Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Bohse, August: Des Franzöischen Helicons Monat-Früchte. Leipzig, 1696.

Bild:
<< vorherige Seite
Schwedens

Wann einer Leute ins Königreich brächte/
die in anderer Religion unterrichten/ der soll
mit einer Geldstraffe beleget und verbannet
werden.

Die fremden Ministri haben das freye Exer-
citium
ihrer Religion/ doch nur vor sich und
ihre
Familie.

Die Fremden von anderer Religion haben
keine öffentliche Ubung/ und ihre Kinder sollen
Lutherisch getaufft und in der Lutherischen
Lehre erzogen werden. Anders sollen sie nicht
der Freyheiten der Schwedischen Unterthanen
geniossen.

Diese Gesetze/ sagt der Autor zum Beschluß des
Capituls/ brächten die Geistlichen dahin/ besser dar-
auf zu sehen/ was ihres Amptes wäre; als auch die
Layen/ daß solche fleißiger in die Kirche giengen. Und
die Obrigkeit jedes Orts hielt/ zumahl an Sonn-
und Festtagen/ genaue Nachforschung dessen/ und
die aus der Versammlung ohne höchstwichtige Ursa-
che geblieben/ würden mit Gefängniß oder Geld-
Buße angesehen. Wenn aber insonderheit die
Qvaestion wäre/ einen zu excommuniciren/ so
könte die Geistlichkeit darinnen nicht beschliessen/
als biß der König von der Sachen instruiret ihnen
dazu die permission gäbe: welches gewiß keine un-
billige Vorsorge/ denn die Sache ist von Wichtig-
keit/ und betrifft den Ruin eines Unterthanen.

Das 6. Cap.
Von den Universitäten in Schweden.

Hie saget der Autor, daß es etwan dreyhun-
dert Jahr/ daß die Universität Upsal gestiff-

tet/
Schwedens

Wann einer Leute ins Koͤnigreich braͤchte/
die in anderer Religion unterrichten/ der ſoll
mit einer Geldſtraffe beleget und verbannet
werden.

Die fremden Miniſtri haben das freye Exer-
citium
ihrer Religion/ doch nur vor ſich und
ihre
Familie.

Die Fremden von anderer Religion haben
keine oͤffentliche Ubung/ und ihre Kinder ſollen
Lutheriſch getaufft und in der Lutheriſchen
Lehre erzogen werden. Anders ſollen ſie nicht
der Freyheiten der Schwediſchen Unterthanen
genioſſen.

Dieſe Geſetze/ ſagt der Autor zum Beſchluß des
Capituls/ braͤchten die Geiſtlichen dahin/ beſſer dar-
auf zu ſehen/ was ihres Amptes waͤre; als auch die
Layen/ daß ſolche fleißiger in die Kirche giengen. Und
die Obrigkeit jedes Orts hielt/ zumahl an Sonn-
und Feſttagen/ genaue Nachforſchung deſſen/ und
die aus der Verſam̃lung ohne hoͤchſtwichtige Urſa-
che geblieben/ wuͤrden mit Gefaͤngniß oder Geld-
Buße angeſehen. Wenn aber inſonderheit die
Qvæſtion waͤre/ einen zu excommuniciren/ ſo
koͤnte die Geiſtlichkeit darinnen nicht beſchlieſſen/
als biß der Koͤnig von der Sachen inſtruiret ihnen
dazu die permiſſion gaͤbe: welches gewiß keine un-
billige Vorſorge/ denn die Sache iſt von Wichtig-
keit/ und betrifft den Ruin eines Unterthanen.

Das 6. Cap.
Von den Univerſitaͤten in Schweden.

Hie ſaget der Autor, daß es etwan dreyhun-
dert Jahr/ daß die Univerſitaͤt Upſal geſtiff-

