Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 4. Leipzig, 1876.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] 4 Dein seel solt du nit befelhen denen, die dich, sondern die jr seel lieb haben. - Wachter.

5 Den Seelen, im Fegfewer ist mit den Feyertagen to viel geholffen, als einem mit einer faust ins Aug. - Zinkgref, IV, 73.

6 Der Seelen Macht ist dess Leibes Krafft. - Petri, II, 105; Lehmann, II, 66, 169; Sutor, 683.

Frz.: Sur le corps l'ame doit etre dame.

7 Die Seele eines Kindes ist ein reiner Spiegel.

Slow.: Dusa dictata je najcistsie zrkadlo clovecenstva. (Konfessionalna skola.)

8 Die Seele eines Verliebten ist nie zu Hause.

Schon Cato pflegte zu sagen, sie lebe stets in fremden Körpern.

9 Die Seele ist des Leibes Licht, die Vernunft der Seelen, die Religion der Vernunft, der Glaube der Religion und Christus des Glaubens. - Opel, 375.

10 Die Seele kann nicht sterben, mag auch der Leib verderben.

Lat.: Morte carent animae. (Ovid.) (Philippi, I, 257.)

11 Die Seele kommt ins Fegefeuer, und die Beine haben getanzt.

Im entgegengesetzten Sinne sagen die Böhmen: Duse shresila, a nohu vinu nesou. (Celakovsky, 354.)

12 Die Seele will aufwärts und der Teufel hält (zieht) sie (herab).

Böhm.: Rada by duse do nebe, by jen hrichy daly. (Celakovsky, 15.)

Poln.: Rada by dusza do nieba, by jako przed grzechami. (Celakovsky, 15.)

13 Die Seelen fliegen schnippschnapp in den Himmel, wie die Katz ins Mäuseloch. - Eiselein, 401.

14 Die Seelen im Fegefeuer haben alle Sonntage einen blauen Montag. - Fischart.

Die Höllenqualen sollen den Sabbat über nicht stattfinden. Meinung im Mittelalter. (Vgl. Grimm, Myth.)

15 Durst'ge Seelen haben den Sinn, sie lassen nichts im Glase (Fasse, Kruge) drin.

Frz.: Quiconque mange a les chedoit vaisseaul lauer on ne luy doit.

Lat.: Post heluones, mundanda non sunt vasa. (Bovill, II, 215.)

16 Ein hubsche seele wil auch einen hubschen leib haben. - Agricola I, 28; Franck, I, 141b; Eyering, II, 107; Gruter, I, 25; Petri, II, 189; Egenolff, 28a; Lehmann, 705, 5; Richard, 378; Simrock, 4960.

Böhm.: Pekna duse, pekne telo. (Celakovsky, 24.)

Lat.: Ex forma relucet animus. - Formosi plerumque boni. - Formosum formosa cupit mens incola tectum: Integra distortam non amat illa domum. - Mens formosa tegi formosa corpore gaudet: nec non in turpi cor ore latet. (Glandorp, 71, 91, 117 u. 193.)

17 Ein nüchtern Seel hat viel zu schaffen, dass sie den engen weg zum Himmel treffen kan; wie wolt jhn ein volle finden, sie taumel denn darauff. - Lehmann, 759, 49.

18 Ein volle Seel tritt mit füssen auff Honigseim. - Petri, II, 234.

19 Eine fromme Seele hat keinen gottlosen Spiessgesellen.

20 Eine junge Seele zum Guten erregen, heisst ein grosses Kapital anlegen.

Wird Vossische Zeitung vom 29. Jan. 1868, 2. Beil., als ein altes Sprichwort angeführt.

21 Eine satte Seele zertritt auch Honigseim.

22 Eine Seele, die im Trockenen sitzt, hat Witz.

Fischart (Gesch., in Kloster, VIII, 145) widerspricht: "Im Trocknen wohnet nimmer kein Seel."

Lat.: Anima sicca sapientissima.

23 Eine Seele kann sowol vom Galgen als vom Kirchhof in den Himmel kommen.

Es kommt auf den Zustand der Seele selbst an, nicht auf den Ort.

Dän.: Der kommer saa vel en siel til himmel fra galgen, som fra kirkegaarden. (Prov. dan., 416.)

24 Einer hungrigen seel ist alles bittersüss. - Henisch, 402, 57; Petri, II, 180.

25 Frae dich seir, mai Seil, loss den Teiwel brumen. (Siebenbürg.-sächs.) - Schuster, 1131.

26 Gesunde Seele will gesunden Körper haben.

Lat.: Orandum est, ut sit mens sana in corpore sano. (Schulblatt, 468.)

