Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873.

Bild:
<< vorherige Seite

[Spaltenumbruch] *1494 Den Leuten die Fersen behawen. - Theatrum Diabolorum, 477b.

Wol in Bezug auf üble Nachrede.

*1495 Den Leuten einen blauen Dunst für die Augen ziehen. - Herberger, II, 545.

*1496 Den Leuten im Maul herumfahren und jedermann auff der Zunge sitzen. - Mathesy, I, 166a.

*1497 Den Leuten in die Mäuler kommen. - Mathesy, I, 359a.

*1498 Der thuat bei annern Leuten mausen und derhemm mog er nit ratten. (Franken.)

*1499 Die Art Leute sind alle hohl. (Altenburg.)

Von gewissen untern Beamten, die wegen ihrer geringen Besoldung der Bestechung leicht zugänglich sind.

*1500 Die (solche) Leut sind dick geseet, aber dünn auffgangen. - Theatrum Diabolorum, 229a.

*1501 Die Leute speien dagegen.

"Pfui, ich seh die Leuthe speien recht dargegen, dass er sich so gämlich aufführt. Und doch thut er, als wenn ihm nichts drum wäre." (Keller, 149a.)

*1502 Die Leute zur Bank hauen. - Schottel, 1116b.

*1503 Du bleibst wol bei andern leuten. - Franck, II, 104b.

*1504 Du kanst die Leute bezaubern. - Agricola II, 83.

*1505 Du makst ken dode Lüd. - Schütze, I, 226.

Du bist mir nicht gefährlich, dich fürchte ich nicht.

*1506 Er bringt sie unter die Leute.

D. i. ins Gerede, in übeln Ruf.

*1507 Er folgt den Leuten; folgt' er den Gänsen, so müsst' er Wasser trinken. - Fischart, Gesch.

*1508 Er geht mit den Leuten um, wie der Gärtner mit dem Buchsbaum. - Parömiakon, 2045.

Der ihn arg beschneidet.

*1509 Er gehört zu den Leuten in der Welt, die mehr Läuse haben als baar Geld.

*1510 Er hält viel von andern Leuten, aber noch mehr von sich.

Holl.: Hij houdt veel van de lieden, maar van sich zelven meest. (Harrebomee, II, 24.)

*1511 Er hat andern Leuthen zimmlich das Register gezogen.

Hat sie übervortheilt, sich an ihnen bereichert.

*1512 Er isst gern anderer Leute Brot.

Holl.: Hij heeft anderer lieden brood gegeten. (Harrebomee, II, 24.)

*1513 Er ist einer von unsern Leuten.

*1514 Er ist in der Leute Mäuler.

Holl.: Hij is op der lieden tong.

*1515 Er ist nicht aller Leute Freund.

Sowol von bissigen Hunden als misgestimmten Menschen.

*1516 Er ist unter den Leuten gewesen. - Braun, I, 2280.

Frz.: Il a hante les foires. (Kritzinger, 368b.)

*1517 Er ist wie die alten Leute, er hat's vergessen.

Wenn einer etwas nicht wissen will.

Holl.: Hij slacht de oude luei, zij willen het niet weten. (Harrebomee, II, 25.)

*1518 Er kann die Leute gut abmalen.

Der Verleumder.

*1519 Er miethet Leute genug, aber er ist sein einziger Diener.

Dän.: Han fester saa mange, og förer saa faa hiem. (Prov. dan., 164.)

*1520 Er sieht anderer Leute Splitter, aber nicht seine eigenen Balken.

Holl.: Hij ziet wel anderer lieden stekjes, maar niet zijn' eigen balk. (Harrebomee, II, 25.)

*1521 Er thut d' Lüt d' Auge usbohre und d' Löcher mit Dreck fülle. (Luzern.)

Vom Heuchler, der sich fromm stellt, aber dabei seinen Vortheil nicht vergisst.

*1522 Er weiss sich in die Leute zu schicken, wie der Schulze in den Litzenrock. - Fischart, Trostb.

"... Wann einer nicht von wegen eines Gasts ein Wirt ist, sonder sich wais inn leut zu schicken, wie der Schulthais inn dem lützen Rock." (Kloster, X, 658.)

*1523 Er will anderer Leute Ratten fangen und fängt sich selber nicht die Mäuse. - Simrock, 8136.

*1524 Er wird in der Leute Mäuler herumgezogen. - Mayer, II, 174; Braun, I, 2601.

[Spaltenumbruch] *1525 Es gibt mehr (viel) Leute, die so heissen.

