Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

[Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753.

Bild:
<< vorherige Seite

Bisch. Albert. zur Zeit der Regierung des Volquin.
Doch konte Philip Rom selbst nicht erreichen, sondern starb unterweges zu1214
Verona c).

Est-
n. 1 geholfen, anbringen können, nach welcher er, statt des im Lateinischen befindli-
chen Worts Stucuanta, lieber Sarcianta lesen wil. Die Handschriften, von denen wir
gleich ein mehreres sagen wollen, behalten dieses ungerathene Wort, dessen Anfang aber
nicht mit St sondern Sl geschrieben wird, wie auch meine vorige revelsche Handschrift
hatte. Der eine Text erklärte es in einer Randglosse: Sluckhuarda noster, gleichsam,
unser Kellermeister, davon ein guter Schlucker herkommen soll. Die andre Abschrift
liefert uns ein Wort mit alten verzogenen Münchszügen, die uns keinen Zweifel übrig
lassen, daß nicht im Grundtext: Et ait Albertus Sluk. nauta noster, gestanden, wie Huit-
feld
einen Rubert von Sluk, ehemaligen Besitzer der Dörfer Obwald, Ruts und
Sammitkertel im Revelschen, unterm Jahre 1249 p. 221 anführet. Ein Minori-
tenbruder
Namens Albert Sluck, erscheinet in den Friedenstractaten mit den Lit-
thauern
von 1323.
quam ocyus, lege, quantocyus p. 37 lin. 14 pro dilatauerunt leg. dilaniauerunt; lin. 33 lege:
ubi cum plurimum profecisset, p. 39 lin. 2 tantorum i. e. tot hominum, phrasi Tertulliano
familiari. h) ad exemplum Vincentii Bellovac. spec. histor. lib. 31 c. 83, 84, Cogones Colo-
niensium
: cogones, galeae, etc. p. 76 h) lege omen et eiice, sensum; p. 81 n) promtualibus
leg. pro victualibus vt n. I; p. 97 c) Papp Estonibus, Pop Slauis est sacerdos teste Io. Herbi-
nio
de eryptis Kiov. c. 14, 8 p. 101 a) Chronicon Kiouiense siue Theodosii siue Nestoris ante
omnia consulendum; p. 160 b) Alphonsi verum nomen Raphael Sauanarola, p. 182 lin. 29
leg. vitia, dans.
Jn der deutschen Uebersetzung entdecket der Herr geh. Justizrath uns fol-
gende wirkliche Fehler: S. 19 f) sollen Inscriptiones facti die Protokolle heissen. S. 87 e) bedeu-
tet Legatus imperii einen Reichsverweser; S. 90 k) muß Sirmond den Vornamen Jacob be-
kommen. S. 147 a) in sin. sol id quod est in principio so viel seyn, als eine Petitio principii,
wenn man das zum Beweis gebraucht was noch selbst erst mus erwiesen werden. Noch eine
grubersche Anmerkung nebst unsern eigenen Verbesserungen über den ersten Theil, sollen weiter
unten folgen.
Vor der gruberschen Ausgabe hat man den Werth der alten Annales nicht zu schätzen ge-
wust, obgleich einige Gelehrte sie auch in gedruckten Schriften angezogen. Selbst der gelehrte
Verfasser des andern Aufsatzes in dem 3ten Theil der Liuonic. S. 130, welche 1700 ohne Benen-
nung des Orts ans Licht getreten, führt daraus Meinhards Antheil an dem schwedischen Einfal
in Curland, und die dadurch veranlaßte Verwüstung in Wirland an, nennet aber den Chro-
nikenschreiber Herman von Heldrungen.
c) Dieses Verona will Herr Gruber ganz und gar nicht gelten lassen. Seine Worte
in dem Briefe lauten so: Veronia aeque incognita est atque Neronia. Neque enim
Vironia
Wirland esse potest, multo minus Verona Venetorum. Jch wünschte hiebey,
dieser gelehrte Geschichtkundige hätte nur die geringste Ursach angegeben, warum das dem
Zusammenhang so gemässe Verona nicht angenommen werden könne, zumal da bekant ge-
nug ist, daß die Mönche, oder ihre Abschreiber, mit der Endigung a oder ia in der Erdbe-
schreibung der mitlern Zeiten nicht allzugewissenhaft umgegangen. Jndessen hat dieser
Einwurf mich begierig gemacht dreierley Handschriften nachzuschlagen. Die eine ist
von dem etwas weitläuftig gerathenen Auszuge des Hrn. David Werners, unter der
Aufschrift: Anales antiqui Liuoniae, welchen bisher viele für den wahren Text Hein-
richs
des Letten gehalten, und sich daher um das grössere Werk nicht bekümmert.