[Spaltenumbruch] 27 Gilt es die Seel' und das Gut, so gilt es auch das Leben und das Blut.

28 Gleiche (schöne) Seelen finden sich.

29 Grosse Seelen wollen, kleine werden gewollt.

Die Chinesen: Grosse Seelen haben einen Willen, die andern Anwandlungen. (Cibot, 161.)

30 Ich will lieber Eine Seele selig als hundert gelehrt machen.

Wahlspruch des Theologen Lütkemann. Das letztere ist auch wol mit grössern Schwierigkeiten verbunden.

31 In einer vollen Seele bleibt der heilige Geist nicht. - Petri, II, 403.

32 In eines andern Seele ist schwer zu lesen.

Böhm.: Duse cizi ve tme sedi. (Celakovsky, 352.)

33 Je mehr Seelen, je mehr Freude. - Simrock, 9441.

34 Liebe Seel verzage nicht, sei nicht ungeduldig; wenn du nicht bezahlen kannst, bleib' den Leuten schuldig. - Lohrengel, I, 473.

35 Man achtet nicht der Seele, sondern des Säckels.

36 Man kann die Seele nicht mit der Elle messen.

Holl.: De ziel wordt met de el niet uitgemeten. (Harrebomee, II, 500b.)

37 Man muss die Seele auf die Oberthür setzen oder unter die Wage hängen, damit sie überschlage, vom blossen Handwerk man nicht leben kann. - Eiselein, 565.

Ansicht vieler Geschäftsleute, die es mit der Rechtlichkeit nicht sehr streng nehmen.

Holl.: Eerst de ziel over het rak gehangen, dan naar deugd omgezien. (Harrebomee, II, 501a.)

38 Neun Seel können sitzen auf einer Nadelspitzen. - Petri, II, 493.

39 Nichts besser dann eine gesunde Seel in einem gesunden Leibe. - Eyering, II, 107.

40 Schöne Seele will reine Höhle. - Eiselein, 565; Simrock, 9438.

Dän.: En smuk siel vil have et smuk legem. (Prov. dan., 497.)

41 Schöne Seelen finden sich. - Simrock, 9439; Braun, I, 4064.

Frz.: Les beaux-esprits se rencontrent.

42 Schwarze Seele in schönem Körper ist doppelte Gefahr. - Simrock, 9440.

43 Seel' und Leib sind oft uneins.

Frz.: L'ame et le corps souveut sont discords. (Kritzinger, 24a.)

44 So lang die Seel im Kranken, pflegt seine Hoffnung nicht zu wanken. - Seybold, 13.

45 Sündig seel gebirt offt dem leib grosse krankheyt. (Wachter.)

46 Verwandte Seelen verstehen sich. - Eiselein, 565.

47 Von Seelen, Engeln vnd fischen ist nicht gut predigen. - Henisch, 896, 9; Petri, III, 12; Mathesy, 294a.

48 Was einem an die Seele gebacken ist, das kann man mit keinem Scheidewasser losbringen. - Chaos, 148; Winckler, II, 87.

49 Wenn eine schwarze Seele in einem schönen Körper wohnt, so ist die Gefahr doppelt gross.

50 Wer der Seele übel will, gönnt auch dem Leibe nichts Gutes. - Opel, 375.

51 Wer die Seele verspielt, hat falsch gezielt.

52 Wer einen auff die Seel nimpt, der darff jhrer mehr darauff nehmen. - Petri, II, 70.

53 Wer sein Seel dem Gelt vnd Gut anhenckt, der wird auch dahin fahren, wo dasselb hinkompt. - Lehmann, 258, 57.

"Der Teuffel sagts zum Herrn Christ, das ist alles mein."

54 Wer seine Seele rettet, der hat sich wohl gebettet.

It.: La maggior cosa che si ha da fare, e salvar l'anima. (Pazzaglia, 16.)

55 Wer sich der Seel erwagen will, dem ist keine Unthat zu viel.

56 Wo es der Seele behagt, da gedeiht der Leib. (Lit.)

57 Zarte Seelen finden sich.

Poln.: Milej duszy, gdy jedna drugiej ruszy. (Lompa, 20.)

[Spaltenumbruch] 4 Dein seel solt du nit befelhen denen, die dich, sondern die jr seel lieb haben.Wachter.

