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Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807.

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Die beyden vordern nämlich, die zunächst
auf die Eckzähne folgen, und die J. Hun-
ter mit dem besondern Namen bicuspides be-
legtt), haben kleinere Kronen, auf der Mitte
mit einer meist halbmondförmigen Grube; und
flachgedruckten der Länge nach tief eingefurch-
ten Wurzeln mit zwey Spitzen.

Die hintern dreye hingegen haben breite,
mehrentheils auf der Oberfläche mit einer
Kreuzfurche durchschnittne Kronen mit stum-
pfen Ecken; und zackichten Wurzeln; die im
Unterkiefer nämlich meist mit zwey Zinken, die
im obern aber gewöhnlich mit dreyenu).

§. 189.

Die erste Gestalt, unter welcher sich bey
der unreifen Leibesfrucht die Anfänge der
künftigen Zähne zeigen, ist die von kleinen

t) Schon Mundinus trennte diese beyden sogenann-
ten bicuspides von den drey hintern eigent-
lichen Backzähnen, und nannte jene maxillares
und hingegen nur diese molares p. 370. b. der
Ausg. mit Berengar's comment.Auch Leon. da Vinci hat in seinen bewun-
dernswürdigen anatomischen Handzeichnungen von
welchen ich in der medicin. Biblioth. III. B.
S. 241. und 728. Nachricht gegeben die mensch-
lichen Zähne in vier ordines abgetheilt und die
bicuspides von den eigentlichen molaribus un-
terschieden.
u) Eine überaus genaue und für dir Zahnärzte wich-
tige Tabelle über alle Verschiedenheiten bey den
Wurzeln der Backenzähne hat Eustach gegeben de
dentib
. pag. 33. 37.

Die beyden vordern nämlich, die zunächst
auf die Eckzähne folgen, und die J. Hun-
ter mit dem besondern Namen bicuspides be-
legtt), haben kleinere Kronen, auf der Mitte
mit einer meist halbmondförmigen Grube; und
flachgedruckten der Länge nach tief eingefurch-
ten Wurzeln mit zwey Spitzen.

Die hintern dreye hingegen haben breite,
mehrentheils auf der Oberfläche mit einer
Kreuzfurche durchschnittne Kronen mit stum-
pfen Ecken; und zackichten Wurzeln; die im
Unterkiefer nämlich meist mit zwey Zinken, die
im obern aber gewöhnlich mit dreyenu).

§. 189.

Die erste Gestalt, unter welcher sich bey
der unreifen Leibesfrucht die Anfänge der
künftigen Zähne zeigen, ist die von kleinen

t) Schon Mundinus trennte diese beyden sogenann-
ten bicuspides von den drey hintern eigent-
lichen Backzähnen, und nannte jene maxillares
und hingegen nur diese molares p. 370. b. der
Ausg. mit Berengar's comment.Auch Leon. da Vinci hat in seinen bewun-
dernswürdigen anatomischen Handzeichnungen von
welchen ich in der medicin. Biblioth. III. B.
S. 241. und 728. Nachricht gegeben die mensch-
lichen Zähne in vier ordines abgetheilt und die
bicuspides von den eigentlichen molaribus un-
terschieden.
u) Eine überaus genaue und für dir Zahnärzte wich-
tige Tabelle über alle Verschiedenheiten bey den
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. pag. 33. 37.
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[264/0290] Die beyden vordern nämlich, die zunächst auf die Eckzähne folgen, und die J. Hun- ter mit dem besondern Namen bicuspides be- legt t), haben kleinere Kronen, auf der Mitte mit einer meist halbmondförmigen Grube; und flachgedruckten der Länge nach tief eingefurch- ten Wurzeln mit zwey Spitzen. Die hintern dreye hingegen haben breite, mehrentheils auf der Oberfläche mit einer Kreuzfurche durchschnittne Kronen mit stum- pfen Ecken; und zackichten Wurzeln; die im Unterkiefer nämlich meist mit zwey Zinken, die im obern aber gewöhnlich mit dreyen u). §. 189. Die erste Gestalt, unter welcher sich bey der unreifen Leibesfrucht die Anfänge der künftigen Zähne zeigen, ist die von kleinen t) Schon Mundinus trennte diese beyden sogenann- ten bicuspides von den drey hintern eigent- lichen Backzähnen, und nannte jene maxillares und hingegen nur diese molares p. 370. b. der Ausg. mit Berengar's comment. Auch Leon. da Vinci hat in seinen bewun- dernswürdigen anatomischen Handzeichnungen von welchen ich in der medicin. Biblioth. III. B. S. 241. und 728. Nachricht gegeben die mensch- lichen Zähne in vier ordines abgetheilt und die bicuspides von den eigentlichen molaribus un- terschieden. u) Eine überaus genaue und für dir Zahnärzte wich- tige Tabelle über alle Verschiedenheiten bey den Wurzeln der Backenzähne hat Eustach gegeben de dentib. pag. 33. 37.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807, S. 264. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1807/290>, abgerufen am 24.07.2019.