Weil dieser Auszug sich in vielen Abschriften verbreitet, so sind wir gleichfals durch die
Aufschrift verleitet worden, in der Vorrede des ersten Theils zu glauben, daß der
Haupttext, wie ihn Herr Gruber herausgegeben, so gar selten nicht sey; wovon wir
doch nachher das Gegentheil erfahren, und ihn unter den Samlungen unserer berühm-
testen Liebhaber gar nicht, oder mit vieler Mühe antreffen können. Jn diesem Auszu-
ge meldet Werner, daß der Grundtext oder das wahre Original von Heinrichs des
Letten Chronik, in dem königl. schwedischen Archiv zu Stockholm verwahret wer-
de, und Philip von Ratzeburg in einem Kloster auf Gothland begraben liege, des-
sen Namen er uns verscheiget; ob ich schon nicht einsehe, was die Alpen bey Gothland
vorstellen sollen, wo keine hohe Gebirge zum Vorschein kommen. Die andre Hand-
schrift hat die wittische Feder von einem Exemplar der schönen Bibliothek des Herrn
Johann Axel, Grafens von Oxenstierna genommen, welches mit der hannöveri-
schen
Abschrift auch in Kleinigkeiten übereinkomt, und ebenfals Neronia und Neronien-
sis
beibehalten. Dieses alles vermehrte meinen Zweifel, der sich auch aus der zu Ba-
sel
1573 in 12 gedruckten Nauigatio maris Arctoi i. e. Balthici et Sinus Codani de-
scri-
C

Biſch. Albert. zur Zeit der Regierung des Volquin.
Doch konte Philip Rom ſelbſt nicht erreichen, ſondern ſtarb unterweges zu1214
Verona c).

Eſt-
n. 1 geholfen, anbringen koͤnnen, nach welcher er, ſtatt des im Lateiniſchen befindli-
chen Worts Stucuanta, lieber Sarcianta leſen wil. Die Handſchriften, von denen wir
gleich ein mehreres ſagen wollen, behalten dieſes ungerathene Wort, deſſen Anfang aber
nicht mit St ſondern Sl geſchrieben wird, wie auch meine vorige revelſche Handſchrift
hatte. Der eine Text erklaͤrte es in einer Randgloſſe: Sluckhuarda noſter, gleichſam,
unſer Kellermeiſter, davon ein guter Schlucker herkommen ſoll. Die andre Abſchrift
liefert uns ein Wort mit alten verzogenen Muͤnchszuͤgen, die uns keinen Zweifel uͤbrig
laſſen, daß nicht im Grundtext: Et ait Albertus Sluk. nauta noſter, geſtanden, wie Huit-
feld
einen Rubert von Sluk, ehemaligen Beſitzer der Doͤrfer Obwald, Ruts und
Sammitkertel im Revelſchen, unterm Jahre 1249 p. 221 anfuͤhret. Ein Minori-
tenbruder
Namens Albert Sluck, erſcheinet in den Friedenstractaten mit den Lit-
thauern
von 1323.
quam ocyus, lege, quantocyus p. 37 lin. 14 pro dilatauerunt leg. dilaniauerunt; lin. 33 lege:
ubi cum plurimum profeciſſet, p. 39 lin. 2 tantorum i. e. tot hominum, phraſi Tertulliano
familiari. h) ad exemplum Vincentii Bellovac. ſpec. hiſtor. lib. 31 c. 83, 84, Cogones Colo-
nienſium
: cogones, galeae, etc. p. 76 h) lege omen et eiice, ſenſum; p. 81 n) promtualibus
leg. pro victualibus vt n. I; p. 97 c) Papp Eſtonibus, Pop Slauis eſt ſacerdos teſte Io. Herbi-
nio
de eryptis Kiov. c. 14, 8 p. 101 a) Chronicon Kiouienſe ſiue Theodoſii ſiue Neſtoris ante
omnia conſulendum; p. 160 b) Alphonſi verum nomen Raphael Sauanarola, p. 182 lin. 29
leg. vitia, dans.