5 Den Seelen, im Fegfewer ist mit den Feyertagen to viel geholffen, als einem mit einer faust ins Aug.Zinkgref, IV, 73.

6 Der Seelen Macht ist dess Leibes Krafft.Petri, II, 105; Lehmann, II, 66, 169; Sutor, 683.

Frz.: Sur le corps l'âme doit être dame.

7 Die Seele eines Kindes ist ein reiner Spiegel.

Slow.: Duša dictáta je najcistšie zrkadlo človĕčenstva. (Konfessionálná skola.)

8 Die Seele eines Verliebten ist nie zu Hause.

Schon Cato pflegte zu sagen, sie lebe stets in fremden Körpern.

9 Die Seele ist des Leibes Licht, die Vernunft der Seelen, die Religion der Vernunft, der Glaube der Religion und Christus des Glaubens.Opel, 375.

10 Die Seele kann nicht sterben, mag auch der Leib verderben.

Lat.: Morte carent animae. (Ovid.) (Philippi, I, 257.)

11 Die Seele kommt ins Fegefeuer, und die Beine haben getanzt.

Im entgegengesetzten Sinne sagen die Böhmen: Duše shřešila, a nohu vinu nesou. (Čelakovsky, 354.)

12 Die Seele will aufwärts und der Teufel hält (zieht) sie (herab).

Böhm.: Ráda by duše do nebe, by jen hříchy daly. (Čelakovsky, 15.)

Poln.: Rada by dusza do nieba, by jako przed grzechami. (Čelakovsky, 15.)

13 Die Seelen fliegen schnippschnapp in den Himmel, wie die Katz ins Mäuseloch.Eiselein, 401.

14 Die Seelen im Fegefeuer haben alle Sonntage einen blauen Montag.Fischart.

Die Höllenqualen sollen den Sabbat über nicht stattfinden. Meinung im Mittelalter. (Vgl. Grimm, Myth.)

15 Durst'ge Seelen haben den Sinn, sie lassen nichts im Glase (Fasse, Kruge) drin.

Frz.: Quiconque mange a les chedoit vaisseaul lauer on ne luy doit.

Lat.: Post heluones, mundanda non sunt vasa. (Bovill, II, 215.)

16 Ein hubsche seele wil auch einen hubschen leib haben.Agricola I, 28; Franck, I, 141b; Eyering, II, 107; Gruter, I, 25; Petri, II, 189; Egenolff, 28a; Lehmann, 705, 5; Richard, 378; Simrock, 4960.

Böhm.: Pĕkná duše, pĕkné tĕlo. (Čelakovsky, 24.)

Lat.: Ex forma relucet animus. – Formosi plerumque boni. – Formosum formosa cupit mens incola tectum: Integra distortam non amat illa domum. – Mens formosa tegi formosa corpore gaudet: nec non in turpi cor ore latet. (Glandorp, 71, 91, 117 u. 193.)

17 Ein nüchtern Seel hat viel zu schaffen, dass sie den engen weg zum Himmel treffen kan; wie wolt jhn ein volle finden, sie taumel denn darauff.Lehmann, 759, 49.

18 Ein volle Seel tritt mit füssen auff Honigseim.Petri, II, 234.

19 Eine fromme Seele hat keinen gottlosen Spiessgesellen.

20 Eine junge Seele zum Guten erregen, heisst ein grosses Kapital anlegen.

Wird Vossische Zeitung vom 29. Jan. 1868, 2. Beil., als ein altes Sprichwort angeführt.

21 Eine satte Seele zertritt auch Honigseim.

22 Eine Seele, die im Trockenen sitzt, hat Witz.

Fischart (Gesch., in Kloster, VIII, 145) widerspricht: „Im Trocknen wohnet nimmer kein Seel.“

Lat.: Anima sicca sapientissima.

23 Eine Seele kann sowol vom Galgen als vom Kirchhof in den Himmel kommen.

Es kommt auf den Zustand der Seele selbst an, nicht auf den Ort.

Dän.: Der kommer saa vel en siel til himmel fra galgen, som fra kirkegaarden. (Prov. dan., 416.)

24 Einer hungrigen seel ist alles bittersüss.Henisch, 402, 57; Petri, II, 180.

25 Frâe dich sîr, mai Sîl, loss den Teiwel brumen. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 1131.

26 Gesunde Seele will gesunden Körper haben.

Lat.: Orandum est, ut sit mens sana in corpore sano. (Schulblatt, 468.)

