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Herders Conversations-Lexikon. Bd. 2. Freiburg im Breisgau, 1854.

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Brüder, geb. 1416 zu Paula in Calabrien, wallfahrtete mit den frommen Eltern früh nach Assisi und Rom, erwählte 15jährig das strenge Leben eines Einsiedlers, bekam Genossen und wurde Vorsteher eines von ihm 1454 gegründeten Klosters. Seine Regel verpflichtete, die strengen Fastengebote der ältesten Zeit das ganze Jahr hindurch zu beobachten, Nächstenliebe und Demuth vor allem zu pflegen, wobei sich die Einhaltung der 3 gemeinsamen Gelübde geistlicher Orden von selbst versteht. Bestätigung erhielt der Orden 1474 und später wiederholt. König Ludwig XI. wollte sein Leben durch ein Wunder des F. verlängert haben, aber nur auf Geheiß des Papstes kam dieser nach Frank. reich und wirkte der Todesfurcht des Königs durch Vorbereitung auf ein christliches Ende entgegen. Von den Königen Karl VIII. und Ludwig XII. hochverehrt, blieb F. seit 1483 in Frankreich, st. 1508 in seinem Kloster Plessis-les-Tours u. wurde 1519 heilig gesprochen. Die Hugenotten verbrannten 1562 seine Reliquien mit dem Holz eines großen Crucifixes, einige Gebeine kamen in Minimenklöster. - Gedächtnißtag 2. April.


Franz von Sales, der heilige, geb. 1567 auf dem Schlosse Sales in Savoien aus gräfl. Familie, studierte zu Annecy, Paris, Padua, wo er Doctor der Theologie u. Jurisprudenz wurde. Den Absichten des Vaters entgegen empfing er 1593 die Priesterweihe, wurde Dompropst zu Annecy, Coadjutor und 1602 Bischof von Genf, als welcher er 1622 st. Bekannt ist, wie Viele er im Herzogthum Chablais, in den Landvogteien Gex, Terni und Gaillard durch hinreißende Beredtsamkeit und werkthätige Liebe vom Calvinismus zurückbrachte und wie er selbst den Beza zu bekehren strebte. Mit der hl. Franziska von Chantal stiftete F. für Armen- und Krankenpflege den Orden der Heimsuchung Mariä oder die Salesianerinen; der Nachwelt hinterließ er ein Spiegelbild seines Wesens in dem berühmten Gebetbuche: "Philothea oder Anleitung zum seligen Leben". Er wurde 1665 unter die Heiligen aufgenommen; Gedächtnißtag 29. Januar.


Franz Xaver, St., der Apostel von Indien und Patron der Missionen, geb. 1506 auf dem Schlosse Xavier bei Pampeluna, lehrte 22jährig zu Paris Philosophie und wurde 1534 durch Ignaz von Loyola Jesuit. Auf Verlangen des Königs Johann von Portugal schiffte sich F. als apostol. Nuntius 1541 nach Indien ein, verwandelte sein Schiff in eine schwimmende Kirche voll guter Christen, stiftete zu Goa ein Seminar und vollbrachte trotz allen Hindernissen, welche ihm die Brahmanen u. indischen Herrscher und noch mehr die Laster der Portugiesen entgegensetzten, von 1542 bis 49 in vielen Gegenden und bei den wildesten Inselbewohnern Wunder der Bekehrung. Im Jahr 1549 kam er nach Japan, wo einige Unterkönige, namentlich Bungo, und viele Anklänge buddhistischer Gebräuche an das Christenthum seine Mission förderten. Der Gouverneur von Malacca verhinderte, daß F. 1551 mit einer Gesandtschaft nach China kam, F. zog mit einem einzigen Gefährten dahin, erlag aber am 2. Dez. 1552 auf der Insel Sancian einem Fieber. Sein Leichnam kam nach Goa, die Canonisationsbulle vom 6. August 1623 hebt namentlich seine wunderbare Sprachengabe hervor; seine Briefe wurden ins Deutsche übersetzt von I. Burg, Köln 1836.


Franz I., Stephan, Kaiser, geb. 8. Dezbr. 1708 zu Nancy, Sohn des Herzogs Leopold Joseph von Lothringen u. der Elise Charlotte von Orleans, kam in seinem 12. Jahre nach Wien und wurde unter den Augen des Kaisers Karl Vl. erzogen. Nach dem 1729 erfolgten Tode seines Vaters überließ er die Regierung des Herzogthums seiner Mutter, trat dasselbe 1735 an Stanislas Leszinsky, den vertriebenen König von Polen, respective an Frankreich ab und erhielt dafür die Anwartschaft auf das Großherzogthum Toscana. Den 12. Febr. 1736 vermählte er sich mit Maria Theresia, dem letzten Sprößling des Habsburgischen Geschlechts u. wurde durch sie der Ahnherr des jetzigen Kaiserhauses. Den 7. Juli 1737 wurde er Großherzog von Toscana, das er zu einer Secundogenitur seines Hauses

