Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Reichardt, Christian: Land- u. Garten-Schatzes. Bd. 4. Erfurt, 1753.

Bild:
<< vorherige Seite

Küchen-Kräutern.
innen fetter und wird am Geschmack besser. Es
ist an sich ein Winter- und wucherndes Gewäch-
se, und erfrieret niemalen. Es blühet gemeiniglich
im Junius und Julius weiß und vierblättricht.

§. 18.

Der Portulak, Burzel, Burgel, Gen-Vom Por-
tulak.

sel, Burzel-Kraut, Portulaca latifolia, sive
sativa, C. B. P. Portulaca hortensis latifolia,
I. B.
hat wie bekant ist, runde dicke, saftige,
braunrothe Stengel, und an demselben breitliche
fette Blätter und träget bleichgelbe Blümgen.
Dessen Arten sind dreyerley, 1.) die gelbe, welche
die beste ist; 2.) die grüne, welche gemein, und
3.) die kleine wilde, welche leztere nicht ästimiret
wird.

Der Same wird im April in eine gute ge-
düngte Garten-Erde, alwo er mittelmäßige Son-
ne hat, gesäet. Er wil zum öftern begossen seyn,
und wenn die Stäudlein erwachsen, und zum
Verpflanzen dienlich, kan man sie einen halben
Schuh weit auf ein besonderes und gedüngtes
Beet setzen.

Es pflegen einige den Samen auch auf die
Mist-Bette zu säen, um bey Zeit Sallat hiervon
zu haben oder auch hiervon frühzeitig in ein Gar-
ten: Beet zu versetzen.

Dieses Kraut besamet sich auch von selbsten,
und zwar unterweilen so stark, daß es einen nicht
allemal lieb ist, jedoch ist der ordentliche Same,
welcher jährlich von den gelben besonders gesam-

let,
C 3

Kuͤchen-Kraͤutern.
innen fetter und wird am Geſchmack beſſer. Es
iſt an ſich ein Winter- und wucherndes Gewaͤch-
ſe, und erfrieret niemalen. Es bluͤhet gemeiniglich
im Junius und Julius weiß und vierblaͤttricht.

§. 18.

Der Portulak, Burzel, Burgel, Gen-Vom Por-
tulak.

ſel, Burzel-Kraut, Portulaca latifolia, ſive
ſativa, C. B. P. Portulaca hortenſis latifolia,
I. B.
hat wie bekant iſt, runde dicke, ſaftige,
braunrothe Stengel, und an demſelben breitliche
fette Blaͤtter und traͤget bleichgelbe Bluͤmgen.
Deſſen Arten ſind dreyerley, 1.) die gelbe, welche
die beſte iſt; 2.) die gruͤne, welche gemein, und
3.) die kleine wilde, welche leztere nicht aͤſtimiret
wird.

Der Same wird im April in eine gute ge-
duͤngte Garten-Erde, alwo er mittelmaͤßige Son-
ne hat, geſaͤet. Er wil zum oͤftern begoſſen ſeyn,
und wenn die Staͤudlein erwachſen, und zum
Verpflanzen dienlich, kan man ſie einen halben
Schuh weit auf ein beſonderes und geduͤngtes
Beet ſetzen.

Es pflegen einige den Samen auch auf die
Miſt-Bette zu ſaͤen, um bey Zeit Sallat hiervon
zu haben oder auch hiervon fruͤhzeitig in ein Gar-
ten: Beet zu verſetzen.

Dieſes Kraut beſamet ſich auch von ſelbſten,
und zwar unterweilen ſo ſtark, daß es einen nicht
allemal lieb iſt, jedoch iſt der ordentliche Same,
welcher jaͤhrlich von den gelben beſonders geſam-

