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Schwenter, Daniel: Deliciae physico-mathematicae oder mathematische und philosophische Erquickstunden. Nürnberg, 1636.

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Erster Theil der Erquickstunden.
darnach setzt er ein schrit vom ersten Ey einen Korb/ vnd wettet mit einem/
ehe er die 100 Eyer/ vom letzten anzufahen/ aufflese/ vnd vnzerbrochen in
Korb lege/ doch also/ daß er jedesmal nur eins hole/ nach dem ein anders/ etc.
So wolle er einen benannten weg lauffen/ wird nun gefragt/ wieviel der/ so
die Eyr aufflist/ schrit hab lauffen mussen?

Thue jhm also/ multiplicier die Zahl der Eyr in sich selbst/ kemmen 10000/
so viel schrit lieff er/ wann er beym letzten Ey im anfang gewesen were/ addir
darumb hinzu 100 schrit/ die er vom Korb dazu gehabt/ werden 10 100 vnd
so viel muß Bschrit lauffen/ so er die 100 Eyer nach ernennter ordnung auf-
lesen will/ welches zwo guter Teutscher meilen seynt.

Die LXXI. Auffgab.
Zahlen gewisser Progression in eine viereckichte Tabell der gestalt zu
versetzen/ daß solche Zahlen nach der läng/ breite vnd Creutzweiß
das ist/ nach der
Diagonaln über Eck addirt oder multipli-
cirt einerley
aggregata bringen.

Von beschreibung solcher Tafeln haben weitläufftig geschriben Michael
Stiefelius, Franciscus Spinola, Georgius Henischius, Petrus
Rot/ Jo-
hannes
Faulhaber/ Johannes Ludovicus Remmelin/ insonderheit aber ist
in versetzung solcher Zahlen sehr berühmbt gewest Zacharias Lochner wei-
land ein Burger zu Nürnberg/ welcher gantze Regalbögen mit der gleichen
Zahlen beschrieben. Theophrastus Paracelsus eignet solchen Tabelln ei-
nen Aberglaubischen effect vnd magische Krafft zu/ vnd setzet für einen je-
den Planeten eine solche Tabell.

Folget ein Exempel mit 9 Zahlen auff zweyerley manier/ da allzeit wann
man addirt/ nach der läng/ quer/ vnd Creutzweiß 15 kommen.
[Formel 1] [Formel 2]

Ein anders da allzeit 18 kommen:
[Formel 3] [Formel 4]

Das

Erſter Theil der Erquickſtunden.
darnach ſetzt er ein ſchrit vom erſten Ey einen Korb/ vnd wettet mit einem/
ehe er die 100 Eyer/ vom letzten anzufahen/ auffleſe/ vnd vnzerbrochen in
Korb lege/ doch alſo/ daß er jedesmal nur eins hole/ nach dem ein anders/ ꝛc.
So wolle er einen benannten weg lauffen/ wird nun gefragt/ wieviel der/ ſo
die Eyr auffliſt/ ſchrit hab lauffen muſſen?

Thue jhm alſo/ multiplicier die Zahl der Eyr in ſich ſelbſt/ kem̃en 10000/
ſo viel ſchrit lieff er/ wann er beym letzten Ey im anfang geweſen were/ addir
darumb hinzu 100 ſchrit/ die er vom Korb dazu gehabt/ werden 10 100 vnd
ſo viel muß Bſchrit lauffen/ ſo er die 100 Eyer nach ernennter ordnung auf-
leſen will/ welches zwo guter Teutſcher meilen ſeynt.

Die LXXI. Auffgab.
Zahlen gewiſſer Progreſſion in eine viereckichte Tabell der geſtalt zu
verſetzen/ daß ſolche Zahlen nach der laͤng/ breite vnd Creutzweiß
das iſt/ nach der
Diagonaln uͤber Eck addirt oder multipli-
cirt einerley
aggregata bringen.

Von beſchreibung ſolcher Tafeln haben weitlaͤufftig geſchribẽ Michaël
Stiefelius, Franciſcus Spinola, Georgius Heniſchius, Petrus
Rot/ Jo-
hannes
Faulhaber/ Johannes Ludovicus Remmelin/ inſonderheit aber iſt
in verſetzung ſolcher Zahlen ſehr beruͤhmbt geweſt Zacharias Lochner wei-
land ein Burger zu Nuͤrnberg/ welcher gantze Regalboͤgen mit der gleichen
Zahlen beſchrieben. Theophraſtus Paracelſus eignet ſolchen Tabelln ei-
nen Aberglaubiſchen effect vnd magiſche Krafft zu/ vnd ſetzet fuͤr einen je-
den Planeten eine ſolche Tabell.

Folget ein Exempel mit 9 Zahlen auff zweyerley manier/ da allzeit wann
man addirt/ nach der laͤng/ quer/ vnd Creutzweiß 15 kommen.
[Formel 1] [Formel 2]

Ein anders da allzeit 18 kommen:
[Formel 3] [Formel 4]

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Zitationshilfe: Schwenter, Daniel: Deliciae physico-mathematicae oder mathematische und philosophische Erquickstunden. Nürnberg, 1636, S. 100. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/schwenter_deliciae_1636/114>, abgerufen am 22.08.2018.