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Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683.

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Absurda
Anderer Handlung
Neundter Aufftrit.
Braccio, Lyre, Gamba, und
Bonifacius.
Brac. Das thue ich nicht; Ich versäume eine
Kirms drüber/ darbey ich mir ein Stück von mei-
ner Winterzehrung verdienen kan.

Lyre. Und endlich seyn mir die Säiten auf meiner
Zitter um das Geld auch nicht feil.

Gamb. So werd ich vielleicht mit meiner Baß-
Fiedel wie ein Narr alleine bleiben.

Bon. O wenn doch der heutige Tag vorbey
wäre? Ach Amts Sorgen sind schwere Sorgen/
sonderlich wenn einer was über sic[h] [ni]mt/ das er
nicht gelernet hat/ und das er ohne Schaden seines
Beruffes wol könte bleiben lassen. Doch was wer-
den die Spiel-Leute machen?

Brac. Was heissen nun die Possen? wir sind ein-
mahl bestellt: Nun haben wir nichts zu fressen und
zu sauffen.

Bon. Sachte/ ihr lieben Leute/ wo man lange
wartet/ da kömt das gute mit einander.

Lyr. Ja es wird kommen/ daß mir die Säiten
drüber verrosten möchten.

Gamb. Und ehe es kömt/ so kriegt meine Baß-
Fiedel die Schwindsucht.
Bon.
Absurda
Anderer Handlung
Neundter Aufftrit.
Braccio, Lyre, Gamba, und
Bonifacius.
Brac. Das thue ich nicht; Ich verſaͤume eine
Kirms druͤber/ darbey ich mir ein Stuͤck von mei-
ner Winterzehrung verdienen kan.

Lyre. Und endlich ſeyn mir die Saͤiten auf meiner
Zitter um das Geld auch nicht feil.

Gamb. So werd ich vielleicht mit meiner Baß-
Fiedel wie ein Narr alleine bleiben.

Bon. O wenn doch der heutige Tag vorbey
waͤre? Ach Amts Sorgen ſind ſchwere Sorgen/
ſonderlich wenn einer was uͤber ſic[h] [ni]mt/ das er
nicht gelernet hat/ und das er ohne Schaden ſeines
Beruffes wol koͤnte bleiben laſſen. Doch was wer-
den die Spiel-Leute machen?

Brac. Was heiſſen nun die Poſſen? wir ſind ein-
mahl beſtellt: Nun haben wir nichts zu freſſen und
zu ſauffen.

Bon. Sachte/ ihr lieben Leute/ wo man lange
wartet/ da koͤmt das gute mit einander.

Lyr. Ja es wird kommen/ daß mir die Saͤiten
druͤber verroſten moͤchten.

Gamb. Und ehe es koͤmt/ ſo kriegt meine Baß-
Fiedel die Schwindſucht.
Bon.
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[298[296]/0637] Absurda Anderer Handlung Neundter Aufftrit. Braccio, Lyre, Gamba, und Bonifacius. Brac. Das thue ich nicht; Ich verſaͤume eine Kirms druͤber/ darbey ich mir ein Stuͤck von mei- ner Winterzehrung verdienen kan. Lyre. Und endlich ſeyn mir die Saͤiten auf meiner Zitter um das Geld auch nicht feil. Gamb. So werd ich vielleicht mit meiner Baß- Fiedel wie ein Narr alleine bleiben. Bon. O wenn doch der heutige Tag vorbey waͤre? Ach Amts Sorgen ſind ſchwere Sorgen/ ſonderlich wenn einer was uͤber ſich nimt/ das er nicht gelernet hat/ und das er ohne Schaden ſeines Beruffes wol koͤnte bleiben laſſen. Doch was wer- den die Spiel-Leute machen? Brac. Was heiſſen nun die Poſſen? wir ſind ein- mahl beſtellt: Nun haben wir nichts zu freſſen und zu ſauffen. Bon. Sachte/ ihr lieben Leute/ wo man lange wartet/ da koͤmt das gute mit einander. Lyr. Ja es wird kommen/ daß mir die Saͤiten druͤber verroſten moͤchten. Gamb. Und ehe es koͤmt/ ſo kriegt meine Baß- Fiedel die Schwindſucht. Bon.

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Zitationshilfe: Weise, Christian: Zittauisches Theatrum. Zittau, 1683, S. 298[296]. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/weise_theatrum_1683/637>, abgerufen am 20.10.2019.