let,
C 3
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0047" n="37"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Ku&#x0364;chen-Kra&#x0364;utern.</hi></fw><lb/>
innen fetter und wird am Ge&#x017F;chmack be&#x017F;&#x017F;er. Es<lb/>
i&#x017F;t an &#x017F;ich ein Winter- und wucherndes Gewa&#x0364;ch-<lb/>
&#x017F;e, und erfrieret niemalen. Es blu&#x0364;het gemeiniglich<lb/>
im Junius und Julius weiß und vierbla&#x0364;ttricht.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>§. 18.</head><lb/>
          <p>Der <hi rendition="#fr">Portulak, Burzel, Burgel, Gen-</hi><note place="right">Vom Por-<lb/>
tulak.</note><lb/><hi rendition="#fr">&#x017F;el, Burzel-Kraut,</hi> <hi rendition="#aq">Portulaca latifolia, &#x017F;ive<lb/>
&#x017F;ativa, C. B. P. Portulaca horten&#x017F;is latifolia,<lb/>
I. B.</hi> hat wie bekant i&#x017F;t, runde dicke, &#x017F;aftige,<lb/>
braunrothe Stengel, und an dem&#x017F;elben breitliche<lb/>
fette Bla&#x0364;tter und tra&#x0364;get bleichgelbe Blu&#x0364;mgen.<lb/>
De&#x017F;&#x017F;en Arten &#x017F;ind dreyerley, 1.) die gelbe, welche<lb/>
die be&#x017F;te i&#x017F;t; 2.) die gru&#x0364;ne, welche gemein, und<lb/>
3.) die kleine wilde, welche leztere nicht a&#x0364;&#x017F;timiret<lb/>
wird.</p><lb/>
          <p>Der Same wird im April in eine gute ge-<lb/>
du&#x0364;ngte Garten-Erde, alwo er mittelma&#x0364;ßige Son-<lb/>
ne hat, ge&#x017F;a&#x0364;et. Er wil zum o&#x0364;ftern bego&#x017F;&#x017F;en &#x017F;eyn,<lb/>
und wenn die Sta&#x0364;udlein erwach&#x017F;en, und zum<lb/>
Verpflanzen dienlich, kan man &#x017F;ie einen halben<lb/>
Schuh weit auf ein be&#x017F;onderes und gedu&#x0364;ngtes<lb/>
Beet &#x017F;etzen.</p><lb/>
          <p>Es pflegen einige den Samen auch auf die<lb/>
Mi&#x017F;t-Bette zu &#x017F;a&#x0364;en, um bey Zeit Sallat hiervon<lb/>
zu haben oder auch hiervon fru&#x0364;hzeitig in ein Gar-<lb/>
ten: Beet zu ver&#x017F;etzen.</p><lb/>
          <p>Die&#x017F;es Kraut be&#x017F;amet &#x017F;ich auch von &#x017F;elb&#x017F;ten,<lb/>
und zwar unterweilen &#x017F;o &#x017F;tark, daß es einen nicht<lb/>
allemal lieb i&#x017F;t, jedoch i&#x017F;t der ordentliche Same,<lb/>
welcher ja&#x0364;hrlich von den gelben be&#x017F;onders ge&#x017F;am-<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">C 3</fw><fw place="bottom" type="catch">let,</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[37/0047] Kuͤchen-Kraͤutern. innen fetter und wird am Geſchmack beſſer. Es iſt an ſich ein Winter- und wucherndes Gewaͤch- ſe, und erfrieret niemalen. Es bluͤhet gemeiniglich im Junius und Julius weiß und vierblaͤttricht. §. 18. Der Portulak, Burzel, Burgel, Gen- ſel, Burzel-Kraut, Portulaca latifolia, ſive ſativa, C. B. P. Portulaca hortenſis latifolia, I. B. hat wie bekant iſt, runde dicke, ſaftige, braunrothe Stengel, und an demſelben breitliche fette Blaͤtter und traͤget bleichgelbe Bluͤmgen. Deſſen Arten ſind dreyerley, 1.) die gelbe, welche die beſte iſt; 2.) die gruͤne, welche gemein, und 3.) die kleine wilde, welche leztere nicht aͤſtimiret wird. Vom Por- tulak. Der Same wird im April in eine gute ge- duͤngte Garten-Erde, alwo er mittelmaͤßige Son- ne hat, geſaͤet. Er wil zum oͤftern begoſſen ſeyn, und wenn die Staͤudlein erwachſen, und zum Verpflanzen dienlich, kan man ſie einen halben Schuh weit auf ein beſonderes und geduͤngtes Beet ſetzen. Es pflegen einige den Samen auch auf die Miſt-Bette zu ſaͤen, um bey Zeit Sallat hiervon zu haben oder auch hiervon fruͤhzeitig in ein Gar- ten: Beet zu verſetzen. Dieſes Kraut beſamet ſich auch von ſelbſten, und zwar unterweilen ſo ſtark, daß es einen nicht allemal lieb iſt, jedoch iſt der ordentliche Same, welcher jaͤhrlich von den gelben beſonders geſam- let, C 3

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/reichart_landschatz04_1753
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/reichart_landschatz04_1753/47
Zitationshilfe: Reichardt, Christian: Land- u. Garten-Schatzes. Bd. 4. Erfurt, 1753, S. 37. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/reichart_landschatz04_1753/47>, abgerufen am 20.07.2024.