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Schöttgen, Christian: Lebens-Beschreibung Herrn Wolffgang Eulenbecks. Dresden, 1740.

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Leben D. Wolffgang Eulenbecks,
§. 2.

Es ist also unser D. Eulenbeck ohngefehr ums Jahr Christi 1530. ge-
bohren, wie aus der Leichen-Predigt zu schliessen. Daß er aus Barby
bürtig gewesen, ist aus seinem Vermächtniß zu sehen, davon unten vor-
kommen wird. Seiner Eltern Nahmen lehret uns seines Bruders, D. Da-
niel Eulenbecks, Prof. Juris zu Jena, Lebens-Lauff. Der Vater, Pe-
trus Eulenbeck, Erbherr auf Barby, war derer Grafen zu Barby Cantz-
ler. Dessen Wapen Keyser Maximilian I. erneuert und vermehret, auch
denen Nachkommen beyderley Geschlechts zu gebrauchen verstattet hat. Jn
der Rectorat-Matricul zu Jena stehet es also abgemahlet. Jm Schilde
stehet eine gecrönte Eule, auf dem offenen und gecrönten Helme aber zwee-
ne Flügel blauer und gelber Farbe. (a) Jn unserer Schul-Bibliothec
wird das Wapen auf einigen Büchern mit Gold aufgedruckt gefunden,
welches so aussiehet: Der Schild ist ausgeschnitten, schräg ins gevierdte
getheilet, in dessen obersten Felde eine stehende gecrönte Eule mit ausge-
spannten Flügeln: Die beyden Seiten-Felder sind getheilet, so, daß die
oberste Seite, nach der heutigen Herolds-Kunst zu reden, blau, die un-
terste Gold-farbig: in dem untersten drey geschobene weisse Schachsteine in
blauen Felde. Auf dem gecrönten Helme sind zweene Flügel, auf deren
ieden die drey gedachten Schachsteine. Die dabey stehenden Worte sind:
EX LEGATO D. D. GVOLGANGI EVLENBECCII AD BIBLIOTHE-
CAM DRESDENSEM.

§. 3.

Von wem er in seiner Jugend informiret worden, und welche Uni-
versitäten er bezogen, kan ich nicht sagen. Sein Bruder hat die Doctor-
Würde zu Siena geholet, und ihn hat sein Vater auch nach Jtalien ge-
schickt. (b) A. 1564. oder 65. ist er von Churf. Augusto als Rath in
Dienste genommen worden, wie aus der Leich-Predigt zu schliessen.
A. 1567. den 29. April. hat er sich in Leipzig verehliget mit Frau Ursula,

Mar-
(a) Zeumeri Vitae Professorum Juris Jenensium p. 51. 52.
(b) Seb. Schefferus in Ecloga nuptiali p. 6.
Ausonias etiam tendit peregrinus in oras,
Vt videat mores hominum. cognoscat & urbes,
Qvas Aponus, Tibris, qvas praterlabitur Arnus,
Clara vel Eridani qvas lympha binominis ambit.
Leben D. Wolffgang Eulenbecks,
§. 2.

Es iſt alſo unſer D. Eulenbeck ohngefehr ums Jahr Chriſti 1530. ge-
bohren, wie aus der Leichen-Predigt zu ſchlieſſen. Daß er aus Barby
buͤrtig geweſen, iſt aus ſeinem Vermaͤchtniß zu ſehen, davon unten vor-
kommen wird. Seiner Eltern Nahmen lehret uns ſeines Bruders, D. Da-
niel Eulenbecks, Prof. Juris zu Jena, Lebens-Lauff. Der Vater, Pe-
trus Eulenbeck, Erbherr auf Barby, war derer Grafen zu Barby Cantz-
ler. Deſſen Wapen Keyſer Maximilian I. erneuert und vermehret, auch
denen Nachkommen beyderley Geſchlechts zu gebrauchen verſtattet hat. Jn
der Rectorat-Matricul zu Jena ſtehet es alſo abgemahlet. Jm Schilde
ſtehet eine gecroͤnte Eule, auf dem offenen und gecroͤnten Helme aber zwee-
ne Fluͤgel blauer und gelber Farbe. (a) Jn unſerer Schul-Bibliothec
wird das Wapen auf einigen Buͤchern mit Gold aufgedruckt gefunden,
welches ſo ausſiehet: Der Schild iſt ausgeſchnitten, ſchraͤg ins gevierdte
getheilet, in deſſen oberſten Felde eine ſtehende gecroͤnte Eule mit ausge-
ſpannten Fluͤgeln: Die beyden Seiten-Felder ſind getheilet, ſo, daß die
oberſte Seite, nach der heutigen Herolds-Kunſt zu reden, blau, die un-
terſte Gold-farbig: in dem unterſten drey geſchobene weiſſe Schachſteine in
blauen Felde. Auf dem gecroͤnten Helme ſind zweene Fluͤgel, auf deren
ieden die drey gedachten Schachſteine. Die dabey ſtehenden Worte ſind:
EX LEGATO D. D. GVOLGANGI EVLENBECCII AD BIBLIOTHE-
CAM DRESDENSEM.

