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Royer, Johann: Beschreibung des gantzen Fürstlichen Braunschweigischen Gartens zu Hessem. Halberstadt, 1648.

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Nohtwendiger Vnterricht von Anrichtung
Epffel/ bald Birn/ wechselsweise gesetzet/ vnd an stat der He-
cken allerley schöne Arten von Stein-Obst/ als Kirschen/
Pflaumen/ Mispeln/ Quitten vnd dergleichen fein zierlich
vnd fleissig gepflantzet werden.

Hat man noch etwas Platz übrig/ sonderlich in der
Höhe/ vnd gegen der Sonnen/ so stehet daselbst ein feiner
Weingarte nicht übel/ verschuldet seine Stelle auch wol/
wenn er mit guter Art Fexern belegt/ vnd deren mit Dün-
gung/ Beschneidung/ Hefftung/ vnd dergleichen Arbeit wol
gewartet wird. Hierinn können/ an stat der Hecken/ feine
Mandeln-Pfirsken-Marellen-Maulbeer-vnd Kirschen-
Bäume an den Seiten herumb gepflantzet werden: Jn
Mangelung aber solches Raums kan man etwa im Lust-
oder Küchen-Garten an der Seiten im Wiederschein etli-
che feine gute Fexer zur Lust legen vnd fleissig warten.


Das II. Capitul.
Von der stäte/ da ein Lust-Garte
anzulegen ist.

WO so viel Platzes nicht ist/ daß Lust-
Küchen-vnd Baum-Garten beysammen seyn kön-
nen/ vnd mann gleichwol gerne ein Lust-Gärtlein
zur Ergetzligkeit haben möchte/ so sehe man/ da es nur immer
müglich/ daß es nahe an dem Wohnhause/ Schlosse oder
Pallast angerichtet werde/ wenn aber auch solche bequeme
Gelegenheit nicht verhanden/ so sind doch für Vornehmer
Herren Gemächern feine Gänge/ Altanen oder andere Be-
quemligkeit/ daß man in Scherben/ Töpffen vnd Kasten

aller-

Nohtwendiger Vnterricht von Anrichtung
Epffel/ bald Birn/ wechſelsweiſe geſetzet/ vnd an ſtat der He-
cken allerley ſchoͤne Arten von Stein-Obſt/ als Kirſchen/
Pflaumen/ Miſpeln/ Quitten vnd dergleichen fein zierlich
vnd fleiſſig gepflantzet werden.

Hat man noch etwas Platz uͤbrig/ ſonderlich in der
Hoͤhe/ vnd gegen der Sonnen/ ſo ſtehet daſelbſt ein feiner
Weingarte nicht uͤbel/ verſchuldet ſeine Stelle auch wol/
wenn er mit guter Art Fexern belegt/ vnd deren mit Duͤn-
gung/ Beſchneidung/ Hefftung/ vnd dergleichen Arbeit wol
gewartet wird. Hierinn koͤnnen/ an ſtat der Hecken/ feine
Mandeln-Pfirsken-Marellen-Maulbeer-vnd Kirſchen-
Baͤume an den Seiten herumb gepflantzet werden: Jn
Mangelung aber ſolches Raums kan man etwa im Luſt-
oder Kuͤchen-Garten an der Seiten im Wiederſchein etli-
che feine gute Fexer zur Luſt legen vnd fleiſſig warten.


Das II. Capitul.
Von der ſtaͤte/ da ein Luſt-Garte
anzulegen iſt.

WO ſo viel Platzes nicht iſt/ daß Luſt-
Kuͤchen-vnd Baum-Garten beyſam̃en ſeyn koͤn-
nen/ vnd mann gleichwol gerne ein Luſt-Gaͤrtlein
zur Ergetzligkeit haben moͤchte/ ſo ſehe man/ da es nur immer
muͤglich/ daß es nahe an dem Wohnhauſe/ Schloſſe oder
Pallaſt angerichtet werde/ wenn aber auch ſolche bequeme
Gelegenheit nicht verhanden/ ſo ſind doch fuͤr Vornehmer
Herren Gemaͤchern feine Gaͤnge/ Altanen oder andere Be-
quemligkeit/ daß man in Scherben/ Toͤpffen vnd Kaſten

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[50/0066] Nohtwendiger Vnterricht von Anrichtung Epffel/ bald Birn/ wechſelsweiſe geſetzet/ vnd an ſtat der He- cken allerley ſchoͤne Arten von Stein-Obſt/ als Kirſchen/ Pflaumen/ Miſpeln/ Quitten vnd dergleichen fein zierlich vnd fleiſſig gepflantzet werden. Hat man noch etwas Platz uͤbrig/ ſonderlich in der Hoͤhe/ vnd gegen der Sonnen/ ſo ſtehet daſelbſt ein feiner Weingarte nicht uͤbel/ verſchuldet ſeine Stelle auch wol/ wenn er mit guter Art Fexern belegt/ vnd deren mit Duͤn- gung/ Beſchneidung/ Hefftung/ vnd dergleichen Arbeit wol gewartet wird. Hierinn koͤnnen/ an ſtat der Hecken/ feine Mandeln-Pfirsken-Marellen-Maulbeer-vnd Kirſchen- Baͤume an den Seiten herumb gepflantzet werden: Jn Mangelung aber ſolches Raums kan man etwa im Luſt- oder Kuͤchen-Garten an der Seiten im Wiederſchein etli- che feine gute Fexer zur Luſt legen vnd fleiſſig warten. Das II. Capitul. Von der ſtaͤte/ da ein Luſt-Garte anzulegen iſt. WO ſo viel Platzes nicht iſt/ daß Luſt- Kuͤchen-vnd Baum-Garten beyſam̃en ſeyn koͤn- nen/ vnd mann gleichwol gerne ein Luſt-Gaͤrtlein zur Ergetzligkeit haben moͤchte/ ſo ſehe man/ da es nur immer muͤglich/ daß es nahe an dem Wohnhauſe/ Schloſſe oder Pallaſt angerichtet werde/ wenn aber auch ſolche bequeme Gelegenheit nicht verhanden/ ſo ſind doch fuͤr Vornehmer Herren Gemaͤchern feine Gaͤnge/ Altanen oder andere Be- quemligkeit/ daß man in Scherben/ Toͤpffen vnd Kaſten aller-

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Zitationshilfe: Royer, Johann: Beschreibung des gantzen Fürstlichen Braunschweigischen Gartens zu Hessem. Halberstadt, 1648, S. 50. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/royer_beschreibung_1648/66>, abgerufen am 07.03.2021.