[Spaltenumbruch] 27 Gilt es die Seel' und das Gut, so gilt es auch das Leben und das Blut.

28 Gleiche (schöne) Seelen finden sich.

29 Grosse Seelen wollen, kleine werden gewollt.

Die Chinesen: Grosse Seelen haben einen Willen, die andern Anwandlungen. (Cibot, 161.)

30 Ich will lieber Eine Seele selig als hundert gelehrt machen.

Wahlspruch des Theologen Lütkemann. Das letztere ist auch wol mit grössern Schwierigkeiten verbunden.

31 In einer vollen Seele bleibt der heilige Geist nicht.Petri, II, 403.

32 In eines andern Seele ist schwer zu lesen.

Böhm.: Duše cizí ve tmĕ sedí. (Čelakovsky, 352.)

33 Je mehr Seelen, je mehr Freude.Simrock, 9441.

34 Liebe Seel verzage nicht, sei nicht ungeduldig; wenn du nicht bezahlen kannst, bleib' den Leuten schuldig.Lohrengel, I, 473.

35 Man achtet nicht der Seele, sondern des Säckels.

36 Man kann die Seele nicht mit der Elle messen.

Holl.: De ziel wordt met de el niet uitgemeten. (Harrebomeé, II, 500b.)

37 Man muss die Seele auf die Oberthür setzen oder unter die Wage hängen, damit sie überschlage, vom blossen Handwerk man nicht leben kann.Eiselein, 565.

Ansicht vieler Geschäftsleute, die es mit der Rechtlichkeit nicht sehr streng nehmen.

Holl.: Eerst de ziel over het rak gehangen, dan naar deugd omgezien. (Harrebomée, II, 501a.)

38 Neun Seel können sitzen auf einer Nadelspitzen.Petri, II, 493.

39 Nichts besser dann eine gesunde Seel in einem gesunden Leibe.Eyering, II, 107.

40 Schöne Seele will reine Höhle.Eiselein, 565; Simrock, 9438.

Dän.: En smuk siel vil have et smuk legem. (Prov. dan., 497.)

41 Schöne Seelen finden sich.Simrock, 9439; Braun, I, 4064.

Frz.: Les beaux-esprits se rencontrent.

42 Schwarze Seele in schönem Körper ist doppelte Gefahr.Simrock, 9440.

43 Seel' und Leib sind oft uneins.

Frz.: L'ame et le corps souveut sont discords. (Kritzinger, 24a.)

44 So lang die Seel im Kranken, pflegt seine Hoffnung nicht zu wanken.Seybold, 13.

45 Sündig seel gebirt offt dem leib grosse krankheyt. (Wachter.)

46 Verwandte Seelen verstehen sich.Eiselein, 565.

47 Von Seelen, Engeln vnd fischen ist nicht gut predigen.Henisch, 896, 9; Petri, III, 12; Mathesy, 294a.

48 Was einem an die Seele gebacken ist, das kann man mit keinem Scheidewasser losbringen.Chaos, 148; Winckler, II, 87.

49 Wenn eine schwarze Seele in einem schönen Körper wohnt, so ist die Gefahr doppelt gross.

50 Wer der Seele übel will, gönnt auch dem Leibe nichts Gutes.Opel, 375.

51 Wer die Seele verspielt, hat falsch gezielt.

52 Wer einen auff die Seel nimpt, der darff jhrer mehr darauff nehmen.Petri, II, 70.

53 Wer sein Seel dem Gelt vnd Gut anhenckt, der wird auch dahin fahren, wo dasselb hinkompt.Lehmann, 258, 57.

„Der Teuffel sagts zum Herrn Christ, das ist alles mein.“

54 Wer seine Seele rettet, der hat sich wohl gebettet.

It.: La maggior cosa che si hà da fare, è salvar l'anima. (Pazzaglia, 16.)

55 Wer sich der Seel erwagen will, dem ist keine Unthat zu viel.

56 Wo es der Seele behagt, da gedeiht der Leib. (Lit.)

57 Zarte Seelen finden sich.

Poln.: Milej duszy, gdy jedna drugiej ruszy. (Lompa, 20.)

