Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Pufendorf, Samuel von: Bericht Vom Zustande des Teutschen Reichs. [s. l.], 1667.

Bild:
<< vorherige Seite

Vom Zustand
er geboren/ würde er sagen: aus dem Teut-
schen/ und nicht aus dem Lettischen.

§. 7.

Dieser Carolus hatte unterschiedliche
Länder unter sich/ die er durch unterschied-
liche Titel an sich grbracht. Franckenland
hatte er als sein Väterlich Reich mit recht
geerbet. Denn ob man schon bey den al-
ten Francken lieset/ daß bey wehlung eines
Königes auch die Stände und das gemei-
ue Volck etwas zu sagen gehabt/ so halte ich
doch/ daß solches mehr geschehen die So-
lenniteten
der Inauguration, und den
Gehorsam gegen dem newen Könige/ als
eine freye Wahl zu beweisen. Man ist
auch von dem Geschlecht nicht abgewi-
chen/ es wäre denn durch Auffruhr/ oder/
weil der Erbe zum Reich gantz untüchtig
befunden.

Es hatte vorhin ein theil Teutschlandes
zu diesem Franckreich gehöret/ daß übrige
hat auch der Carolus mit Krieg bezwun-
gen. Ob ihrer etliche in betrachtung sei-

ner

Vom Zuſtand
er geboren/ wuͤrde er ſagen: aus dem Teut-
ſchen/ und nicht aus dem Lettiſchen.

§. 7.

Dieſer Carolus hatte unterſchiedliche
Laͤnder unter ſich/ die er durch unterſchied-
liche Titel an ſich grbracht. Franckenland
hatte er als ſein Vaͤterlich Reich mit recht
geerbet. Denn ob man ſchon bey den al-
ten Francken lieſet/ daß bey wehlung eines
Koͤniges auch die Staͤnde und das gemei-
ue Volck etwas zu ſagen gehabt/ ſo halte ich
doch/ daß ſolches mehr geſchehen die So-
lenniteten
der Inauguration, und den
Gehorſam gegen dem newen Koͤnige/ als
eine freye Wahl zu beweiſen. Man iſt
auch von dem Geſchlecht nicht abgewi-
chen/ es waͤre denn durch Auffruhr/ oder/
weil der Erbe zum Reich gantz untuͤchtig
befunden.

Es hatte vorhin ein theil Teutſchlandes
zu dieſem Franckreich gehoͤret/ daß uͤbrige
hat auch der Carolus mit Krieg bezwun-
gen. Ob ihrer etliche in betrachtung ſei-

ner
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0038" n="16"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Vom Zu&#x017F;tand</hi></fw><lb/>
er geboren/ wu&#x0364;rde er &#x017F;agen: aus dem Teut-<lb/>
&#x017F;chen/ und nicht aus dem Letti&#x017F;chen.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 7.</head><lb/>
            <p>Die&#x017F;er <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Carolus</hi></hi> hatte unter&#x017F;chiedliche<lb/>
La&#x0364;nder unter &#x017F;ich/ die er durch unter&#x017F;chied-<lb/>
liche Titel an &#x017F;ich grbracht. Franckenland<lb/>
hatte er als &#x017F;ein Va&#x0364;terlich Reich mit recht<lb/>
geerbet. Denn ob man &#x017F;chon bey den al-<lb/>
ten Francken lie&#x017F;et/ daß bey wehlung eines<lb/>
Ko&#x0364;niges auch die Sta&#x0364;nde und das gemei-<lb/>
ue Volck etwas zu &#x017F;agen gehabt/ &#x017F;o halte ich<lb/>
doch/ daß &#x017F;olches mehr ge&#x017F;chehen die <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">So-<lb/>
lenniteten</hi></hi> der <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Inauguration,</hi></hi> und den<lb/>
Gehor&#x017F;am gegen dem newen Ko&#x0364;nige/ als<lb/>
eine freye Wahl zu bewei&#x017F;en. Man i&#x017F;t<lb/>
auch von dem Ge&#x017F;chlecht nicht abgewi-<lb/>
chen/ es wa&#x0364;re denn durch Auffruhr/ oder/<lb/>
weil der Erbe zum Reich gantz untu&#x0364;chtig<lb/>
befunden.</p><lb/>
            <p>Es hatte vorhin ein theil Teut&#x017F;chlandes<lb/>
zu die&#x017F;em Franckreich geho&#x0364;ret/ daß u&#x0364;brige<lb/>
hat auch der <hi rendition="#aq"><hi rendition="#g">Carolus</hi></hi> mit Krieg bezwun-<lb/>
gen. Ob ihrer etliche in betrachtung &#x017F;ei-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">ner</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[16/0038] Vom Zuſtand er geboren/ wuͤrde er ſagen: aus dem Teut- ſchen/ und nicht aus dem Lettiſchen. §. 7. Dieſer Carolus hatte unterſchiedliche Laͤnder unter ſich/ die er durch unterſchied- liche Titel an ſich grbracht. Franckenland hatte er als ſein Vaͤterlich Reich mit recht geerbet. Denn ob man ſchon bey den al- ten Francken lieſet/ daß bey wehlung eines Koͤniges auch die Staͤnde und das gemei- ue Volck etwas zu ſagen gehabt/ ſo halte ich doch/ daß ſolches mehr geſchehen die So- lenniteten der Inauguration, und den Gehorſam gegen dem newen Koͤnige/ als eine freye Wahl zu beweiſen. Man iſt auch von dem Geſchlecht nicht abgewi- chen/ es waͤre denn durch Auffruhr/ oder/ weil der Erbe zum Reich gantz untuͤchtig befunden. Es hatte vorhin ein theil Teutſchlandes zu dieſem Franckreich gehoͤret/ daß uͤbrige hat auch der Carolus mit Krieg bezwun- gen. Ob ihrer etliche in betrachtung ſei- ner

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_bericht_1667
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_bericht_1667/38
Zitationshilfe: Pufendorf, Samuel von: Bericht Vom Zustande des Teutschen Reichs. [s. l.], 1667, S. 16. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/pufendorf_bericht_1667/38>, abgerufen am 06.12.2023.