Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683.

Bild:
<< vorherige Seite
MASANIELLO.
bringen diese Freunde guts? Aus jhren Angesich-
te kan ich sehen/ daß ich etwas neues zu sorgen be-
komme.
Andrer Handlung
Siebender Aufftrit.
Philomarini, Rossi, Ghirardini.
Ross. Ihr Eminentz/ wir kommen zurücke/ weil
numehr lauter traurige Spectacul durch gantz Ne-
apolis
auffgestellet werden.

Ghit. Und ich habe mich mit Willen entzogen/
alldieweil die Hoffnung zu allem Vergleiche nun-
mehr in den Brunn gefallen ist. Ach du armes
Neapolis, mit wie viel kostbaren Millionen wird sich
dieser Schade wiederum erkauffen lassen?

Phil. Ich höre/ daß ich erschrecken soll: Gleich-
wohl aber weiß ich nicht/ was mich vor Ursache
darzu beweget.

Ross. Ach/ die schönsten Palläste stehen in vol-
len Flammen. Raub/ Plündern und Verwüsten ist
bey dem verfluchten Gefinde gleichsam ein freyes
Handwerck worden.

Ghir. Ach/ was vor Raritäten werden auf ein-
mahl zu schanden gehen? und was unsere Vor-
fahren dieser Stadt zum Nachruhm mit grossem
Geld erkauffet haben/ das soll durch diese Unmen-
schen auf einmahl verwüstet werden!
Phil.
F f 2
MASANIELLO.
bringen dieſe Freunde guts? Aus jhren Angeſich-
te kan ich ſehen/ daß ich etwas neues zu ſorgen be-
komme.
Andrer Handlung
Siebender Aufftrit.
Philomarini, Roſſi, Ghirardini.
Roſſ. Ihr Eminentz/ wir kommen zuruͤcke/ weil
numehr lauter traurige Spectacul durch gantz Ne-
apolis
auffgeſtellet werden.

Ghit. Und ich habe mich mit Willen entzogen/
alldieweil die Hoffnung zu allem Vergleiche nun-
mehr in den Brunn gefallen iſt. Ach du armes
Neapolis, mit wie viel koſtbaren Millionen wird ſich
dieſer Schade wiederum erkauffen laſſen?

Phil. Ich hoͤre/ daß ich erſchrecken ſoll: Gleich-
wohl aber weiß ich nicht/ was mich vor Urſache
darzu beweget.

Roſſ. Ach/ die ſchoͤnſten Pallaͤſte ſtehen in vol-
len Flammen. Raub/ Pluͤndern und Verwuͤſten iſt
bey dem verfluchten Gefinde gleichſam ein freyes
Handwerck worden.