Frz.: Il y a bien des anes qui n'ont que deux pies. (Kritzinger, 28b.)

*1526 Es is nor Leutens Gelächter. (Jüd.-deutsch. Warschau.)

Von sehr lächerlichen Dingen.

*1527 Es ist einer von unsere Leut'. - Eiselein, 422; Braun, I, 2268.

*1528 Es sind Leute aus einerlei Teig (Mehl, demselben Gebäck).

Ein Schlag, Ein Gelichter.

Frz.: Ce sont des gens de meme farine. (Kritzinger, 304a.)

*1529 Es sind Leute, die keine warmen Läuse haben. - Eiselein, 412.

Leute, die Reinlichkeit lieben, machen die Läuse kalt, d. i. todt.

*1530 Es sind Leute von der alten Welt.

Gehören ihren Sitten und Gewohnheiten, sowie ihrer Denk- und Handlungsweise nach einer frühern Zeit an.

*1531 Es sind Leute von Einer Profession.

Holl.: Het zijn lieden van eender nering. (Harrebomee, II, 24.)

*1532 Es sind Leute, wie auf den Schub gekommen.

*1533 Es sind tapfere (tüchtige) Leute.

"... Seht ers woas ber far topper Loite sein, darem ihre Woahre su an grussmächtige Noamen bekimt." (Keller, 152b.)

*1534 Es sind zwei arme Leute vor Einer Thür.

Holl.: Twee arme lieden voor eene deur. (Harrebomee, II, 26.)

*1535 Et sönd schöne Lüd, wenn men ön op der Röck süht. (Gladbach.) - Firmenich, III, 516, 43.

Sie sind am schönsten, wenn man ihnen beim Fortgehen auf die Röcke sieht.

*1536 Etwas unter die Leute bringen.

*1537 Für andere Leute die Kastanien aus dem Feuer holen.

*1538 Für ein Leut' bist du zu g'scheid, und für ein Hund kannst du z' wenig laufen. (Rott.-Thal.)

*1539 Hä süt ander Lücks Splinter un singen eigen Balken nit. (Köln.)

*1540 He het de Lüd in Schock. - Piening, 2.

Er weiss die Leute in Respect zu erhalten.

*1541 He is mit den Lüden. (Holst.) - Schütze, III, 54.

Er ist gefällig, umgänglich, willfährig, lässt sich viel gefallen.

*1542 He is von goden Lüden. (Holst.) - Schütze, III, 55.

Von guter Herkunft.

*1543 Hei mot et von Lüen nemen, von 'n Bömen kann hei et nich schüddeln. (Hannover.)

*1544 Hi snaket fan öther Lidj an sin Anj lucket ham iin auer a Dör. (Nordfries.) - Lappenkorb.

Er spricht von andern Leuten und sein Eigenes blickt ihm über die Thür herein.

*1545 Hungrige Leute halten es bei ihm nicht lange aus.

Holl.: Schamele lieden kunnen bij hem niet banken. (Harrebomee, II, 26.)

*1546 Ich hab' auch schon Leute in der Welt gesehen.

Bin nicht so unerfahren wie man meint.

Holl.: Meent gij, dat wij nooit lieden gezien hebben. (Harrebomee, II, 25.)

*1547 Ich kann nicht allen Leuten nach ihrem Maule reden.

Mhd.: Allen lieten ich nekan zu danke sprechen noch ne sol. (Sachsenspiegel.) (Zingerle, 189.)

*1548 Ich kenn' meine Leit wie der Schinner seine Hunne. - Lohrengel, II, 327.

*1549 Ich mag nicht in der Leute Mäulern herumgezogen werden. (Nürtingen.)

*1550 Ich will die Leute schon zu Wasser reiten.

"Mancher sagt: Bekomme ich das Regiment oder Ampt, ich will die Leut anders zu Wasser reiten."

*1551 Ihr Loite, macht och Fingerhandschken, was de och em recht is. (Schles.) - Frommann, III, 242, 7; Gomolcke, 809.

Aufforderung zur Billigkeit.

*1552 In andrer Leut Küche kochen. - Schottel, 1125b.

*1553 In der Leute Mäuler kommen. - Schottel, 1113a.

Gegenstand ihres Geklatsches werden.

[Spaltenumbruch] *1494 Den Leuten die Fersen behawen.Theatrum Diabolorum, 477b.

Wol in Bezug auf üble Nachrede.

*1495 Den Leuten einen blauen Dunst für die Augen ziehen.Herberger, II, 545.

