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Fouqué, Caroline de la Motte: Magie der Natur. In: Kleine Romanenbibliothek von und für Damen. Berlin, 1812.

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Drittes Kapitel.


Auf diese Weise war dem Marquis, unter stetem Forschen und angestrengter Arbeit, eine Reihe von Jahren in einer Gattung von Thätigkeit verflossen, welche zwar keinen sichtbaren Einfluß auf das Gestalten und den Fortgang der Dinge gewann, ihm jedoch große Ereignisse vorzubereiten schien. Was überall geschehen könne? was er besonders erringen werde? darüber war er wohl nicht völlig auf dem Reinen. Nur so viel schien ihm gewiß: Die Natur habe in jeder ihrer Offenbarungen eine Stimme, und ob nun gleich diese der sinnlichen Warnehmung meist unverständlich bliebe, so müsse die entbundene Seele doch nothwendig in einen Rapport mit der geheimnißvollen Innenwelt zu setzen und in Einverständniß mit ihr zu bringen sein. Das große Phänomen des Somnambülismus und der Clairvoyance schwebte ihm hierbei vor Augen. Was dort dem Uebergewicht einer animalischen

Drittes Kapitel.


Auf diese Weise war dem Marquis, unter stetem Forschen und angestrengter Arbeit, eine Reihe von Jahren in einer Gattung von Thätigkeit verflossen, welche zwar keinen sichtbaren Einfluß auf das Gestalten und den Fortgang der Dinge gewann, ihm jedoch große Ereignisse vorzubereiten schien. Was überall geschehen könne? was er besonders erringen werde? darüber war er wohl nicht völlig auf dem Reinen. Nur so viel schien ihm gewiß: Die Natur habe in jeder ihrer Offenbarungen eine Stimme, und ob nun gleich diese der sinnlichen Warnehmung meist unverständlich bliebe, so müsse die entbundene Seele doch nothwendig in einen Rapport mit der geheimnißvollen Innenwelt zu setzen und in Einverständniß mit ihr zu bringen sein. Das große Phänomen des Somnambülismus und der Clairvoyance schwebte ihm hierbei vor Augen. Was dort dem Uebergewicht einer animalischen

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[16/0023] Drittes Kapitel. Auf diese Weise war dem Marquis, unter stetem Forschen und angestrengter Arbeit, eine Reihe von Jahren in einer Gattung von Thätigkeit verflossen, welche zwar keinen sichtbaren Einfluß auf das Gestalten und den Fortgang der Dinge gewann, ihm jedoch große Ereignisse vorzubereiten schien. Was überall geschehen könne? was er besonders erringen werde? darüber war er wohl nicht völlig auf dem Reinen. Nur so viel schien ihm gewiß: Die Natur habe in jeder ihrer Offenbarungen eine Stimme, und ob nun gleich diese der sinnlichen Warnehmung meist unverständlich bliebe, so müsse die entbundene Seele doch nothwendig in einen Rapport mit der geheimnißvollen Innenwelt zu setzen und in Einverständniß mit ihr zu bringen sein. Das große Phänomen des Somnambülismus und der Clairvoyance schwebte ihm hierbei vor Augen. Was dort dem Uebergewicht einer animalischen

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  • I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert
  • langes s (ſ): als s transkribiert
  • rundes r (ꝛ): als r/et transkribiert
  • Silbentrennung: aufgelöst
  • Vokale mit übergest. e: als ä/ö/ü transkribiert



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Zitationshilfe: Fouqué, Caroline de la Motte: Magie der Natur. In: Kleine Romanenbibliothek von und für Damen. Berlin, 1812, S. 16. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/fouque_magie_1812/23>, abgerufen am 22.02.2019.