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Rein, Johann Justus: Japan nach Reisen und Studien. Bd. 2. Leipzig, 1886.

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6. Eigenschaften und Verwendung der wichtigeren Waldbäume etc.
Fam. Bignoniaceae.

74. Catalpa Kaempferi S. & Z. (Bignonia catalpa Thunb.), jap.
Raiden-giri, Shira-giri. Das Holz ist dem Kiri ähnlich, aber
dunkler und wird ähnlich verwendet. Der Name Shira-giri, "weisser
Kiri", bezieht sich auf die helle Farbe der Blüthen.

Fam. Oleaceae.

75. Fraxinus longicuspis S. & Z., jap. Tonerico, liebt wie unsere
Esche den tiefgründigen feuchten Boden der Thaleinschnitte und Sättel
und findet sich in den Gebirgslaubwäldern von Kiushiu bis Yezo, doch
nimmt ihre Häufigkeit gen Norden zu. Auch ist ihr Holz dem unserer
einheimischen Eschenart sehr ähnlich, grauweiss von Farbe, feinkörnig,
von zahlreichen sehr schmalen Markstrahlen durchzogen und mit deut-
lichen Jahresringen versehen, deren jeder sich durch eine oder zwei
Reihen etwas dunkler gefärbte Poren von einem sich anschliessenden
compacten äusseren Gürtel scharf abhebt. Das Holz wird in der Tisch-
lerei und zu Kästchen verwendet, ähnlich wie die Hölzer der beiden
vorerwähnten Arten.

76. Olea fragrans Thunb., jap. Mokusei, Zierstrauch wie in
Südeuropa, und

77. O. aquifolium S. & Z., jap. Hira-gi, wildwachsend und Zier-
pflanze, Bäumchen oder kleiner Strauch mit weisslich und hellbraun-
marmoriertem feinen Holze, in dem man mit der Lupe noch keine Poren,
wohl aber starkgenäherte Jahresringe und zahlreiche schmale Mark-
strahlen wahrnimmt.

78. Ligustrum japonicum Thunb., jap. Nedzumi-mochi, gleich
der vorigen Art grosser Strauch oder kleiner Baum, wildwachsend und
Zierpflanze. Das hellbraune Holz ist dem vorigen ähnlich und wird
ebenso zu Kästchen und andern kleinen Gegenständen verarbeitet.
Gleiches gilt von

79. Ibota Sieb. (L. vulgare Thunb.), jap. Ibota. (S. auch pg. 194.)

Fam. Styracaceae.

Japan besitzt in seinen unteren Gebirgslaubwäldern verschiedene
Glieder dieser Familie. Sie bilden ansehnliche blattwechselnde Sträucher
oder kleine Bäume, welche im Frühsommer durch zahlreiche, fünf-
zipfelige, weisse Blüthenglocken geziert sind. Das weisse Holz zeichnet
sich durch dichtes Korn, Härte und Dauerhaftigkeit aus und wird in
bescheidenem Umfang von Tischlern und Drehern verarbeitet. Be-
merkenswerth ist vor allem:

6. Eigenschaften und Verwendung der wichtigeren Waldbäume etc.
Fam. Bignoniaceae.

74. Catalpa Kaempferi S. & Z. (Bignonia catalpa Thunb.), jap.
Raiden-giri, Shira-giri. Das Holz ist dem Kiri ähnlich, aber
dunkler und wird ähnlich verwendet. Der Name Shira-giri, »weisser
Kiri«, bezieht sich auf die helle Farbe der Blüthen.

Fam. Oleaceae.

75. Fraxinus longicuspis S. & Z., jap. Tonerico, liebt wie unsere
Esche den tiefgründigen feuchten Boden der Thaleinschnitte und Sättel
und findet sich in den Gebirgslaubwäldern von Kiushiu bis Yezo, doch
nimmt ihre Häufigkeit gen Norden zu. Auch ist ihr Holz dem unserer
einheimischen Eschenart sehr ähnlich, grauweiss von Farbe, feinkörnig,
von zahlreichen sehr schmalen Markstrahlen durchzogen und mit deut-
lichen Jahresringen versehen, deren jeder sich durch eine oder zwei
Reihen etwas dunkler gefärbte Poren von einem sich anschliessenden
compacten äusseren Gürtel scharf abhebt. Das Holz wird in der Tisch-
lerei und zu Kästchen verwendet, ähnlich wie die Hölzer der beiden
vorerwähnten Arten.