*1496 Den Leuten im Maul herumfahren und jedermann auff der Zunge sitzen.Mathesy, I, 166a.

*1497 Den Leuten in die Mäuler kommen.Mathesy, I, 359a.

*1498 Der thuat bei annern Leuten mausen und derhemm mog er nit ratten. (Franken.)

*1499 Die Art Leute sind alle hohl. (Altenburg.)

Von gewissen untern Beamten, die wegen ihrer geringen Besoldung der Bestechung leicht zugänglich sind.

*1500 Die (solche) Leut sind dick geseet, aber dünn auffgangen.Theatrum Diabolorum, 229a.

*1501 Die Leute speien dagegen.

„Pfui, ich seh die Leuthe speien recht dargegen, dass er sich so gämlich aufführt. Und doch thut er, als wenn ihm nichts drum wäre.“ (Keller, 149a.)

*1502 Die Leute zur Bank hauen.Schottel, 1116b.

*1503 Du bleibst wol bei andern leuten.Franck, II, 104b.

*1504 Du kanst die Leute bezaubern.Agricola II, 83.

*1505 Du makst kên dôde Lüd.Schütze, I, 226.

Du bist mir nicht gefährlich, dich fürchte ich nicht.

*1506 Er bringt sie unter die Leute.

D. i. ins Gerede, in übeln Ruf.

*1507 Er folgt den Leuten; folgt' er den Gänsen, so müsst' er Wasser trinken.Fischart, Gesch.

*1508 Er geht mit den Leuten um, wie der Gärtner mit dem Buchsbaum.Parömiakon, 2045.

Der ihn arg beschneidet.

*1509 Er gehört zu den Leuten in der Welt, die mehr Läuse haben als baar Geld.

*1510 Er hält viel von andern Leuten, aber noch mehr von sich.

Holl.: Hij houdt veel van de lieden, maar van sich zelven meest. (Harrebomée, II, 24.)

*1511 Er hat andern Leuthen zimmlich das Register gezogen.

Hat sie übervortheilt, sich an ihnen bereichert.

*1512 Er isst gern anderer Leute Brot.

Holl.: Hij heeft anderer lieden brood gegeten. (Harrebomée, II, 24.)

*1513 Er ist einer von unsern Leuten.

*1514 Er ist in der Leute Mäuler.

Holl.: Hij is op der lieden tong.

*1515 Er ist nicht aller Leute Freund.

Sowol von bissigen Hunden als misgestimmten Menschen.

*1516 Er ist unter den Leuten gewesen.Braun, I, 2280.

Frz.: Il a hanté les foires. (Kritzinger, 368b.)

*1517 Er ist wie die alten Leute, er hat's vergessen.

Wenn einer etwas nicht wissen will.

Holl.: Hij slacht de oude luî, zij willen het niet weten. (Harrebomée, II, 25.)

*1518 Er kann die Leute gut abmalen.

Der Verleumder.

*1519 Er miethet Leute genug, aber er ist sein einziger Diener.

Dän.: Han fester saa mange, og fører saa faa hiem. (Prov. dan., 164.)

*1520 Er sieht anderer Leute Splitter, aber nicht seine eigenen Balken.

Holl.: Hij ziet wel anderer lieden stekjes, maar niet zijn' eigen balk. (Harrebomée, II, 25.)

*1521 Er thut d' Lüt d' Auge usbohre und d' Löcher mit Dreck fülle. (Luzern.)

Vom Heuchler, der sich fromm stellt, aber dabei seinen Vortheil nicht vergisst.

*1522 Er weiss sich in die Leute zu schicken, wie der Schulze in den Litzenrock.Fischart, Trostb.

„... Wann einer nicht von wegen eines Gasts ein Wirt ist, sonder sich wais inn leut zu schicken, wie der Schulthais inn dem lützen Rock.“ (Kloster, X, 658.)

*1523 Er will anderer Leute Ratten fangen und fängt sich selber nicht die Mäuse.Simrock, 8136.

*1524 Er wird in der Leute Mäuler herumgezogen.Mayer, II, 174; Braun, I, 2601.

[Spaltenumbruch] *1525 Es gibt mehr (viel) Leute, die so heissen.

Frz.: Il y a bien des ânes qui n'ont que deux piés. (Kritzinger, 28b.)

*1526 Es is nor Leutens Gelächter. (Jüd.-deutsch. Warschau.)

Von sehr lächerlichen Dingen.

*1527 Es ist einer von unsere Leut'.Eiselein, 422; Braun, I, 2268.

