Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.Capitel. Suchet den HERREN weil er zu finden ist. Kürtzlich die Hauptregul von der Fürsichtigkeit zu wiederholen / so werden wir ermahnet / erstlich nach GOttes Willen flejssig zu forschen / hernach denselben zu aller Zeit / wie die auch sey in acht zu nehmen / vnd nicht zu versäumen / was wir nach Begebenheit der Zeit GOtt zu Dienst thun oder leyden können. Vnd dazu müssen wir grossen Ernst vnnd Fleiß gebrauchen / das wird vnsere rechte Weißheit seyn. Folget die andere Hauptregul / die vns führet auff ein geistlichesII. Regula p spirituali ebrietate. Wolleben vnd Trunckenheit; Sauffet euch nicht voll Weins / darauß ein vnordentlich Wesen folget / sondern werdet voll Geistes. Die Meynung ist: Wollet jhr frölich seyn / so suchet Frölichkeit nicht beym Wein / sondern in dem heyligen Geist. Damit wird zweyerley Füllerey vnd Frölichkeit gegenander gesetzet; eine ist weltlich / die ander geistlich; eine ist schändlich / die ander selig. Der Schändt-weltlichen Vollerey gilt es / wann gesagtRejicitur Ebrietas corporalis. wird: Sauffet euch nicht voll Weins / darauß ein vnordentlich Wesen folget. Da haben wir außdruckliche helle Worte; darinnen vns GOtt wiederräth vnd verbeut mit Sauffen vns vnd vnsere Sinne zu vberladen. Da möchte ich nun wissen / wie jhr euch GOtt möget einbilden / die jhr wissentlich vnnd vorsetzlich mit Wein oder Bier ewren Leib vnd Sinne vberladet / es geschehe einmal oder offtmal. Andere Laster erkennt man noch etlicher massen / aber Trunckenheit will gar für keine Sünde gehalten seyn / eben als were es nicht ein Wort deß HERREN: Sauffet euch nicht voll Weins. Gedenckt bey Zeit daran / was jhr wollet antworten im künfftigen Gericht / wann euch diese klare Wort werden für Augen geleget werden; sauffet euch nicht voll Weins. Capitel. Suchet den HERREN weil er zu finden ist. Kürtzlich die Hauptregul von der Fürsichtigkeit zu wiederholen / so werden wir ermahnet / erstlich nach GOttes Willen flejssig zu forschen / hernach denselben zu aller Zeit / wie die auch sey in acht zu nehmen / vnd nicht zu versäumen / was wir nach Begebenheit der Zeit GOtt zu Dienst thun oder leyden können. Vnd dazu müssen wir grossen Ernst vnnd Fleiß gebrauchen / das wird vnsere rechte Weißheit seyn. Folget die andere Hauptregul / die vns führet auff ein geistlichesII. Regula p spirituali ebrietate. Wolleben vnd Trunckenheit; Sauffet euch nicht voll Weins / darauß ein vnordentlich Wesen folget / sondern werdet voll Geistes. Die Meynung ist: Wollet jhr frölich seyn / so suchet Frölichkeit nicht beym Wein / sondern in dem heyligen Geist. Damit wird zweyerley Füllerey vnd Frölichkeit gegenander gesetzet; eine ist weltlich / die ander geistlich; eine ist schändlich / die ander selig. Der Schändt-weltlichen Vollerey gilt es / wann gesagtRejicitur Ebrietas corporalis. wird: Sauffet euch nicht voll Weins / darauß ein vnordentlich Wesen folget. Da haben wir außdruckliche helle Worte; darinnen vns GOtt wiederräth vnd verbeut mit Sauffen vns vnd vnsere Sinne zu vberladen. Da möchte ich nun wissen / wie jhr euch GOtt möget einbilden / die jhr wissentlich vnnd vorsetzlich mit Wein oder Bier ewren Leib vnd Sinne vberladet / es geschehe einmal oder offtmal. Andere Laster erkennt man noch etlicher massen / aber Trunckenheit will gar für keine Sünde gehalten seyn / eben als were es nicht ein Wort deß HERREN: Sauffet euch nicht voll Weins. Gedenckt bey Zeit daran / was jhr wollet antworten im künfftigen Gericht / wann euch diese klare Wort werden für Augen geleget werden; sauffet euch nicht voll Weins. <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0429" n="413"/> Capitel. Suchet den HERREN weil er zu finden ist.