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Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Erster Band. Berlin, 1876.

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VI.
CHINESISCHE SEE.

VOM 12. AUGUST BIS 5. SEPTEMBER 1860.

In der südchinesichen See hatte die Thetis vom 15. bis 17.
in 5/8° Nordbreite, gerade südlich von Cambodja, andauernde
Windstille, und alsbald war auch für den Zoologen etwas zu machen.
Seetang (Sargassum) und Holzstücke trieben in Menge vorüber,
kleine hellbraune Schwalben umflogen zahlreich das Schiff, und
auch Seeschlangen wurden gemeldet. Zunächst wurde Tang auf-
gefischt, es war ein Sargassum myriocystum J. Ag., untermischt
mit einzelnen Stückchen von Turbinaria, und in ihm versteckt fanden
sich sowohl Fische, wie Petroscirtes variabitis Cantor,1) als kleine
Schnecken, Litiopa, diese mittelst eines Schleimfadens sich an den
Tang anhängend. Zugleich aufgefischt, aber frei schwimmend als
unabhängige pelagische Thiere, Porpita (coerulea Eschscholtz?) und
Ianthina globosa Swains, beide bekanntlich blau, mit letzterer aber
auch eine ähnliche blassbraune Schnecke, Recluzia Petit, welche
einen ähnlichen, aber verhältnissmässig kleineren Schwimmapparat
zeigte. Auch die Meerwanzen, Halobates, waren wieder häufig.
Zweimal wurde das Schleppnetz herabgelassen auf weichem grauem
Schlammgrund in einer Tiefe von vierzig Faden, das erste Mal
brachte es mehrere riesige Plumularien von mehr als einem Fuss
Länge und mehrere sechsseitige langstachlige Schwimmkrabben,
Thalamita Callianassa Herbst sp., herauf; letztere waren vermuthlich
nur unterweges in das Netz gerathen, denn sie machten ihrem Namen
alle Ehre durch kräftiges Schwimmen, wobei sie das hintere, breit-
gliedrige Fusspaar tüchtig auf- und abwärts bewegten 2). Das zweite
Mal, am 17., war die Ausbeute noch reicher: erstlich stattliche
dunkelrothe Seesterne, Stellaster equestris Retz sp., dann Schlangen-
sterne, Ophiacantha, Haarsterne, Comatula, und ein kleiner Seeigel,

VI.
CHINESISCHE SEE.

VOM 12. AUGUST BIS 5. SEPTEMBER 1860.

In der südchinesichen See hatte die Thetis vom 15. bis 17.
in 5/8° Nordbreite, gerade südlich von Cambodja, andauernde
Windstille, und alsbald war auch für den Zoologen etwas zu machen.
Seetang (Sargassum) und Holzstücke trieben in Menge vorüber,
kleine hellbraune Schwalben umflogen zahlreich das Schiff, und
auch Seeschlangen wurden gemeldet. Zunächst wurde Tang auf-
gefischt, es war ein Sargassum myriocystum J. Ag., untermischt
mit einzelnen Stückchen von Turbinaria, und in ihm versteckt fanden
sich sowohl Fische, wie Petroscirtes variabitis Cantor,1) als kleine
Schnecken, Litiopa, diese mittelst eines Schleimfadens sich an den
Tang anhängend. Zugleich aufgefischt, aber frei schwimmend als
unabhängige pelagische Thiere, Porpita (coerulea Eschscholtz?) und
Ianthina globosa Swains, beide bekanntlich blau, mit letzterer aber
auch eine ähnliche blassbraune Schnecke, Recluzia Petit, welche
einen ähnlichen, aber verhältnissmässig kleineren Schwimmapparat
zeigte. Auch die Meerwanzen, Halobates, waren wieder häufig.
Zweimal wurde das Schleppnetz herabgelassen auf weichem grauem
Schlammgrund in einer Tiefe von vierzig Faden, das erste Mal
brachte es mehrere riesige Plumularien von mehr als einem Fuss
Länge und mehrere sechsseitige langstachlige Schwimmkrabben,
Thalamita Callianassa Herbst sp., herauf; letztere waren vermuthlich
nur unterweges in das Netz gerathen, denn sie machten ihrem Namen
alle Ehre durch kräftiges Schwimmen, wobei sie das hintere, breit-
gliedrige Fusspaar tüchtig auf- und abwärts bewegten 2). Das zweite
Mal, am 17., war die Ausbeute noch reicher: erstlich stattliche
dunkelrothe Seesterne, Stellaster equestris Retz sp., dann Schlangen-
sterne, Ophiacantha, Haarsterne, Comatula, und ein kleiner Seeigel,

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[[55]/0073] VI. CHINESISCHE SEE. VOM 12. AUGUST BIS 5. SEPTEMBER 1860. In der südchinesichen See hatte die Thetis vom 15. bis 17. in 5/8° Nordbreite, gerade südlich von Cambodja, andauernde Windstille, und alsbald war auch für den Zoologen etwas zu machen. Seetang (Sargassum) und Holzstücke trieben in Menge vorüber, kleine hellbraune Schwalben umflogen zahlreich das Schiff, und auch Seeschlangen wurden gemeldet. Zunächst wurde Tang auf- gefischt, es war ein Sargassum myriocystum J. Ag., untermischt mit einzelnen Stückchen von Turbinaria, und in ihm versteckt fanden sich sowohl Fische, wie Petroscirtes variabitis Cantor,1) als kleine Schnecken, Litiopa, diese mittelst eines Schleimfadens sich an den Tang anhängend. Zugleich aufgefischt, aber frei schwimmend als unabhängige pelagische Thiere, Porpita (coerulea Eschscholtz?) und Ianthina globosa Swains, beide bekanntlich blau, mit letzterer aber auch eine ähnliche blassbraune Schnecke, Recluzia Petit, welche einen ähnlichen, aber verhältnissmässig kleineren Schwimmapparat zeigte. Auch die Meerwanzen, Halobates, waren wieder häufig. Zweimal wurde das Schleppnetz herabgelassen auf weichem grauem Schlammgrund in einer Tiefe von vierzig Faden, das erste Mal brachte es mehrere riesige Plumularien von mehr als einem Fuss Länge und mehrere sechsseitige langstachlige Schwimmkrabben, Thalamita Callianassa Herbst sp., herauf; letztere waren vermuthlich nur unterweges in das Netz gerathen, denn sie machten ihrem Namen alle Ehre durch kräftiges Schwimmen, wobei sie das hintere, breit- gliedrige Fusspaar tüchtig auf- und abwärts bewegten 2). Das zweite Mal, am 17., war die Ausbeute noch reicher: erstlich stattliche dunkelrothe Seesterne, Stellaster equestris Retz sp., dann Schlangen- sterne, Ophiacantha, Haarsterne, Comatula, und ein kleiner Seeigel,

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Zitationshilfe: Martens, Eduard von: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Nach amtlichen Quellen. Zoologischer Teil. Erster Band. Berlin, 1876. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/berg_ostasienzoologie01_1876/73>, S. [55], abgerufen am 17.02.2018.