Jn der deutſchen Ueberſetzung entdecket der Herr geh. Juſtizrath uns fol-
gende wirkliche Fehler: S. 19 f) ſollen Inſcriptiones facti die Protokolle heiſſen. S. 87 e) bedeu-
tet Legatus imperii einen Reichsverweſer; S. 90 k) muß Sirmond den Vornamen Jacob be-
kommen. S. 147 a) in ſin. ſol id quod eſt in principio ſo viel ſeyn, als eine Petitio principii,
wenn man das zum Beweis gebraucht was noch ſelbſt erſt mus erwieſen werden. Noch eine
gruberſche Anmerkung nebſt unſern eigenen Verbeſſerungen uͤber den erſten Theil, ſollen weiter
unten folgen.
Vor der gruberſchen Ausgabe hat man den Werth der alten Annales nicht zu ſchaͤtzen ge-
wuſt, obgleich einige Gelehrte ſie auch in gedruckten Schriften angezogen. Selbſt der gelehrte
Verfaſſer des andern Aufſatzes in dem 3ten Theil der Liuonic. S. 130, welche 1700 ohne Benen-
nung des Orts ans Licht getreten, fuͤhrt daraus Meinhards Antheil an dem ſchwediſchen Einfal
in Curland, und die dadurch veranlaßte Verwuͤſtung in Wirland an, nennet aber den Chro-
nikenſchreiber Herman von Heldrungen.
c) Dieſes Verona will Herr Gruber ganz und gar nicht gelten laſſen. Seine Worte
in dem Briefe lauten ſo: Veronia aeque incognita eſt atque Neronia. Neque enim
Vironia
Wirland eſſe poteſt, multo minus Verona Venetorum. Jch wuͤnſchte hiebey,
dieſer gelehrte Geſchichtkundige haͤtte nur die geringſte Urſach angegeben, warum das dem
Zuſammenhang ſo gemaͤſſe Verona nicht angenommen werden koͤnne, zumal da bekant ge-
nug iſt, daß die Moͤnche, oder ihre Abſchreiber, mit der Endigung a oder ia in der Erdbe-
ſchreibung der mitlern Zeiten nicht allzugewiſſenhaft umgegangen. Jndeſſen hat dieſer
Einwurf mich begierig gemacht dreierley Handſchriften nachzuſchlagen. Die eine iſt
von dem etwas weitlaͤuftig gerathenen Auszuge des Hrn. David Werners, unter der
Aufſchrift: Anales antiqui Liuoniae, welchen bisher viele fuͤr den wahren Text Hein-
richs
des Letten gehalten, und ſich daher um das groͤſſere Werk nicht bekuͤmmert.