Ghir. Ach/ was vor Raritäten werden auf ein-
mahl zu ſchanden gehen? und was unſere Vor-
fahren dieſer Stadt zum Nachruhm mit groſſem
Geld erkauffet haben/ das ſoll durch dieſe Unmen-
ſchen auf einmahl verwuͤſtet werden!
Phil.
F f 2
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <sp>
              <p><pb facs="#f0424" n="83"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq"><hi rendition="#b">MASANIELLO.</hi></hi></fw><lb/>
bringen die&#x017F;e Freunde guts? Aus jhren Ange&#x017F;ich-<lb/>
te kan ich &#x017F;ehen/ daß ich etwas neues zu &#x017F;orgen be-<lb/>
komme.</p>
            </sp>
          </div>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#b"><hi rendition="#in">A</hi>ndrer <hi rendition="#in">H</hi>andlung</hi> </head><lb/>
          <div n="3">
            <head> <hi rendition="#b">Siebender Aufftrit.</hi> </head><lb/>
            <stage> <hi rendition="#c"> <hi rendition="#aq">Philomarini, Ro&#x017F;&#x017F;i, Ghirardini.</hi> </hi> </stage><lb/>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Ro&#x017F;&#x017F;.</hi> </speaker>
              <p>Ihr <hi rendition="#aq">Eminen</hi>tz/ wir kommen zuru&#x0364;cke/ weil<lb/>
numehr lauter traurige Spectacul durch gantz <hi rendition="#aq">Ne-<lb/>
apolis</hi> auffge&#x017F;tellet werden.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Ghit.</hi> </speaker>
              <p>Und ich habe mich mit Willen entzogen/<lb/>
alldieweil die Hoffnung zu allem Vergleiche nun-<lb/>
mehr in den Brunn gefallen i&#x017F;t. Ach du armes<lb/><hi rendition="#aq">Neapolis,</hi> mit wie viel ko&#x017F;tbaren Millionen wird &#x017F;ich<lb/>
die&#x017F;er Schade wiederum erkauffen la&#x017F;&#x017F;en?</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Phil.</hi> </speaker>
              <p>Ich ho&#x0364;re/ daß ich er&#x017F;chrecken &#x017F;oll: Gleich-<lb/>
wohl aber weiß ich nicht/ was mich vor Ur&#x017F;ache<lb/>
darzu beweget.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Ro&#x017F;&#x017F;.</hi> </speaker>
              <p>Ach/ die &#x017F;cho&#x0364;n&#x017F;ten Palla&#x0364;&#x017F;te &#x017F;tehen in vol-<lb/>
len Flammen. Raub/ Plu&#x0364;ndern und Verwu&#x0364;&#x017F;ten i&#x017F;t<lb/>
bey dem verfluchten Gefinde gleich&#x017F;am ein freyes<lb/>
Handwerck worden.</p><lb/>
            </sp>
            <sp>
              <speaker> <hi rendition="#aq">Ghir.</hi> </speaker>
              <p>Ach/ was vor <hi rendition="#aq">Raritä</hi>ten werden auf ein-<lb/>
mahl zu &#x017F;chanden gehen? und was un&#x017F;ere Vor-<lb/>
fahren die&#x017F;er Stadt zum Nachruhm mit gro&#x017F;&#x017F;em<lb/>
Geld erkauffet haben/ das &#x017F;oll durch die&#x017F;e Unmen-<lb/>
&#x017F;chen auf einmahl verwu&#x0364;&#x017F;tet werden!</p>
            </sp><lb/>
            <fw place="bottom" type="sig">F f 2</fw>
            <fw place="bottom" type="catch"> <hi rendition="#aq">Phil.</hi> </fw><lb/>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[83/0424] MASANIELLO. bringen dieſe Freunde guts? Aus jhren Angeſich- te kan ich ſehen/ daß ich etwas neues zu ſorgen be- komme. Andrer Handlung Siebender Aufftrit. Philomarini, Roſſi, Ghirardini. Roſſ. Ihr Eminentz/ wir kommen zuruͤcke/ weil numehr lauter traurige Spectacul durch gantz Ne- apolis auffgeſtellet werden. Ghit. Und ich habe mich mit Willen entzogen/ alldieweil die Hoffnung zu allem Vergleiche nun- mehr in den Brunn gefallen iſt. Ach du armes Neapolis, mit wie viel koſtbaren Millionen wird ſich dieſer Schade wiederum erkauffen laſſen? Phil. Ich hoͤre/ daß ich erſchrecken ſoll: Gleich- wohl aber weiß ich nicht/ was mich vor Urſache darzu beweget. Roſſ. Ach/ die ſchoͤnſten Pallaͤſte ſtehen in vol- len Flammen. Raub/ Pluͤndern und Verwuͤſten iſt bey dem verfluchten Gefinde gleichſam ein freyes Handwerck worden. Ghir. Ach/ was vor Raritäten werden auf ein- mahl zu ſchanden gehen? und was unſere Vor- fahren dieſer Stadt zum Nachruhm mit groſſem Geld erkauffet haben/ das ſoll durch dieſe Unmen- ſchen auf einmahl verwuͤſtet werden! Phil. F f 2

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/424
Zitationshilfe: Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683, S. 83. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/424>, abgerufen am 16.10.2019.