76. Olea fragrans Thunb., jap. Mokusei, Zierstrauch wie in
Südeuropa, und

77. O. aquifolium S. & Z., jap. Hira-gi, wildwachsend und Zier-
pflanze, Bäumchen oder kleiner Strauch mit weisslich und hellbraun-
marmoriertem feinen Holze, in dem man mit der Lupe noch keine Poren,
wohl aber starkgenäherte Jahresringe und zahlreiche schmale Mark-
strahlen wahrnimmt.

78. Ligustrum japonicum Thunb., jap. Nedzumi-mochi, gleich
der vorigen Art grosser Strauch oder kleiner Baum, wildwachsend und
Zierpflanze. Das hellbraune Holz ist dem vorigen ähnlich und wird
ebenso zu Kästchen und andern kleinen Gegenständen verarbeitet.
Gleiches gilt von

79. Ibota Sieb. (L. vulgare Thunb.), jap. Ibota. (S. auch pg. 194.)

Fam. Styracaceae.

Japan besitzt in seinen unteren Gebirgslaubwäldern verschiedene
Glieder dieser Familie. Sie bilden ansehnliche blattwechselnde Sträucher
oder kleine Bäume, welche im Frühsommer durch zahlreiche, fünf-
zipfelige, weisse Blüthenglocken geziert sind. Das weisse Holz zeichnet
sich durch dichtes Korn, Härte und Dauerhaftigkeit aus und wird in
bescheidenem Umfang von Tischlern und Drehern verarbeitet. Be-
merkenswerth ist vor allem:

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[293/0317] 6. Eigenschaften und Verwendung der wichtigeren Waldbäume etc. Fam. Bignoniaceae. 74. Catalpa Kaempferi S. & Z. (Bignonia catalpa Thunb.), jap. Raiden-giri, Shira-giri. Das Holz ist dem Kiri ähnlich, aber dunkler und wird ähnlich verwendet. Der Name Shira-giri, »weisser Kiri«, bezieht sich auf die helle Farbe der Blüthen. Fam. Oleaceae. 75. Fraxinus longicuspis S. & Z., jap. Tonerico, liebt wie unsere Esche den tiefgründigen feuchten Boden der Thaleinschnitte und Sättel und findet sich in den Gebirgslaubwäldern von Kiushiu bis Yezo, doch nimmt ihre Häufigkeit gen Norden zu. Auch ist ihr Holz dem unserer einheimischen Eschenart sehr ähnlich, grauweiss von Farbe, feinkörnig, von zahlreichen sehr schmalen Markstrahlen durchzogen und mit deut- lichen Jahresringen versehen, deren jeder sich durch eine oder zwei Reihen etwas dunkler gefärbte Poren von einem sich anschliessenden compacten äusseren Gürtel scharf abhebt. Das Holz wird in der Tisch- lerei und zu Kästchen verwendet, ähnlich wie die Hölzer der beiden vorerwähnten Arten. 76. Olea fragrans Thunb., jap. Mokusei, Zierstrauch wie in Südeuropa, und 77. O. aquifolium S. & Z., jap. Hira-gi, wildwachsend und Zier- pflanze, Bäumchen oder kleiner Strauch mit weisslich und hellbraun- marmoriertem feinen Holze, in dem man mit der Lupe noch keine Poren, wohl aber starkgenäherte Jahresringe und zahlreiche schmale Mark- strahlen wahrnimmt. 78. Ligustrum japonicum Thunb., jap. Nedzumi-mochi, gleich der vorigen Art grosser Strauch oder kleiner Baum, wildwachsend und Zierpflanze. Das hellbraune Holz ist dem vorigen ähnlich und wird ebenso zu Kästchen und andern kleinen Gegenständen verarbeitet. Gleiches gilt von 79. Ibota Sieb. (L. vulgare Thunb.), jap. Ibota. (S. auch pg. 194.) Fam. Styracaceae. Japan besitzt in seinen unteren Gebirgslaubwäldern verschiedene Glieder dieser Familie. Sie bilden ansehnliche blattwechselnde Sträucher oder kleine Bäume, welche im Frühsommer durch zahlreiche, fünf- zipfelige, weisse Blüthenglocken geziert sind. Das weisse Holz zeichnet sich durch dichtes Korn, Härte und Dauerhaftigkeit aus und wird in bescheidenem Umfang von Tischlern und Drehern verarbeitet. Be- merkenswerth ist vor allem:

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Zitationshilfe: Rein, Johann Justus: Japan nach Reisen und Studien. Bd. 2. Leipzig, 1886, S. 293. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/rein_japan02_1886/317>, abgerufen am 16.05.2021.