wohlverdient gemacht, daß er des Joh. Vaſtovius Vitem Aquiloniam,
der zu Coͤln 1623 herausgekommen, aber ſo rar war, daß ſie ſchon zur Zeit des Clau-
dius Arrhenius
in weniger Haͤnden ſich befunden, zu Upſala 1708 wieder auflegen
laſſen, und ſie mit einigen Anmerkungen verſehen, die Vaſtovens erheblichſte Fehler
entdecken. Er wuͤrde ſich weit verdienter gemacht haben, wenn er nicht auf die Ge-
danken gekommen, die Briefſchaften der Koͤnige, die Bullen der Paͤbſte und den ge-
ſamten Vorrath der uͤbrigen Jnſtrumente, die in ganz Schweden die aͤlteſten ſeyn,
welchen Vorrath Vaſtov von allen Orten herbeygeſchaffet, und damit die Coͤlniſche
Auflage ſich ausnimt, das iſt recht die Adern und Glieder dieſem Buche bey dieſer
andern Auflage wegzuſchneiden; weil er ſich durch das Vorhaben des Claudius Ar-
rhenius
und Joh. Peringskioͤlds abſchrecken ließ, die damals auf eine Roͤmiſch-
Schwediſch-Gothiſche
und ich weiß nicht, auf was ſonſt noch vor eine Samlung
paͤbſtlicher Bullen bedacht waren. Wiewol dieſem Uebel hat doch eben derſelbe Arrhe-
nius,
oder beſſer zu ſagen, Oernhiaͤlm einiger maſſen abgeholfen, daß er ein Theil
dieſer Urkunden in das 4te Buch der Schwediſchen Hiſtorie eingetragen, darinne er
die Dinge des 12ten Jahrhunderts durchgehet.
k) Dis war der Biſchof von Linkoͤping Rarl; ein Brudersſohn des Herzog Rarls von
ſeinem Bruder Magnus. Deſſen Lebenslauf liefet man gleichfals in dem Nordi-
ſchen Weinſtock
p. 73 aber ſo, daß er kaum etliche Worte ausmachet. Joh. Meſ-
ſenius
in der Chronik von den Biſchoͤfen von Linkoͤping hat dieſes von ihm p. 56
*) Weil das Revelſche Manuſcript ſie auch hat, ſo kan es zu den uͤberfluͤßigen Erklaͤrungen unſers Chronik-
ſchreibers gerechnet werden.
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[162/0194] Geſchichte des dritten Biſchof Alberts, zwey und zwanzigſtes Jahr, d⁾ kam, ſo ferne ſie Richter oder Schiedsmaͤnner abgaben. Daß die Thronfolge dieſes Johannis ſtreitig geweſen, zeiget des Pabſts Honorius des 4ten Befehl an die Bi- ſchoͤfe zu Luͤbek, Schwerin und Ratzeburg, daß ſie dem Erzbiſchof von Upſala andeuten ſolten, wenn er Johannen zum Koͤnig geſalbet, ſich vor dem Roͤmiſchen Pabſt zur Verantwortung zu ſtellen, und daß ſie die widriggeſinnten Fuͤrſten zu verein- baren trachten moͤchten; wuͤrde aber der Ausgang davon nicht nach Wunſche gelingen, ſo ſolten ſie uͤber alles, oͤffentliche Acten verfertigen und dem Apoſtoliſchen Stul Nach- richt ertheilen. Raynald ums Jahr 1219 n. 30. Dieſer berichtet weiter ums Jahr 1220 n. 36 wie der Pabſt den Johannes nach ſeiner Beſtaͤtigung auf dem Thron gewar- net, er ſolle keine Kirchenguͤter anpacken, noch der Kirche unechte Biſchoͤfe aufdringen. e⁾ Dieſer Karl war Herzog von Oſtergothland, ein juͤngerer Bruder desjenigen Birgers von dem ich bey den Geſchichten Meinhards gemeldet, daß er Anno 1202 mit Tode abgegangen, ein Sohn Benedicts, ebenfals Herzogs von Oſtergothland. Dieſes Benedictus Vater, Fulco, hatte die Ehre die Prinzeßin Jngergerdis koͤniglicher Hoheit zu heirathen, und fing daher an das Haupt uͤber alle vornehme Familien in Schweden zu erheben. Unſer Geſchichtſchreiber nennet Karln ſeinen Herzog, nemlich des Koͤnigs Johannes, weil er des Koͤnigs Vormund geweſen, und vor ihm das Reich verwaltet. Johannes Magnus hiſtor. Svec. libr. 19 c. 13 ſagt deutlich, der Koͤnig habe