*1528 Es sind Leute aus einerlei Teig (Mehl, demselben Gebäck).

Ein Schlag, Ein Gelichter.

Frz.: Ce sont des gens de même farine. (Kritzinger, 304a.)

*1529 Es sind Leute, die keine warmen Läuse haben.Eiselein, 412.

Leute, die Reinlichkeit lieben, machen die Läuse kalt, d. i. todt.

*1530 Es sind Leute von der alten Welt.

Gehören ihren Sitten und Gewohnheiten, sowie ihrer Denk- und Handlungsweise nach einer frühern Zeit an.

*1531 Es sind Leute von Einer Profession.

Holl.: Het zijn lieden van eender nering. (Harrebomée, II, 24.)

*1532 Es sind Leute, wie auf den Schub gekommen.

*1533 Es sind tapfere (tüchtige) Leute.

„... Seht ers woas ber far topper Loite sîn, darem ihre Woahre su an grussmächtige Noamen bekimt.“ (Keller, 152b.)

*1534 Es sind zwei arme Leute vor Einer Thür.

Holl.: Twee arme lieden voor ééne deur. (Harrebomée, II, 26.)

*1535 Et sönd schöne Lüd, wenn men ön op der Röck süht. (Gladbach.) – Firmenich, III, 516, 43.

Sie sind am schönsten, wenn man ihnen beim Fortgehen auf die Röcke sieht.

*1536 Etwas unter die Leute bringen.

*1537 Für andere Leute die Kastanien aus dem Feuer holen.

*1538 Für ein Leut' bist du zu g'scheid, und für ein Hund kannst du z' wenig laufen. (Rott.-Thal.)

*1539 Hä süt ander Lücks Splinter un singen eigen Balken nit. (Köln.)

*1540 He het de Lüd in Schock.Piening, 2.

Er weiss die Leute in Respect zu erhalten.

*1541 He is mit den Lüden. (Holst.) – Schütze, III, 54.

Er ist gefällig, umgänglich, willfährig, lässt sich viel gefallen.

*1542 He is von goden Lüden. (Holst.) – Schütze, III, 55.

Von guter Herkunft.

*1543 Hei mot et von Lüen nemen, von 'n Bömen kann hei et nich schüddeln. (Hannover.)

*1544 Hi snaket fan öther Lidj an sin Anj lucket ham iin auer a Dör. (Nordfries.) – Lappenkorb.

Er spricht von andern Leuten und sein Eigenes blickt ihm über die Thür herein.

*1545 Hungrige Leute halten es bei ihm nicht lange aus.

Holl.: Schamele lieden kunnen bij hem niet banken. (Harrebomée, II, 26.)

*1546 Ich hab' auch schon Leute in der Welt gesehen.

Bin nicht so unerfahren wie man meint.

Holl.: Meent gij, dat wij nooit lieden gezien hebben. (Harrebomée, II, 25.)

*1547 Ich kann nicht allen Leuten nach ihrem Maule reden.

Mhd.: Allen lieten ich nekan zu danke sprechen noch ne sol. (Sachsenspiegel.) (Zingerle, 189.)

*1548 Ich kenn' meine Leit wie der Schinner seine Hunne.Lohrengel, II, 327.

*1549 Ich mag nicht in der Leute Mäulern herumgezogen werden. (Nürtingen.)

*1550 Ich will die Leute schon zu Wasser reiten.

„Mancher sagt: Bekomme ich das Regiment oder Ampt, ich will die Leut anders zu Wasser reiten.“

*1551 Ihr Loite, macht och Fingerhandschken, was de ôch êm recht is. (Schles.) – Frommann, III, 242, 7; Gomolcke, 809.

Aufforderung zur Billigkeit.

*1552 In andrer Leut Küche kochen.Schottel, 1125b.

*1553 In der Leute Mäuler kommen.Schottel, 1113a.

