Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 7. Berlin, 1848.

Bild:
<< vorherige Seite

Buch II. Rechtsverhältnisse. Kap. IV. Verletzung.
actio doli selbst sey eine Restitution, weil in der Stelle
des Edicts die Worte vorkommen: si justa causa esse vi-
debitur,
also eine causae cognitio vorbehalten sey (v).
Sowohl diese Behauptung, als die von ihm versuchte Er-
klärung der oben abgedruckten beiden Digestenstellen (w), ist
so subtil, daß durch ihre consequente Durchführung die
ganze Lehre von der Restitution alle Haltung verlieren
müßte.

§. 333.
Restitution. -- Einzelne Gründe. -- VI. Antiquirte
Gründe
.

Die bisher abgehandelten Restitutionsgründe können
insgesammt auch im heutigen Recht vorkommen. Zwei
andere jedoch sind nur noch geschichtlich zu erwähnen, und
nur um in dem ganzen Zusammenhang dieser Lehre keine
Lücke zu lassen. Diese sind:
Die Capitis deminutio.
Die Alienatio judicii mutandi causa facta.

Beide haben in den Digesten eigene Titel, im Zusammen-
hang mit den übrigen Restitutionsgründen erhalten. Beide
aber können nicht nur für das heutige Recht, sondern selbst
für das Justinianische, als anwendbare Restitutionen nicht
mehr anerkannt werden.


(v) Puchta Institutionen B. 2 S. 221 -- 223.
(w) A. a. O., S. 223. 419.

Buch II. Rechtsverhältniſſe. Kap. IV. Verletzung.
actio doli ſelbſt ſey eine Reſtitution, weil in der Stelle
des Edicts die Worte vorkommen: si justa causa esse vi-
debitur,
alſo eine causae cognitio vorbehalten ſey (v).
Sowohl dieſe Behauptung, als die von ihm verſuchte Er-
klärung der oben abgedruckten beiden Digeſtenſtellen (w), iſt
ſo ſubtil, daß durch ihre conſequente Durchführung die
ganze Lehre von der Reſtitution alle Haltung verlieren
müßte.

§. 333.
Reſtitution. — Einzelne Gründe. — VI. Antiquirte
Gründe
.

Die bisher abgehandelten Reſtitutionsgründe können
insgeſammt auch im heutigen Recht vorkommen. Zwei
andere jedoch ſind nur noch geſchichtlich zu erwähnen, und
nur um in dem ganzen Zuſammenhang dieſer Lehre keine
Lücke zu laſſen. Dieſe ſind:
Die Capitis deminutio.
Die Alienatio judicii mutandi causa facta.

Beide haben in den Digeſten eigene Titel, im Zuſammen-
hang mit den übrigen Reſtitutionsgründen erhalten. Beide
aber können nicht nur für das heutige Recht, ſondern ſelbſt
für das Juſtinianiſche, als anwendbare Reſtitutionen nicht
mehr anerkannt werden.


