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Nyland, Petrus: Desz Schauplatzes Irdischer Geschöpffe. Bd. 4. Osnabrück, 1687.

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gessen. Clusius berichtet/ daß als er Schildkröten Fleisch/ und einige Ungaren solches sahen/ hetten sie gemeinet/ er muste also fort daran sterben. In Indien werden sie viel zu Tisch gebracht/ und fürnemlich die im Augustmonat und September gefangen werden / weil sie umb solche Zeit am fettesten sind/ gepriesen/ die Weiblein vom Februario biß in den Majum. In Indien sind sie so groß/ als grosse Erdschollen / haben lieblich und feist Fleisch. Zu Bononien wird ein Syrup von Schildkröten gemacht/ welcher den Schwindsüchtigen und Außgedruckneten eingegeben wird. Die Portugiesen machen ein Decoctum davon wieder die Flüsse und Husten. Weckerus propoinret ein Ecligma die scherffe des Saamen-abflusses damit zustopffen. Galenus gebrauchet die gepulverte

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Leber wieder das Auffblehen der Mutter. Die Wasser schildkröten werden in Fluß- und Schlam-Schildkröten eingetheilet. Sie enthalten sich in Wassern/ Ströhmen und Seen. Gesnerus schreibet/ daß sie im Zürich/ in einem kleinen See/ bey Adelfingen gefunden werden. Bey Costnitz ist ein warmes Bad/ welches zwischen den Klippen in die länge und breite daher fleust/ darinnen sie in grosser Menge schwimmen/ und gesehen werden. Sie lauffen auch in den Fluß Ganges, und Nil, wie AElianus schreibet. Aristoteles bezeuget/ daß sie Athem holen.

Zur Zeit ihrer Geburt verlassen sie das Wasser/ legen ihre Eyer auff dem Lande in ein außgegrabene Grube/ welche auff den dreissigsten Tag außkommen; Ihre Jungen führen sie alsobald nach dem Wasser.

Ihr Schmaltz/ Fleisch und Blut

gessen. Clusius berichtet/ daß als er Schildkröten Fleisch/ und einige Ungaren solches sahen/ hetten sie gemeinet/ er muste also fort daran sterben. In Indien werden sie viel zu Tisch gebracht/ und fürnemlich die im Augustmonat und September gefangen werden / weil sie umb solche Zeit am fettesten sind/ gepriesen/ die Weiblein vom Februario biß in den Majum. In Indien sind sie so groß/ als grosse Erdschollen / haben lieblich und feist Fleisch. Zu Bononien wird ein Syrup von Schildkröten gemacht/ welcher den Schwindsüchtigen und Außgedruckneten eingegeben wird. Die Portugiesen machen ein Decoctum davon wieder die Flüsse und Husten. Weckerus propoinret ein Ecligma die scherffe des Saamen-abflusses damit zustopffen. Galenus gebrauchet die gepulverte

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Leber wieder das Auffblehen der Mutter. Die Wasser schildkröten werden in Fluß- und Schlam-Schildkröten eingetheilet. Sie enthalten sich in Wassern/ Ströhmen und Seen. Gesnerus schreibet/ daß sie im Zürich/ in einem kleinen See/ bey Adelfingen gefunden werden. Bey Costnitz ist ein warmes Bad/ welches zwischen den Klippen in die länge und breite daher fleust/ darinnen sie in grosser Menge schwimmen/ und gesehen werden. Sie lauffen auch in den Fluß Ganges, und Nil, wie AElianus schreibet. Aristoteles bezeuget/ daß sie Athem holen.

Zur Zeit ihrer Geburt verlassen sie das Wasser/ legen ihre Eyer auff dem Lande in ein außgegrabene Grube/ welche auff den dreissigsten Tag außkommen; Ihre Jungen führen sie alsobald nach dem Wasser.

Ihr Schmaltz/ Fleisch und Blut

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[259/0027] gessen. Clusius berichtet/ daß als er Schildkröten Fleisch/ und einige Ungaren solches sahen/ hetten sie gemeinet/ er muste also fort daran sterben. In Indien werden sie viel zu Tisch gebracht/ und fürnemlich die im Augustmonat und September gefangen werden / weil sie umb solche Zeit am fettesten sind/ gepriesen/ die Weiblein vom Februario biß in den Majum. In Indien sind sie so groß/ als grosse Erdschollen / haben lieblich und feist Fleisch. Zu Bononien wird ein Syrup von Schildkröten gemacht/ welcher den Schwindsüchtigen und Außgedruckneten eingegeben wird. Die Portugiesen machen ein Decoctum davon wieder die Flüsse und Husten. Weckerus propoinret ein Ecligma die scherffe des Saamen-abflusses damit zustopffen. Galenus gebrauchet die gepulverte [Abbildung] Leber wieder das Auffblehen der Mutter. Die Wasser schildkröten werden in Fluß- und Schlam-Schildkröten eingetheilet. Sie enthalten sich in Wassern/ Ströhmen und Seen. Gesnerus schreibet/ daß sie im Zürich/ in einem kleinen See/ bey Adelfingen gefunden werden. Bey Costnitz ist ein warmes Bad/ welches zwischen den Klippen in die länge und breite daher fleust/ darinnen sie in grosser Menge schwimmen/ und gesehen werden. Sie lauffen auch in den Fluß Ganges, und Nil, wie AElianus schreibet. Aristoteles bezeuget/ daß sie Athem holen. Zur Zeit ihrer Geburt verlassen sie das Wasser/ legen ihre Eyer auff dem Lande in ein außgegrabene Grube/ welche auff den dreissigsten Tag außkommen; Ihre Jungen führen sie alsobald nach dem Wasser. Ihr Schmaltz/ Fleisch und Blut

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Zitationshilfe: Nyland, Petrus: Desz Schauplatzes Irdischer Geschöpffe. Bd. 4. Osnabrück, 1687, S. 259. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nylandt_schauplatz04_1678/27>, abgerufen am 22.05.2024.