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0252" n="[246]"/><cb n="491"/>
4 Dein seel solt du nit befelhen denen, die dich, sondern die jr seel lieb haben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Wachter.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">5 Den Seelen, im Fegfewer ist mit den Feyertagen to viel geholffen, als einem mit einer faust ins Aug.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Zinkgref, IV, 73.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">6 Der Seelen Macht ist dess Leibes Krafft.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 105; Lehmann, II, 66, 169; Sutor, 683.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Sur le corps l'âme doit être dame.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">7 Die Seele eines Kindes ist ein reiner Spiegel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Slow.</hi>: Du&#x0161;a dictáta je najcist&#x0161;ie zrkadlo &#x010D;lov&#x0115;&#x010D;enstva. (<hi rendition="#i">Konfessionálná skola.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">8 Die Seele eines Verliebten ist nie zu Hause.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Schon <hi rendition="#i">Cato</hi> pflegte zu sagen, sie lebe stets in fremden Körpern.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">9 Die Seele ist des Leibes Licht, die Vernunft der Seelen, die Religion der Vernunft, der Glaube der Religion und Christus des Glaubens.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Opel, 375.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">10 Die Seele kann nicht sterben, mag auch der Leib verderben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Morte carent animae. (<hi rendition="#i">Ovid.</hi>) (<hi rendition="#i">Philippi, I, 257.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">11 Die Seele kommt ins Fegefeuer, und die Beine haben getanzt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Im entgegengesetzten Sinne sagen die Böhmen: Du&#x0161;e sh&#x0159;e&#x0161;ila, a nohu vinu nesou. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 354.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">12 Die Seele will aufwärts und der Teufel hält (zieht) sie (herab).</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Ráda by du&#x0161;e do nebe, by jen h&#x0159;íchy daly. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 15.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: Rada by dusza do nieba, by jako przed grzechami. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 15.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">13 Die Seelen fliegen schnippschnapp in den Himmel, wie die Katz ins Mäuseloch.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 401.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">14 Die Seelen im Fegefeuer haben alle Sonntage einen blauen Montag.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Fischart.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Höllenqualen sollen den Sabbat über nicht stattfinden. Meinung im Mittelalter. (Vgl. <hi rendition="#i">Grimm, Myth.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">15 Durst'ge Seelen haben den Sinn, sie lassen nichts im Glase (Fasse, Kruge) drin.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Quiconque mange a les chedoit vaisseaul lauer on ne luy doit.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Post heluones, mundanda non sunt vasa. (<hi rendition="#i">Bovill, II, 215.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">16 Ein hubsche seele wil auch einen hubschen leib haben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Agricola I, 28; Franck, I, 141<hi rendition="#sup">b</hi>; Eyering, II, 107; Gruter, I, 25; Petri, II, 189; Egenolff, 28<hi rendition="#sup">a</hi>; Lehmann, 705, 5; Richard, 378; Simrock, 4960.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: P&#x0115;kná du&#x0161;e, p&#x0115;kné t&#x0115;lo. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 24.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Ex forma relucet animus. &#x2013; Formosi plerumque boni. &#x2013; Formosum formosa cupit mens incola tectum: Integra distortam non amat illa domum. &#x2013; Mens formosa tegi formosa corpore gaudet: nec non in turpi cor ore latet. (<hi rendition="#i">Glandorp, 71, 91, 117 u. 193.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">17 Ein nüchtern Seel hat viel zu schaffen, dass sie den engen weg zum Himmel treffen kan; wie wolt jhn ein volle finden, sie taumel denn darauff.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 759, 49.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">18 Ein volle Seel tritt mit füssen auff Honigseim.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 234.