Gegenstand ihres Geklatsches werden.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div type="lexiconEntry" n="2">
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger"><pb facs="#f0068" n="[54]"/><cb n="107"/>
*1494 Den Leuten die Fersen behawen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Theatrum Diabolorum, 477<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Wol in Bezug auf üble Nachrede.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1495 Den Leuten einen blauen Dunst für die Augen ziehen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Herberger, II, 545.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1496 Den Leuten im Maul herumfahren und jedermann auff der Zunge sitzen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Mathesy, I, 166<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1497 Den Leuten in die Mäuler kommen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Mathesy, I, 359<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1498 Der thuat bei annern Leuten mausen und derhemm mog er nit ratten.</hi> (<hi rendition="#i">Franken.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1499 Die Art Leute sind alle hohl.</hi> (<hi rendition="#i">Altenburg.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Von gewissen untern Beamten, die wegen ihrer geringen Besoldung der Bestechung leicht zugänglich sind.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1500 Die (solche) Leut sind dick geseet, aber dünn auffgangen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Theatrum Diabolorum, 229<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1501 Die Leute speien dagegen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Pfui, ich seh die Leuthe speien recht dargegen, dass er sich so gämlich aufführt. Und doch thut er, als wenn ihm nichts drum wäre.&#x201C; (<hi rendition="#i">Keller, 149<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1502 Die Leute zur Bank hauen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schottel, 1116<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1503 Du bleibst wol bei andern leuten.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Franck, II, 104<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1504 Du kanst die Leute bezaubern.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Agricola II, 83.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1505 Du makst kên dôde Lüd.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schütze, I, 226.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Du bist mir nicht gefährlich, dich fürchte ich nicht.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1506 Er bringt sie unter die Leute.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">D. i. ins Gerede, in übeln Ruf.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1507 Er folgt den Leuten; folgt' er den Gänsen, so müsst' er Wasser trinken.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Fischart, Gesch.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1508 Er geht mit den Leuten um, wie der Gärtner mit dem Buchsbaum.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Parömiakon, 2045.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Der ihn arg beschneidet.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1509 Er gehört zu den Leuten in der Welt, die mehr Läuse haben als baar Geld.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1510 Er hält viel von andern Leuten, aber noch mehr von sich.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij houdt veel van de lieden, maar van sich zelven meest. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 24.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1511 Er hat andern Leuthen zimmlich das Register gezogen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Hat sie übervortheilt, sich an ihnen bereichert.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1512 Er isst gern anderer Leute Brot.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij heeft anderer lieden brood gegeten. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 24.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1513 Er ist einer von unsern Leuten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1514 Er ist in der Leute Mäuler.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij is op der lieden tong.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1515 Er ist nicht aller Leute Freund.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Sowol von bissigen Hunden als misgestimmten Menschen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1516 Er ist unter den Leuten gewesen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Braun, I, 2280.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Il a hanté les foires. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 368<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1517 Er ist wie die alten Leute, er hat's vergessen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Wenn einer etwas nicht wissen will.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij slacht de oude luî, zij willen het niet weten. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 25.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1518 Er kann die Leute gut abmalen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Der Verleumder.