Weil dieſer Auszug ſich in vielen Abſchriften verbreitet, ſo ſind wir gleichfals durch die
Aufſchrift verleitet worden, in der Vorrede des erſten Theils zu glauben, daß der
Haupttext, wie ihn Herr Gruber herausgegeben, ſo gar ſelten nicht ſey; wovon wir
doch nachher das Gegentheil erfahren, und ihn unter den Samlungen unſerer beruͤhm-
teſten Liebhaber gar nicht, oder mit vieler Muͤhe antreffen koͤnnen. Jn dieſem Auszu-
ge meldet Werner, daß der Grundtext oder das wahre Original von Heinrichs des
Letten Chronik, in dem koͤnigl. ſchwediſchen Archiv zu Stockholm verwahret wer-
de, und Philip von Ratzeburg in einem Kloſter auf Gothland begraben liege, deſ-
ſen Namen er uns verſcheiget; ob ich ſchon nicht einſehe, was die Alpen bey Gothland
vorſtellen ſollen, wo keine hohe Gebirge zum Vorſchein kommen. Die andre Hand-
ſchrift hat die wittiſche Feder von einem Exemplar der ſchoͤnen Bibliothek des Herrn
Johann Axel, Grafens von Oxenſtierna genommen, welches mit der hannoͤveri-
ſchen
Abſchrift auch in Kleinigkeiten uͤbereinkomt, und ebenfals Neronia und Neronien-
ſis
beibehalten. Dieſes alles vermehrte meinen Zweifel, der ſich auch aus der zu Ba-
ſel
1573 in 12 gedruckten Nauigatio maris Arctoi i. e. Balthici et Sinus Codani de-
ſcri-
C
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <p><pb facs="#f0027" n="9"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Bi&#x017F;ch. Albert. zur Zeit der Regierung des Volquin.</hi></fw><lb/>
Doch konte <hi rendition="#fr">Philip</hi> Rom &#x017F;elb&#x017F;t nicht erreichen, &#x017F;ondern &#x017F;tarb unterweges zu<note place="right">1214</note><lb/><hi rendition="#fr">Verona</hi> <note xml:id="g11" next="#g12" place="foot" n="c)">Die&#x017F;es <hi rendition="#fr">Verona</hi> will Herr <hi rendition="#fr">Gruber</hi> ganz und gar nicht gelten la&#x017F;&#x017F;en. Seine Worte<lb/>
in dem Briefe lauten &#x017F;o: <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Veronia</hi> aeque incognita e&#x017F;t atque <hi rendition="#i">Neronia.</hi> Neque enim<lb/><hi rendition="#i">Vironia</hi></hi> <hi rendition="#fr">Wirland</hi> <hi rendition="#aq">e&#x017F;&#x017F;e pote&#x017F;t, multo minus <hi rendition="#i">Verona Venetorum.</hi></hi> Jch wu&#x0364;n&#x017F;chte hiebey,<lb/>
die&#x017F;er gelehrte Ge&#x017F;chichtkundige ha&#x0364;tte nur die gering&#x017F;te Ur&#x017F;ach angegeben, warum das dem<lb/>
Zu&#x017F;ammenhang &#x017F;o gema&#x0364;&#x017F;&#x017F;e <hi rendition="#fr">Verona</hi> nicht angenommen werden ko&#x0364;nne, zumal da bekant ge-<lb/>
nug i&#x017F;t, daß die Mo&#x0364;nche, oder ihre Ab&#x017F;chreiber, mit der Endigung <hi rendition="#aq">a</hi> oder <hi rendition="#aq">ia</hi> in der Erdbe-<lb/>
&#x017F;chreibung der mitlern Zeiten nicht allzugewi&#x017F;&#x017F;enhaft umgegangen. Jnde&#x017F;&#x017F;en hat die&#x017F;er<lb/>
Einwurf mich begierig gemacht dreierley Hand&#x017F;chriften nachzu&#x017F;chlagen. Die eine i&#x017F;t<lb/>
von dem etwas weitla&#x0364;uftig gerathenen Auszuge des Hrn. <hi rendition="#fr">David Werners,</hi> unter der<lb/>
Auf&#x017F;chrift: <hi rendition="#aq">Anales antiqui Liuoniae,</hi> welchen bisher viele fu&#x0364;r den wahren Text <hi rendition="#fr">Hein-<lb/>