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">19 Eine fromme Seele hat keinen gottlosen Spiessgesellen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">20 Eine junge Seele zum Guten erregen, heisst ein grosses Kapital anlegen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wird <hi rendition="#i">Vossische Zeitung</hi> vom 29. Jan. 1868, 2. Beil., als ein altes Sprichwort angeführt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">21 Eine satte Seele zertritt auch Honigseim.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">22 Eine Seele, die im Trockenen sitzt, hat Witz.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#i">Fischart (Gesch., in Kloster, VIII, 145)</hi> widerspricht: &#x201E;Im Trocknen wohnet nimmer kein Seel.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Anima sicca sapientissima.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">23 Eine Seele kann sowol vom Galgen als vom Kirchhof in den Himmel kommen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Es kommt auf den Zustand der Seele selbst an, nicht auf den Ort.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Der kommer saa vel en siel til himmel fra galgen, som fra kirkegaarden. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 416.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">24 Einer hungrigen seel ist alles bittersüss.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 402, 57; Petri, II, 180.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">25 Frâe dich sîr, mai Sîl, loss den Teiwel brumen.</hi> (<hi rendition="#i">Siebenbürg.-sächs.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schuster, 1131.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">26 Gesunde Seele will gesunden Körper haben.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Lat.</hi>: Orandum est, ut sit mens sana in corpore sano. (<hi rendition="#i">Schulblatt, 468.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><cb n="492"/>
27 Gilt es die Seel' und das Gut, so gilt es auch das Leben und das Blut.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">28 Gleiche (schöne) Seelen finden sich.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">29 Grosse Seelen wollen, kleine werden gewollt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Die Chinesen: Grosse Seelen haben einen Willen, die andern Anwandlungen. (<hi rendition="#i">Cibot, 161.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">30 Ich will lieber Eine Seele selig als hundert gelehrt machen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wahlspruch des Theologen Lütkemann. Das letztere ist auch wol mit grössern Schwierigkeiten verbunden.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">31 In einer vollen Seele bleibt der heilige Geist nicht.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 403.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">32 In eines andern Seele ist schwer zu lesen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Böhm.</hi>: Du&#x0161;e cizí ve tm&#x0115; sedí. (<hi rendition="#i">&#x010C;elakovsky, 352.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">33 Je mehr Seelen, je mehr Freude.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 9441.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">34 Liebe Seel verzage nicht, sei nicht ungeduldig; wenn du nicht bezahlen kannst, bleib' den Leuten schuldig.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lohrengel, I, 473.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">35 Man achtet nicht der Seele, sondern des Säckels.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">36 Man kann die Seele nicht mit der Elle messen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: De ziel wordt met de el niet uitgemeten. (<hi rendition="#i">Harrebomeé, II, 500<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">37 Man muss die Seele auf die Oberthür setzen oder unter die Wage hängen, damit sie überschlage, vom blossen Handwerk man nicht leben kann.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 565.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Ansicht vieler Geschäftsleute, die es mit der Rechtlichkeit nicht sehr streng nehmen.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Eerst de ziel over het rak gehangen, dan naar deugd omgezien. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 501<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">38 Neun Seel können sitzen auf einer Nadelspitzen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 493.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">39 Nichts besser dann eine gesunde Seel in einem gesunden Leibe.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eyering, II, 107.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">40 Schöne Seele will reine Höhle.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 565; Simrock, 9438.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: En smuk siel vil have et smuk legem. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 497.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">41 Schöne Seelen finden sich.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 9439; Braun, I, 4064.