Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Ramdohr, Basilius von: Venus Urania. Ueber die Natur der Liebe, über ihre Veredlung und Verschönerung. Dritten Theils zweyte Abtheilung: Neuere Geschichte der Geschlechtsverbindung und Liebe. Leipzig, 1798.

Bild:
<< vorherige Seite
Zwanzigstes Buch.


Denkungsart des Abendlandes über Liebe und Geschlechtsverbindung im zwölften und dreyzehnten Jahrhunderte. Erster Keim der Galanterie.


Erstes Kapitel.

Einleitung.

Nächst derjenigen Veredlung, welche die Schule des Sokrates den geselligen, auf Geschlechtssympathie beruhenden Verhältnissen gegeben hat, hat keine so viel Anspruch auf unsere Aufmerksamkeit, als diejenige, die wir als eine Geburt des Instituts der Ritterschaft ansehen, und mit dem Nahmen der Galanterie bezeichnen.

Diese Galanterie lebt noch, wiewohl in einem hinsterbenden Zustande, in der Cicisbeatura der Italiäner und Spanier fort, und wir suchen in ihr, vielleicht nicht mit Unrecht, den Grund zu den Regeln des Anständigen und Schicklichen im Umgange zwischen beyden Geschlechtern, die wir von allen kultivierten Ländern heut zu Tage angenommen finden.

Zwanzigstes Buch.


Denkungsart des Abendlandes über Liebe und Geschlechtsverbindung im zwölften und dreyzehnten Jahrhunderte. Erster Keim der Galanterie.


Erstes Kapitel.

Einleitung.

Nächst derjenigen Veredlung, welche die Schule des Sokrates den geselligen, auf Geschlechtssympathie beruhenden Verhältnissen gegeben hat, hat keine so viel Anspruch auf unsere Aufmerksamkeit, als diejenige, die wir als eine Geburt des Instituts der Ritterschaft ansehen, und mit dem Nahmen der Galanterie bezeichnen.

Diese Galanterie lebt noch, wiewohl in einem hinsterbenden Zustande, in der Cicisbeatura der Italiäner und Spanier fort, und wir suchen in ihr, vielleicht nicht mit Unrecht, den Grund zu den Regeln des Anständigen und Schicklichen im Umgange zwischen beyden Geschlechtern, die wir von allen kultivierten Ländern heut zu Tage angenommen finden.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0044" n="44"/>
      <div n="1">
        <head>Zwanzigstes Buch.<lb/></head>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <head>Denkungsart des Abendlandes über Liebe und Geschlechtsverbindung im zwölften und dreyzehnten Jahrhunderte. Erster Keim der Galanterie.<lb/></head>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head>Erstes Kapitel.<lb/></head>
          <argument>
            <p>Einleitung.<lb/></p>
          </argument>
          <p>Nächst derjenigen Veredlung, welche die Schule des Sokrates den geselligen, auf Geschlechtssympathie beruhenden Verhältnissen gegeben hat, hat keine so viel Anspruch auf unsere Aufmerksamkeit, als diejenige, die wir als eine Geburt des Instituts der Ritterschaft ansehen, und mit dem Nahmen der <hi rendition="#g">Galanterie</hi> bezeichnen.</p>
          <p>Diese Galanterie lebt noch, wiewohl in einem hinsterbenden Zustande, in der Cicisbeatura der Italiäner und Spanier fort, und wir suchen in ihr, vielleicht nicht mit Unrecht, den Grund zu den Regeln des Anständigen und Schicklichen im Umgange zwischen beyden Geschlechtern, die wir von allen kultivierten Ländern heut zu Tage angenommen finden.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[44/0044] Zwanzigstes Buch. Denkungsart des Abendlandes über Liebe und Geschlechtsverbindung im zwölften und dreyzehnten Jahrhunderte. Erster Keim der Galanterie. Erstes Kapitel. Einleitung. Nächst derjenigen Veredlung, welche die Schule des Sokrates den geselligen, auf Geschlechtssympathie beruhenden Verhältnissen gegeben hat, hat keine so viel Anspruch auf unsere Aufmerksamkeit, als diejenige, die wir als eine Geburt des Instituts der Ritterschaft ansehen, und mit dem Nahmen der Galanterie bezeichnen. Diese Galanterie lebt noch, wiewohl in einem hinsterbenden Zustande, in der Cicisbeatura der Italiäner und Spanier fort, und wir suchen in ihr, vielleicht nicht mit Unrecht, den Grund zu den Regeln des Anständigen und Schicklichen im Umgange zwischen beyden Geschlechtern, die wir von allen kultivierten Ländern heut zu Tage angenommen finden.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Wikisource: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in Wikisource-Syntax. (2012-11-20T10:30:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus Wikisource entsprechen muss.
Wikimedia Commons: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2012-11-20T10:30:31Z)
Frank Wiegand: Konvertierung von Wikisource-Markup nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2012-11-20T10:30:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Als Grundlage dienen die Wikisource:Editionsrichtlinien.
  • Der Seitenwechsel erfolgt bei Worttrennung nach dem gesamten Wort.
  • Geviertstriche (—) wurden durch Halbgeviertstriche ersetzt (–).
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als moderner Umlaut (ä, ö, ü) transkribiert.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/ramdohr_venus0302_1798
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/ramdohr_venus0302_1798/44
Zitationshilfe: Ramdohr, Basilius von: Venus Urania. Ueber die Natur der Liebe, über ihre Veredlung und Verschönerung. Dritten Theils zweyte Abtheilung: Neuere Geschichte der Geschlechtsverbindung und Liebe. Leipzig, 1798, S. 44. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/ramdohr_venus0302_1798/44>, abgerufen am 15.04.2021.