§. 3.

Von wem er in ſeiner Jugend informiret worden, und welche Uni-
verſitaͤten er bezogen, kan ich nicht ſagen. Sein Bruder hat die Doctor-
Wuͤrde zu Siena geholet, und ihn hat ſein Vater auch nach Jtalien ge-
ſchickt. (b) A. 1564. oder 65. iſt er von Churf. Auguſto als Rath in
Dienſte genommen worden, wie aus der Leich-Predigt zu ſchlieſſen.
A. 1567. den 29. April. hat er ſich in Leipzig verehliget mit Frau Urſula,

Mar-
(a) Zeumeri Vitæ Profeſſorum Juris Jenenſium p. 51. 52.
(b) Seb. Schefferus in Ecloga nuptiali p. 6.
Auſonias etiam tendit peregrinus in oras,
Vt videat mores hominum. cognoſcat & urbes,
Qvas Aponus, Tibris, qvas praterlabitur Arnus,
Clara vel Eridani qvas lympha binominis ambit.
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[4/0004] Leben D. Wolffgang Eulenbecks, §. 2. Es iſt alſo unſer D. Eulenbeck ohngefehr ums Jahr Chriſti 1530. ge- bohren, wie aus der Leichen-Predigt zu ſchlieſſen. Daß er aus Barby buͤrtig geweſen, iſt aus ſeinem Vermaͤchtniß zu ſehen, davon unten vor- kommen wird. Seiner Eltern Nahmen lehret uns ſeines Bruders, D. Da- niel Eulenbecks, Prof. Juris zu Jena, Lebens-Lauff. Der Vater, Pe- trus Eulenbeck, Erbherr auf Barby, war derer Grafen zu Barby Cantz- ler. Deſſen Wapen Keyſer Maximilian I. erneuert und vermehret, auch denen Nachkommen beyderley Geſchlechts zu gebrauchen verſtattet hat. Jn der Rectorat-Matricul zu Jena ſtehet es alſo abgemahlet. Jm Schilde ſtehet eine gecroͤnte Eule, auf dem offenen und gecroͤnten Helme aber zwee- ne Fluͤgel blauer und gelber Farbe. (a) Jn unſerer Schul-Bibliothec wird das Wapen auf einigen Buͤchern mit Gold aufgedruckt gefunden, welches ſo ausſiehet: Der Schild iſt ausgeſchnitten, ſchraͤg ins gevierdte getheilet, in deſſen oberſten Felde eine ſtehende gecroͤnte Eule mit ausge- ſpannten Fluͤgeln: Die beyden Seiten-Felder ſind getheilet, ſo, daß die oberſte Seite, nach der heutigen Herolds-Kunſt zu reden, blau, die un- terſte Gold-farbig: in dem unterſten drey geſchobene weiſſe Schachſteine in blauen Felde. Auf dem gecroͤnten Helme ſind zweene Fluͤgel, auf deren ieden die drey gedachten Schachſteine. Die dabey ſtehenden Worte ſind: EX LEGATO D. D. GVOLGANGI EVLENBECCII AD BIBLIOTHE- CAM DRESDENSEM. §. 3. Von wem er in ſeiner Jugend informiret worden, und welche Uni- verſitaͤten er bezogen, kan ich nicht ſagen. Sein Bruder hat die Doctor- Wuͤrde zu Siena geholet, und ihn hat ſein Vater auch nach Jtalien ge- ſchickt. (b) A. 1564. oder 65. iſt er von Churf. Auguſto als Rath in Dienſte genommen worden, wie aus der Leich-Predigt zu ſchlieſſen. A. 1567. den 29. April. hat er ſich in Leipzig verehliget mit Frau Urſula, Mar- (a) Zeumeri Vitæ Profeſſorum Juris Jenenſium p. 51. 52. (b) Seb. Schefferus in Ecloga nuptiali p. 6. Auſonias etiam tendit peregrinus in oras, Vt videat mores hominum. cognoſcat & urbes, Qvas Aponus, Tibris, qvas praterlabitur Arnus, Clara vel Eridani qvas lympha binominis ambit.

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Zitationshilfe: Schöttgen, Christian: Lebens-Beschreibung Herrn Wolffgang Eulenbecks. Dresden, 1740, S. 4. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/386597/4>, abgerufen am 04.08.2020.