Brüder, geb. 1416 zu Paula in Calabrien, wallfahrtete mit den frommen Eltern früh nach Assisi und Rom, erwählte 15jährig das strenge Leben eines Einsiedlers, bekam Genossen und wurde Vorsteher eines von ihm 1454 gegründeten Klosters. Seine Regel verpflichtete, die strengen Fastengebote der ältesten Zeit das ganze Jahr hindurch zu beobachten, Nächstenliebe und Demuth vor allem zu pflegen, wobei sich die Einhaltung der 3 gemeinsamen Gelübde geistlicher Orden von selbst versteht. Bestätigung erhielt der Orden 1474 und später wiederholt. König Ludwig XI. wollte sein Leben durch ein Wunder des F. verlängert haben, aber nur auf Geheiß des Papstes kam dieser nach Frank. reich und wirkte der Todesfurcht des Königs durch Vorbereitung auf ein christliches Ende entgegen. Von den Königen Karl VIII. und Ludwig XII. hochverehrt, blieb F. seit 1483 in Frankreich, st. 1508 in seinem Kloster Plessis-les-Tours u. wurde 1519 heilig gesprochen. Die Hugenotten verbrannten 1562 seine Reliquien mit dem Holz eines großen Crucifixes, einige Gebeine kamen in Minimenklöster. – Gedächtnißtag 2. April.


Franz von Sales, der heilige, geb. 1567 auf dem Schlosse Sales in Savoien aus gräfl. Familie, studierte zu Annecy, Paris, Padua, wo er Doctor der Theologie u. Jurisprudenz wurde. Den Absichten des Vaters entgegen empfing er 1593 die Priesterweihe, wurde Dompropst zu Annecy, Coadjutor und 1602 Bischof von Genf, als welcher er 1622 st. Bekannt ist, wie Viele er im Herzogthum Chablais, in den Landvogteien Gex, Terni und Gaillard durch hinreißende Beredtsamkeit und werkthätige Liebe vom Calvinismus zurückbrachte und wie er selbst den Beza zu bekehren strebte. Mit der hl. Franziska von Chantal stiftete F. für Armen- und Krankenpflege den Orden der Heimsuchung Mariä oder die Salesianerinen; der Nachwelt hinterließ er ein Spiegelbild seines Wesens in dem berühmten Gebetbuche: „Philothea oder Anleitung zum seligen Leben“. Er wurde 1665 unter die Heiligen aufgenommen; Gedächtnißtag 29. Januar.


Franz Xaver, St., der Apostel von Indien und Patron der Missionen, geb. 1506 auf dem Schlosse Xavier bei Pampeluna, lehrte 22jährig zu Paris Philosophie und wurde 1534 durch Ignaz von Loyola Jesuit. Auf Verlangen des Königs Johann von Portugal schiffte sich F. als apostol. Nuntius 1541 nach Indien ein, verwandelte sein Schiff in eine schwimmende Kirche voll guter Christen, stiftete zu Goa ein Seminar und vollbrachte trotz allen Hindernissen, welche ihm die Brahmanen u. indischen Herrscher und noch mehr die Laster der Portugiesen entgegensetzten, von 1542 bis 49 in vielen Gegenden und bei den wildesten Inselbewohnern Wunder der Bekehrung. Im Jahr 1549 kam er nach Japan, wo einige Unterkönige, namentlich Bungo, und viele Anklänge buddhistischer Gebräuche an das Christenthum seine Mission förderten. Der Gouverneur von Malacca verhinderte, daß F. 1551 mit einer Gesandtschaft nach China kam, F. zog mit einem einzigen Gefährten dahin, erlag aber am 2. Dez. 1552 auf der Insel Sancian einem Fieber. Sein Leichnam kam nach Goa, die Canonisationsbulle vom 6. August 1623 hebt namentlich seine wunderbare Sprachengabe hervor; seine Briefe wurden ins Deutsche übersetzt von I. Burg, Köln 1836.


Franz I., Stephan, Kaiser, geb. 8. Dezbr. 1708 zu Nancy, Sohn des Herzogs Leopold Joseph von Lothringen u. der Elise Charlotte von Orleans, kam in seinem 12. Jahre nach Wien und wurde unter den Augen des Kaisers Karl Vl. erzogen. Nach dem 1729 erfolgten Tode seines Vaters überließ er die Regierung des Herzogthums seiner Mutter, trat dasselbe 1735 an Stanislas Leszinsky, den vertriebenen König von Polen, respective an Frankreich ab und erhielt dafür die Anwartschaft auf das Großherzogthum Toscana. Den 12. Febr. 1736 vermählte er sich mit Maria Theresia, dem letzten Sprößling des Habsburgischen Geschlechts u. wurde durch sie der Ahnherr des jetzigen Kaiserhauses. Den 7. Juli 1737 wurde er Großherzog von Toscana, das er zu einer Secundogenitur seines Hauses