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Les beaux-esprits se rencontrent.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">42 Schwarze Seele in schönem Körper ist doppelte Gefahr.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 9440.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">43 Seel' und Leib sind oft uneins.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: L'ame et le corps souveut sont discords. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 24<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">44 So lang die Seel im Kranken, pflegt seine Hoffnung nicht zu wanken.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Seybold, 13.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">45 Sündig seel gebirt offt dem leib grosse krankheyt.</hi> (<hi rendition="#i">Wachter.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">46 Verwandte Seelen verstehen sich.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 565.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">47 Von Seelen, Engeln vnd fischen ist nicht gut predigen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Henisch, 896, 9; Petri, III, 12; Mathesy, 294<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">48 Was einem an die Seele gebacken ist, das kann man mit keinem Scheidewasser losbringen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Chaos, 148; Winckler, II, 87.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">49 Wenn eine schwarze Seele in einem schönen Körper wohnt, so ist die Gefahr doppelt gross.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">50 Wer der Seele übel will, gönnt auch dem Leibe nichts Gutes.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Opel, 375.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">51 Wer die Seele verspielt, hat falsch gezielt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">52 Wer einen auff die Seel nimpt, der darff jhrer mehr darauff nehmen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Petri, II, 70.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">53 Wer sein Seel dem Gelt vnd Gut anhenckt, der wird auch dahin fahren, wo dasselb hinkompt.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lehmann, 258, 57.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Der Teuffel sagts zum Herrn Christ, das ist alles mein.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">54 Wer seine Seele rettet, der hat sich wohl gebettet.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">It.</hi>: La maggior cosa che si hà da fare, è salvar l'anima. (<hi rendition="#i">Pazzaglia, 16.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">55 Wer sich der Seel erwagen will, dem ist keine Unthat zu viel.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">56 Wo es der Seele behagt, da gedeiht der Leib.</hi> (<hi rendition="#i">Lit.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">57 Zarte Seelen finden sich.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Poln.</hi>: Milej duszy, gdy jedna drugiej ruszy. (<hi rendition="#i">Lompa, 20.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[246]/0252] 4 Dein seel solt du nit befelhen denen, die dich, sondern die jr seel lieb haben. – Wachter. 5 Den Seelen, im Fegfewer ist mit den Feyertagen to viel geholffen, als einem mit einer faust ins Aug. – Zinkgref, IV, 73. 6 Der Seelen Macht ist dess Leibes Krafft. – Petri, II, 105; Lehmann, II, 66, 169; Sutor, 683. Frz.: Sur le corps l'âme doit être dame. 7 Die Seele eines Kindes ist ein reiner Spiegel. Slow.: Duša dictáta je najcistšie zrkadlo človĕčenstva. (Konfessionálná skola.) 8 Die Seele eines Verliebten ist nie zu Hause. Schon Cato pflegte zu sagen, sie lebe stets in fremden Körpern. 9 Die Seele ist des Leibes Licht, die Vernunft der Seelen, die Religion der Vernunft, der Glaube der Religion und Christus des Glaubens. – Opel, 375. 10 Die Seele kann nicht sterben, mag auch der Leib verderben. Lat.: Morte carent animae. (Ovid.) (Philippi, I, 257.) 11 Die Seele kommt ins Fegefeuer, und die Beine haben getanzt. Im entgegengesetzten Sinne sagen die Böhmen: Duše shřešila, a nohu vinu nesou. (Čelakovsky, 354.) 12 Die Seele will aufwärts und der Teufel hält (zieht) sie (herab). Böhm.: Ráda by duše do nebe, by jen hříchy daly. (Čelakovsky, 15.) Poln.: Rada by dusza do nieba, by jako przed grzechami. (Čelakovsky, 15.) 13 Die Seelen fliegen schnippschnapp in den Himmel, wie die Katz ins Mäuseloch. – Eiselein, 401. 14 Die Seelen im Fegefeuer haben alle Sonntage einen blauen Montag. – Fischart. Die Höllenqualen sollen den Sabbat über nicht stattfinden. Meinung im Mittelalter. (Vgl. Grimm, Myth.) 15 Durst'ge Seelen haben den Sinn, sie lassen nichts im Glase (Fasse, Kruge) drin. Frz.: Quiconque mange a les chedoit vaisseaul lauer on ne luy doit. Lat.: Post heluones, mundanda non sunt vasa. (Bovill, II, 215.) 