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1519 Er miethet Leute genug, aber er ist sein einziger Diener.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Dän.</hi>: Han fester saa mange, og fører saa faa hiem. (<hi rendition="#i">Prov. dan., 164.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1520 Er sieht anderer Leute Splitter, aber nicht seine eigenen Balken.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Hij ziet wel anderer lieden stekjes, maar niet zijn' eigen balk. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 25.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1521 Er thut d' Lüt d' Auge usbohre und d' Löcher mit Dreck fülle.</hi> (<hi rendition="#i">Luzern.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Vom Heuchler, der sich fromm stellt, aber dabei seinen Vortheil nicht vergisst.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1522 Er weiss sich in die Leute zu schicken, wie der Schulze in den Litzenrock.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Fischart, Trostb.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;... Wann einer nicht von wegen eines Gasts ein Wirt ist, sonder sich wais inn leut zu schicken, wie der Schulthais inn dem lützen Rock.&#x201C; (<hi rendition="#i">Kloster, X, 658.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1523 Er will anderer Leute Ratten fangen und fängt sich selber nicht die Mäuse.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Simrock, 8136.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1524 Er wird in der Leute Mäuler herumgezogen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Mayer, II, 174; Braun, I, 2601.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger"><cb n="108"/>
*1525 Es gibt mehr (viel) Leute, die so heissen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Il y a bien des ânes qui n'ont que deux piés. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 28<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1526 Es is nor Leutens Gelächter.</hi> (<hi rendition="#i">Jüd.-deutsch. Warschau.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et">Von sehr lächerlichen Dingen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1527 Es ist einer von unsere Leut'.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 422; Braun, I, 2268.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1528 Es sind Leute aus einerlei Teig (Mehl, demselben Gebäck).</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Ein Schlag, Ein Gelichter.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Frz.</hi>: Ce sont des gens de même farine. (<hi rendition="#i">Kritzinger, 304<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1529 Es sind Leute, die keine warmen Läuse haben.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Eiselein, 412.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Leute, die Reinlichkeit lieben, machen die Läuse kalt, d. i. todt.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1530 Es sind Leute von der alten Welt.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Gehören ihren Sitten und Gewohnheiten, sowie ihrer Denk- und Handlungsweise nach einer frühern Zeit an.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1531 Es sind Leute von Einer Profession.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Het zijn lieden van eender nering. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 24.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1532 Es sind Leute, wie auf den Schub gekommen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1533 Es sind tapfere (tüchtige) Leute.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;... Seht ers woas ber far topper Loite sîn, darem ihre Woahre su an grussmächtige Noamen bekimt.&#x201C; (<hi rendition="#i">Keller, 152<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1534 Es sind zwei arme Leute vor Einer Thür.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Twee arme lieden voor ééne deur. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 26.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1535 Et sönd schöne Lüd, wenn men ön op der Röck süht.</hi> (<hi rendition="#i">Gladbach.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Firmenich, III, 516, 43.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Sie sind am schönsten, wenn man ihnen beim Fortgehen auf die Röcke sieht.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1536 Etwas unter die Leute bringen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1537 Für andere Leute die Kastanien aus dem Feuer holen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1538 Für ein Leut' bist du zu g'scheid, und für ein Hund kannst du z' wenig laufen.</hi> (<hi rendition="#i">Rott.-Thal.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1539 Hä süt ander Lücks Splinter un singen eigen Balken nit.</hi> (<hi rendition="#i">Köln.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1540 He het de Lüd in Schock.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Piening, 2.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Er weiss die Leute in Respect zu erhalten.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1541 He is mit den Lüden.</hi> (<hi rendition="#i">Holst.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schütze, III, 54.