(v) Puchta Inſtitutionen B. 2 S. 221 — 223.
(w) A. a. O., S. 223. 419.
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0232" n="210"/><fw place="top" type="header">Buch <hi rendition="#aq">II.</hi> Rechtsverhältni&#x017F;&#x017F;e. Kap. <hi rendition="#aq">IV.</hi> Verletzung.</fw><lb/><hi rendition="#aq">actio doli</hi> &#x017F;elb&#x017F;t <hi rendition="#g">&#x017F;ey</hi> eine Re&#x017F;titution, weil in der Stelle<lb/>
des Edicts die Worte vorkommen: <hi rendition="#aq">si justa causa esse vi-<lb/>
debitur,</hi> al&#x017F;o eine <hi rendition="#aq">causae cognitio</hi> vorbehalten &#x017F;ey <note place="foot" n="(v)"><hi rendition="#g">Puchta</hi> In&#x017F;titutionen B. 2 S. 221 &#x2014; 223.</note>.<lb/>
Sowohl die&#x017F;e Behauptung, als die von ihm ver&#x017F;uchte Er-<lb/>
klärung der oben abgedruckten beiden Dige&#x017F;ten&#x017F;tellen <note place="foot" n="(w)">A. a. O., S. 223. 419.</note>, i&#x017F;t<lb/>
&#x017F;o &#x017F;ubtil, daß durch ihre con&#x017F;equente Durchführung die<lb/>
ganze Lehre von der Re&#x017F;titution alle Haltung verlieren<lb/>
müßte.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head>§. 333.<lb/><hi rendition="#g">Re&#x017F;titution. &#x2014; Einzelne Gründe</hi>. &#x2014; <hi rendition="#aq">VI.</hi> <hi rendition="#g">Antiquirte<lb/>
Gründe</hi>.</head><lb/>
            <p>Die bisher abgehandelten Re&#x017F;titutionsgründe können<lb/>
insge&#x017F;ammt auch im heutigen Recht vorkommen. Zwei<lb/>
andere jedoch &#x017F;ind nur noch ge&#x017F;chichtlich zu erwähnen, und<lb/>
nur um in dem ganzen Zu&#x017F;ammenhang die&#x017F;er Lehre keine<lb/>
Lücke zu la&#x017F;&#x017F;en. Die&#x017F;e &#x017F;ind:<lb/><hi rendition="#et">Die <hi rendition="#aq">Capitis deminutio.</hi><lb/>
Die <hi rendition="#aq">Alienatio judicii mutandi causa facta.</hi></hi><lb/>
Beide haben <hi rendition="#g">in</hi> den Dige&#x017F;ten eigene Titel, im Zu&#x017F;ammen-<lb/>
hang mit den übrigen Re&#x017F;titutionsgründen erhalten. Beide<lb/>
aber können nicht nur für das heutige Recht, &#x017F;ondern &#x017F;elb&#x017F;t<lb/>
für das Ju&#x017F;tiniani&#x017F;che, als anwendbare Re&#x017F;titutionen nicht<lb/>
mehr anerkannt werden.</p><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[210/0232] Buch II. Rechtsverhältniſſe. Kap. IV. Verletzung. actio doli ſelbſt ſey eine Reſtitution, weil in der Stelle des Edicts die Worte vorkommen: si justa causa esse vi- debitur, alſo eine causae cognitio vorbehalten ſey (v). Sowohl dieſe Behauptung, als die von ihm verſuchte Er- klärung der oben abgedruckten beiden Digeſtenſtellen (w), iſt ſo ſubtil, daß durch ihre conſequente Durchführung die ganze Lehre von der Reſtitution alle Haltung verlieren müßte. §. 333. Reſtitution. — Einzelne Gründe. — VI. Antiquirte Gründe. Die bisher abgehandelten Reſtitutionsgründe können insgeſammt auch im heutigen Recht vorkommen. Zwei andere jedoch ſind nur noch geſchichtlich zu erwähnen, und nur um in dem ganzen Zuſammenhang dieſer Lehre keine Lücke zu laſſen. Dieſe ſind: Die Capitis deminutio. Die Alienatio judicii mutandi causa facta. Beide haben in den Digeſten eigene Titel, im Zuſammen- hang mit den übrigen Reſtitutionsgründen erhalten. Beide aber können nicht nur für das heutige Recht, ſondern ſelbſt für das Juſtinianiſche, als anwendbare Reſtitutionen nicht mehr anerkannt werden. (v) Puchta Inſtitutionen B. 2 S. 221 — 223. (w) A. a. O., S. 223. 419.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system07_1848
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system07_1848/232
Zitationshilfe: Savigny, Friedrich Carl von: System des heutigen Römischen Rechts. Bd. 7. Berlin, 1848, S. 210. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/savigny_system07_1848/232>, abgerufen am 18.04.2021.