16 Ein hubsche seele wil auch einen hubschen leib haben. – Agricola I, 28; Franck, I, 141b; Eyering, II, 107; Gruter, I, 25; Petri, II, 189; Egenolff, 28a; Lehmann, 705, 5; Richard, 378; Simrock, 4960. Böhm.: Pĕkná duše, pĕkné tĕlo. (Čelakovsky, 24.) Lat.: Ex forma relucet animus. – Formosi plerumque boni. – Formosum formosa cupit mens incola tectum: Integra distortam non amat illa domum. – Mens formosa tegi formosa corpore gaudet: nec non in turpi cor ore latet. (Glandorp, 71, 91, 117 u. 193.) 17 Ein nüchtern Seel hat viel zu schaffen, dass sie den engen weg zum Himmel treffen kan; wie wolt jhn ein volle finden, sie taumel denn darauff. – Lehmann, 759, 49. 18 Ein volle Seel tritt mit füssen auff Honigseim. – Petri, II, 234. 19 Eine fromme Seele hat keinen gottlosen Spiessgesellen. 20 Eine junge Seele zum Guten erregen, heisst ein grosses Kapital anlegen. Wird Vossische Zeitung vom 29. Jan. 1868, 2. Beil., als ein altes Sprichwort angeführt. 21 Eine satte Seele zertritt auch Honigseim. 22 Eine Seele, die im Trockenen sitzt, hat Witz. Fischart (Gesch., in Kloster, VIII, 145) widerspricht: „Im Trocknen wohnet nimmer kein Seel.“ Lat.: Anima sicca sapientissima. 23 Eine Seele kann sowol vom Galgen als vom Kirchhof in den Himmel kommen. Es kommt auf den Zustand der Seele selbst an, nicht auf den Ort. Dän.: Der kommer saa vel en siel til himmel fra galgen, som fra kirkegaarden. (Prov. dan., 416.) 24 Einer hungrigen seel ist alles bittersüss. – Henisch, 402, 57; Petri, II, 180. 25 Frâe dich sîr, mai Sîl, loss den Teiwel brumen. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 1131. 26 Gesunde Seele will gesunden Körper haben. Lat.: Orandum est, ut sit mens sana in corpore sano. (Schulblatt, 468.) 27 Gilt es die Seel' und das Gut, so gilt es auch das Leben und das Blut. 28 Gleiche (schöne) Seelen finden sich. 29 Grosse Seelen wollen, kleine werden gewollt. Die Chinesen: Grosse Seelen haben einen Willen, die andern Anwandlungen. (Cibot, 161.) 30 Ich will lieber Eine Seele selig als hundert gelehrt machen. Wahlspruch des Theologen Lütkemann. Das letztere ist auch wol mit grössern Schwierigkeiten verbunden. 31 In einer vollen Seele bleibt der heilige Geist nicht. – Petri, II, 403. 32 In eines andern Seele ist schwer zu lesen. Böhm.: Duše cizí ve tmĕ sedí. (Čelakovsky, 352.) 33 Je mehr Seelen, je mehr Freude. – Simrock, 9441. 34 Liebe Seel verzage nicht, sei nicht ungeduldig; wenn du nicht bezahlen kannst, bleib' den Leuten schuldig. – Lohrengel, I, 473. 35 Man achtet nicht der Seele, sondern des Säckels. 36 Man kann die Seele nicht mit der Elle messen. Holl.: De ziel wordt met de el niet uitgemeten. (Harrebomeé, II, 500b.) 37 Man muss die Seele auf die Oberthür setzen oder unter die Wage hängen, damit sie überschlage, vom blossen Handwerk man nicht leben kann. – Eiselein, 565. Ansicht vieler Geschäftsleute, die es mit der Rechtlichkeit nicht sehr streng nehmen. Holl.: Eerst de ziel over het rak gehangen, dan naar deugd omgezien. (Harrebomée, II, 501a.) 38 Neun Seel können sitzen auf einer Nadelspitzen. – Petri, II, 493. 39 Nichts besser dann eine gesunde Seel in einem gesunden Leibe. – Eyering, II, 107. 40 Schöne Seele will reine Höhle. – Eiselein, 565; Simrock, 9438. Dän.: En smuk siel vil have et smuk legem. (Prov. dan., 497.) 41 Schöne Seelen finden sich. – Simrock, 9439; Braun, I, 4064. Frz.: Les beaux-esprits se rencontrent. 42 Schwarze Seele in schönem Körper ist doppelte Gefahr. – Simrock, 9440. 43 Seel' und Leib sind oft uneins. Frz.: L'ame et le corps souveut sont discords. (Kritzinger, 24a.) 44 So lang die Seel im Kranken, pflegt seine Hoffnung nicht zu wanken. – Seybold, 13. 45 Sündig seel gebirt offt dem leib grosse krankheyt. (Wachter.) 46 Verwandte Seelen verstehen sich. – Eiselein, 565. 47 Von Seelen, Engeln vnd fischen ist nicht gut predigen. – Henisch, 896, 9; Petri, III, 12; Mathesy, 294a. 48 Was einem an die Seele gebacken ist, das kann man mit keinem Scheidewasser losbringen. – Chaos, 148; Winckler, II, 87. 49 Wenn eine schwarze Seele in einem schönen Körper wohnt, so ist die Gefahr doppelt gross. 50 Wer der Seele übel will, gönnt auch dem Leibe nichts Gutes. – Opel, 375. 51 Wer die Seele verspielt, hat falsch gezielt. 52 Wer einen auff die Seel nimpt, der darff jhrer mehr darauff nehmen. – Petri, II, 70. 53 Wer sein Seel dem Gelt vnd Gut anhenckt, der wird auch dahin fahren, wo dasselb hinkompt. – Lehmann, 258, 57. „Der Teuffel sagts zum Herrn Christ, das ist alles mein.“ 54 Wer seine Seele rettet, der hat sich wohl gebettet. It.: La maggior cosa che si hà da fare, è salvar l'anima. (Pazzaglia, 16.) 55 Wer sich der Seel erwagen will, dem ist keine Unthat zu viel. 56 Wo es der Seele behagt, da gedeiht der Leib. (Lit.) 57 Zarte Seelen finden sich. Poln.: Milej duszy, gdy jedna drugiej ruszy. (Lompa, 20.)

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:39:19Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:39:19Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876/252
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 4. Leipzig, 1876, S. [246]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon04_1876/252>, abgerufen am 28.02.2021.