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Er ist gefällig, umgänglich, willfährig, lässt sich viel gefallen.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1542 He is von goden Lüden.</hi> (<hi rendition="#i">Holst.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Schütze, III, 55.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Von guter Herkunft.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1543 Hei mot et von Lüen nemen, von 'n Bömen kann hei et nich schüddeln.</hi> (<hi rendition="#i">Hannover.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1544 Hi snaket fan öther Lidj an sin Anj lucket ham iin auer a Dör.</hi> (<hi rendition="#i">Nordfries.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Lappenkorb.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Er spricht von andern Leuten und sein Eigenes blickt ihm über die Thür herein.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1545 Hungrige Leute halten es bei ihm nicht lange aus.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Schamele lieden kunnen bij hem niet banken. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 26.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1546 Ich hab' auch schon Leute in der Welt gesehen.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">Bin nicht so unerfahren wie man meint.</p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Holl.</hi>: Meent gij, dat wij nooit lieden gezien hebben. (<hi rendition="#i">Harrebomée, II, 25.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1547 Ich kann nicht allen Leuten nach ihrem Maule reden.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et2"><hi rendition="#i">Mhd.</hi>: Allen lieten ich nekan zu danke sprechen noch ne sol. (<hi rendition="#i">Sachsenspiegel.</hi>) (<hi rendition="#i">Zingerle, 189.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1548 Ich kenn' meine Leit wie der Schinner seine Hunne.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Lohrengel, II, 327.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1549 Ich mag nicht in der Leute Mäulern herumgezogen werden.</hi> (<hi rendition="#i">Nürtingen.</hi>)</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">*1550 Ich will die Leute schon zu Wasser reiten.</hi> </p><lb/>
          <p rendition="#et">&#x201E;Mancher sagt: Bekomme ich das Regiment oder Ampt, ich will die Leut anders zu Wasser reiten.&#x201C;</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1551 Ihr Loite, macht och Fingerhandschken, was de ôch êm recht is.</hi> (<hi rendition="#i">Schles.</hi>) &#x2013; <hi rendition="#i">Frommann, III, 242, 7; Gomolcke, 809.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Aufforderung zur Billigkeit.</p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1552 In andrer Leut Küche kochen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schottel, 1125<hi rendition="#sup">b</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et"><hi rendition="#larger">*1553 In der Leute Mäuler kommen.</hi> &#x2013; <hi rendition="#i">Schottel, 1113<hi rendition="#sup">a</hi>.</hi></p><lb/>
          <p rendition="#et">Gegenstand ihres Geklatsches werden.</p><lb/>
          <p rendition="#et"> <hi rendition="#larger">
</hi> </p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[54]/0068] *1494 Den Leuten die Fersen behawen. – Theatrum Diabolorum, 477b. Wol in Bezug auf üble Nachrede. *1495 Den Leuten einen blauen Dunst für die Augen ziehen. – Herberger, II, 545. *1496 Den Leuten im Maul herumfahren und jedermann auff der Zunge sitzen. – Mathesy, I, 166a. *1497 Den Leuten in die Mäuler kommen. – Mathesy, I, 359a. *1498 Der thuat bei annern Leuten mausen und derhemm mog er nit ratten. (Franken.) *1499 Die Art Leute sind alle hohl. (Altenburg.) Von gewissen untern Beamten, die wegen ihrer geringen Besoldung der Bestechung leicht zugänglich sind. *1500 Die (solche) Leut sind dick geseet, aber dünn auffgangen. – Theatrum Diabolorum, 229a. *1501 Die Leute speien dagegen. „Pfui, ich seh die Leuthe speien recht dargegen, dass er sich so gämlich aufführt. Und doch thut er, als wenn ihm nichts drum wäre.“ (Keller, 149a.) *1502 Die Leute zur Bank hauen. – Schottel, 1116b. *1503 Du bleibst wol bei andern leuten. – Franck, II, 104b. *1504 Du kanst die Leute bezaubern. – Agricola II, 83. *1505 Du makst kên dôde Lüd. – Schütze, I, 226. Du bist mir nicht gefährlich, dich fürchte ich nicht. *1506 Er bringt sie unter die Leute. D. i. ins Gerede, in übeln Ruf. *1507 Er folgt den Leuten; folgt' er den Gänsen, so müsst' er Wasser trinken. – Fischart, Gesch. *1508 Er geht mit den Leuten um, wie der Gärtner mit dem Buchsbaum. – Parömiakon, 2045. Der ihn arg beschneidet. *1509 Er gehört zu den Leuten in der Welt, die mehr Läuse haben als baar Geld. *1510 Er hält viel von andern Leuten, aber noch mehr von sich. Holl.: Hij houdt veel van de lieden, maar van sich zelven meest. (Harrebomée, II, 24.) *1511 Er hat andern Leuthen zimmlich das Register gezogen. Hat sie übervortheilt, sich an ihnen bereichert. *1512 Er isst gern anderer Leute Brot. Holl.: Hij heeft anderer lieden brood gegeten. (Harrebomée, II, 24.) *1513 Er ist einer von unsern Leuten. *1514 Er ist in der Leute Mäuler. Holl.: Hij is op der lieden tong. *1515 Er ist nicht aller Leute Freund. Sowol von bissigen Hunden als misgestimmten Menschen. *1516 Er ist unter den Leuten gewesen. – Braun, I, 2280. Frz.: Il a