Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Cundisius, Gottfried: Der Geistreiche Prophet Haggaj. Leipzig, 1648.

Bild:
<< vorherige Seite
Vber den Propheten Haggai.
spricht der HERR Zebaoth? Darumb/ daß mein
Haus so wüst stehet/ und ein ieglicher eilet auff sein
Haus.
Exordium.

GEliebte und Auserwehlte in Christo
Jesu: Es redet der König und Prophet DavidPs. 18. v. 26.
27.

im 18. Psalm/ v. 26. 27. unter andern GOtt den
Allmächtigen also an: Bey den Heiligen bist
du heilig/ bey den Frommen bist du from/
und bey den Reinen bist du rein/ und bey den
Verkehrten bist du verkehrt.
Dis lautet seltzam/ wenn man nur
den blossen Schall dieser Wort anhöret/ und der Sache an sich selbst
nicht nach sinnet. Aber es hat dieser Spruch seinen richtigen Ver-
stand/ und stimmet mit der andern Canonischen Schrifft gar wol
überein. Daß anf[an]nglich Gott für sich/ und seinem Wesen nach/
immer fort heilig bleibe/ und die Heiligkeit selber sey/ solches ist
unverborgen. Das beschriebene Göttliche Wort ist voll der treff-
lichen Zeugnüssen/ die hiervon handeln/ auch die Seraphim las-
sen erklingen ihr Sanctus, Sanctus, Sanctus, Heilig/ heilig/
heilig ist Gott der Herr Zebaoth/ alle Lande sind seiner
Ehren voll/
Esa. 6. vers. 3. welches Lied Apocal. 4. v. 8. folgenderEsa. 6. v. 3.
Apoc. 4. v.
8.

massen wiederholet wird: Heilig/ heilig/ heilig ist Gott der
Herr/ der Allmächtige/ der da war/ und der da ist/ und
der da kömpt. David
aber betrachtet in angezogener Sen-
tentz/ die Heiligkeit Gottes nicht an sich selbst/ sondern so weit sie
sich zeucht auff die Creaturen.

Solcher gestalt ist GOtt heilig/ vor eins/ seiner Wirckung
nach/ in dem er uns heiliget durch den heiligen Geist/ welchen er

in
Vber den Propheten Haggai.
ſpricht der HERR Zebaoth? Darumb/ daß mein
Haus ſo wuͤſt ſtehet/ und ein ieglicher eilet auff ſein
Haus.
Exordium.

GEliebte und Auserwehlte in Chriſto
Jeſu: Es redet der Koͤnig und Prophet DavidPſ. 18. v. 26.
27.

im 18. Pſalm/ v. 26. 27. unter andern GOtt den
Allmaͤchtigen alſo an: Bey den Heiligen biſt
du heilig/ bey den Frommen biſt du from/
und bey den Reinen biſt du rein/ und bey den
Verkehrten biſt du verkehrt.
Dis lautet ſeltzam/ wenn man nur
den bloſſen Schall dieſer Wort anhoͤret/ und der Sache an ſich ſelbſt
nicht nach ſinnet. Aber es hat dieſer Spruch ſeinen richtigen Ver-
ſtand/ und ſtimmet mit der andern Canoniſchen Schrifft gar wol
uͤberein. Daß anf[ā]nglich Gott fuͤr ſich/ und ſeinem Weſen nach/
immer fort heilig bleibe/ und die Heiligkeit ſelber ſey/ ſolches iſt
unverborgen. Das beſchriebene Goͤttliche Wort iſt voll der treff-
lichen Zeugnuͤſſen/ die hiervon handeln/ auch die Seraphim laſ-
ſen erklingen ihr Sanctus, Sanctus, Sanctus, Heilig/ heilig/
heilig iſt Gott der Herr Zebaoth/ alle Lande ſind ſeiner
Ehren voll/
Eſa. 6. verſ. 3. welches Lied Apocal. 4. v. 8. folgenderEſa. 6. v. 3.
Apoc. 4. v.
8.

maſſen wiederholet wird: Heilig/ heilig/ heilig iſt Gott der
Herr/ der Allmaͤchtige/ der da war/ und der da iſt/ und
der da koͤmpt. David
aber betrachtet in angezogener Sen-
tentz/ die Heiligkeit Gottes nicht an ſich ſelbſt/ ſondern ſo weit ſie
ſich zeucht auff die Creaturen.

Solcher geſtalt iſt GOtt heilig/ vor eins/ ſeiner Wirckung
nach/ in dem er uns heiliget durch den heiligen Geiſt/ welchen er

