Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Albertinus, Aegidius: Der Landtstörtzer: Gusman von Alfarche oder Picaro genannt. Bd. 1. München, 1615.

Bild:
<< vorherige Seite
Der Landtstörtzer.
Capvt XXI.

Gusman trifft einen Jtalienischen
Grafen an/ erlangt dienst bey jhm/
vnd erzehlt allerhandt artliche
Schnacken.

JN oberzehlter meiner so grossen Me-
lancoley/ Vnglück vnnd Trawrigkeit
ersahe ich einen grossen hauffen volcks/
welches gen Neapolis raiste/ Darunder war
nun ein Graf von Mirandola, zu dem-
selben gesellete ich mich/ vnnd lieff allzeit
neben seinem Pferdt/ damit er vrsach hette
mich anzureden/ vnnd mit mir zu discur-
riren:
Jch hielt jhm den Stegreiff wann er
wolte absteigen/ vnd gab jhm etliche Blumen
die ich auffm weeg abbrache: Derwegen ver-
stundt er mich/ vnnd fragte wo ich hin wolte?
ich antwortet: gen Neapolis: Er begerte zu
wissen/ von wannen ich wäre/ vnd womit ich
mich ernehrte? Jch antwortet jm vermüg mei-
nes gewönlichen styli, dann nit allzeit sol man
die warheit sagen/ damit nicht mehr schaden/ als

nutz
K 4
Der Landtſtoͤrtzer.
Capvt XXI.

Guſman trifft einen Jtalieniſchen
Grafen an/ erlangt dienſt bey jhm/
vnd erzehlt allerhandt artliche
Schnacken.

JN oberzehlter meiner ſo groſſen Me-
lancoley/ Vngluͤck vnnd Trawrigkeit
erſahe ich einẽ groſſen hauffen volcks/
welches gen Neapolis raiſte/ Darunder war
nun ein Graf von Mirandola, zu dem-
ſelben geſellete ich mich/ vnnd lieff allzeit
neben ſeinem Pferdt/ damit er vrſach hette
mich anzureden/ vnnd mit mir zu diſcur-
riren:
Jch hielt jhm den Stegreiff wann er
wolte abſteigen/ vnd gab jhm etliche Blumen
die ich auffm weeg abbrache: Derwegen ver-
ſtundt er mich/ vnnd fragte wo ich hin wolte?
ich antwortet: gen Neapolis: Er begerte zu
wiſſen/ von wannen ich waͤre/ vnd womit ich
mich ernehꝛte? Jch antwoꝛtet jm vermuͤg mei-
nes gewoͤnlichen ſtyli, dann nit allzeit ſol man
die waꝛheit ſagen/ damit nicht mehꝛ ſchadẽ/ als

nutz
K 4
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0173" n="151"/>
        <fw place="top" type="header">Der Landt&#x017F;to&#x0364;rtzer.</fw><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#b"><hi rendition="#g"><hi rendition="#k">Capvt</hi> XXI</hi>.</hi> </hi> </head><lb/>
          <argument>
            <p> <hi rendition="#c"><hi rendition="#fr">Gu&#x017F;man trifft einen Jtalieni&#x017F;chen</hi><lb/>
Grafen an/ erlangt dien&#x017F;t bey jhm/<lb/>
vnd erzehlt allerhandt artliche<lb/>
Schnacken.</hi> </p>
          </argument><lb/>
          <p><hi rendition="#in">J</hi>N oberzehlter meiner &#x017F;o gro&#x017F;&#x017F;en Me-<lb/>
lancoley/ Vnglu&#x0364;ck vnnd Trawrigkeit<lb/>
er&#x017F;ahe ich eine&#x0303; gro&#x017F;&#x017F;en hauffen volcks/<lb/>
welches gen Neapolis rai&#x017F;te/ Darunder war<lb/>
nun ein Graf von <hi rendition="#aq">Mirandola,</hi> zu dem-<lb/>
&#x017F;elben ge&#x017F;ellete ich mich/ vnnd lieff allzeit<lb/>
neben &#x017F;einem Pferdt/ damit er vr&#x017F;ach hette<lb/>
mich anzureden/ vnnd mit mir zu <hi rendition="#aq">di&#x017F;cur-<lb/>
riren:</hi> Jch hielt jhm den Stegreiff wann er<lb/>
wolte ab&#x017F;teigen/ vnd gab jhm etliche Blumen<lb/>
die ich auffm weeg abbrache: Derwegen ver-<lb/>
&#x017F;tundt er mich/ vnnd fragte wo ich hin wolte?<lb/>
ich antwortet: gen Neapolis: Er begerte zu<lb/>
wi&#x017F;&#x017F;en/ von wannen ich wa&#x0364;re/ vnd womit ich<lb/>
mich erneh&#xA75B;te? Jch antwo&#xA75B;tet jm vermu&#x0364;g mei-<lb/>
nes gewo&#x0364;nlichen <hi rendition="#aq">&#x017F;tyli,</hi> dann nit allzeit &#x017F;ol man<lb/>
die wa&#xA75B;heit &#x017F;agen/ damit nicht meh&#xA75B; &#x017F;chade&#x0303;/ als<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">K 4</fw><fw place="bottom" type="catch">nutz</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[151/0173] Der Landtſtoͤrtzer. Capvt XXI. Guſman trifft einen Jtalieniſchen Grafen an/ erlangt dienſt bey jhm/ vnd erzehlt allerhandt artliche Schnacken. JN oberzehlter meiner ſo groſſen Me- lancoley/ Vngluͤck vnnd Trawrigkeit erſahe ich einẽ groſſen hauffen volcks/ welches gen Neapolis raiſte/ Darunder war nun ein Graf von Mirandola, zu dem- ſelben geſellete ich mich/ vnnd lieff allzeit neben ſeinem Pferdt/ damit er vrſach hette mich anzureden/ vnnd mit mir zu diſcur- riren: Jch hielt jhm den Stegreiff wann er wolte abſteigen/ vnd gab jhm etliche Blumen die ich auffm weeg abbrache: Derwegen ver- ſtundt er mich/ vnnd fragte wo ich hin wolte? ich antwortet: gen Neapolis: Er begerte zu wiſſen/ von wannen ich waͤre/ vnd womit ich mich ernehꝛte? Jch antwoꝛtet jm vermuͤg mei- nes gewoͤnlichen ſtyli, dann nit allzeit ſol man die waꝛheit ſagen/ damit nicht mehꝛ ſchadẽ/ als nutz K 4

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/albertinus_landtstoertzer01_1615
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/albertinus_landtstoertzer01_1615/173
Zitationshilfe: Albertinus, Aegidius: Der Landtstörtzer: Gusman von Alfarche oder Picaro genannt. Bd. 1. München, 1615, S. 151. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/albertinus_landtstoertzer01_1615/173>, abgerufen am 08.08.2020.