richs</hi> des <hi rendition="#fr">Letten</hi> gehalten, und &#x017F;ich daher um das gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;ere Werk nicht beku&#x0364;mmert.<lb/>
Weil die&#x017F;er Auszug &#x017F;ich in vielen Ab&#x017F;chriften verbreitet, &#x017F;o &#x017F;ind wir gleichfals durch die<lb/>
Auf&#x017F;chrift verleitet worden, in der Vorrede des er&#x017F;ten Theils zu glauben, daß der<lb/>
Haupttext, wie ihn Herr <hi rendition="#fr">Gruber</hi> herausgegeben, &#x017F;o gar &#x017F;elten nicht &#x017F;ey; wovon wir<lb/>
doch nachher das Gegentheil erfahren, und ihn unter den Samlungen un&#x017F;erer beru&#x0364;hm-<lb/>
te&#x017F;ten Liebhaber gar nicht, oder mit vieler Mu&#x0364;he antreffen ko&#x0364;nnen. Jn die&#x017F;em Auszu-<lb/>
ge meldet <hi rendition="#fr">Werner,</hi> daß der Grundtext oder das wahre Original von <hi rendition="#fr">Heinrichs</hi> des<lb/><hi rendition="#fr">Letten</hi> Chronik, in dem ko&#x0364;nigl. <hi rendition="#fr">&#x017F;chwedi&#x017F;chen</hi> Archiv zu <hi rendition="#fr">Stockholm</hi> verwahret wer-<lb/>
de, und <hi rendition="#fr">Philip</hi> von <hi rendition="#fr">Ratzeburg</hi> in einem Klo&#x017F;ter auf <hi rendition="#fr">Gothland</hi> begraben liege, de&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en Namen er uns ver&#x017F;cheiget; ob ich &#x017F;chon nicht ein&#x017F;ehe, was die <hi rendition="#fr">Alpen</hi> bey <hi rendition="#fr">Gothland</hi><lb/>
vor&#x017F;tellen &#x017F;ollen, wo keine hohe Gebirge zum Vor&#x017F;chein kommen. Die andre Hand-<lb/>
&#x017F;chrift hat die <hi rendition="#fr">witti&#x017F;che</hi> Feder von einem Exemplar der &#x017F;cho&#x0364;nen Bibliothek des Herrn<lb/><hi rendition="#fr">Johann Axel,</hi> Grafens von <hi rendition="#fr">Oxen&#x017F;tierna</hi> genommen, welches mit der <hi rendition="#fr">hanno&#x0364;veri-<lb/>
&#x017F;chen</hi> Ab&#x017F;chrift auch in Kleinigkeiten u&#x0364;bereinkomt, und ebenfals <hi rendition="#aq">Neronia</hi> und <hi rendition="#aq">Neronien-<lb/>
&#x017F;is</hi> beibehalten. Die&#x017F;es alles vermehrte meinen Zweifel, der &#x017F;ich auch aus der zu <hi rendition="#fr">Ba-<lb/>
&#x017F;el</hi> 1573 in 12 gedruckten <hi rendition="#aq">Nauigatio maris Arctoi i. e. Balthici et Sinus Codani de-</hi><lb/>
<fw place="bottom" type="catch"><hi rendition="#aq">&#x017F;cri-</hi></fw></note>.</p><lb/>
        <fw place="bottom" type="sig">C</fw>
        <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#fr">E&#x017F;t-</hi> </fw><lb/>
        <note xml:id="g10" prev="#g09" place="foot" n="b)"><hi rendition="#aq">n.</hi> 1 geholfen, anbringen ko&#x0364;nnen, nach welcher er, &#x017F;tatt des im <hi rendition="#fr">Lateini&#x017F;chen</hi> befindli-<lb/>
chen Worts <hi rendition="#aq">Stucuanta,</hi> lieber <hi rendition="#aq">Sarcianta</hi> le&#x017F;en wil. Die Hand&#x017F;chriften, von denen wir<lb/>
gleich ein mehreres &#x017F;agen wollen, behalten die&#x017F;es ungerathene Wort, de&#x017F;&#x017F;en Anfang aber<lb/>
nicht mit <hi rendition="#aq">St</hi> &#x017F;ondern <hi rendition="#aq">Sl</hi> ge&#x017F;chrieben wird, wie auch meine vorige <hi rendition="#fr">revel&#x017F;che</hi> Hand&#x017F;chrift<lb/>