in
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <cit>
            <quote>
              <pb facs="#f0083" n="63"/>
              <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Vber den Propheten Haggai.</hi> </fw><lb/> <hi rendition="#fr">&#x017F;pricht der HERR Zebaoth? Darumb/ daß mein<lb/>
Haus &#x017F;o wu&#x0364;&#x017F;t &#x017F;tehet/ und ein ieglicher eilet auff &#x017F;ein<lb/>
Haus.</hi> </quote>
          </cit>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#aq"> <hi rendition="#b">Exordium.</hi> </hi> </head><lb/>
          <p><hi rendition="#in">G</hi><hi rendition="#fr">Eliebte und Auserwehlte in Chri&#x017F;to</hi><lb/><hi rendition="#k">Je</hi>&#x017F;u: Es redet der Ko&#x0364;nig und Prophet David<note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">P&#x017F;. 18. v.</hi> 26.<lb/>
27.</hi></note><lb/>
im 18. P&#x017F;alm/ v. 26. 27. unter andern GOtt den<lb/>
Allma&#x0364;chtigen al&#x017F;o an: <hi rendition="#fr">Bey den Heiligen bi&#x017F;t<lb/>
du heilig/ bey den Frommen bi&#x017F;t du from/<lb/>
und bey den Reinen bi&#x017F;t du rein/ und bey den<lb/>
Verkehrten bi&#x017F;t du verkehrt.</hi> Dis lautet &#x017F;eltzam/ wenn man nur<lb/>
den blo&#x017F;&#x017F;en Schall die&#x017F;er Wort anho&#x0364;ret/ und der Sache an &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t<lb/>
nicht nach &#x017F;innet. Aber es hat die&#x017F;er Spruch &#x017F;einen richtigen Ver-<lb/>
&#x017F;tand/ und &#x017F;timmet mit der andern Canoni&#x017F;chen Schrifft gar wol<lb/>
u&#x0364;berein. Daß anf<supplied>a&#x0304;</supplied>nglich Gott fu&#x0364;r &#x017F;ich/ und &#x017F;einem We&#x017F;en nach/<lb/>
immer fort heilig bleibe/ und die Heiligkeit &#x017F;elber &#x017F;ey/ &#x017F;olches i&#x017F;t<lb/>
unverborgen. Das be&#x017F;chriebene Go&#x0364;ttliche Wort i&#x017F;t voll der treff-<lb/>
lichen Zeugnu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en/ die hiervon handeln/ auch die <hi rendition="#fr">Seraphim</hi> la&#x017F;-<lb/>
&#x017F;en erklingen ihr <hi rendition="#aq">Sanctus, Sanctus, Sanctus,</hi> <hi rendition="#fr">Heilig/ heilig/<lb/>
heilig i&#x017F;t Gott der <hi rendition="#g"><hi rendition="#k">Herr</hi></hi> Zebaoth/ alle Lande &#x017F;ind &#x017F;einer<lb/>
Ehren voll/</hi> E&#x017F;a. 6. ver&#x017F;. 3. welches Lied Apocal. 4. v. 8. folgender<note place="right"><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">E&#x017F;a. 6. v. 3.<lb/>
Apoc. 4. v.</hi> 8.</hi></note><lb/>
ma&#x017F;&#x017F;en wiederholet wird: <hi rendition="#fr">Heilig/ heilig/ heilig i&#x017F;t Gott der<lb/><hi rendition="#g"><hi rendition="#k">Herr/</hi></hi> der Allma&#x0364;chtige/ der da war/ und der da i&#x017F;t/ und<lb/>
der da ko&#x0364;mpt. David</hi> aber betrachtet in angezogener Sen-<lb/>
tentz/ die Heiligkeit Gottes nicht an &#x017F;ich &#x017F;elb&#x017F;t/ &#x017F;ondern &#x017F;o weit &#x017F;ie<lb/>
&#x017F;ich zeucht auff die Creaturen.</p><lb/>
          <p>Solcher ge&#x017F;talt i&#x017F;t GOtt heilig/ vor eins/ &#x017F;einer Wirckung<lb/>
nach/ in dem er uns heiliget durch den heiligen Gei&#x017F;t/ welchen <hi rendition="#k">e</hi>r<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">in</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[63/0083] Vber den Propheten Haggai. ſpricht der HERR Zebaoth? Darumb/ daß mein Haus ſo wuͤſt ſtehet/ und ein ieglicher eilet auff ſein Haus. Exordium. GEliebte und Auserwehlte in Chriſto Jeſu: Es redet der Koͤnig und Prophet David im 18. Pſalm/ v. 26. 27. unter andern GOtt den Allmaͤchtigen alſo an: Bey den Heiligen biſt du heilig/ bey den Frommen biſt du from/ und bey den Reinen biſt du rein/ und bey den Verkehrten biſt du verkehrt. Dis lautet ſeltzam/ wenn man nur den bloſſen Schall dieſer Wort anhoͤret/ und der Sache an ſich ſelbſt nicht nach ſinnet. Aber es hat dieſer Spruch ſeinen richtigen Ver- ſtand/ und ſtimmet mit der andern Canoniſchen Schrifft gar wol uͤberein. Daß anfānglich Gott fuͤr ſich/ und ſeinem Weſen nach/ immer fort heilig bleibe/ und die Heiligkeit ſelber ſey/ ſolches iſt unverborgen. Das beſchriebene Goͤttliche Wort iſt voll der treff- lichen Zeugnuͤſſen/ die hiervon handeln/ auch die Seraphim laſ- ſen erklingen ihr Sanctus, Sanctus, Sanctus, Heilig/ heilig/ heilig iſt Gott der Herr Zebaoth/ alle Lande ſind ſeiner Ehren voll/ Eſa. 6. verſ. 3. welches Lied Apocal. 4. v. 8. folgender maſſen wiederholet wird: Heilig/ heilig/ heilig iſt Gott der Herr/ der Allmaͤchtige/ der da war/ und der da iſt/ und der da koͤmpt. David aber betrachtet in angezogener Sen- tentz/ die Heiligkeit Gottes nicht an ſich ſelbſt/ ſondern ſo weit ſie ſich zeucht auff die Creaturen. Pſ. 18. v. 26. 27. Eſa. 6. v. 3. Apoc. 4. v. 8. Solcher geſtalt iſt GOtt heilig/ vor eins/ ſeiner Wirckung nach/ in dem er uns heiliget durch den heiligen Geiſt/ welchen er in

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/cundisius_predigten_1648
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/cundisius_predigten_1648/83
Zitationshilfe: Cundisius, Gottfried: Der Geistreiche Prophet Haggaj. Leipzig, 1648, S. 63. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/cundisius_predigten_1648/83>, abgerufen am 05.08.2020.