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[Richardson, Samuel]: Clarissa. Bd. 7. Göttingen, 1751.

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Der neun und neunzigste Brief
von dem
Obrist Morden an Herrn Joh. Belford.

Werthester Herr.

Jch muß nothwendig mir selbst so wohl, als
Jhnen Glück wünschen, daß wir schon alle
Stücke des Testaments, woran die Familie An-
theil hat, bey ihr durchgesetzt haben.

Sie haben mir in vielen Fällen die Freyheit
gegeben, mein Herr, nach meiner Einsicht zu ver-
fahren: und dem zu folge habe ich die Juwelen,
welche meiner lieben Base persönlich zugehöret,
schätzen lassen. Jch werde sie Jhnen, wenn ich
nach London komme, zu dem höchsten Preise be-
rechnen, und Jhnen auch von andern Dingen, die
Sie die Güte gehabt mir zur Besorgung zu ver-
trauen, Rechnung ablegen.

Diese Juwelen habe ich meiner Base Dört-
chen Hervey, zur Erkenntlichkeit für ihre Liebe ge-
gen die liebe Verstorbene, zu einem Geschenke ge-
geben. Das habe ich der Fräulein Howe gesagt:
und sie ist mit dem, was ich gethan habe, eben so
wohl zufrieden, als wenn sie selbst die Käuferinn
gewesen wäre. Da diese Fräulein selbst Juwe-
len genug hat: so hätte sie dieselben nur bloß um

ihrer




Der neun und neunzigſte Brief
von dem
Obriſt Morden an Herrn Joh. Belford.

Wertheſter Herr.

Jch muß nothwendig mir ſelbſt ſo wohl, als
Jhnen Gluͤck wuͤnſchen, daß wir ſchon alle
Stuͤcke des Teſtaments, woran die Familie An-
theil hat, bey ihr durchgeſetzt haben.

Sie haben mir in vielen Faͤllen die Freyheit
gegeben, mein Herr, nach meiner Einſicht zu ver-
fahren: und dem zu folge habe ich die Juwelen,
welche meiner lieben Baſe perſoͤnlich zugehoͤret,
ſchaͤtzen laſſen. Jch werde ſie Jhnen, wenn ich
nach London komme, zu dem hoͤchſten Preiſe be-
rechnen, und Jhnen auch von andern Dingen, die
Sie die Guͤte gehabt mir zur Beſorgung zu ver-
trauen, Rechnung ablegen.

Dieſe Juwelen habe ich meiner Baſe Doͤrt-
chen Hervey, zur Erkenntlichkeit fuͤr ihre Liebe ge-
gen die liebe Verſtorbene, zu einem Geſchenke ge-
geben. Das habe ich der Fraͤulein Howe geſagt:
und ſie iſt mit dem, was ich gethan habe, eben ſo
wohl zufrieden, als wenn ſie ſelbſt die Kaͤuferinn
geweſen waͤre. Da dieſe Fraͤulein ſelbſt Juwe-
len genug hat: ſo haͤtte ſie dieſelben nur bloß um

ihrer
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[749/0755] Der neun und neunzigſte Brief von dem Obriſt Morden an Herrn Joh. Belford. Dienſtags, den 26ten Sept Wertheſter Herr. Jch muß nothwendig mir ſelbſt ſo wohl, als Jhnen Gluͤck wuͤnſchen, daß wir ſchon alle Stuͤcke des Teſtaments, woran die Familie An- theil hat, bey ihr durchgeſetzt haben. Sie haben mir in vielen Faͤllen die Freyheit gegeben, mein Herr, nach meiner Einſicht zu ver- fahren: und dem zu folge habe ich die Juwelen, welche meiner lieben Baſe perſoͤnlich zugehoͤret, ſchaͤtzen laſſen. Jch werde ſie Jhnen, wenn ich nach London komme, zu dem hoͤchſten Preiſe be- rechnen, und Jhnen auch von andern Dingen, die Sie die Guͤte gehabt mir zur Beſorgung zu ver- trauen, Rechnung ablegen. Dieſe Juwelen habe ich meiner Baſe Doͤrt- chen Hervey, zur Erkenntlichkeit fuͤr ihre Liebe ge- gen die liebe Verſtorbene, zu einem Geſchenke ge- geben. Das habe ich der Fraͤulein Howe geſagt: und ſie iſt mit dem, was ich gethan habe, eben ſo wohl zufrieden, als wenn ſie ſelbſt die Kaͤuferinn geweſen waͤre. Da dieſe Fraͤulein ſelbſt Juwe- len genug hat: ſo haͤtte ſie dieſelben nur bloß um ihrer

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Zitationshilfe: [Richardson, Samuel]: Clarissa. Bd. 7. Göttingen, 1751, S. 749. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/richardson_clarissa07_1751/755>, abgerufen am 29.02.2024.