hatte. Der eine Text erkla&#x0364;rte es in einer Randglo&#x017F;&#x017F;e: <hi rendition="#aq">Sluckhuarda no&#x017F;ter,</hi> gleich&#x017F;am,<lb/>
un&#x017F;er Kellermei&#x017F;ter, davon ein guter Schlucker herkommen &#x017F;oll. Die andre Ab&#x017F;chrift<lb/>
liefert uns ein Wort mit alten verzogenen Mu&#x0364;nchszu&#x0364;gen, die uns keinen Zweifel u&#x0364;brig<lb/>
la&#x017F;&#x017F;en, daß nicht im Grundtext: <hi rendition="#aq">Et ait Albertus Sluk. nauta no&#x017F;ter,</hi> ge&#x017F;tanden, wie <hi rendition="#fr">Huit-<lb/>
feld</hi> einen <hi rendition="#fr">Rubert</hi> von <hi rendition="#fr">Sluk,</hi> ehemaligen Be&#x017F;itzer der Do&#x0364;rfer <hi rendition="#fr">Obwald, Ruts</hi> und<lb/><hi rendition="#fr">Sammitkertel</hi> im <hi rendition="#fr">Revel&#x017F;chen,</hi> unterm Jahre 1249 p. 221 anfu&#x0364;hret. Ein <hi rendition="#fr">Minori-<lb/>
tenbruder</hi> Namens <hi rendition="#fr">Albert Sluck,</hi> er&#x017F;cheinet in den Friedenstractaten mit den <hi rendition="#fr">Lit-<lb/>
thauern</hi> von 1323.</note><lb/><lb/>
        <p>
          <note xml:id="f15" prev="#f14" place="foot" n="**)"><hi rendition="#aq">quam ocyus, lege, quantocyus p. 37 lin. 14 pro dilatauerunt leg. dilaniauerunt; lin. 33 lege:<lb/>
ubi cum plurimum profeci&#x017F;&#x017F;et, p. 39 lin. 2 tantorum i. e. tot hominum, phra&#x017F;i Tertulliano<lb/>
familiari. h) ad exemplum <hi rendition="#i">Vincentii Bellovac.</hi> &#x017F;pec. hi&#x017F;tor. lib. 31 c. 83, 84, Cogones <hi rendition="#i">Colo-<lb/>
nien&#x017F;ium</hi>: cogones, galeae, etc. p. 76 h) lege omen et eiice, &#x017F;en&#x017F;um; p. 81 n) promtualibus<lb/>
leg. pro victualibus vt n. I; p. 97 c) Papp <hi rendition="#i">E&#x017F;tonibus</hi>, Pop <hi rendition="#i">Slauis</hi> e&#x017F;t &#x017F;acerdos te&#x017F;te <hi rendition="#i">Io. Herbi-<lb/>
nio</hi> de eryptis <hi rendition="#i">Kiov.</hi> c. 14, 8 p. 101 a) Chronicon <hi rendition="#i">Kiouien&#x017F;e</hi> &#x017F;iue <hi rendition="#i">Theodo&#x017F;ii</hi> &#x017F;iue <hi rendition="#i">Ne&#x017F;toris</hi> ante<lb/>
omnia con&#x017F;ulendum; p. 160 b) <hi rendition="#i">Alphon&#x017F;i</hi> verum nomen <hi rendition="#i">Raphael Sauanarola</hi>, p. 182 lin. 29<lb/>
leg. vitia, dans.</hi> Jn der <hi rendition="#fr">deut&#x017F;chen</hi> Ueber&#x017F;etzung entdecket der Herr geh. Ju&#x017F;tizrath uns fol-<lb/>
gende wirkliche Fehler: S. 19 <hi rendition="#aq">f</hi>) &#x017F;ollen <hi rendition="#aq">In&#x017F;criptiones facti</hi> die Protokolle hei&#x017F;&#x017F;en. S. 87 <hi rendition="#aq">e</hi>) bedeu-<lb/>
tet <hi rendition="#aq">Legatus imperii</hi> einen Reichsverwe&#x017F;er; S. 90 <hi rendition="#aq">k</hi>) muß <hi rendition="#fr">Sirmond</hi> den Vornamen <hi rendition="#fr">Jacob</hi> be-<lb/>
kommen. S. 147 <hi rendition="#aq">a) in &#x017F;in.</hi> &#x017F;ol <hi rendition="#aq">id quod e&#x017F;t in principio</hi> &#x017F;o viel &#x017F;eyn, als eine <hi rendition="#aq">Petitio principii,</hi><lb/>
wenn man das zum Beweis gebraucht was noch &#x017F;elb&#x017F;t er&#x017F;t mus erwie&#x017F;en werden. Noch eine<lb/><hi rendition="#fr">gruber&#x017F;che</hi> Anmerkung neb&#x017F;t un&#x017F;ern eigenen Verbe&#x017F;&#x017F;erungen u&#x0364;ber den er&#x017F;ten Theil, &#x017F;ollen weiter<lb/>