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[775/0776] Brüder, geb. 1416 zu Paula in Calabrien, wallfahrtete mit den frommen Eltern früh nach Assisi und Rom, erwählte 15jährig das strenge Leben eines Einsiedlers, bekam Genossen und wurde Vorsteher eines von ihm 1454 gegründeten Klosters. Seine Regel verpflichtete, die strengen Fastengebote der ältesten Zeit das ganze Jahr hindurch zu beobachten, Nächstenliebe und Demuth vor allem zu pflegen, wobei sich die Einhaltung der 3 gemeinsamen Gelübde geistlicher Orden von selbst versteht. Bestätigung erhielt der Orden 1474 und später wiederholt. König Ludwig XI. wollte sein Leben durch ein Wunder des F. verlängert haben, aber nur auf Geheiß des Papstes kam dieser nach Frank. reich und wirkte der Todesfurcht des Königs durch Vorbereitung auf ein christliches Ende entgegen. Von den Königen Karl VIII. und Ludwig XII. hochverehrt, blieb F. seit 1483 in Frankreich, st. 1508 in seinem Kloster Plessis-les-Tours u. wurde 1519 heilig gesprochen. Die Hugenotten verbrannten 1562 seine Reliquien mit dem Holz eines großen Crucifixes, einige Gebeine kamen in Minimenklöster. – Gedächtnißtag 2. April. Franz von Sales, der heilige, geb. 1567 auf dem Schlosse Sales in Savoien aus gräfl. Familie, studierte zu Annecy, Paris, Padua, wo er Doctor der Theologie u. Jurisprudenz wurde. Den Absichten des Vaters entgegen empfing er 1593 die Priesterweihe, wurde Dompropst zu Annecy, Coadjutor und 1602 Bischof von Genf, als welcher er 1622 st. Bekannt ist, wie Viele er im Herzogthum Chablais, in den Landvogteien Gex, Terni und Gaillard durch hinreißende Beredtsamkeit und werkthätige Liebe vom Calvinismus zurückbrachte und wie er selbst den Beza zu bekehren strebte. Mit der hl. Franziska von Chantal stiftete F. für Armen- und Krankenpflege den Orden der Heimsuchung Mariä oder die Salesianerinen; der Nachwelt hinterließ er ein Spiegelbild seines Wesens in dem berühmten Gebetbuche: „Philothea oder Anleitung zum seligen Leben“. Er wurde 1665 unter die Heiligen aufgenommen; Gedächtnißtag 29. Januar. Franz Xaver, St., der Apostel von Indien und Patron der Missionen, geb. 1506 auf dem Schlosse Xavier bei Pampeluna, lehrte 22jährig zu Paris Philosophie und wurde 1534 durch Ignaz von Loyola Jesuit. Auf Verlangen des Königs Johann von Portugal schiffte sich F. als apostol. Nuntius 1541 nach Indien ein, verwandelte sein Schiff in eine schwimmende Kirche voll guter Christen, stiftete zu Goa ein Seminar und vollbrachte trotz allen Hindernissen, welche ihm die Brahmanen u. indischen Herrscher und noch mehr die Laster der Portugiesen entgegensetzten, von 1542 bis 49 in vielen Gegenden und bei den wildesten Inselbewohnern Wunder der Bekehrung. Im Jahr 1549 kam er nach Japan, wo einige Unterkönige, namentlich Bungo, und viele Anklänge buddhistischer Gebräuche an das Christenthum seine Mission förderten. Der Gouverneur von Malacca verhinderte, daß F. 1551 mit einer Gesandtschaft nach China kam, F. zog mit einem einzigen Gefährten dahin, erlag aber am 2. Dez. 1552 auf der Insel Sancian einem Fieber. Sein Leichnam kam nach Goa, die Canonisationsbulle vom 6. August 1623 hebt namentlich seine wunderbare Sprachengabe hervor; seine Briefe wurden ins Deutsche übersetzt von I. Burg, Köln 1836. Franz I., Stephan, Kaiser, geb. 8. Dezbr. 1708 zu Nancy, Sohn des Herzogs Leopold Joseph von Lothringen u. der Elise Charlotte von Orleans, kam in seinem 12. Jahre nach Wien und wurde unter den Augen des Kaisers Karl Vl. erzogen. Nach dem 1729 erfolgten Tode seines Vaters überließ er die Regierung des Herzogthums seiner Mutter, trat dasselbe 1735 an Stanislas Leszinsky, den vertriebenen König von Polen, respective an Frankreich ab und erhielt dafür die Anwartschaft auf das Großherzogthum Toscana. Den 12. Febr. 1736 vermählte er sich mit Maria Theresia, dem letzten Sprößling des Habsburgischen Geschlechts u. wurde durch sie der Ahnherr des jetzigen Kaiserhauses. Den 7. Juli 1737 wurde er Großherzog von Toscana, das er zu einer Secundogenitur seines Hauses

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Zitationshilfe: Herders Conversations-Lexikon. Bd. 2. Freiburg im Breisgau, 1854, S. 775. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_conversationslexikon02_1854/776>, abgerufen am 02.03.2024.