tet/
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0422" n="386"/>
            <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Schwedens</hi> </fw><lb/>
            <p> <hi rendition="#fr">Wann einer Leute ins Ko&#x0364;nigreich bra&#x0364;chte/<lb/>
die in anderer Religion unterrichten/ der &#x017F;oll<lb/>
mit einer Geld&#x017F;traffe beleget und verbannet<lb/>
werden.</hi> </p><lb/>
            <p> <hi rendition="#fr">Die fremden</hi> <hi rendition="#aq">Mini&#x017F;tri</hi> <hi rendition="#fr">haben das freye</hi> <hi rendition="#aq">Exer-<lb/>
citium</hi> <hi rendition="#fr">ihrer Religion/ doch nur vor &#x017F;ich und<lb/>
ihre</hi> <hi rendition="#aq">Familie.</hi> </p><lb/>
            <p> <hi rendition="#fr">Die Fremden von anderer Religion haben<lb/>
keine o&#x0364;ffentliche Ubung/ und ihre Kinder &#x017F;ollen<lb/>
Lutheri&#x017F;ch getaufft und in der Lutheri&#x017F;chen<lb/>
Lehre erzogen werden. Anders &#x017F;ollen &#x017F;ie nicht<lb/>
der Freyheiten der Schwedi&#x017F;chen Unterthanen<lb/>
genio&#x017F;&#x017F;en.</hi> </p><lb/>
            <p>Die&#x017F;e Ge&#x017F;etze/ &#x017F;agt der <hi rendition="#aq">Autor</hi> zum Be&#x017F;chluß des<lb/>
Capituls/ bra&#x0364;chten die Gei&#x017F;tlichen dahin/ be&#x017F;&#x017F;er dar-<lb/>
auf zu &#x017F;ehen/ was ihres Amptes wa&#x0364;re; als auch die<lb/>
Layen/ daß &#x017F;olche fleißiger in die Kirche giengen. Und<lb/>
die Obrigkeit jedes Orts hielt/ zumahl an Sonn-<lb/>
und Fe&#x017F;ttagen/ genaue Nachfor&#x017F;chung de&#x017F;&#x017F;en/ und<lb/>
die aus der Ver&#x017F;am&#x0303;lung ohne ho&#x0364;ch&#x017F;twichtige Ur&#x017F;a-<lb/>
che geblieben/ wu&#x0364;rden mit Gefa&#x0364;ngniß oder Geld-<lb/>
Buße ange&#x017F;ehen. Wenn aber in&#x017F;onderheit die<lb/><hi rendition="#aq">Qvæ&#x017F;tio</hi>n wa&#x0364;re/ einen zu <hi rendition="#aq">excommunici</hi>ren/ &#x017F;o<lb/>
ko&#x0364;nte die Gei&#x017F;tlichkeit darinnen nicht be&#x017F;chlie&#x017F;&#x017F;en/<lb/>
als biß der Ko&#x0364;nig von der Sachen <hi rendition="#aq">in&#x017F;trui</hi>ret ihnen<lb/>
dazu die <hi rendition="#aq">permi&#x017F;&#x017F;io</hi>n ga&#x0364;be: welches gewiß keine un-<lb/>
billige Vor&#x017F;orge/ denn die Sache i&#x017F;t von Wichtig-<lb/>
keit/ und betrifft den <hi rendition="#aq">Ruin</hi> eines Unterthanen.</p>
          </div><lb/>
          <div n="3">
            <head><hi rendition="#b">Das 6. Cap.</hi><lb/>
Von den Univer&#x017F;ita&#x0364;ten in Schweden.</head><lb/>
            <p><hi rendition="#in">H</hi>ie &#x017F;aget der <hi rendition="#aq">Autor,</hi> daß es etwan dreyhun-<lb/>
dert Jahr/ daß die Univer&#x017F;ita&#x0364;t Up&#x017F;al ge&#x017F;tiff-<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">tet/</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[386/0422] Schwedens Wann einer Leute ins Koͤnigreich braͤchte/ die in anderer Religion unterrichten/ der ſoll mit einer Geldſtraffe beleget und verbannet werden. Die fremden Miniſtri haben das freye Exer- citium ihrer Religion/ doch nur vor ſich und ihre Familie. Die Fremden von anderer Religion haben keine oͤffentliche Ubung/ und ihre Kinder ſollen Lutheriſch getaufft und in der Lutheriſchen Lehre erzogen werden. Anders ſollen ſie nicht der Freyheiten der Schwediſchen Unterthanen genioſſen. Dieſe Geſetze/ ſagt der Autor zum Beſchluß des Capituls/ braͤchten die Geiſtlichen dahin/ beſſer dar- auf zu ſehen/ was ihres Amptes waͤre; als auch die Layen/ daß ſolche fleißiger in die Kirche giengen. Und die Obrigkeit jedes Orts hielt/ zumahl an Sonn- und Feſttagen/ genaue Nachforſchung deſſen/ und die aus der Verſam̃lung ohne hoͤchſtwichtige Urſa- che geblieben/ wuͤrden mit Gefaͤngniß oder Geld- Buße angeſehen. Wenn aber inſonderheit die Qvæſtion waͤre/ einen zu excommuniciren/ ſo koͤnte die Geiſtlichkeit darinnen nicht beſchlieſſen/ als biß der Koͤnig von der Sachen inſtruiret ihnen dazu die permiſſion gaͤbe: welches gewiß keine un- billige Vorſorge/ denn die Sache iſt von Wichtig- keit/ und betrifft den Ruin eines Unterthanen. Das 6. Cap. Von den Univerſitaͤten in Schweden. Hie ſaget der Autor, daß es etwan dreyhun- dert Jahr/ daß die Univerſitaͤt Upſal geſtiff- tet/

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Diese Ausgabe ist ein Exemplar der Zeitschrift „D… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon_1696
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon_1696/422
Zitationshilfe: Bohse, August: Des Franzöischen Helicons Monat-Früchte. Leipzig, 1696, S. 386. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon_1696/422>, abgerufen am 22.02.2019.