unten folgen.<lb/>
Vor der <hi rendition="#fr">gruber&#x017F;chen</hi> Ausgabe hat man den Werth der alten <hi rendition="#fr">Annales</hi> nicht zu &#x017F;cha&#x0364;tzen ge-<lb/>
wu&#x017F;t, obgleich einige Gelehrte &#x017F;ie auch in gedruckten Schriften angezogen. Selb&#x017F;t der gelehrte<lb/>
Verfa&#x017F;&#x017F;er des andern Auf&#x017F;atzes in dem 3ten Theil der <hi rendition="#aq"><hi rendition="#i">Liuonic.</hi></hi> S. 130, welche 1700 ohne Benen-<lb/>
nung des Orts ans Licht getreten, fu&#x0364;hrt daraus <hi rendition="#fr">Meinhards</hi> Antheil an dem <hi rendition="#fr">&#x017F;chwedi&#x017F;chen</hi> Einfal<lb/>
in <hi rendition="#fr">Curland,</hi> und die dadurch veranlaßte Verwu&#x0364;&#x017F;tung in <hi rendition="#fr">Wirland</hi> an, nennet aber den Chro-<lb/>
niken&#x017F;chreiber <hi rendition="#fr">Herman von Heldrungen.</hi></note>
        </p><lb/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[9/0027] Biſch. Albert. zur Zeit der Regierung des Volquin. Doch konte Philip Rom ſelbſt nicht erreichen, ſondern ſtarb unterweges zu Verona c). 1214 Eſt- b) **) c) Dieſes Verona will Herr Gruber ganz und gar nicht gelten laſſen. Seine Worte in dem Briefe lauten ſo: Veronia aeque incognita eſt atque Neronia. Neque enim Vironia Wirland eſſe poteſt, multo minus Verona Venetorum. Jch wuͤnſchte hiebey, dieſer gelehrte Geſchichtkundige haͤtte nur die geringſte Urſach angegeben, warum das dem Zuſammenhang ſo gemaͤſſe Verona nicht angenommen werden koͤnne, zumal da bekant ge- nug iſt, daß die Moͤnche, oder ihre Abſchreiber, mit der Endigung a oder ia in der Erdbe- ſchreibung der mitlern Zeiten nicht allzugewiſſenhaft umgegangen. Jndeſſen hat dieſer Einwurf mich begierig gemacht dreierley Handſchriften nachzuſchlagen. Die eine iſt von dem etwas weitlaͤuftig gerathenen Auszuge des Hrn. David Werners, unter der Aufſchrift: Anales antiqui Liuoniae, welchen bisher viele fuͤr den wahren Text Hein- richs des Letten gehalten, und ſich daher um das groͤſſere Werk nicht bekuͤmmert. Weil dieſer Auszug ſich in vielen Abſchriften verbreitet, ſo ſind wir gleichfals durch die Aufſchrift verleitet worden, in der Vorrede des erſten Theils zu glauben, daß der Haupttext, wie ihn Herr Gruber herausgegeben, ſo gar ſelten nicht ſey; wovon wir doch nachher das Gegentheil erfahren, und ihn unter den Samlungen unſerer beruͤhm- teſten Liebhaber gar nicht, oder mit vieler Muͤhe antreffen koͤnnen. Jn dieſem Auszu- ge meldet Werner, daß der Grundtext oder das wahre Original von Heinrichs des Letten Chronik, in dem koͤnigl. ſchwediſchen Archiv zu Stockholm verwahret wer- de, und Philip von Ratzeburg in einem Kloſter auf Gothland begraben liege, deſ- ſen Namen er uns verſcheiget; ob ich ſchon nicht einſehe, was die Alpen bey Gothland vorſtellen ſollen, wo keine hohe Gebirge zum Vorſchein kommen. Die andre Hand- ſchrift hat die wittiſche Feder von einem Exemplar der ſchoͤnen Bibliothek des Herrn Johann Axel, Grafens von Oxenſtierna genommen, welches mit der hannoͤveri- ſchen Abſchrift auch in Kleinigkeiten uͤbereinkomt, und