hanté les foires. (Kritzinger, 368b.) *1517 Er ist wie die alten Leute, er hat's vergessen. Wenn einer etwas nicht wissen will. Holl.: Hij slacht de oude luî, zij willen het niet weten. (Harrebomée, II, 25.) *1518 Er kann die Leute gut abmalen. Der Verleumder. *1519 Er miethet Leute genug, aber er ist sein einziger Diener. Dän.: Han fester saa mange, og fører saa faa hiem. (Prov. dan., 164.) *1520 Er sieht anderer Leute Splitter, aber nicht seine eigenen Balken. Holl.: Hij ziet wel anderer lieden stekjes, maar niet zijn' eigen balk. (Harrebomée, II, 25.) *1521 Er thut d' Lüt d' Auge usbohre und d' Löcher mit Dreck fülle. (Luzern.) Vom Heuchler, der sich fromm stellt, aber dabei seinen Vortheil nicht vergisst. *1522 Er weiss sich in die Leute zu schicken, wie der Schulze in den Litzenrock. – Fischart, Trostb. „... Wann einer nicht von wegen eines Gasts ein Wirt ist, sonder sich wais inn leut zu schicken, wie der Schulthais inn dem lützen Rock.“ (Kloster, X, 658.) *1523 Er will anderer Leute Ratten fangen und fängt sich selber nicht die Mäuse. – Simrock, 8136. *1524 Er wird in der Leute Mäuler herumgezogen. – Mayer, II, 174; Braun, I, 2601. *1525 Es gibt mehr (viel) Leute, die so heissen. Frz.: Il y a bien des ânes qui n'ont que deux piés. (Kritzinger, 28b.) *1526 Es is nor Leutens Gelächter. (Jüd.-deutsch. Warschau.) Von sehr lächerlichen Dingen. *1527 Es ist einer von unsere Leut'. – Eiselein, 422; Braun, I, 2268. *1528 Es sind Leute aus einerlei Teig (Mehl, demselben Gebäck). Ein Schlag, Ein Gelichter. Frz.: Ce sont des gens de même farine. (Kritzinger, 304a.) *1529 Es sind Leute, die keine warmen Läuse haben. – Eiselein, 412. Leute, die Reinlichkeit lieben, machen die Läuse kalt, d. i. todt. *1530 Es sind Leute von der alten Welt. Gehören ihren Sitten und Gewohnheiten, sowie ihrer Denk- und Handlungsweise nach einer frühern Zeit an. *1531 Es sind Leute von Einer Profession. Holl.: Het zijn lieden van eender nering. (Harrebomée, II, 24.) *1532 Es sind Leute, wie auf den Schub gekommen. *1533 Es sind tapfere (tüchtige) Leute. „... Seht ers woas ber far topper Loite sîn, darem ihre Woahre su an grussmächtige Noamen bekimt.“ (Keller, 152b.) *1534 Es sind zwei arme Leute vor Einer Thür. Holl.: Twee arme lieden voor ééne deur. (Harrebomée, II, 26.) *1535 Et sönd schöne Lüd, wenn men ön op der Röck süht. (Gladbach.) – Firmenich, III, 516, 43. Sie sind am schönsten, wenn man ihnen beim Fortgehen auf die Röcke sieht. *1536 Etwas unter die Leute bringen. *1537 Für andere Leute die Kastanien aus dem Feuer holen. *1538 Für ein Leut' bist du zu g'scheid, und für ein Hund kannst du z' wenig laufen. (Rott.-Thal.) *1539 Hä süt ander Lücks Splinter un singen eigen Balken nit. (Köln.) *1540 He het de Lüd in Schock. – Piening, 2. Er weiss die Leute in Respect zu erhalten. *1541 He is mit den Lüden. (Holst.) – Schütze, III, 54. Er ist gefällig, umgänglich, willfährig, lässt sich viel gefallen. *1542 He is von goden Lüden. (Holst.) – Schütze, III, 55. Von guter Herkunft. *1543 Hei mot et von Lüen nemen, von 'n Bömen kann hei et nich schüddeln. (Hannover.) *1544 Hi snaket fan öther Lidj an sin Anj lucket ham iin auer a Dör. (Nordfries.) – Lappenkorb. Er spricht von andern Leuten und sein Eigenes blickt ihm über die Thür herein. *1545 Hungrige Leute halten es bei ihm nicht lange aus. Holl.: Schamele lieden kunnen bij hem niet banken. (Harrebomée, II, 26.) *1546 Ich hab' auch schon Leute in der Welt gesehen. Bin nicht so unerfahren wie man meint. Holl.: Meent gij, dat wij nooit lieden gezien hebben. (Harrebomée, II, 25.) *1547 Ich kann nicht allen Leuten nach ihrem Maule reden. Mhd.: Allen lieten ich nekan zu danke sprechen noch ne sol. (Sachsenspiegel.) (Zingerle, 189.) *1548 Ich kenn' meine Leit wie der Schinner seine Hunne. – Lohrengel, II, 327. *1549 Ich mag nicht in der Leute Mäulern herumgezogen werden. (Nürtingen.) *1550 Ich will die Leute schon zu Wasser reiten. „Mancher sagt: Bekomme ich das Regiment oder Ampt, ich will die Leut anders zu Wasser reiten.“ *1551 Ihr Loite, macht och Fingerhandschken, was de ôch êm recht is. (Schles.) – Frommann, III, 242, 7; Gomolcke, 809. Aufforderung zur Billigkeit. *1552 In andrer Leut Küche kochen. – Schottel, 1125b. *1553 In der Leute Mäuler kommen. – Schottel, 1113a. Gegenstand ihres Geklatsches werden.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

zeno.org – Contumax GmbH & Co. KG: Bereitstellung der Texttranskription. (2020-09-18T08:39:28Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2020-09-18T08:39:28Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; Hervorhebungen I/J in Fraktur: keine Angabe; i/j in Fraktur: keine Angabe; Kolumnentitel: nicht übernommen; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): keine Angabe; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: keine Angabe; Vollständigkeit: keine Angabe; Zeichensetzung: keine Angabe; Zeilenumbrüche markiert: nein

Verzeichnisse im Vorspann wurden nicht transkribiert. Errata aus den Berichtigungen im Nachspann wurden stillschweigend integriert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/68
Zitationshilfe: Wander, Karl Friedrich Wilhelm (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Bd. 3. Leipzig, 1873, S. [54]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/wander_sprichwoerterlexikon03_1873/68>, abgerufen am 03.12.2020.