</p> <p>Kürtzlich die Hauptregul von der Fürsichtigkeit zu wiederholen / so werden wir ermahnet / erstlich nach GOttes Willen flejssig zu forschen / hernach denselben zu aller Zeit / wie die auch sey in acht zu nehmen / vnd nicht zu versäumen / was wir nach Begebenheit der Zeit GOtt zu Dienst thun oder leyden können. Vnd dazu müssen wir grossen Ernst vnnd Fleiß gebrauchen / das wird vnsere rechte Weißheit seyn.</p> <p>Folget die andere Hauptregul / die vns führet auff ein geistliches<note place="right">II. Regula p spirituali ebrietate.</note> Wolleben vnd Trunckenheit; Sauffet euch nicht voll Weins / darauß ein vnordentlich Wesen folget / sondern werdet voll Geistes. Die Meynung ist: Wollet jhr frölich seyn / so suchet Frölichkeit nicht beym Wein / sondern in dem heyligen Geist. Damit wird zweyerley Füllerey vnd Frölichkeit gegenander gesetzet; eine ist weltlich / die ander geistlich; eine ist schändlich / die ander selig.</p> <p>Der Schändt-weltlichen Vollerey gilt es / wann gesagt<note place="right">Rejicitur Ebrietas corporalis.</note> wird: Sauffet euch nicht voll Weins / darauß ein vnordentlich Wesen folget. Da haben wir außdruckliche helle Worte; darinnen vns GOtt wiederräth vnd verbeut mit Sauffen vns vnd vnsere Sinne zu vberladen. Da möchte ich nun wissen / wie jhr euch GOtt möget einbilden / die jhr wissentlich vnnd vorsetzlich mit Wein oder Bier ewren Leib vnd Sinne vberladet / es geschehe einmal oder offtmal. Andere Laster erkennt man noch etlicher massen / aber Trunckenheit will gar für keine Sünde gehalten seyn / eben als were es nicht ein Wort deß HERREN: Sauffet euch nicht voll Weins. Gedenckt bey Zeit daran / was jhr wollet antworten im künfftigen Gericht / wann euch diese klare Wort werden für Augen geleget werden; sauffet euch nicht voll Weins.</p> </div> </body> </text> </TEI> [413/0429]
Capitel. Suchet den HERREN weil er zu finden ist.
Kürtzlich die Hauptregul von der Fürsichtigkeit zu wiederholen / so werden wir ermahnet / erstlich nach GOttes Willen flejssig zu forschen / hernach denselben zu aller Zeit / wie die auch sey in acht zu nehmen / vnd nicht zu versäumen / was wir nach Begebenheit der Zeit GOtt zu Dienst thun oder leyden können. Vnd dazu müssen wir grossen Ernst vnnd Fleiß gebrauchen / das wird vnsere rechte Weißheit seyn.
Folget die andere Hauptregul / die vns führet auff ein geistliches Wolleben vnd Trunckenheit; Sauffet euch nicht voll Weins / darauß ein vnordentlich Wesen folget / sondern werdet voll Geistes. Die Meynung ist: Wollet jhr frölich seyn / so suchet Frölichkeit nicht beym Wein / sondern in dem heyligen Geist. Damit wird zweyerley Füllerey vnd Frölichkeit gegenander gesetzet; eine ist weltlich / die ander geistlich; eine ist schändlich / die ander selig.
II. Regula p spirituali ebrietate. Der Schändt-weltlichen Vollerey gilt es / wann gesagt wird: Sauffet euch nicht voll Weins / darauß ein vnordentlich Wesen folget. Da haben wir außdruckliche helle Worte; darinnen vns GOtt wiederräth vnd verbeut mit Sauffen vns vnd vnsere Sinne zu vberladen. Da möchte ich nun wissen / wie jhr euch GOtt möget einbilden / die jhr wissentlich vnnd vorsetzlich mit Wein oder Bier ewren Leib vnd Sinne vberladet / es geschehe einmal oder offtmal. Andere Laster erkennt man noch etlicher massen / aber Trunckenheit will gar für keine Sünde gehalten seyn / eben als were es nicht ein Wort deß HERREN: Sauffet euch nicht voll Weins. Gedenckt bey Zeit daran / was jhr wollet antworten im künfftigen Gericht / wann euch diese klare Wort werden für Augen geleget werden; sauffet euch nicht voll Weins.
Rejicitur Ebrietas corporalis.
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools
|
| URL zu diesem Werk: | https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652 |
| URL zu dieser Seite: | https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/429 |
| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 413. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/429>, abgerufen am 06.08.2024. |