unter Vormuͤndern geſtanden, und ſetzet Karln noch den Erzbiſchof von Upſala Olaus zur Seite. f⁾ Wegen Rotalien ſiehe, was wir beym Jahr 1213 not. b) geſagt. g⁾ Die Worte: nemlich in Leal *); ſcheinen nach einer Gloſſe zu ſchmecken, oder ſind nicht an gehoͤrigem Orte angebracht. h⁾ Der Koͤnig, der mit mehrern Biſchoͤfen angekommen, ließ bey ſeinem Abzug einen noch da, den unſer Verfaſſer nicht nennet. Es nennen ihn aber die Schwediſchen Scri- benten des Lebens der Heiligen, Vaſtovius und Joh. Meſſenius, davon gleich mehrers. i⁾ Dieſe Niederlage der Schweden faͤlt in das folgende 1220te Jahr. Den Tag hat uns die Wadſteniſche Chronik und eine alte Schwediſchdaͤniſche Zeitrechnung in Benzels. Monum. Sveo-Goth. part. I aufbehalten, nemlich den 8ten Au- guſti. Der Herzog Karl wird deswegen zwar nicht von Meſſenius, doch von Joh. Vaſtovius unter die Schwediſchen Heiligen gerechnet. Jener der deſſen Leben vite Aquilonia p. 73 beſchreiben wolte, komt vor die unrechte Thuͤre, und erzaͤhlet uns die Thaten eines andern Karls Ulphons Sohn, der 1264 ſich in den Ritterorden der Rreuzfahrer begab, und in einer Schlacht mit den Litthauern geblieben, wie Benzelius in Noten p. 58 anmerket. Benzelius hat ſich um die gelehrte Welt und Geſchichte wohlverdient gemacht, daß er des Joh. Vaſtovius Vitem Aquiloniam, der zu Coͤln 1623 herausgekommen, aber ſo rar war, daß ſie ſchon zur Zeit des Clau- dius Arrhenius in weniger Haͤnden ſich befunden, zu Upſala 1708 wieder auflegen laſſen, und ſie mit einigen Anmerkungen verſehen, die Vaſtovens erheblichſte Fehler entdecken. Er wuͤrde ſich weit verdienter gemacht haben, wenn er nicht auf die Ge- danken gekommen, die Briefſchaften der Koͤnige, die Bullen der Paͤbſte und den ge- ſamten Vorrath der uͤbrigen Jnſtrumente, die in ganz Schweden die aͤlteſten ſeyn, welchen Vorrath Vaſtov von allen Orten herbeygeſchaffet, und damit die Coͤlniſche Auflage ſich ausnimt, das iſt recht die Adern und Glieder dieſem Buche bey dieſer andern Auflage wegzuſchneiden; weil er ſich durch das Vorhaben des Claudius Ar- rhenius und Joh. Peringskioͤlds abſchrecken ließ, die damals auf eine Roͤmiſch- Schwediſch-Gothiſche und ich weiß nicht, auf was ſonſt noch vor eine Samlung paͤbſtlicher Bullen bedacht waren. Wiewol dieſem Uebel hat doch eben derſelbe Arrhe- nius, oder beſſer zu ſagen, Oernhiaͤlm einiger maſſen abgeholfen, daß er ein Theil dieſer Urkunden in das 4te Buch der Schwediſchen Hiſtorie eingetragen, darinne er die Dinge des 12ten Jahrhunderts durchgehet. k⁾ Dis war der Biſchof von Linkoͤping Rarl; ein Brudersſohn des Herzog Rarls von ſeinem Bruder Magnus. Deſſen Lebenslauf liefet man gleichfals in dem Nordi- ſchen Weinſtock p. 73 aber ſo, daß er kaum etliche Worte ausmachet. Joh. Meſ- ſenius in der Chronik von den Biſchoͤfen von Linkoͤping hat dieſes von ihm p. 56 „Karl *) Weil das Revelſche Manuſcript ſie auch hat, ſo kan es zu den uͤberfluͤßigen Erklaͤrungen unſers Chronik- ſchreibers gerechnet werden.

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Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




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Zitationshilfe: [Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Erster Theil. Halle, 1747, S. 162. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik01_1747/194>, abgerufen am 21.02.2024.