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Schmoller, Gustav: Zur Geschichte der deutschen Kleingewerbe im 19. Jahrhundert. Halle (Saale), 1870.

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1. Das allgemeine Darniederliegen der Gewerbe.

Die Nachwehen des dreißigjährigen Krieges und die Zustände
überhaupt. Die zeitgenössischen Klagen über die elende Lage
der Handwerke. Die verschiedene Wirkung der Zustände auf
die Lokalgewerbe und die für den größeren Absatz arbeiten-
den Gewerbe. Aus der Münchener Handwerksstatistik des
17. Jahrhundert. Einzelne gewerbestatistische Notizen aus
dem 18. Jahrhundert: Bairische Tuchmacher; Niedergrafschaft
Katzenellnbogen; Herzogthum Magdeburg; Fürstenthum Würz-
burg; Schweidnitz; Kaufbeuern; Speier.


Obgleich wir für das 18. Jahrhundert keine umfas-
senden Gewerbeaufnahmen haben, sei es gestattet, mit
einigen Worten an die damaligen Zustände zu erinnern.1

Noch litt Deutschland an den Nachwehen des
dreißigjährigen Krieges. Der deutsche Handel war ver-
nichtet. Die Kleinstaaterei hemmte jede Bewegung. Das
Gewerberecht war ausgeartet in den verrottetsten Zopf.
Mißbräuche aller Art wucherten. Vergeblich suchten

1 Siehe darüber Biedermann, Deutschland im 18. Jahr-
hundert. Leipzig 1854. I, 235--329. Mascher, das deutsche
Gewerbewesen. Potsdam 1866. 349--477. Gülich, geschicht-
liche Darstellung des Handels, der Gewerbe etc. Jena 1830.
II, 197--335.
1. Das allgemeine Darniederliegen der Gewerbe.

Die Nachwehen des dreißigjährigen Krieges und die Zuſtände
überhaupt. Die zeitgenöſſiſchen Klagen über die elende Lage
der Handwerke. Die verſchiedene Wirkung der Zuſtände auf
die Lokalgewerbe und die für den größeren Abſatz arbeiten-
den Gewerbe. Aus der Münchener Handwerksſtatiſtik des
17. Jahrhundert. Einzelne gewerbeſtatiſtiſche Notizen aus
dem 18. Jahrhundert: Bairiſche Tuchmacher; Niedergrafſchaft
Katzenellnbogen; Herzogthum Magdeburg; Fürſtenthum Würz-
burg; Schweidnitz; Kaufbeuern; Speier.


Obgleich wir für das 18. Jahrhundert keine umfaſ-
ſenden Gewerbeaufnahmen haben, ſei es geſtattet, mit
einigen Worten an die damaligen Zuſtände zu erinnern.1

Noch litt Deutſchland an den Nachwehen des
dreißigjährigen Krieges. Der deutſche Handel war ver-
nichtet. Die Kleinſtaaterei hemmte jede Bewegung. Das
Gewerberecht war ausgeartet in den verrottetſten Zopf.
Mißbräuche aller Art wucherten. Vergeblich ſuchten

1 Siehe darüber Biedermann, Deutſchland im 18. Jahr-
hundert. Leipzig 1854. I, 235—329. Maſcher, das deutſche
Gewerbeweſen. Potsdam 1866. 349—477. Gülich, geſchicht-
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[[13]/0035] 1. Das allgemeine Darniederliegen der Gewerbe. Die Nachwehen des dreißigjährigen Krieges und die Zuſtände überhaupt. Die zeitgenöſſiſchen Klagen über die elende Lage der Handwerke. Die verſchiedene Wirkung der Zuſtände auf die Lokalgewerbe und die für den größeren Abſatz arbeiten- den Gewerbe. Aus der Münchener Handwerksſtatiſtik des 17. Jahrhundert. Einzelne gewerbeſtatiſtiſche Notizen aus dem 18. Jahrhundert: Bairiſche Tuchmacher; Niedergrafſchaft Katzenellnbogen; Herzogthum Magdeburg; Fürſtenthum Würz- burg; Schweidnitz; Kaufbeuern; Speier. Obgleich wir für das 18. Jahrhundert keine umfaſ- ſenden Gewerbeaufnahmen haben, ſei es geſtattet, mit einigen Worten an die damaligen Zuſtände zu erinnern. 1 Noch litt Deutſchland an den Nachwehen des dreißigjährigen Krieges. Der deutſche Handel war ver- nichtet. Die Kleinſtaaterei hemmte jede Bewegung. Das Gewerberecht war ausgeartet in den verrottetſten Zopf. Mißbräuche aller Art wucherten. Vergeblich ſuchten 1 Siehe darüber Biedermann, Deutſchland im 18. Jahr- hundert. Leipzig 1854. I, 235—329. Maſcher, das deutſche Gewerbeweſen. Potsdam 1866. 349—477. Gülich, geſchicht- liche Darſtellung des Handels, der Gewerbe ꝛc. Jena 1830. II, 197—335.

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Zitationshilfe: Schmoller, Gustav: Zur Geschichte der deutschen Kleingewerbe im 19. Jahrhundert. Halle (Saale), 1870, S. [13]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/schmoller_kleingewerbe_1870/35>, abgerufen am 14.07.2024.