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Weckherlin, Georg Rodolf: Gaistliche und Weltliche Gedichte. Amsterdam, 1641.

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Gedichte.
Ein solcher tod ist jhm nicht schwer/
Weil sein gewissen jhn versüsset;
Vnd Er erwirbet lob vnd ehr/
Jn dem er sein blut so vergiesset.

Sein Nahm vnd ruhm allzeit erklingen
Jn allem land/ in jedem mund:
Sein leben durch den tod wird kund/
Weil sein lob die Nachkömling singen:
Die edle freyheit ist die frucht/
Die er dem Vatterland verlasset;
Da der hertzloß durch seine flucht
Wirt gantz verachtet vnd gehasset.
Also zu leben vnd zu sterben
Gilt dem redlichen Teutschen gleich:
Der Tod vnd Sig seind schön vnd reich/
Durch beed kan er sein hayl erwerben:
Hingegen fliehen allen danck
Die flüchtige vnd der verrähter/
Vnd jhnen folget ein gestanck/
Weil sie verfluchte vbelthäter.
Wolan derhalb/ jhr wehrte Teutschen/
Mit Teutscher faust/ mit kühnem muht/
Dämpfet nu der Tyrannen wuht/
Zu brechet jhr joch/ band vnd beutschen:
Vnüberwindlich rühmet sie
Jhr titul/ torheit vnd stoltzieren:
Aber jhr Heer mit schlechter müh
Mag (vberwindlich) bald verlieren.

Ha!
R 3

Gedichte.
Ein ſolcher tod iſt jhm nicht ſchwer/
Weil ſein gewiſſen jhn verſuͤſſet;
Vnd Er erwirbet lob vnd ehr/
Jn dem er ſein blut ſo vergieſſet.

Sein Nahm vnd ruhm allzeit erklingen
Jn allem land/ in jedem mund:
Sein leben durch den tod wird kund/
Weil ſein lob die Nachkoͤmling ſingen:
Die edle freyheit iſt die frucht/
Die er dem Vatterland verlaſſet;
Da der hertzloß durch ſeine flucht
Wirt gantz verachtet vnd gehaſſet.
Alſo zu leben vnd zu ſterben
Gilt dem redlichen Teutſchen gleich:
Der Tod vnd Sig ſeind ſchoͤn vnd reich/
Durch beed kan er ſein hayl erwerben:
Hingegen fliehen allen danck
Die fluͤchtige vnd der verꝛaͤhter/
Vnd jhnen folget ein geſtanck/
Weil ſie verfluchte vbelthaͤter.
Wolan derhalb/ jhr wehrte Teutſchen/
Mit Teutſcher fauſt/ mit kuͤhnem muht/
Daͤmpfet nu der Tyrannen wuht/
Zu brechet jhr joch/ band vnd beutſchen:
Vnuͤberwindlich ruͤhmet ſie
Jhr titul/ torheit vnd ſtoltzieren:
Aber jhr Heer mit ſchlechter muͤh
Mag (vberwindlich) bald verlieren.

Ha!
R 3
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[245/0263] Gedichte. Ein ſolcher tod iſt jhm nicht ſchwer/ Weil ſein gewiſſen jhn verſuͤſſet; Vnd Er erwirbet lob vnd ehr/ Jn dem er ſein blut ſo vergieſſet. Sein Nahm vnd ruhm allzeit erklingen Jn allem land/ in jedem mund: Sein leben durch den tod wird kund/ Weil ſein lob die Nachkoͤmling ſingen: Die edle freyheit iſt die frucht/ Die er dem Vatterland verlaſſet; Da der hertzloß durch ſeine flucht Wirt gantz verachtet vnd gehaſſet. Alſo zu leben vnd zu ſterben Gilt dem redlichen Teutſchen gleich: Der Tod vnd Sig ſeind ſchoͤn vnd reich/ Durch beed kan er ſein hayl erwerben: Hingegen fliehen allen danck Die fluͤchtige vnd der verꝛaͤhter/ Vnd jhnen folget ein geſtanck/ Weil ſie verfluchte vbelthaͤter. Wolan derhalb/ jhr wehrte Teutſchen/ Mit Teutſcher fauſt/ mit kuͤhnem muht/ Daͤmpfet nu der Tyrannen wuht/ Zu brechet jhr joch/ band vnd beutſchen: Vnuͤberwindlich ruͤhmet ſie Jhr titul/ torheit vnd ſtoltzieren: Aber jhr Heer mit ſchlechter muͤh Mag (vberwindlich) bald verlieren. Ha! R 3

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Zitationshilfe: Weckherlin, Georg Rodolf: Gaistliche und Weltliche Gedichte. Amsterdam, 1641, S. 245. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/weckherlin_gedichte_1641/263>, abgerufen am 27.09.2021.