ebenfals Neronia und Neronien- ſis beibehalten. Dieſes alles vermehrte meinen Zweifel, der ſich auch aus der zu Ba- ſel 1573 in 12 gedruckten Nauigatio maris Arctoi i. e. Balthici et Sinus Codani de- ſcri- b) n. 1 geholfen, anbringen koͤnnen, nach welcher er, ſtatt des im Lateiniſchen befindli- chen Worts Stucuanta, lieber Sarcianta leſen wil. Die Handſchriften, von denen wir gleich ein mehreres ſagen wollen, behalten dieſes ungerathene Wort, deſſen Anfang aber nicht mit St ſondern Sl geſchrieben wird, wie auch meine vorige revelſche Handſchrift hatte. Der eine Text erklaͤrte es in einer Randgloſſe: Sluckhuarda noſter, gleichſam, unſer Kellermeiſter, davon ein guter Schlucker herkommen ſoll. Die andre Abſchrift liefert uns ein Wort mit alten verzogenen Muͤnchszuͤgen, die uns keinen Zweifel uͤbrig laſſen, daß nicht im Grundtext: Et ait Albertus Sluk. nauta noſter, geſtanden, wie Huit- feld einen Rubert von Sluk, ehemaligen Beſitzer der Doͤrfer Obwald, Ruts und Sammitkertel im Revelſchen, unterm Jahre 1249 p. 221 anfuͤhret. Ein Minori- tenbruder Namens Albert Sluck, erſcheinet in den Friedenstractaten mit den Lit- thauern von 1323. **) quam ocyus, lege, quantocyus p. 37 lin. 14 pro dilatauerunt leg. dilaniauerunt; lin. 33 lege: ubi cum plurimum profeciſſet, p. 39 lin. 2 tantorum i. e. tot hominum, phraſi Tertulliano familiari. h) ad exemplum Vincentii Bellovac. ſpec. hiſtor. lib. 31 c. 83, 84, Cogones Colo- nienſium: cogones, galeae, etc. p. 76 h) lege omen et eiice, ſenſum; p. 81 n) promtualibus leg. pro victualibus vt n. I; p. 97 c) Papp Eſtonibus, Pop Slauis eſt ſacerdos teſte Io. Herbi- nio de eryptis Kiov. c. 14, 8 p. 101 a) Chronicon Kiouienſe ſiue Theodoſii ſiue Neſtoris ante omnia conſulendum; p. 160 b) Alphonſi verum nomen Raphael Sauanarola, p. 182 lin. 29 leg. vitia, dans. Jn der deutſchen Ueberſetzung entdecket der Herr geh. Juſtizrath uns fol- gende wirkliche Fehler: S. 19 f) ſollen Inſcriptiones facti die Protokolle heiſſen. S. 87 e) bedeu- tet Legatus imperii einen Reichsverweſer; S. 90 k) muß Sirmond den Vornamen Jacob be- kommen. S. 147 a) in ſin. ſol id quod eſt in principio ſo viel ſeyn, als eine Petitio principii, wenn man das zum Beweis gebraucht was noch ſelbſt erſt mus erwieſen werden. Noch eine gruberſche Anmerkung nebſt unſern eigenen Verbeſſerungen uͤber den erſten Theil, ſollen weiter unten folgen. Vor der gruberſchen Ausgabe hat man den Werth der alten Annales nicht zu ſchaͤtzen ge- wuſt, obgleich einige Gelehrte ſie auch in gedruckten Schriften angezogen. Selbſt der gelehrte Verfaſſer des andern Aufſatzes in dem 3ten Theil der Liuonic. S. 130, welche 1700 ohne Benen- nung des Orts ans Licht getreten, fuͤhrt daraus Meinhards Antheil an dem ſchwediſchen Einfal in Curland, und die dadurch veranlaßte Verwuͤſtung in Wirland an, nennet aber den Chro- nikenſchreiber Herman von Heldrungen. C

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik02_1753
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik02_1753/27
Zitationshilfe: [Lettus, Henricus]: Der Liefländischen Chronik Andrer Theil. Halle (Saale), 1753, S. 9. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lettus_chronik02_1753/27>, abgerufen am 25.02.2024.