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Pütter, Johann Stephan: Historische Entwickelung der heutigen Staatsverfassung des Teutschen Reichs. Bd. 2: Von 1558 bis 1740. Göttingen, 1786.

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2) Satisfact. u. Compensationen.
wegen Vergütung oder sonst dazu anführen zu
können, es dahin brachte, daß ihm zu Gefallen
ein geistliches Fürstenthum secularisirt wurde. Es
bekam die gefürstete Abtey Hirschfeld als ein welt-
liches Fürstenthum zu besitzen.

Zur Gnugthuung der Krone Frankreich erhieltIX.
dieselbe im Münsterischen Frieden erstlich die völlige
Hoheit über die Städte und Bisthümer Metz, Tull,
Verdün, wie sie solche schon seit 1552., aber bis-
her ohne eine förmliche Abtretung von Kaiser und
Reich, besessen hatte, nur mit Vorbehalt des Ver-
hältnisses, worin diese drey Bischöfe als Suffra-
ganbischöfe unter dem Erzbischofe von Trier stan-
den. Sodann bekam Frankreich die Hoheit über
Pignerol, und das Besatzungsrecht in Philipps-
burg, und endlich die Landgrafschaft Elsaß mit
allem, was das Haus Oesterreich bisher in Elsaß
gehabt hatte; wogegen dem Erzherzoge Ferdinand
Carl, der bisher diese Landgrafschaft besessen hatte,
drey Millionen Livres von Frankreich zur Vergü-
tung versprochen wurden. Den Bischöfen von
Straßburg und Basel, der Reichsstadt Straßburg,
nebst noch zehn anderen Reichsstädten, die zur
Landvogtey Hagenau gehörten, wie auch den Ab-
teyen Murbach, Lüder, Andlau, Gregorienthal,
und den Pfalzgrafen von Lützelstein, den Grafen
und Herren von Hanan, Fleckenstein, Oberstein,
nebst der gesammten Reichsritterschaft in Rieder-
elsaß ward ihre Verbindung mit dem Teutschen
Reiche und unmittelbare Reichsfreyheit ausdrück-
lich vorbehalten.




III.

2) Satisfact. u. Compenſationen.
wegen Verguͤtung oder ſonſt dazu anfuͤhren zu
koͤnnen, es dahin brachte, daß ihm zu Gefallen
ein geiſtliches Fuͤrſtenthum ſeculariſirt wurde. Es
bekam die gefuͤrſtete Abtey Hirſchfeld als ein welt-
liches Fuͤrſtenthum zu beſitzen.

Zur Gnugthuung der Krone Frankreich erhieltIX.
dieſelbe im Muͤnſteriſchen Frieden erſtlich die voͤllige
Hoheit uͤber die Staͤdte und Biſthuͤmer Metz, Tull,
Verduͤn, wie ſie ſolche ſchon ſeit 1552., aber bis-
her ohne eine foͤrmliche Abtretung von Kaiſer und
Reich, beſeſſen hatte, nur mit Vorbehalt des Ver-
haͤltniſſes, worin dieſe drey Biſchoͤfe als Suffra-
ganbiſchoͤfe unter dem Erzbiſchofe von Trier ſtan-
den. Sodann bekam Frankreich die Hoheit uͤber
Pignerol, und das Beſatzungsrecht in Philipps-
burg, und endlich die Landgrafſchaft Elſaß mit
allem, was das Haus Oeſterreich bisher in Elſaß
gehabt hatte; wogegen dem Erzherzoge Ferdinand
Carl, der bisher dieſe Landgrafſchaft beſeſſen hatte,
drey Millionen Livres von Frankreich zur Verguͤ-
tung verſprochen wurden. Den Biſchoͤfen von
Straßburg und Baſel, der Reichsſtadt Straßburg,
nebſt noch zehn anderen Reichsſtaͤdten, die zur
Landvogtey Hagenau gehoͤrten, wie auch den Ab-
teyen Murbach, Luͤder, Andlau, Gregorienthal,
und den Pfalzgrafen von Luͤtzelſtein, den Grafen
und Herren von Hanan, Fleckenſtein, Oberſtein,
nebſt der geſammten Reichsritterſchaft in Rieder-
elſaß ward ihre Verbindung mit dem Teutſchen
Reiche und unmittelbare Reichsfreyheit ausdruͤck-
lich vorbehalten.




III.
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[59/0101] 2) Satisfact. u. Compenſationen. wegen Verguͤtung oder ſonſt dazu anfuͤhren zu koͤnnen, es dahin brachte, daß ihm zu Gefallen ein geiſtliches Fuͤrſtenthum ſeculariſirt wurde. Es bekam die gefuͤrſtete Abtey Hirſchfeld als ein welt- liches Fuͤrſtenthum zu beſitzen. Zur Gnugthuung der Krone Frankreich erhielt dieſelbe im Muͤnſteriſchen Frieden erſtlich die voͤllige Hoheit uͤber die Staͤdte und Biſthuͤmer Metz, Tull, Verduͤn, wie ſie ſolche ſchon ſeit 1552., aber bis- her ohne eine foͤrmliche Abtretung von Kaiſer und Reich, beſeſſen hatte, nur mit Vorbehalt des Ver- haͤltniſſes, worin dieſe drey Biſchoͤfe als Suffra- ganbiſchoͤfe unter dem Erzbiſchofe von Trier ſtan- den. Sodann bekam Frankreich die Hoheit uͤber Pignerol, und das Beſatzungsrecht in Philipps- burg, und endlich die Landgrafſchaft Elſaß mit allem, was das Haus Oeſterreich bisher in Elſaß gehabt hatte; wogegen dem Erzherzoge Ferdinand Carl, der bisher dieſe Landgrafſchaft beſeſſen hatte, drey Millionen Livres von Frankreich zur Verguͤ- tung verſprochen wurden. Den Biſchoͤfen von Straßburg und Baſel, der Reichsſtadt Straßburg, nebſt noch zehn anderen Reichsſtaͤdten, die zur Landvogtey Hagenau gehoͤrten, wie auch den Ab- teyen Murbach, Luͤder, Andlau, Gregorienthal, und den Pfalzgrafen von Luͤtzelſtein, den Grafen und Herren von Hanan, Fleckenſtein, Oberſtein, nebſt der geſammten Reichsritterſchaft in Rieder- elſaß ward ihre Verbindung mit dem Teutſchen Reiche und unmittelbare Reichsfreyheit ausdruͤck- lich vorbehalten. IX. III.

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Zitationshilfe: Pütter, Johann Stephan: Historische Entwickelung der heutigen Staatsverfassung des Teutschen Reichs. Bd. 2: Von 1558 bis 1740. Göttingen, 1786, S. 59. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/puetter_staatsverfassung02_1786/101>, abgerufen am 04.03.2024.