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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782.

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lauren zu können. Die Wasservögel nisten auf
Seeklippen, an Küsten und Ufern, ins Schilf,
auf feuchten Wiesen etc. kurz wo sie Fische,
Wasserpflanzen etc. vorfinden. Die Hünerar-
ten, die Lerchen etc. nisten des Getraides und
andrer Sämereyen wegen, aufs Feld. Die
kleinen Sangvögel, die von Insecten, Beeren
und Saamen leben, ins Gebüsch. Die Spechte
etc. in hole Bäume: manche Penguine, Eis-
Vögel etc. gar unter die Erde oder ins Ufer
u. s. w.

§. 79.

Eben so sorgfältig wählt ferner jede Gat-
tung die Baumaterialien zu ihrem Neste.
Die Vögel der heissen Zonen, oder die, so oh-
nehin in schaurigen Orten nisten, nehmen zu
ihrem Bau nur leichten Stoff, Baumreiser,
zarte Wurzeln, Stroh, Schilf, Heu, dür-
res Laub, Birkenbast, Spinneweben, Hanf,
Fischgräten, Leimen, u. s. w. Da hinge-
gen andere, um ihre Jungen für Frost zu
schützen, und sich selbst das Bebrüten zu er-
leichtern, Wolle, Moos, Distelflocken, Haare,
Federn u. a. dergleichen wärmende Materia-
lien zu ihren Nestern verwenden. Die mei-
sten Vögel füttern ihr Nest inwendig noch be-
sonders mit einer Lage von ganz weichen Flau-
men, Wolle etc. zur Bequemlichkeit und Wär-
me aus.

lauren zu können. Die Wasservögel nisten auf
Seeklippen, an Küsten und Ufern, ins Schilf,
auf feuchten Wiesen ꝛc. kurz wo sie Fische,
Wasserpflanzen ꝛc. vorfinden. Die Hünerar-
ten, die Lerchen ꝛc. nisten des Getraides und
andrer Sämereyen wegen, aufs Feld. Die
kleinen Sangvögel, die von Insecten, Beeren
und Saamen leben, ins Gebüsch. Die Spechte
ꝛc. in hole Bäume: manche Penguine, Eis-
Vögel ꝛc. gar unter die Erde oder ins Ufer
u. s. w.

§. 79.

Eben so sorgfältig wählt ferner jede Gat-
tung die Baumaterialien zu ihrem Neste.
Die Vögel der heissen Zonen, oder die, so oh-
nehin in schaurigen Orten nisten, nehmen zu
ihrem Bau nur leichten Stoff, Baumreiser,
zarte Wurzeln, Stroh, Schilf, Heu, dür-
res Laub, Birkenbast, Spinneweben, Hanf,
Fischgräten, Leimen, u. s. w. Da hinge-
gen andere, um ihre Jungen für Frost zu
schützen, und sich selbst das Bebrüten zu er-
leichtern, Wolle, Moos, Distelflocken, Haare,
Federn u. a. dergleichen wärmende Materia-
lien zu ihren Nestern verwenden. Die mei-
sten Vögel füttern ihr Nest inwendig noch be-
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me aus.

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[165/0177] lauren zu können. Die Wasservögel nisten auf Seeklippen, an Küsten und Ufern, ins Schilf, auf feuchten Wiesen ꝛc. kurz wo sie Fische, Wasserpflanzen ꝛc. vorfinden. Die Hünerar- ten, die Lerchen ꝛc. nisten des Getraides und andrer Sämereyen wegen, aufs Feld. Die kleinen Sangvögel, die von Insecten, Beeren und Saamen leben, ins Gebüsch. Die Spechte ꝛc. in hole Bäume: manche Penguine, Eis- Vögel ꝛc. gar unter die Erde oder ins Ufer u. s. w. §. 79. Eben so sorgfältig wählt ferner jede Gat- tung die Baumaterialien zu ihrem Neste. Die Vögel der heissen Zonen, oder die, so oh- nehin in schaurigen Orten nisten, nehmen zu ihrem Bau nur leichten Stoff, Baumreiser, zarte Wurzeln, Stroh, Schilf, Heu, dür- res Laub, Birkenbast, Spinneweben, Hanf, Fischgräten, Leimen, u. s. w. Da hinge- gen andere, um ihre Jungen für Frost zu schützen, und sich selbst das Bebrüten zu er- leichtern, Wolle, Moos, Distelflocken, Haare, Federn u. a. dergleichen wärmende Materia- lien zu ihren Nestern verwenden. Die mei- sten Vögel füttern ihr Nest inwendig noch be- sonders mit einer Lage von ganz weichen Flau- men, Wolle ꝛc. zur Bequemlichkeit und Wär- me aus.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782, S. 165. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1782/177>, abgerufen am 18.07.2019.