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Altmann, Richard: Die Elementarorganismen und ihre Beziehungen zu den Zellen. Leipzig, 1890.

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III
Körner und Fäden der Zellen.

In den beigegebenen Abbildungen findet sich eine grössere
Zahl von Beispielen derjenigen Bilder, welche durch die im
vorigen Capitel beschriebenen Methoden in den Zellen sichtbar
gemacht werden können. Naturgemäss sind diese Bilder nur
eine Auswahl der mannigfachen Variationen, unter denen die
Granulastructuren in den Zellen auftreten, andererseits ist je¬
doch diese Auswahl so reichlich bemessen, dass sie hinreichen
dürfte, um eine Uebersicht des durch jene Methoden Erreich¬
baren zu geben. Wir haben bereits oben hervorgehoben, dass
diese Methoden augenscheinlich nur einen Theil der die Zellen
zusammensetzenden Elementarkörperchen sichtbar machen und
dass erst weitergehende Versuche die Aussicht eröffnen, hierin
zu grösserer Vollständigkeit zu gelangen.

Indem Pigmentzellen und Muskelfasern als Vorbilder der
Zellenstructuren überhaupt aufgefasst werden zu können
scheinen, ist es vielleicht nützlich, unsere weiteren Erörterungen
zunächst an diese beiden Zellengattungen anzuknüpfen.

Um die Zellengranula zu beobachten, bedarf es bei den
Pigmentzellen keiner künstlichen Methoden. Scheidet man die¬
jenigen von ihnen aus, in denen das Pigment aus gesetzlos
geformten Ablagerungen verschiedenartiger pigmentirter Stoffe
besteht, so findet man in den echten Pigmentzellen die durch
die Natur gefärbten Körnchen meist von einer wunderbaren
Schönheit und Regelmässigkeit vor. In Tafel I ist hierfür ein
Beispiel gegeben. Das Bild stellt den grösseren Theil einer
Pigmentzelle aus der Haut einer Salamanderlarve dar. Es
kann ohne weitere Kunsthilfe gewonnen werden, indem man
einfach dem Thierchen die frische Haut abzieht und in Koch¬
salzlösung untersucht. Da aber gefärbte Objekte in Balsam

III
Körner und Fäden der Zellen.

In den beigegebenen Abbildungen findet sich eine grössere
Zahl von Beispielen derjenigen Bilder, welche durch die im
vorigen Capitel beschriebenen Methoden in den Zellen sichtbar
gemacht werden können. Naturgemäss sind diese Bilder nur
eine Auswahl der mannigfachen Variationen, unter denen die
Granulastructuren in den Zellen auftreten, andererseits ist je¬
doch diese Auswahl so reichlich bemessen, dass sie hinreichen
dürfte, um eine Uebersicht des durch jene Methoden Erreich¬
baren zu geben. Wir haben bereits oben hervorgehoben, dass
diese Methoden augenscheinlich nur einen Theil der die Zellen
zusammensetzenden Elementarkörperchen sichtbar machen und
dass erst weitergehende Versuche die Aussicht eröffnen, hierin
zu grösserer Vollständigkeit zu gelangen.

Indem Pigmentzellen und Muskelfasern als Vorbilder der
Zellenstructuren überhaupt aufgefasst werden zu können
scheinen, ist es vielleicht nützlich, unsere weiteren Erörterungen
zunächst an diese beiden Zellengattungen anzuknüpfen.

Um die Zellengranula zu beobachten, bedarf es bei den
Pigmentzellen keiner künstlichen Methoden. Scheidet man die¬
jenigen von ihnen aus, in denen das Pigment aus gesetzlos
geformten Ablagerungen verschiedenartiger pigmentirter Stoffe
besteht, so findet man in den echten Pigmentzellen die durch
die Natur gefärbten Körnchen meist von einer wunderbaren
Schönheit und Regelmässigkeit vor. In Tafel I ist hierfür ein
Beispiel gegeben. Das Bild stellt den grösseren Theil einer
Pigmentzelle aus der Haut einer Salamanderlarve dar. Es
kann ohne weitere Kunsthilfe gewonnen werden, indem man
einfach dem Thierchen die frische Haut abzieht und in Koch¬
salzlösung untersucht. Da aber gefärbte Objekte in Balsam

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[[39]/0055] III Körner und Fäden der Zellen. In den beigegebenen Abbildungen findet sich eine grössere Zahl von Beispielen derjenigen Bilder, welche durch die im vorigen Capitel beschriebenen Methoden in den Zellen sichtbar gemacht werden können. Naturgemäss sind diese Bilder nur eine Auswahl der mannigfachen Variationen, unter denen die Granulastructuren in den Zellen auftreten, andererseits ist je¬ doch diese Auswahl so reichlich bemessen, dass sie hinreichen dürfte, um eine Uebersicht des durch jene Methoden Erreich¬ baren zu geben. Wir haben bereits oben hervorgehoben, dass diese Methoden augenscheinlich nur einen Theil der die Zellen zusammensetzenden Elementarkörperchen sichtbar machen und dass erst weitergehende Versuche die Aussicht eröffnen, hierin zu grösserer Vollständigkeit zu gelangen. Indem Pigmentzellen und Muskelfasern als Vorbilder der Zellenstructuren überhaupt aufgefasst werden zu können scheinen, ist es vielleicht nützlich, unsere weiteren Erörterungen zunächst an diese beiden Zellengattungen anzuknüpfen. Um die Zellengranula zu beobachten, bedarf es bei den Pigmentzellen keiner künstlichen Methoden. Scheidet man die¬ jenigen von ihnen aus, in denen das Pigment aus gesetzlos geformten Ablagerungen verschiedenartiger pigmentirter Stoffe besteht, so findet man in den echten Pigmentzellen die durch die Natur gefärbten Körnchen meist von einer wunderbaren Schönheit und Regelmässigkeit vor. In Tafel I ist hierfür ein Beispiel gegeben. Das Bild stellt den grösseren Theil einer Pigmentzelle aus der Haut einer Salamanderlarve dar. Es kann ohne weitere Kunsthilfe gewonnen werden, indem man einfach dem Thierchen die frische Haut abzieht und in Koch¬ salzlösung untersucht. Da aber gefärbte Objekte in Balsam

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Zitationshilfe: Altmann, Richard: Die Elementarorganismen und ihre Beziehungen zu den Zellen. Leipzig, 1890, S. [39]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/altmann_elementarorganismen_1890/55>, abgerufen am 20.10.2018.