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Zesen, Philip von: Neues Buß- und Gebätt-buch. Schaffhausen, 1660.

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Tägliches Gebätt einer Verlobten.
Sprüche der H. Schrifft.

1. Korint.7.8/17/32/33/34/35: Sage den ledigen und Wittwen/ es
ist ihnen gut/ wann sie bleiben wie ich: wann sie aber sich nicht ent-
halten/ so laß sie frejen/ und wie einem jeglichen Gott hat außge-
ebeilet/ wie einen jeglichen der Herr beruffen/ so wandele er. Jch
wolte aber/ daß ihr ohne sorgen weret: dann wer ledig ist/ der sor-
get/ was dem Herren angehöret/ wie er dem Herren gefalle: Wer
aber freiet/ der sorget/ was der Welt angehöret/ wie er dem wei-
be gefalle. Es ist ein underscheid zwischen einem Weibe/ und einer
Jungfrauen: welche nicht frejet/ die sorget/ was dem Herren an-
gehöret/ daß sie beilig sei/ bejde am leibe/ und auch am Geiste:
die aber frejet/ die sorget was der welt angeböret/ wie sie dem
Manne gefalle. Solches/ aber sage ich zu eurem nuz/ nicht/ daß
ich euch einen strit an den balß werffe: sondern darzu/ das es fein ist
und ihr stäts und unverbindert dem Herren dienen könnet.



Tägliches Gebätt
Einer Verlobten.

GNädiger gütiger Gott/
barmherziger Vater/ ich danke
dir von grund meines herzens/ daß
du mich nicht allein zu einem vernünf-
tigen menschen geschaffen/ in aller ehr-
barkeit aufferziehen lassen/ und bis
auf dise stunde in gutem wolstand vät-
terlich erhalten: sondern auch als dei-
ne tochter/ gegen könfftige zeit meines
lebens/ wider alle feindselige anstöse/
so einer einsamen verlassenen/ die sich

selbst
Tägliches Gebätt einer Verlobten.
Sprüche der H. Schrifft.

1. Korint.7.8/17/32/33/34/35: Sage den ledigen und Wittwen/ es
iſt ihnen gut/ wañ ſie bleiben wie ich: wann ſie aber ſich nicht ent-
halten/ ſo laß ſie frejen/ und wie einem jeglichen Gott hat außge-
ebeilet/ wie einen jeglichen der Herꝛ beruffen/ ſo wandele er. Jch
wolte aber/ daß ihr ohne ſorgen weret: dann wer ledig iſt/ der ſor-
get/ was dem Herꝛen angehöret/ wie er dem Herꝛen gefalle: Wer
aber freiet/ der ſorget/ was der Welt angehöret/ wie er dem wei-
be gefalle. Es iſt ein underſcheid zwiſchen einem Weibe/ und einer
Jungfrauen: welche nicht frejet/ die ſorget/ was dem Herꝛen an-
gehöret/ daß ſie beilig ſei/ bejde am leibe/ und auch am Geiſte:
die aber frejet/ die ſorget was der welt angeböret/ wie ſie dem
Manne gefalle. Solches/ aber ſage ich zu eurem nuz/ nicht/ daß
ich euch einen ſtrit an den balß werffe: ſondern darzu/ das es fein iſt
und ihr ſtäts und unverbindert dem Herꝛen dienen könnet.



Tägliches Gebätt
Einer Verlobten.

GNädiger guͤtiger Gott/
barmherziger Vater/ ich danke
dir von grund meines herzens/ daß
du mich nicht allein zu einem vernünf-
tigen menſchen geſchaffen/ in aller ehr-
barkeit aufferziehen laſſen/ und bis
auf diſe ſtunde in gutem wolſtand vät-
terlich erhalten: ſondern auch als dei-
ne tochter/ gegen könfftige zeit meines
lebens/ wider alle feindſelige anſtöſe/
ſo einer einſamen verlaſſenen/ die ſich

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[154/0167] Tägliches Gebätt einer Verlobten. Sprüche der H. Schrifft. 1. Korint.7.8/17/32/33/34/35: Sage den ledigen und Wittwen/ es iſt ihnen gut/ wañ ſie bleiben wie ich: wann ſie aber ſich nicht ent- halten/ ſo laß ſie frejen/ und wie einem jeglichen Gott hat außge- ebeilet/ wie einen jeglichen der Herꝛ beruffen/ ſo wandele er. Jch wolte aber/ daß ihr ohne ſorgen weret: dann wer ledig iſt/ der ſor- get/ was dem Herꝛen angehöret/ wie er dem Herꝛen gefalle: Wer aber freiet/ der ſorget/ was der Welt angehöret/ wie er dem wei- be gefalle. Es iſt ein underſcheid zwiſchen einem Weibe/ und einer Jungfrauen: welche nicht frejet/ die ſorget/ was dem Herꝛen an- gehöret/ daß ſie beilig ſei/ bejde am leibe/ und auch am Geiſte: die aber frejet/ die ſorget was der welt angeböret/ wie ſie dem Manne gefalle. Solches/ aber ſage ich zu eurem nuz/ nicht/ daß ich euch einen ſtrit an den balß werffe: ſondern darzu/ das es fein iſt und ihr ſtäts und unverbindert dem Herꝛen dienen könnet. Tägliches Gebätt Einer Verlobten. GNädiger guͤtiger Gott/ barmherziger Vater/ ich danke dir von grund meines herzens/ daß du mich nicht allein zu einem vernünf- tigen menſchen geſchaffen/ in aller ehr- barkeit aufferziehen laſſen/ und bis auf diſe ſtunde in gutem wolſtand vät- terlich erhalten: ſondern auch als dei- ne tochter/ gegen könfftige zeit meines lebens/ wider alle feindſelige anſtöſe/ ſo einer einſamen verlaſſenen/ die ſich ſelbſt

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Zitationshilfe: Zesen, Philip von: Neues Buß- und Gebätt-buch. Schaffhausen, 1660, S. 154. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/zesen_gebetbuch_1660/167>, abgerufen am 22.04.2024.